Private Krankenversicherung und Beihilfe oder gesetzlich versichert?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Hallo Stern2302,

Kinder mit Bezug von Waisengeld haben einen eigenen Beihilfeanspruch von 80 % und müssen sogar in der PKV bleiben.

Erst wenn sie später mal ein Studium oder eine GKV-pflichtige Tätigkeit beginnen haben sie die Möglichkeit in die GKV zu wechseln.

Ob du in der GKV Pflichtversichert wirst hängt von deinem Alter ab.

Bist du bereits 55 Jahre musst du in der PKV bleiben.

Bist du noch keine 55 Jahre und beginnst eine GKV-pflichtige Tätigkeit, solltest du deine PKV in Anwartschaft stellen, damit du nach Beendigung der GKV wieder in die PKV ohne erneute Gesundheitsprüfung wechseln kannst.

Gruß N.U.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

"Wenn ich meine Selbstständigkeit aufgebe und wieder Halbtags im
Angestelltenverhältnis arbeite, wie sieht es dann mit meiner
Krankenversicherung aus?"

Dann bist Du grundsätzlich versicherungspflichtig als Arbeitnehmerin in der GKV, zusätzlich zahlst Du volle GKV-Beiträge (es gibt hier ja keinen AG-Anteil, o.ä.) auf die Witwenpension. Dein Beihilfeanspruch bleibt nebenbei bestehen, beschränkt sich aber auf die Bereiche in denen die GKV nicht leistet (z.B. Heilpraktiker).

"Meine Tochter bekommt 600 € Waisenpension.
Da das Waisengeld zu hoch ist, kann sie angeblich nicht bei mir mitversichert sein."


Korrekt, die Grenze wären 425 Euro (West) in 2017.

"Meine Tochter ... , ist ebenfalls privat versichert. Sie zahlt bei der Privaten (wegen der Beihilfe) monatlich € 38.....
Kann sie in der privaten Krankenversicherung bleiben, auch wenn ich wieder gesetzlich versichert bin?"
Ja, natürlich. Deine Tochter ist ja als Deine Angehörige beihilfeberechtigt und das ändert sich nicht. Je nach Beihilfeträger (Bundesland/Bund) darf sie zwischen ca. 8.500 und 18.000 Euro "verdienen" ohne das ihr Beihilfeanspruch gefährdet ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Apolon
12.11.2016, 18:43

Ein kleiner Fehler hat sich eingeschlichen!

Deine Tochter ist ja als Deine Angehörige beihilfeberechtigt und das ändert sich nicht.

Nein - sie erhält eigene Versorgung (Halbwaisengeld) und ist somit selbst beihilfeberechtigt (nicht über die Mutter).

0

Nach dem 55. Lebensjahr ist die Rückkehr in die GKV nicht mehr möglich. Bis dahin sorgt der Anspruch auf Beihilfe m.E. dafür, dass Sie in der PKV bleiben dürfen. Wenn es aber Ihr Wunsch wäre, vor dem 55. Geburtstag als Pflichtmitgliled in die GKV zu wechseln, dann sollte das durch die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Tätigkeit (>450 EUR) möglich sein. Es wird Sie niemand zwingen, den Beihilfeanspruch zu nutzen.

Das bekommt man aber auf Anfrage von der Krankenkasse auch verbindlich und rechtssicher bestätigt.

Zu Ihrer Tochter (ohne Anspruch auf absolute Präzision): Seit 2016 sind Waisen und Halbweisen grundsätzlich pflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse, wenn Sie nur die Rente der GRV beziehen. Die Renten aus Versorgungswerken oder Beamtenpensionen werden weiterhin zur Berechnung der Leistungsfähigkeit und damit für den Beitrag herangezogen. Sie müssten ihre Tochter also als freiwilliges Mitglied in der GKV versichern und das ist sicher ungünstig. (Der Status unterscheidet sich grundlegend von der Pflichtmitgliedschaft).

Es sollte nach meiner Einschätzung nichts dagegen sprechen, dass Sie in der PKV bleibt und ihren Beihilfeanspruch wahrnimmt, bis sie selber ein versicherungspflichtiges Einkommen hat.

https://www.bundestag.de/blob/393788/aacc7bc2745d1fd01be722dc47f76cfb/deutsche-rentenversicherung-bund-data.pdf

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DolphinPB
10.11.2016, 15:49

"Seit 2016 sind Waisen und Halbweisen grundsätzlich pflichtig in der
gesetzlichen Krankenkasse, wenn Sie nur die Rente der GRV beziehen"

Würden Sie bitte hierfür mal die Rechtsquelle nennen ?

"Sie müssten ihre Tochter also als freiwilliges Mitglied in der GKV
versichern und das ist sicher ungünstig. (Der Status unterscheidet sich grundlegend von der Pflichtmitgliedschaft)."

Nein, muss sie nicht. An dem Status der Tochter ändert sich durch einen eventuellen Wechsel der Mutter in die GKV doch gar nichts.

0
Kommentar von Apolon
12.11.2016, 18:39

@Bleistein,

Du hast scheinbar den Text nicht richtig gelesen.

Seit 2016 sind Waisen und Halbweisen grundsätzlich pflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse, wenn Sie nur die Rente der GRV beziehen.

Das Kind bekommt keine Rente der GRV, sondern ein Halbwaisengeld aus der Beamtenversorgung und kann somit auch nicht in die GKV wechseln.

0

Die Tochter hat in der PKV ja eine eigene Mitgliedschaft. So lange sie beihilfeberechtigt ist, ist sie da auch gut aufgehoben.

Du selbst würdest pflichtversichert, solltest aber die Anwartschaftsversicherung aufrecht erhalten. Dann kann die private KV später wieder aufleben. Durch deinen Beihilfeanspruch bist du dann auf jeden Fall besser abgesichert als ob du freiwillig gesetzlich versichert in Rente gehst. (dort müsstest du auf dein GESAMTES Einkommen Beitrag zahlen)

Anwartschaft kostet 10 % deines jetzigen Beitrags.

Die Steuerfrage ist egal. Das wird sowieso am Ende des Jahres ausgeglichen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DolphinPB
10.11.2016, 15:12

Guter Punkt.

"Anwartschaft kostet 10 % deines jetzigen Beitrags."

Das hängt davon ab welche Art von Anwartschaft und welcher Versicherer. Da ist alles von 5 bis 25 % möglich.

1

Was möchtest Du wissen?