Frage von ahackenberg, 15

Privatabrechnung?

Hallo zusammen, ich schreibe meine Abschlussarbeit über das Thema „ Privatabrechnung in Arztpraxen“. Daher versuche ich, so viel wie möglich über dieses Thema zu erfahren.

Aktuell befasse ich mich mit dem Abschnitt „ Rechnungserstellung und Versand“. Also mit dem logistischen Aufwand, der mit der Privatabrechnung verbunden ist.

Sollte dies hier ein Arzt oder jemand lesen, der die Privatabrechnung in der Arztpraxis erledigt, würde es mir unendlich helfen, wenn Sie mir Ihre Vor- und Nachteile bei der Privatabrechnung erläutern könnten.

Vielen Dank! Viele Grüße Alisa Hackenberg

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Antwort
von Kunzinger, 9

Ich geh jetzt mal von Standort Österreich aus. Ich bin Arztassistent, jedoch in einer Kassenordination, die auch zu den jeweiligen Leistungen Privathonorare einheben darf, Stichwort: "Ihre Krankenkasse zahlt nicht alles."

http://www2.aekwien.at/dlcentre/uploads/Plakat_Ihre_Krankenkasse_zahlt_nicht_all...

Dazu zählen z.B.: -Ärztliche Atteste, -Ausstellung von Privatrezepten, -Applizierung von Impfungen bzw. Impfstoffe, -Pflegefreistellung, etc....

Selbstverständlich hat man im Vergleich zu einer Ordination mit allen Kassen und einer Privatarzt/Wahlarzt Ordination bei der Ersteren eine höhere Patientenmenge, weil der Arztbesuch natürlich nichts kostet.

Wahlarzt/Privatarztrechnungen können bei bestehender Krankenversicherung eingereicht werden. Man muss jedoch die jeweilige Leistung sofort, meistens bar, bezahlen. Es ist möglich einen gewissen Betrag von der Krankenkasse, nach Inanspruchnahme eines Wahlarztes zurückzuerhalten - Üblicher Weise bei der GKK 80 %.

Die Privatabrechnung erfordert ein Kassabuch, wo alle Einnahmen und Ausgaben aufgelistet sind, somit muss nachvollzogen werden können, wieviel Geld sich momentan in der Kassa befindet. (was sich selbstverständlich der Arzt jederzeit nehmen kann - ist ja sein Geld). In Österreich haben wir ja nun seit Anfang 2016 mit der Registrierkasse zu kämpfen, die, sowie auch zuvor, erfordert, dass immer eine Honorarnote mit einem dazugehörigen Beleg ausgestellt werden muss und in der Registrierkasse gespeichert werden muss. Es ist also notwendig, dass es nachzuvollziehen ist, wieviel Umsatz in einem bestimmten Zeitraum gemacht wurde und das alles elektronisch gespeichert wird.

Vorteil der Privatbezahlung bei einem Arzt: Der Arzt kann sich mehr Zeit für den Patienten nehmen, weil z.T. weniger Patienten und gutes Honorar, was natürlich noch versteuert werden muss xD

Nachteil: Auch Medikamente können nur gegen Privatrezept ausgestellt werden, die dann in der Apotheke selbst bezahlt werden müssen.
(NB. bei parallel bestehender Krankenversicherung kann das Rezept auf Kassenkosten umgeschrieben werden.)

Hoffe mal, man kann hier links posten. Der Artikel der APA ist recht interessant, bzw. beschreibt wohin die Tendenz geht:

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160720_OTS0062/aerztekammer-warnt-den-k...

Hoffe ich konnte ansatzweise helfen.

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