Frage von LauRiiLaiin, 42

Privat gekaufte Ware wurde beim versenden vom Verkäufer verwechselt?

Hallo. Ein Kumpel von mir hat sich online bei asvz per Privatkauf auf dem Marktplatz etwas gekauft. Doch der Verkäufer hat die Adressen verwechselt und nun hat mein Kumpel die falsche Ware bekommen. Der möchte diese nun aber behalten, weil er das auch gut gebrauchen kann.

Die Frage ist jetzt, ob er es so einfach behalten kann ? (Privatkauf,keine Garantie, keine Rückgabe kein gar nichts ;) )

Wie sieht jetzt die Rechtslage hier aus? Ich möchte bitte keine Moralpredigen hier, ich bin wirklich daran interessiert wie es gesetztlich aussieht :) (Es ist natürlich nicht die feine englische Art)

Ich bedanke mich im Vorraus

Antwort
von Kunzinger, 34

Bevor hier keiner schreibt, probier ichs mal....

Naja, Rechtslage... die Paragraphen aus dem Zivilrecht kann ich Dir nicht nennen, aber letztendlich kommt ein Kaufvertrag zustande indem der Käufer den vereinbarten Kaufpreis dem Verkäufer bezahlt und der Verkäufer die beschriebene Ware dem Käufer übergibt. 

Ich würd mir die Sache behalten und abwarten, bis sich der Verkäufer meldet.... letztendlich ist es ja das Verschulden des Verkäufers, dass er Dir die falsche Ware verkauft hat...Also die Schuldfrage kann dir hier meiner Meinung nach nicht angelastet werden, weil Du nichts falsch gemacht hast und hier ohne böse Absicht die Ware behalten hast....

Es ist weder ein Diebstahl, noch ein Raub, noch sonstwas....

Der Verkäufer hat Dir die Ware ja zugesandt, also kann man sagen, dass er das "freiwillig" getan hat, meiner Meinung nach stehst du, oder dein Freund hier in keiner Pflicht irgendwas zu melden oder zurückzuschicken....

Es kam hier lediglich eine Verwechslung zustande, die das Verschulden des Verkäufers war....

Kommentar von Xipolis ,

Alles korrekt. Nur darf derjenige in diesem konkreten Fall die erhaltene Ware nicht wie Eigentum behandeln, auf Verlangen muss er sie herausgeben, wobei die Kosten einer etwaigen Rücksendung durch den Versender zu tragen sind.

Bleibt der Anspruch auf Lieferung aus dem Kaufvertrag mit der ursprünglichen Ware.

Kommentar von Kunzinger ,

einverstanden Herr Richter xD

Kommentar von Xipolis ,

Nein, ich bin kein Richter. ;-)

Antwort
von Hytoxic, 29

Der Verkäufer hat einen Anspruch auch Rückgabe der Sache gem. § 812 BGB. Auch ist dein Kumpel verpflichtet, dem Verkäufer die falsche Zusendung anzuzeigen. Dies folgt aus § 241 Abs. 2 BGB, der beide Vertragsparteien zur gegenseitigen Rücksichtnahme verpflichtet.

Soweit zur rechtlichen Beurteilung. Faktisch wird der Verkäufer diese Ansprüche nur geltend machen, wenn er weiß, dass er die Ware falsch versandt hat. Wenn er sich meldet, kann man die Ware immer noch zurückschicken. Es würde sich aus seiner Sicht nicht lohnen, dafür sofort vor Gericht zu ziehen.

PS: Natürlich trägt der Verkäufer die Versandkosten.

Kommentar von Xipolis ,

Hier kommt auch § 241a BGB in Betracht, demnach der Käufer nicht reagieren muss, solange der Verkäufer im konkreten Fall nicht die Herausgabe verlangt.

Kommentar von Hytoxic ,

Prinzipiell ja, jedoch gilt der § 241 a BGB nur zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es hier aber ein Kaufvertrag zwischen zwei Privatleuten, § 241 a BGB greift also nicht.

Kommentar von Xipolis ,

Ja, hast Recht, ich habe gerade nochmals geschaut, es war ein Privatverkauf.

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