Frage von Bharidi, 42

Preiswerte Anfänger/Hobby E-Drums mit 3 Fußpedalen?

Möchte mir gerne für zuhause E-Drums anschaffen zum Lernen, Üben und Dampf ablassen. Leider habe ich im Laden festgestellt, dass die Anfänger Sets im 400-700€ Bereich alle kein zweites Fußpedal für die mittige Basstrommel haben. Dabei finde ich gerade DAS am tollsten!

Bei den etwas besseren E-Drums ist das teils dabei, aber als blutige Anfängerin möchte ich nicht direkt 1000€ aufwärts ausgeben.

Also, kennt jemand ein empfelenswertes Modell mit diesen Kriterien? Preiswert, akzeptable Qualität, 3 Pedale

Grüße :-)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DonCredo, 30

Hi! Bei vielen eDrums ist die Fussmaschine gar nicht dabei. Ich habe ein Yamaha-Edrum (schon einige Jahre alt), da ist das so, dass das Fusspad einen Eingang hat, an dem man ein zweites Bassdrumpad anschliesst - beide werden dann mit einem Kabel an das Modul übertragen. Aber ich habe eine Doppelmaschine mit Kardan, das funktioniert einwandfrei mit einem Pad. Wenn das Bassdrumpad gross genug ist, dass beide Schlegel draufpassen ist das schon mal die halbe Miete. Allerdings muss auch das Steuergerät bzw. die Trigger schnell genug sein, um den Ton zu produzieren. Vom Grundsatz her müssten das aber die meisten eDrums können. Trotzdem kaufe wenigstens keins unter 300 - 400 Euro - das ist Spielzeug - ich könnte noch sehr langen Text schreiben um das zu begründen, aber am Besten wäre es eh mal ein paar auszuprobieren. Gruss Don

Kommentar von Bharidi ,

Tu dir keinen Zwang an, wenn du einen sehr langen Text schreiben möchtest. Ich informier mich nach bestem Gewissen selbst, so gut es geht. Aber Hinweise von außen sind immer sehr hilfreich.

Kommentar von DonCredo ,

Ola, Kollega! So denn: Ich habe mir das Alesis Kit, das Du angegeben hast mal angeschaut und die Bewertung dazu gelesen. Das deckt sich mit allem, was ich sagen wollte.

Fangen wir mal mit dem Material und dem Rack an: ein eDrum ist durchaus und je nach Fähigkeiten des Spielers hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Das müssen insbesondere die Klammern der Pads aushalten - schau hier, dass die Schrauben vernünftig sind und nicht nachgeben oder das Pad beim Spielen wegklappt. Auch die Konstruktion sollte halbwegs stabil und gut bedienbar sein.

Zum Rack wäre zu sagen, dass die Dinger gerade bei ganz billigen Sets sehr niedrig und wackelig sind - wenn man das Gefühl hat, auf dem Klo zu sitzen beim spielen, dann stimmt was nicht. Es sollte also einigermassen standfest sein (nicht zu leicht) und auch bis zu einem gewissen Grad höhenverstellbar.

Zu den PADS: ich selbst habe im Moment noch überall GummiPads - als ich das Yamaha gekauft hatte, gab es in diesem Preis-Segment noch keine Mesh-Heads. Ich habe in den letzten Wochen verschiedene Sets in der Preisklasse 1000 - 1500 Euro (Alesis, Roland und Yamaha) probegespielt, weil ich demnächst was neues kaufen will. Das wäre übrigens auch die Preisklasse, die ich auch einem Anfänger, der es ernst meint (kein Spaßtrommler), anraten würde. Nahezu alle Sets in diesem Preissegment (z.T. auch welche ab ca. 700 Euro) haben wenigstens das SnarePad als Mesh-Head - das ist anzuraten. Bei den Toms ist das gerade für Anfänger nicht so wesentlich, da kann man noch etwas Geld sparen. Ob ein PAD schnell anspricht, kann man leider nur beim Spielen beurteilen. Die Snare sollte mindestens zwei Spielzonen (Rand, Trommel) haben, die Beckenpads wenn möglich Stereo und abstopbar (i.d.R. das Crash-Becken). Das Ride sollte Glocke und Rand abbilden (zwei Zonen). Zum HiHat: ich habe hier mein Yamaha nachgerüstet mit einem PAD, das auf einer normalen HiHat-Maschine hängt - der mitgelieferte Fusstaster funktioniert zwar, aber für mich persönlich ergibt sich da ein wesentlich realistischeres Spielgefühl. Das Bassdrum-Pad ist bei mir wie gesagt mit einem zweiten BassPad zu kombinieren, aber das BassPad ist super geeignet, mit einem Doppelpedal mit Kardan zu spielen, da die komplette Fläche gut auf die Kicks reagiert - das muss nicht bei jedem so sein! Hinsichtlich Erweiterungsmöglichkeit ist es gut, wenigstens noch einen weiteren Eingang zu haben - ich habe mir da noch ein zweites Crash Becken dazu gehängt. Weiterer Aspekt: das Eigengeräusch des Pads beim Spielen. Da gibt es deutliche Unterschiede. Alesis z.B. ist da grundsätzlich relativ laut und das hört man dann halt auch in der Wohnung.

Zum Modul: die Unterschiede hier liegen einmal in der Ausstattung, in der Qualität der Sounds, in den Features (z.B. Klick, Groovewatcher, Playalong-Stücke, Einstellmöglichkeiten, Speicherplatz usw.). Hier kann man schlecht vergleichen - ich lege z.B. Wert auf gute Playalongs und habe ein Roland für über 2000 Euro ausprobiert, wo gar keine drin waren. Da musst Du Dir überlegen, was wichtig für Dich ist. Meine Empfehlung: Klick, Playalongs und gute Sounds.

Ganz spannend ist die Frage der Leistungsfähigkeit. Ich spiele ab und zu leihweise auf einem Millenium MPS 500 (http://www.thomann.de/de/milleniummps500_edrum_set.htm ) - das würde ich für Anfänger durchaus empfehlen aber ohne angeben zu wollen: wenn Du länger trommelst und besser wirst, dann werden die Rythmen komplexer (mehrere Pads gleichzeitig, schnellere Schläge - denke an die DoubleBass) und das muss der Prozessor auch abbilden können. Das Millenium hängt sich da schon mal auf, das hatte ich bei dem Yamaha noch nie. Und es steht auch die Frage der Latenz (Verzögerung zwischen Schlag und Ton) im Raum. Es ist komisch, wenn der Ton spürbar verzögert nach dem Schlag zu hören ist. Das ist bei preisgünstigen Sets auf jeden Fall ein Thema.

Zusammenfassend zu dem Alesis: das Alesis Nitro punktet in der Ausstattung, wird aber bei den Halteklammern, den Sounds und bei dem Thema Latenz kritisiert. Außerdem ist es anscheinend sehr laut.

Empfehlungen: wenn Du es Dir leisten kannst und/oder willst gehe in die etwas höhere Preisklasse - das lohnt sich an vielen Ecken. Bist Du nur Spaßtrommler, dann reicht etwas für roundabout 500 Euro, darunter würde ich eher nicht gehen.

Wenn Du die Möglichkeit hast gehe mal in einen Drumladen und probiere verschiedene Preisklassen vor dem Hintergrund der obigen Aussagen aus - Du wirst bestimmt merken, was ich meine.

Gruß Don

Antwort
von sr710815, 25

diese Hausmarken von Thomann fangen bei 298 € an. Die Pads kann man ja mit Pedalen ausweiten. Die Module sind nicht schlecht mit den Sounds

http://www.thomann.de/de/e-drum_sets.html

Kommentar von Bharidi ,

Woher weiß ich, welche Sets qualitativ gut und erweiterbar sind? Im Laden habe ich nämlich auch nachgefragt, ob die günstigeren Sets um ein zweites Basspedal erweiterbar sind und das wurde generell verneint.

Oder kann man beispielsweise bei diesem Modell hier http://www.thomann.de/de/alesis_nitro_kit_bundle.htm einfach ein zweites Basspedal dazustellen und dann funktionierts problemlos?

Antwort
von PostMeUser, 22

Noch eine Anmerkung:

Mit zwei Basspedalen zu spielen - entweder über zwei separate Bassdrum (-Pads) oder mittels einer Doppel-Fußmaschine - erfordert extrem viel Übung.
Das lohnt sich und funktioniert nur, wenn du genau das auch wirklich willst und benötigst!

Dies war ein Tipp von www.spielt-schlagzeug.de

Viele Grüße
Pmu

Antwort
von sr710815, 15

Zum Alesis bei Thomann. Kommt darauf an, ob das Modul noch weitere Eingänge hat für Klinke bzw. diese Fußpedale. evtl. kann man mit Y-Kabeln noch zaubern & das quasi 2 auf 1 splitten

Da mußt Du evtl. noch mal nachfragen bei denen, ob das möglich ist.

Statt 2 Baßdrums im Metalbereich spielen Viele eben auch Doppelfußmaschinen

Antwort
von Thefelix, 18

Du meinst wahrscheinlich ein Doppelpedal oder? :D Kauf dir seperat ein Doppelpedal, das preislich deinem Budget entspricht. Es muss ja nicht von der Marke her mit dem hihat Pedal gematched sein. Doppelpedale sind übrigens bei den wenigsten Sets schon beim neukauf mit am Start, weil nicht jeder von der Musik her in Richtung Metal oä. geht und somit auch nicht jeder eines Braucht. Wichtig bei Edrums: das Triggerpad der Bassdrum, auf das die Bassdrumbeater treffen ist bei günstigen sets oft sehr klein. Ergo reagiert das Pad in den Randbereichen häufig kaum oder nur sehr schlecht. Achte beim beim Kauf darauf oder besorg dir nachträglich ein besseres, damit du mit zwei Beatern keine Probleme kriegst. Hoffe ich konnte helfen und LG :))

Kommentar von Bharidi ,

Ja genau, ein Doppelpad! Oder zwei Einzelne, die aber wie ein Doppelpad funktionieren (falls sowas überhaupt geht/gibt).

Mit deinem Tipp kann ich aber auf jedenfall was anfangen. Wenn ich das nächste Mal im Musikgeschäft bin, werde ich darauf achten.

Kommentar von Bharidi ,

Noch eine Frage. Wenn ich angenommen sowas hier kaufe http://www.thomann.de/de/alesis\_nitro\_kit\_bundle.htm könnte man dann einfach ein zweites Basspedal (auch mit eigenem Pad, so wie das auf dem Foto) dazustellen und es würde funktionieren?

Kommentar von Thefelix ,

Ob man noch ein weiteres Pad anschließen kann hängt davon ab, ob das Drummodul noch einen zusätzlichen Eingang für ein weiteres Pad hat (was in der Preisklasse eher nicht der Fall ist) oder ob das Pad für die Bassdrum selber einen Eingang für die Verbindung mit einem weiteren Pad hat: In diesem Fall muss man einfach nur ein Weiteres Pad+ Klinkenkabel kaufen und anschließen. Ich habe aber keine Ahnung, ob das bei dem Alesis Nitro machbar ist, weil ich es noch nie gespielt habe. Da müsste man im Laden nachfragen. Worauf ich eigentlich hinaus Wollte ist ein sog. Doppelpedal. Am besten mal bei Google Bilder suchen, dann wird klar was ich meine :). Jedenfalls ermöglicht sowas zwei Bassdrum Pedale mit nur einem Triggerpad. Dafür sollte das Pad dann aber groß genug sein.

Kommentar von Bharidi ,

Okay, verstanden. Danke für deine ausführliche Info und deine Geduld, das ist sehr sehr hilfreich.

Kommentar von Thefelix ,

immer gerne :)

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