Frage von mercedes591985, 81

Privat Insolvenz erwähnen ja oder nein?

Die Aussagen sind total unterschiedlich und jeder hat eine andere Meinung darum möchte ich gerne einmal eure dazu hören.

Ich habe vorher immer arbeit gehabt und auch gefunden. Seit ich das Privat Insolvenz Verfahren habe ist es mir irgendwie unmöglich einen Job zu finden. Ich bin gelernter Einzelhandelskaufmann aus der KFZ Branche und habe im Lager gelernt. Bin nun 31 Jahre alt und das Verfahren läuft noch 3 Jahre. Seit 2 Jahren suche ich nun schon eine Arbeit und außer Absagen kommt nichts dabei rum. Ich habe auch lange Zeitarbeit gemacht was auch der Grund ist das ich meine Zeit für das ALG 1 nicht mehr zusammen gebracht habe und somit nichts mehr zahlen konnte.

Mein Treuhänder meint ich solle das doch so früh wie möglich mitteilen da er auf die Offenlegung nicht Verzichtet. Sag ich es gleich hagelt es eine Absage, sag ich es erst im Nachhinein gibt es die Kündigung.

Ich hatte jetzt auch schon mehrmals den Fall das Arbeitgeber von Vornherein eine Schufa Auskunft haben wollten ohne das sie wussten das ich eine PV am laufen habe. Ich habe auch schon sehr oft gehört PV? sowas wollen wir nicht. Ein arbeit geber hat mir auch ins gesicht gesagt menschen mit PV Klauen wie die Raaben. Ich habe es auch versucht da ich nicht danach gefragt wurde zu verschweigen und erst im Nachhinein gesagt nach einem Monat hab ich die Kündigung bekommen.

Wie soll ich da jemals eine Arbeit finden. Zeitarbeit geht aus gesundheitlichen gründen nicht mehr habe dies auch Atestiert und das Amt hat es so Akzeptiert. Eine Umschulung bekomme ich nicht genehmigt von zahlen wir nicht, kein geld mehr da oder den Berufswunsch den sie haben wird nicht gefördert ist alles dabei gewesen. Obwohl der Medizinische Dienst und der Berufspsychologe vom Amt eindeutig im Gutachten vermerkt hatten das eine Umschulung möglich und sogar in meinem Fall für Sinnvoll gehalten wird.

Was meint ihr soll ich es sagen oder eher nicht.

Antwort
von jerkfun, 31

Eine Privatinsolvenz hat weder in der Bewerbung,noch im Anschreiben etwas verloren.Dein Berater hat einfach einen Knall.Solltest Du im Vorstellungsgespräch gefragt werden,wie Deine privaten insbesondere finanziellen Lebensverhältnisse sind: Diese sind einfach ,aber geregelt.Auf eine exakte Nachfrage,damit musst Du rechnen,darfst Du nicht lügen.Dann bitte die Wahrheit sagen.Lege Dir einen angemessenen Satz zurecht,damit Du das Gespräch nicht versaust.Ich würde mich einmal anwaltlich beraten lassen,ob Du gg.den Verwalter Deiner Inso,haha Treuhänder...gegen wen denn? und für wen ? einen Schadenersatzanspruch hast.Wenn Du mehrere Anstellungen nicht bekommen hast,wegen einer Auflage die Dich benachteiligt hat,sehe ich das mal als gegeben an.Beste Grüße

Antwort
von DieMoneypenny, 17

Jedes (größere) Unternehmen kennt diese Fälle. Bewerben, zum Vorstellungsgespräch gehen und im Falle einer Zusage vor Vertragsunterzeichnung noch mal um ein persönliches Gespräch mit dem Personalleiter (nicht dem Vorgesetzten - den geht das nichts an) suchen und die Karten auf den Tisch legen. Das ist meist gar nicht so schwer, wie man es sich vorstellt. Viel Glück!

Antwort
von Juyanbe, 9

Ich verstehe das nicht !
Ich befinde mich seit November 2012 in der PI und habe seither 2x den Job gewechselt . Auch ich arbeite im Einzelhandel , genauer gesagt beim Juwelier . Niemals hat einer meiner Arbeitgeber daraus ein Problem gemacht . Ich habe meine PI immer im Vorstellungsgespräch erwähnt und zwar dann , wenn man sich für mich entschieden hatte . Man sollte sie auch erwähnen , da der Treuhänder ohnehin eine Meldung an den Arbeitgeber schickt . Schließlich muss der eventuell pfändbare Bezüge an den TH abführen .
Vielleicht " verkaufst " du dich falsch ?
Du darfst nicht unsicher sein oder dich gar für deine PI schämen . Du hast sie und teilst das lediglich deinem potenziellen AG mit . Eine Information- mehr nicht !
Natürlich erwähnst du die PI nicht in deinen Bewerbungen !

Kommentar von mercedes591985 ,

Ich würde sagen dann hattest du einfach mehr glück. Ich hab das jetzt einige male erlebt das man mir direkt Gesagt hat solche Leute wollen wir nicht. Bzw. beim Arbeitsvertrag machen der Vertrag zurück gezogen wurde.

Ich habe mich auch als Sekretär in einer Berufschule Beworben alles lief super bis das Thema auf die PV kam dann wurde mir echt mitgeteilt das es nicht gehe da man sich um den Ruf der Schule Sorgt. 

Kommentar von Juyanbe ,

Was hat das denn mit dem Ruf der Schule zu tun ? Das ist doch Schubladendenken .
Eine PI ist reine Privatsache.
Am Anfang hatte ich auch Angst und habe mich geschämt . Damals habe ich noch bei Christ gearbeitet . Zitternd erzählte ich meiner BL von der Inso . Sie sagte damals , dass ich in einem Unternehmen mit 3000 Mitarbeitern wahrlich nicht die einzige bin .

Antwort
von eni70, 31

Wo wohnst du denn, Berlin? 

Natürlich musst du es mitteilen, alles andere macht wenig Sinn. Kann es sein, dass deine Bewerbungen und Auftreten nicht stimmen und du so einen schlechten Eindruck machst? Da könnte ein Bewerbungstraining helfen.

Wie kann man denn von Zeitarbeit freigestellt werden???

Eine Umschulung und die 2 Jahre zu überbrücken, denn sonst hast im Anschluss ja das selbe Problem. Da musst beim Amt dranbleiben, wenn du das finanziert haben willst. Ansonsten geh doch auf deren Ratschläge ein und mach was sinnvolles, was gefördert wird. 

Kommentar von mercedes591985 ,

Bewerbungstraining habe ich mehrere hinter mich gebracht und die sind alle sehr zufrieden mit mir gewesen. 

das steht so in meinem Atest vom Medizinischen Gutachten drinn das ich au Medizinischer sicht starke einschränkungen habe und mir dadurch keine Zeitarbeit mit ständigen Schicht und Einsatzort Wechsel möglich ist. Das problem ist bei uns wird momentan nur Altenpfleger gefördert das würde bedeuten wieder schicht und meine stärke ältere menschen zu pflegen ist nicht meine welt. Handwerklich ist momentan flaute bei uns. Ich würde auch einen LKW Führerschein machen das ich Tagsüber LKW fahre aber nicht mal das gibt es momentan bei uns. 

Kommentar von eni70 ,

Bleibt die Frage wo du wohnst und alle so drauf sind,wie du schriebst. Umzug?

Kommentar von mercedes591985 ,

Ich wohne in Bayern ich bin berreits umgezogen da ich dann dachte das ich mich leichter tue wenn es mehr Betriebe in meiner umgebung sind. Das war aber eher Pustekuchen.

Kommentar von eni70 ,

Dann sind die Reaktionen aber sehr ungewöhnlich. Vermute mal das dein Lebenslauf weitereAuffälligkeiten aufweist, die AG abschrecken,wenn es nicht dein Auftreten und Bewerbung ist. 

Antwort
von Griesuh, 24

Deine privatinsolvenz musst du leider dem AG mitteilen. Denn stehen Pfändungen von deinem Lohn an, so muss das der AG wissen, da diese direkt abgezogen und weiter geleitet werden müssen.

Kommentar von filizity ,

Also ich weiß jetzt, dass der AG danach fragen darf, aber ich verstehe nicht, was es ihn angeht, was von MEINEM Konto abgezogen wird, NACHDEM er mein Gehalt AN MICH ausgezahlt hat. Was hat er mit der Pfändung zu tun?

Ok ich hatte die Situation bisher nicht und kenne mich nicht gut aus damit, aber vllt. könnte mich jemand aufklären über den Zusammenhang?

Kommentar von Griesuh ,

Bei den meisten privatinsolvenzen, werden die Pfändungen direkt vom Lohn abverlangt.

Da nun einmal der Arbeitgeber den Lohn berechnet und ausbezahlt, so ist der AG rechtlich verpflichtet diese Pfändungsbeträge direkt vom Lohn abzurechnen und an die Gläubiger weiter zu leiten.

Hat der Gläubiger einen Titel, so stellt er beim Gericht einen Lohnpfändungsantrag. Diese Lohnpfändung bekommt der AG vom Gericht  mitgeteilt. Und der Ag muss die Pfändungsbeträge weiter leiten.

Somit weis der AG automatisch über die Lohnpfändungen und die Insolvenz bescheid.

Lese einmal hier:

http://www.finanztip.de/pfaendungstabelle/lohnpfaendung/


Alles klar?

Kommentar von filizity ,

Ah ok, das erklärt's. Wieder was gelernt :)

Danke schön!

Kommentar von Feuerhexe2015 ,

Ganz einfach dein "Verwalter" hat dir ja gesagt das er die Pfändung offen legt und das bedeutet für jeden Arbeitgeber Mehraufwand. Welcher Arbeitgeber will das schon?

Antwort
von filizity, 40

Ich weiß wirklich nicht, wie es gesetzlich aussieht. Aber m.M.n. geht deine finanzielle Situation deinen Arbeitgeber absolut gar nichts an. Ich persönlich würde so etwas nicht angeben. Und auf solche Fragen auch mit "Meine Finanzen sind meine private Angelegenheit und betrifft in keinster Weise meinen Arbeitgeber!" antworten.

Kommentar von Norina78 ,

Die meisten Unternehmen fragen nach und erfahren werden sie es sowieso, denn sie müssen das Geld ja abführen. Wenn man es also im Vorstellungsgespräch verschweigt, kommt es raus und dann steht man als Lügner da.

Kommentar von filizity ,

Na lügen tu ich nicht, wenn ich sage, das geht ihn nichts an. Aber:

Ich hätte echt nicht gedacht, dass so eine Frage zulässig ist. Ich habe aber Folgendes gefunden gerade, was bestätigt, dass der Arbeitgeber das darf:

https://www.das.de/de/rechtsportal/arbeitsrecht/arbeitssuche/zulaessige-fragen-v...

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