Private Krankenversicherung -> private Rentenversicherung Pflicht?

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9 Antworten

also ich bin zur Zeit schwer am Überlegen, ob ich mich evtl. privat krankenversichern lassen soll

Wenn dein Einkommen als Angestellter nicht über 56.250,- € brutto (Jahresarbeitsentgeltgrenze in 2016) pro Jahr liegt stellt sich die Frage nicht, da du damit versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung wärst.

Als Beamter ist es i.d.R. sinnvoll sich privat zu versichern. Als Selbständiger öfter nicht, manchmal aber schon.

Du machst aber auch keine Angaben zu

  • deinem Alter,
  • deiner beruflichen und
  • privaten Situation,

so dass man nicht mal ansatzweise soetwas wie eine Eingangsberatung durchführen kann.

Aber nun zum Schwachsinn, den man dir erzählt hat:

Ich sehe aber auch die Gefahr, dass man nicht mehr zurück in die gesetzliche Krankenversicherung kommt

Wer unter 55 Jahren alt ist uns als Angestellter weniger als die Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient, MUSS sich gesetzlich versichern. Er käme also auf jeden Fall zurück.

Danach ist der Zug abgefahren, oder wenn man oberhalb verdient, bzw. weiterhin selbständig ist.

aja auf jeden Fall kam mir zu Ohren, dass man als privatversicherter
nicht mehr in die deutsche Rentenversicherung einzahlt, sondern sich
auch eine private Rentenversicherung suchen muss. Stimmt das ? 

Nein!

Angestellte müssen immer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen (Angestellte von Freiberuflern, die in ein Versorgungswerk einzahlen, können sich stattdessen ggf. dort ebenfalls versichern).

Allerdings wird auf Entgelt von über 74.400,- € p.a. (alte Bundesländer) kein Beitrag mehr erhoben. Dies nennt man Beitragsbemessungsgrenze.

Zusätzliche private und betriebliche Altersvorsorge sind allerdings ein Muss.

Jeder der nicht mind. 35 Jahre lang über dem Durchschnitt verdient hat, wird im Alter zum Sozialhilfeempfänger, wenn keine zusätzliche Vorsorge getroffen wird (heutige Hochrechnung).

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Hallo Giovinco,

schön, dass du dich für die private Krankenversicherung interessierst und einige Vorteile schon kennst.

Vielleicht beruhigt es dich, dass du nicht auf ewig an die private Krankenversicherung gebunden bist wenn du dich einmal dafür entscheidest.

Bei bestimmten Statusänderungen besteht die Möglichkeit wieder in die Gesetzliche Krankenkasse zu wechseln. Geänderte Situationen, die eine versicherungspflichtige Mitgliedschaft in der Gesetzlichen Krankenkasse herbeiführen, sind zum Beispiel:

- ein verändertes Einkommen welches dann unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt,
- der Bezug von Arbeitslosengeld I und
- ein Anstellungsverhältnis, wenn man bislang selbstständig tätig war.

Erst ab dem 55. Lebensjahr hast du keine Möglichkeit mehr, in die Gesetzliche Krankenkasse zu wechseln.

Auf alle anderen Fragen hat kevin1905 dir schon eine klasse Antwort gegeben.

Viele Grüße

Katharina vom Barmenia-Team

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Nur zwei kleine Ergänzungen zur Klarstellung:

1.) Die Regelungen für GKV- und Rentenversicherungspflicht haben nichts direkt miteinander zu tun. Wir andere schon richtig schreiben, kommt es bei beiden Sozialversicherungsarten immer auf Deinen beruflichen Status an.

2.) Die überwiegende Mehrheit aller Studenten, die sich von der Krankenversicherungspflicht haben befreien lassen, werden nach dem Studium zunächst einmal wieder pflichtig in der GKV. Sobald Du einen Job annimmst und nicht sofort über 5000 EUR im Monat verdienst (selten, aber kommt vor), wirst Du in der Krankenkasse pflichtversichert.

Erst wenn Du Dich selbständig machst oder Dein Einkommen über die Grenze steigt, wird die langfristige Entscheidung für eines der Systeme notwendig.

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Hallo,

deine Herangehensweise ist aus meiner Sicht nicht richtig.

Entweder entscheidest du dich für die Kostenversicherung der privaten Krankenversicherung, dann bekommst du die bestmögliche Behandlung und Beratung, Krankenhausaufenthalt, weil alle Kosten versichert sind (mit SB, je nach dem) oder zu erhältst einen immer weniger werdenden Versicherungsschutz aus der GKV mit hohen Beiträgen, je nach Verdienst über der BBG oder des Einkommens als Selbständiger.

Alles weitere hat Kevin aus meiner Sicht sehr gut beantwortet.

Beste Grüße

Dickie59

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Kommentar von Balharm
03.08.2016, 18:20

Versichert ist nur das, was ich auch an Tarifleistung habe. Nicht alles ist versichert, ich kann aber alles versichern. Das ist ein kleiner aber teurer Unterschied.

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1. Annahme: Du bist Arbeitnehmer: Ein Wechsel ist in die private Krankenversicherung ist nur möglich, wenn du mehr als die Versicherungspflichtgrenze verdienst. 56250 Euro pro Jahr.

Ein Wechsel ist dann unwiderruflich. Einmal gewechselt und es gibt kein Zurück.

Mit der Rentenversicherungsflicht hat das nichts zu tun. Da bleibst Du drin.

2. Annahme: Du bist Freiberuflich /Selbständig:  Du kannst jederzeit in die private Krankenkasse wechseln, unabhängig vom Einkommen. Eine Rückkehr in die geseztliche Krankenkasse ist nur möglich, wenn Du wieder als Angestellter arbeitest und Du noch nicht über 54 Jahre bist.

Mit der staatlichen Rentenkasse hat das auch hier nichts zu tun. Manche selbständige sind verplichtet, in die staatliche Rentenkasse Beiträge zu zahlen (Handwerker, Hebammen, ...) Ärzte und Anwälte haben eigene Versorgungswerke und müssen dort einzahlen. Andere Selbständige (Gewerbetreibende) sind gar nicht verpflichtet irgendwo einzuzahlen.

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Kommentar von kevin1905
02.08.2016, 23:24

Ein Wechsel ist dann unwiderruflich. Einmal gewechselt und es gibt kein Zurück.

Stimmt nicht.

Fällt der Verdienst unter die JAEG bevor er 55 Jahre alt wird geht es zwangsläufig in die GKV zurück.

Die PKV kann dann umgewandelt werden in Zusatzversicherungen oder eine Anwartschaft. Alternative wäre die Kündigung.

Der Rest der Antwort ist richtig und gut.

Kleine Anmerkung: § 2 SGB VI. Manche Selbständige (Gewerbe) sind durchaus rentenversicherungspflichtig. Z.B. Selbständige mit einem Auftraggeber (wie Ausschließlichkeitsvermittler in der Versicherungsbranche) oder selbst. Handwerker mit weniger als 216 Beitragsmonaten.

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Unabhängig davon.. Ich selbst bin seit Jahren in unterschiedlichen Praxen tätig gewesen. Bei den Terminen muss ich Dir recht geben. Aber ansonsten sehe ich in der privaten Krankenversicherung nicht so extrem große Vorteile. Natürlich ist der Arzt oberflächlich etwas aufmerksamer, aber hauptsächlich er zieht daraus seine Vorteile indem er mehrere ( meist nicht relevante )Untersuchungen durchführt, womit er mehr Geld machen kann.. Ich weiß man sollte nicht alle über einen Kamm scheren, allerdings sind dies meine Erfahrungen aus 5 Einrichtungen. Immer das Gleiche .. Heut zu Tage hast du die wirklichen Vorteile in erster Linie nur als Selbstzahler - traurig aber war

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Kommentar von Hugito
02.08.2016, 23:15

da hast Du wohl Recht.

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Kommentar von FloBashir
02.08.2016, 23:22

Eben, du bekommst das Geld zurückerstattet.
Bei Selbstzahlern ist dies nicht der Fall. Diese kommen ja auch oft aus dem Ausland.

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Bist du selbständig oder Beamter? Oder verdienst du überder Jahresverdienstgrenze?

Nur dann hast du die Auswahl

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Kommentar von Giovinco
02.08.2016, 23:13

Noch bin ich Student. Mache mir aber natürlich bereits jetzt schon Gedanken, wie es später im Berufsleben aussehen kann. 

Beamter hatte ich nicht vor zur werden und mich selbstständig zu machen sah mein 10-Jahres-Plan bisher auch nicht vor. 

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Wo bitte ist das so, das mit den Terminen?

Hier bei uns bei keinem Arzt, weder Augen, noch HNO, noch Frauen ,noch Zahn, noch Kinder. Haut ausgebucht bis Anfang Januar!

Besser ist allenfalls die Kostenübernahme für Medikamente und gewisse Labormaßnahmen (Krebstest u.ä.), wo sich die gesetzliche ein wenig ziert.

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@Giovinco,

würdest du uns zuerst einmal über deine derzeitige Tätigkeit informieren:

bist du Angestellter, Beamter oder Selbständiger?

Wie hoch ist dein Jahres-Brutto-Einkommen?

Wie alt bist du?

Danach kannst du auch Antworten erwarten!

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