Privat Auto gekauft versteckten Schaden nicht entdeckt?

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7 Antworten

Wenn der Vorbesitzer den Wagen so lange hatte, dass man davon ausgehen kann, dass er von dieser Pfuschreparatur wusste oder sie sogar selbst durchgeführt hat, könntest Du den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. Da hast Du immer das Risiko der Beweislast, dass er davon wusste.

Ansonsten besteht die Möglichkeit, den Verkäufer in die gesetzliche Sachmängelhaftung zu nehmen. Das geht, wenn diese nicht vertraglich ausgeschlossen wurde (allerdings sehen die meisten Musterkaufverträge einen solchen Ausschluss vor).

Da käme es also darauf an, ob Ihr für den Verkauf einen Vordruck mit Ausschluss genommen oder aber eine mündliche Vereinbarung bzw. einen selbstgebauten Dreizeiler genommen habt.

Lt. Sachmängelhaftung muss der Verkäufer für Mängel am Auto haften - nicht jedoch für altersbedingten Verschleiß. Der ADAC hat eine Liste von Gerichtsurteilen zusammengestellt ( https://www.adac.de/_mmm/pdf/2014-52-Mangel-Verschlei%C3%9F-Liste-2014_141982.pdf ), was Gerichte als Mangel (Verkäufer haftet) und was als Verschleiß (Verkäufer haftet nicht) eingestuft wurde.

Wenn Dein Auto schon ziemlich ältlich ist (und Dinge wie Neulackierung sprechen eher dafür), sieht es nach der Sachmängelhaftung eher schwierig aus - aber schau halt in die Tabelle, welche Fälle Deinem ähnlich sehen.

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Kommentar von Interesierter
05.04.2016, 12:51

Auch wenn das hier etwas seltsam klingen mag.

Ein gerissenes Seil der Gangschaltung auszutauschen kostet doch keine 2000 €. Ich halte 100-200  € für sehr viel realistischer. Wo kommt dieser Betrag her?

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kommt immer darauf an, ab wann du den Schaden bemerkt hast und reklamiert hast. Denn in der Regel hat man auch bei Privaten Verkäufen eine Sachmängelhaftung.

Meiner Meinung solltest du deinen Freund darauf ansprechen und ihr euch einigen, oder du gehst zu einem versierten Rechtsanwalt, der auf diese Sachen direkt darauf sich speziealisiert hat.

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Zunächst mal die technische Seite, die ich nicht verstehe. Du schreibst, das Schaltgestänge wäre kaputt gegangen. Weiter schreibst du, das gerissene Seil sei mit Kabelbindern und GFK-Kleber provisorisch geklebt worden. Was nun, Gestänge oder Seilzug? Ein gerissenes Seil an der Gangschaltung kostet niemals 2000 €. Für 2000 € bekommst du ein neues Getriebe mit Einbau.

Du könntest nun gegen den Verkäufer vorgehen, indem du einen arglistig verschwiegenen Mangel reklamierst. Dazu müsstest du aber nachweisen, dass der Verkäufer von diesem Mangel wusste. Ob sich das in diesem Fall nachweisen lässt, ist schwer zu sagen. Hier würde es wohl auf das Gutachten eines Sachverständigen hinauslaufen.

Wie weit würdest du denn gehen, um Ansprüche durchzusetzen. Unter Freunden sollte sich das eigentlich mit ein paar kurzen Worten regeln lassen. Wenn nicht, würdest du einen Anwalt einschalten wollen und auch das Risiko eingehen, evtl. zu verlieren?

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Kommentar von Franz577
05.04.2016, 14:46

Sofern er eine Rechtsschutzversicherung hat, könnte er das Risiko zumindest eingehen. Ohne würde ich es mir überlegen und wirklich nur dann machen, wenn die Beweislage hieb- und stichfest ist.

Und ganz ehrlich:

Wenn jemand, der vorgibt, mein Freund zu sein, mir so eine Kiste andrehen würde, dann würde ich auch nicht davor zurückschrecken, einen Anwalt einzuschalten, um mein Recht durchzusetzen, wenn es im Guten nicht geht. Denn diese "Freundschaft" war dann sowieso noch nie etwas wert, weil man sowas unter Freunden (und sonst natürlich auch) nicht macht.

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Um alles richtig zu machen kann ich dir nur zu einem Rechtsanwalt raten. Denn sowas geht garnicht, dass ist vorsätzlicher Betrug.

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Wenn es keinen Kaufvertrag gegeben hat und das nur ein "Handschlag-Kauf" war, dann kannst du da nachträglich rein gar nichts mehr machen. Denn er kann behaupten, er hätte dich über alle Mängel informiert und du kannst ihm das Gegenteil nicht beweisen.

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Kommentar von SpookyMan
05.04.2016, 10:37

Einen Kaufvertrag gibt es natürlich wo auch drauf steht das es keine Schäden gibt

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Die Frage die sich noch stellt ist: Wusste der Freund von dem Pfusch oder hat er das Auto möglicherweise auch so gekauft?

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Kommentar von Franz577
05.04.2016, 10:49

Das kommt drauf an, wie lange er im Besitz dieses Autos war. Hatte er es nur kurz, dann könnte es tatsächlich sein, daß er es nicht gewußt hat, aber das halte ich für unwahrscheinlich. Hatte er es jedoch länger oder war es sogar noch in seinem Besitz bei der letzten HU, dann muß diese "Reparatur" in der Zeit erfolgt sein, in der er der Besitzer war. Denn so wäre es niemals durch den TÜV gekommen und ich bezweifle auch, daß so eine Reparatur lange gehalten hätte. Das wurde für meine Begriffe nur kurz vor dem Verkauf so zusammengeflickt.

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Wenn der Freund von dem Schaden wusste, ist es Betrug. Oder es war schon Betrug bei deinem Freund, wenn dem der Schaden auch schon verschwiegen wurde.

Es gilt also zu klären, wer wem bewusst den Schaden verschwiegen hat.

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Kommentar von Franz577
05.04.2016, 10:58

Es ist davon auszugehen, daß diese stümperhafte "Reparatur" erst kurz vor dem Verkauf erfolgte, denn sowas hätte nicht lange gehalten und so wäre das Auto auch niemals durch den TÜV gekommen. Lange kann der Verkäufer damit also nicht herumgefahren sein, weshalb ich der Aussage, er hätte es selbst nicht gewußt, keinen Glauben schenken würde.

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