auchmama am 11.01.2008 um 9:46 Uhr
...sind ja eigentlich logisch. Bis vor einigen Jahren, waren es mal 1,2,3 oder auch 5 %. In der heutigen Zeit fangen die Erhöhungen oft bei 10% an. Soll hier die Schmerzgrenze des Verbrauchers getestet werden? Oder gibt es eine andere logische Erklärung dafür?

In den Zeiten, wo Mammon alles ist, wird natürlich auch die Schmerzgrenze gern getestet. Andererseits haben sich einige Hersteller in den letzten Jahren auch zurückgehalten und somit Nachholbedarf.
Die steigenden Energiekosten schlagen auch auf die Herstellkosten durch, ebenso unsere überbordende Bürokratie. Bestes Beispiel ist ja der von der Regierung beschlossene Gesundheitsfonds. Der bringt uns keinen Millimeter mehr Gesundheit, der produziert ausschliesslich Kosten - sonst nichts. Und erstaunt stellen die Politiker fest, dass die Krankenkassen jetzt schon darauf hinweisen, dass nächstes Jahr die Beiträge steigen.
Es gibt viele Gründe für die Preissteigerung.

Wenn der Weltmarktpreis etwa für Öl aus politischen Gründen in kurzer Zeit stark anzieht, dann nutzen die Ölgesellschaften das natürlich aus.
Wenn die Molkereien plötzlich ihre Milchprodukte auf dem Weltmarkt zu hohen Preisen absetzen können, dann heben sie diese natürlich auch hier an.
Wenn der Staat irgendwelche Gebühren anhebt (TÜV,...), dann schlägt er gleich richtig zu, weil dann ja ohnehin genörgelt wird, unabhängig von der Höhe der Anpassung.
Wenn der Staat die Produktion von Biogas und -treibstoff stark subventioniert, dann geht der Preis der dafür benutzten Pflanzen (Mais,...) hoch und damit wird die Fleischproduktion teurer, weil als Futter ja dieselben Pflanzen benötigt werden.
Ausserdem fallen uns natürlich die "hohen" Erhöhungen besonders auf, viel mehr als die "niedrigen" und wenn Preise sich gar nicht ändern oder sogar sinken, dann registrieren wir das kaum - das ist wohl eine Frage der Wahrnehmung.
auchmama am 11. Januar 2008 12:51 Das alles irgenwann teurer wird, ist wie gesagt logisch. Aber die prozentualen Preiserhöhungen, waren doch noch NIE so hoch, wie in letzter Zeit....und das Ganze, auf Produkte des täglichen Lebens.

Wenn eine Gruppe Gehaltserhöhungen von + 30 % fordert, ist es doch naheliegend, dass der Einzelhandel jeden Skrupel verliert und ähnliche Preissteigerungen für durchsetzbar hält. Bedank dich also bei den Lokführern für die hohen Preise; die Einzelhändler sind nur Trittbrett-Fahrer.
auchmama am 14. Januar 2008 07:47 Denke es war eher umgekehrt. Die gewaltigen Preiserhöhungen haben wir doch schon etwas länger. Wobei der Bahnstreik, erst im letzten Jahr losging. Soll nicht heißen, daß Forderungen in dieser Höhe angemessen sind. Irgendwie ist doch jedes normale Maß verloren gegangen. Oder???

Eine logische Erklärung kann es dafür wohl nicht geben.
Gerade bei Grundnahrungsmitteln wie Brot und so können die Hersteller natürlich darauf vertrauen dass der Verbraucher die Sachen ja kaufen muss.
Auch bei den Energieversorgern und so weiter. Wenn sich die da einig sind und alle die Preise erhöhen... :-(
Selbst unser lieber Staat ist da kein Waisenknabe. Wenn man an so Sachen wie Müllgebühren und so denkt. Mehr Geld für weniger Leistung!
Bei Auto, Fernseher & Co kann der Verbraucher ja nochmal die Anschaffung nachdenken und die Hersteller bleiben dann darauf sitzen. Da fallen Erhöhungen meist moderater aus, wenn es überhaupt dazu kommt.
Vor 30 Jahren musste man über 50 % seinen Nettoverdienstes für Grundnahrungsmittel ausgeben. Dieser Satz sank auf unter 25 %. Seid 1955 haben Saatgutunternehmen, chemische Industrie und die sich immer weiter modernisierende Landwirtschaft es möglich gemacht, die Getreideernten zu verdreifachen, Ernteausfälle (Schädlinge, feuchte Ernten) so gering wie nie zuvor zu halten, die Milchmenge pro Kuh durch den Einsatz einer hervorragenden Futterqualität zu verdoppeln, ein Schwein innerhalb von 5,5 Monaten von 22-25 kg auf über 100 kg zu mästen usw. Die Bevölkerung innerhalb der EU wächst, die Ansprüche ehemaliger "armer" Länder steigt, Überhänge verschwinden. Somit reagiert unser freier Markt. Die Preise steigen. Roggen, den außer uns Deutschen und die Dänen, kein Mensch haben wollte, früher teuer überlagert werden musste, ist heute eine gesuchtes Produkt und wird seid geraumer Zeit in nicht unerheblichen Menge exportiert. Plus die steigenden Kosten für die Versorgung mit Trinkwasser und die immer teurer werdenden Kläranlagen, ebenso die Müllentsorgung und Verwertung und die Erzeugung von Strom, bringt uns wieder dahin wo wir vor über 30 Jahren waren.

Die logische Erklärung:
Einer erhöht, andere ziehen nach, jeder schiebt es auf den Vorgänger oder die versiegenden Ressourcen - bis die Verbraucher Konsumverzicht ausüben, weniger oder günstigere Substitute kaufen und die Unternehmen das an Hand der monatlichen Zahlen erkennen - dann gibt es plötzlich "Rabatte", Angebote" etc....
Im Raum Berlin sind die Milchprodukte in einigen Geschäften wieder günstiger geworden - Erklärung: es wären doch noch mehr Reserven da, als man dachte ... soso, aha?
Oder hat man erkannt, daß viele Asiaten gar keine Milchprodukte vertragen.... ;-)