Frage von Ftothelo, 109

Printplatte durchmessen, was kann der Fehler sein?

Hallo,

Ich habe bei meinem Garagentor einen Not aus Schalter bei der Hauptversorgung (Steuerung) eingebaut- Versorgung auf Not Aus (1) und von der Wurzel (2) zur Versorgungsklemme.

Das ganze habe ich dann 3mal getestet und es funktionierte einwandfrei. Beim 4 mal ging plötzlich gar nichts mehr..

In dem Steuerungsschrank des Garagentores befindet sich eine Printplatte. Auf der Printplatte befinden sich 3 Klemmen (400V) - dort habe ich auch weiterhin noch einen Strom- Alle Sicherungen sich auch in Ordnung..

Zu meiner Frage:

Was kann hier noch alles sein? Was kann da kaputt gegangen sein?

Wie kann ich die Printplatte durchmessen und prüfen welches Bauteil defekt ist?

Btw. Ein Schaltplan ist leider nicht vorhanden...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik, 51

Prüf mal ob die steuerspannung noch an der Platine ankommt. vielleicht ist auch einfach nur die Sicherung für die steuerspannungsversorgung durch. oder das Netzteil....

übrigens, laut maschinen und Anlagenverordnung brauchst du eine sichere netztrennstelle. das kann entweder ein CEE Stecker sein, mit dem die komplette steuerung an eine in der nähe montierte Steckdose angeschlossen ist. oder ein fingersicherer hauptschalter in / an der steueurng. dieser muss so montiert sein, dass ein berühren spannungsführender kontakte bei offenem gehäuse der steuerung nicht versehendlich möglich ist. außerdem müssen innerhalb der steuerung die dauerhaft spannungsführenden leiter farblich gekennzeichnet sein. nach aktueller norm hieße das, dass diese braun auszuführen sind. an sonsten orange.

lg, Anna

Antwort
von electrician, 53

Frage: Wo hast Du den Not-Aus eingebaut?

Dieser gehört nämlich in den Steuerstromkreis (Sicherungskette), so dass bei Auslösung alle Komponenten bis hin zum Motor spannungsfrei sind.

Ist der Not-Aus im Hauptstromkreis, so werden wohl die Kontakte verbraten sein.

Um den Not-Aus einzuschleifen, muss die Sicherungskette unterbrochen werden. Z.B. wird am Motorschutzrelais die Steuerleitung am Kontakt 95 abgeklemmt und dafür am Öffnerkontakt 1 des Not-Aus aufgelegt. Entsprechend wird eine neue Steuerleitung zwischen dem Öffnerkontakt 2 und dem Kontakt 95 aufgelegt. Aber das hängt natürlich auch davon ab, welche Bauteile in Deinem Schaltschrank eingebaut wurden.

Mit Betätigen des Not-Aus ist die gesamte Steuerung spannungsfrei, dadurch fallen auch alle Schütze ab.

Als Beispiel hänge ich mal ein Bild an (S0 ist der Not-Aus).

Antwort
von Gluglu, 31

Vielleicht schreibst Du einfach mal, wie der Hersteller und der Typ des Garagentorantriebs ist... dann können sich alle vielleicht auch etwas mehr vorstellen. Du schreibst einerseite von 400V, andererseits von drei Klemmen... Meistens sind es bei 400V 5 Klemmen (3 Phasen, Neutralleiter und PE). Sind es nur 3 Klemmen, handelt is sich meistens um 230V (Phase / N / PE). Da ist schon mal ein Unterschied; und zwar der, daß Du bei 3 Phasen eine Phase abschaltest (was Dir die Steuerung übel nehmen kann) und bei einer Phase eben die ganze Anlage abschaltest.

Bei 400V- Versorgung (was bei normalen, privaten Garagentoren eher unüblich ist) müsstest Du einen Not-Haus mit 3 Kontaktelementen einsetzen, wobei dann jede Phase abgeschaltet wird. Bei 230V reicht nur einer. Setzt Du auf diese Weise Still, darf sich nichts mehr bewegen; auch nicht, wenn das Tor halb abgelassen wurde (kein selbstständiges langsames, nachträgliches Absenken weil der Motor nicht gebremst ist). Ist das nicht gewährleistet, so hast Du bestenfalls einen schlechten NOT-HALt (schwarze Schlagtaste; KEINE Gelbe!).   

Ich denke mal, es geht Dir darum, daß Du notfalls schnell wo draufhauen kannst, wenn was im Schließbereich des Tores ist... und das es sich hier um ein privates (!) und nicht gewerbliches (!!!) Tor handelt.

Vielleicht teilst Du hier einfach mal mit, was für ein Tor Du hast. Dann könnte ich mir vorstellen, daß ein weiterer schritt wäre, die Spannungsversorgung wieder auf "ohne Not-Aus" zurückzubauen und den Antrieb im dritten Schritt wieder zum Laufen zu bringen. Vierter Schritt sollte sein, einen Punkt für eine sinnvolle Schlagtastenabschaltung zu finden; beispielsweise ein Einschleifen in den Kreis einer Sicherheitskontaktleiste oder was dann eben das Tor zu bieten hat.

Mfg

Kommentar von realistir ,

Gut, du bringst es auf den Punkt. Man kann solcherlei rein fachlich betrachten, dann sieht die Sache ganz anders aus, vor allem läuft es auf einer Ebene in der sich die dann beteiligten sofort verstehen.

Hier bei GF geht es aber oft um Fragen von Laien und diese haben kaum die Informationen usw der fachlichen Ebene parat, geschweige denn können die Argumente, Worte usw nachvollziehen.

Bei dieser Torsteuerung wird es um keine industrielle Torsteuerung mit entsprechenden Anforderungen gehen. Ich ging da eher von privat käuflichen Kleinanlagen aus, zumal sich sonst Fragesteller eher an Fachforen wenden würden.

Kommentar von Gluglu ,

Was halt nicht ganz klar ist sind solche schnell mal leichtfertig getroffenen Aussagen wie "400V"... und wenn man genauer nachfrägt, kommt oft "ich meinte halt Weschselspannung". Oft ist die Wichtigkeit genauer Auskünfte den Fragestellern nicht klar...

Ich denke auch, daß hier Jemand sein privates Tor mit einer Schlagtaste versehen wollte und das es sich um 230V LNPE handelt. Denn selbst viele industrielle Toranlagen arbeiten meist mit nur einer Phase. Daher hat mich die Auskunft "400V" schon recht stutzig gemacht. 

Jetzt warten wir mal, ob er noch ein paar Informationen nachliefert... ansonsten ist der Fall erledigt denn es ist ja auch sein und nicht mein Tor ;-).

Kommentar von Ftothelo ,

Es sind 400 und nicht 230 LNPE!
Das Tor ist ein Privates Tor wessen Hersteller ich nicht kenne bzw keine Herstellerplakette finden kann.
Der Fehler war, dass der Endschalter und sein inneres 'oxidiert' war und dadurch ein Kurzschluss zu stande gekommen ist.

Kommentar von Gluglu ,

Gut... wenn es 400V sind dann ist das halt so. So wie ich es rauslese, müßte der Fehler nun mit Auffinden des defekten Schalters behoben sein?!

Antwort
von Automatik1, 34

1) Die Frage war, wie kann ich eine Steuerung durchmessen. Mal abgesehen, dass das schon geht, einfach ist das nicht. Zum Training bitte mal gugln, es gibt einige Seiten wie man sich diesbezüglich Wissen aneignen kann.

2) Bilder wären besser. Vor allem welche Hersteller. Schaltpläne (Annschlußplan) gibt es oft über Umwege und Suche dann doch noch irgendwo.

3) Wie schon an anderer Stelle geschrieben, könnten die Relais kleben. Mit dem Griff eines Schraubenziehers mal draufklopfen. 

Expertenantwort
von realistir, Community-Experte für Elektronik, 40

Liest sich zumindest für mich eigenartig.

Ich interpretiere deine Aussage so: Du hast einen einpoligen Notaus zwischen die Hauptversorgung (Sicherungsabgang im Sicherungskasten) und Stromversorgungsklemme der Torsteuerung eingebaut, verdrahtet.

Auf der Printplatte jedoch befänden sich drei Klemmen (also für 400 V Stromversorgung) und dort sind diese 3 Phasen zu messen.

Tja, wenn es erstens 3 mal versuchsweise funktionierte, obwohl Not-Aus-Schalter nur einpolig und nun nichts mehr funktioniert, bleibt das momentan ein Rätsel. Ich verstehe sowieso nicht, wieso der Notaus nicht in die Stromversorgung zum Antriebsmotor eingebaut wurde, bzw ein solcher Not-Aus nun plötzlich als nötig empfunden wurde.

Gab es vorher seitens des Herstellers keinen Auflauf- bzw Einklemmschutz?
Wird der Motor mit 3 Phasen betrieben, braucht dieser Motor 3 Phasen um das Tor bewegen zu können?

Um welche Torsteuerung geht es, welche Details dazu kannst du liefern?

Kommentar von electrician ,

"Ich verstehe sowieso nicht, wieso der Notaus nicht in die Stromversorgung zum Antriebsmotor eingebaut wurde (...)"

Ganz einfach: Steuerstromkreis und Hauptstromkreis sind getrennt (z.B. gibt's ja auch Steuerungen mit 24V). Im Steuerstromkreis wird mit niedrigen Strömen gearbeitet, was die Bauteilkontakte schont. Im Hauptstromkreis dagegen fließen u.U. hohe Ströme, weshalb auch nur Lastschütze verwendet werden.

Wird in der Sicherheitskette ("Sicherungskette" war eine Tippfehler) ein Öffner betätigt, so fallen auch die Lastschütze ab. Die Anlage ist somit ausgangsseitig spannungsfrei - im Steuerungs- wie auch im Hauptstromkreis.

Kommentar von realistir ,

stimme dir vollumfassend zu! Ich ging hier von einem Laien aus, habe nicht erwartet, ein solcher versteht was von Hauptstrom- und Steuerstromkreisen usw.

Insofern bleibt fraglich wie auf solcherlei Fragen geantwortet werden sollte. 

Ferner ging ich hier von Garagentorsteuerungen aus die mit denen in der Industrie nicht das geringste zu tun haben. Habe zwar keine solche selbst, kenne aber etliche, und die sind relativ primitiv, geschweige denn mit Haupt- und Steuerstromkreisen ausgestattet.

Expertenantwort
von realistir, Community-Experte für Elektronik, 15

Ich glaube, ich muss in der Angelegeheit auch die Verfechter gewisser Regeln auf so manche Irrtümer aufmerksam machen, die man begehen kann, wenn man es sich zu leicht macht, irgendwelche angeblichen oder auch echte Vorschriften unbedacht übernehmen will.

Gut, okay, ci ging in der hier gestellten Frage von anderen Dingen, Zusammenhängen aus.

Da hier aber verschiedene Leute teils zu Recht glauben, man müsse gewisse Regeln beachten, muss ich Einwände bringen!
Okay und unbestritten wird oft fachlich verlangt, Hauptstromkreise und Steuerstromkreise zu berücksichtigen usw.

Nur, diejenigen, die glauben Not-Aus etc sind unbedingt in Steuerstromkreise ein zu binden, versuche ich hier mal zu belehren.

Ihr wisst ja, wann ein Staatsanwalt aktiv wird und sogar der Betrieb oder Teile des Betriebes lahmgelegt werden können, vom Staatsanwalt.
Womit deutlicher werden soll, es gab mal einen tödlichen Unfall, der untersucht wurde. Ich war betrieblicherseits beauftragt, eine Untersuchung auf Schwachpunkte, Anlagenfehler etc nach diesem Unfall zu tun.

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, nicht nur der Not-Aus war einzig im Steuerstromkreis eingebunden, der Aus- wie üblich auch. Als eine Fremdfirma an der Anlage arbeiten musste, wurde der Aus- und der Notaus betätigt. Man ging nun davon aus, die Anlage ist nicht mehr zu betreiben. Stimmt soweit auch.

Aber, es gab keine hinreichende Informationen wo genau die Fremdfirma arbeiten ausführt. Als dann eine Person in der Nähe der Stromführungsschienen einen tödlichen Stromschlag bekam, musste untersucht werden wieso dieser möglich war.

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, die Hauptstromsicherungen sind nicht gezogen worden bei der Betätigung von Not-Aus und ein hängender, verklebter Hauptstrom-Schützkontakt führte zu diesem todbringenden Unglück.

Folglich ist ein Einbinden eines Not-Aus einzig in den Steuerstromkreis zwar sinnvoll, jedoch nicht absolut sicher! Okay, die jetzt zu erwartenden Kommentare könnt ihr euch sparen, die kenne ich zu genüge.

Es darf nicht immer erwartet werden, dass Facharbeiter immer fachlich richtig arbeiten, bzw immer Facharbeiter mit entsprechenden Aufgaben beauftragt werden und an alles gedacht wird.

Kommentar von Ftothelo ,

Danke für deine Antwort, da es sinnvoller ist den Not aus am Anfang - also vor die Printplatte- zu setzen haben wir das auch getan.
Der Not-Aus hat 3 öffner für jede Phase, damit der Stromkreis generell unterbrochen wird und nicht nur der Steuerstromkreis, darum haben wir es so gemacht!

Antwort
von taskmanager4, 27

Wie einige User hier bereits geschrieben haben, muss der Not-Halt auf jeden Fall, ausnahmslos, in den Steuerstromkreis eingebunden werden.

Zudem dürfen solche Arbeiten nur von einem Fachmann durchgeführt werden oder müssen nach Abschluss der Arbeiten von einem Fachmann kontrolliert und wenn nötig ausgebessert werden.

Denn wenn durch einen Kabelbrand, entstanden durch einen Fehler in der Verdrahtung und nicht nachweislich geprüft durch einen Elektriker, dein Haus brennt, zahlt keine Versicherung.

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