Frage von diehoffnung1, 305

Praktikum im Kindergarten - habe etwas verdächtiges entdeckt. Sollte ich eingreifen?

Hallo zusammen,

ich arbeite seit fast einem halben Jahr in einem Kindergarten. Es ist ein schulisches Praktikum welches ich im sozialen Bereich absolvieren muss.

Nun zu meinem Problem bzw. das Problem des Kindes: Anfangs ist mir nichts "negatives" an dem kleinen Jungen aufgefallen, aber jetzt mache ich mir wirklich Sorgen. Er ist schlagartig aggressiv geworden und hat einmal "aus Spaß" ein spitzes Messer aus der Küche genommen und spielerisch die anderen bedroht. Ich hab natürlich sofort eingegriffen und es einer Erzieherin berichtet. Die haben ihn dann nur bestraft (Im Kammerl sitzen lassen) und dort war die Sache beendet. Ich mein ich bin auch keine erfahrene Erzieherin, aber sind das nicht Anzeichen auf psychische Probleme oder ein gewalttätiges Erlebnis? Ich fand es nicht richtig den Jungen zu bestrafen, im Gegenteil sollte man doch auf den Grund seines Verhaltens gehen.

Nun so war dann die Sache beendet. Aber der Junge war nicht mehr wir früher, seine Laune hat sich auch drastisch verändert. Ich mache mir wirklich Sorgen, er malt auch immer komische Bilder. Die sind dramatisch geprägt und schwarz und kalt.

Sowas sollte man doch nicht ignorieren, nun zu mir: Die Praktikumsstelle ist für mich nächste Woche beendet und ich kann den Jungen nicht so traurig zurücklassen. Und von den Erzieherinnen erhoffe ich teilweise auch nichts, nachdem ich deren Methoden gesehen habe.

Was kann ich tun? Außer mit den Erziehern darüber zu reden, ich hab mir schon gedacht den kleinen bis nach Hause zu begleiten um das Verhältnis zu den Eltern zu sehen?

Darf ich da eingreifen? Bitte helft mir, und bitte denkt nicht das ich die Situation nur falsch verstanden habe, aber wenn man es sieht dann würdet ihr es auch verstehen.

Danke

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nadelwald75, Community-Experte für Schule, 123

Hallo, diehoffnung1,

du kannst natürlich sagen, dass du bald da raus bist und dich das Ganze nichts angeht - wäre aber etwas schwach.

Keine Erzieherin hat es gerne, wenn in ihrer Gruppe Probleme auftauchen, und möchte dann ganz schnell die Sache unter den Teppich kehrern.

Vorschlag: Du sprichst mit der Leiterin des Kindergartens darüber.

Zur Zeit bist du ja noch abhängig von den Leuten und bist auf ein gutes Klima angewiesen. Wenn sich also nach dem Gespräch mit der Leiterin nichts tut, dann würde ich nach dem Praktikum aktiv:

Du musst ja wohl einen Praktikumsbericht schreiben. Da kannst du das als einen Erfahrungspunkt in allen Einzelheiten schildert.

Anschließend ein Schreiben an die Leiterin, in dem du ihr das mitteilst und in dem du - rein privat - um Auskunft bittest, was da wohl daraus geworden ist.

Mehr kannst du eigentlich nicht tun.

Antwort
von izzyjapra, 80

Ich denke nicht, dass das Jugendamt da schon die richtige Adresse ist. Nur weil ein Kind einmal ein messer nimmt und düstere bilder malt und etwas aggressiv ist, sind das nicht genügend Beweise, dass es dem kind zu hause schlecht geht. Wären da spuren von gewalteinwirkung an seinem Körper, wäre das etwas anderes. Ich würde noch etwas abwarten.

Du kannst ja den jungen mal darauf ansprechen, warum er das gemacht hat oder was er auf seinen bildern gemalt und und warum. Bzw woher er das kennt, was er gemalt hat.

Es kann genauso gut sein, dass er gerade einen Entwicklungsschub durchmacht oder einfach einen Film gesehen hat, der nicht für kinderaugen bestimmt ist.

Antwort
von henzy71, 69

"Messer Schere Feuer Licht ist für Kinderhände nicht" Wie kam der Kurze denn überhaupt an das Messer ran? Dann ist dieser Vorfall ja schon einige Zeit her. Dennoch eröffnest du erst heute einen Account und stellst die Frage.... Warum so spät? Es kann sein, dass ich dir Unrecht tue, aber da drängt sich mir der Verdacht eines Trollbeitrags auf. Ansonsten hast du Gespräche zu führen, aber bitte in dieser Reihenfolge: Erzieherin - falls Ergebnis unbefriedigend ---> Eltern - fals Ergebnis unbefriedigend --> Jugendamt.

Gruß

Henzy

Kommentar von henzy71 ,

Wie kam der Kurze denn überhaupt an das Messer ran?

Warum so spät?

Keine Antwort ist auch eine Antwort. -->Troll bestätigt.

Antwort
von Glueckskeks01, 116

Das hört sich schon so an, als ob in dem Leben des Kleinen etwas dramatisches vorgefallen ist. Aber was tut man in diesem Fall? Hmmm.... Wenn nicht die Eltern der Grund dafür wären, dann würde ich sagen, ein Gespräch mit den Eltern führen. Dem Jugendamt mal den Fall schildern? Ich finde es schön, dass du dich kümmern möchtest. Ich denke auch, man sollte darüber nicht einfach hinweg schauen. Der Kleine braucht vielleicht dringend Hilfe. Hoffe, du bekommst hier noch die richtigen Antworten für eine Lösung. Viel Glück!

Antwort
von flaglich, 111

Jetzt mal Halt!

Eltern, Jugendamt, seid ihr denn alle verrückt? Eine Praktikantin ohne Ausbildung und mit wenig Erfahrung macht eine Beobachtung. Erfahrene Erzieherinnen reagieren, sie nehmen der bedrohlichen Situation die Spitze indem sie das Kind absondern. Damit könnte die Sache beendet sein.

Wie man nicht reagieren sollte: Dem Kind übertriebene Aufmerksamkeit schenken und damit sein abweichendes Verhalten belohnen. Also bitte nichts tun, außer ganz, ganz vorsichtig beobachten.

Kommentar von diehoffnung1 ,

Ja ich hab keine Ausbildung das stimmt, mache auch nur ein Praktikum aber ich kann ja auch nicht nur die Sache "vergessen". Falls sie es nicht ganz gelesen haben, ich werde nur noch bis nächste Woche dort sein und dann werde ich wahrscheinlich nie wieder was mitkriegen. Ich hab mir einfach nur Sorgen gemacht, und wusste nicht wie ich handeln sollte.

Kommentar von flaglich ,

Ich wollte dich mit meiner Anwort in keiner Weise beleidigen. Und ich habe deine Frage bis zum Ende gelesen. Mach deine Ausbildung, studiere vielleicht noch etwas Pädagogik. Und wenn du dann mal über Konditionierung, heimlichen Lehrplan und auch Pathologisierung stolperst denk an dein Praktikum zurück.

Kommentar von SailorMoonFan1 ,

@flaglich: Ich kann dir bei deiner Antwort nur zu 100% zustimmen!

Kommentar von XY123XY123 ,

Das alles hat doch überhaupt nichts mit Ausbildung zu tun. Hier muss man nur Mensch sein.

Kommentar von SarahBund97 ,

Quatsch! Ganz ehrlich als Praktikant schätzt du vieles falsch ein! Das ist normal und ust mir in meinen zwei jahren meines sozialpädagogischen Seminars auch passiert. Und ich das Sozialpädagogische Seminar dauert wie gesagt 2 Jahr!! Da hat die pädagogische Fachkraft alles richtig gemacht

Kommentar von flaglich ,

@SarahBund97

dieHoffnung1 ist die Praktikantin. Sie weiß das sie vieles noch nicht enschätzen kann, deshalb fragt sie. Das ist schwer in Ordnung und kein Quatsch. Der Quatsch kommt von xy123xy123 die ohne Ausbildung, nur als Mensch weiß  was hier richtig ist. Und irgendwie hat sie Recht, Bildung und Wissen stehen einer einfachen Sicht auf die Dinge grundsätzlich nur im Weg.

Kommentar von flunra39 ,

flaglich, du wolltest tatsächlich niemanden beleidigen, aber dein problem besteht in der emotional völlig unangemessenen Reaktion, in deiner undifferenzierten Beschimpfung aller Institutionen: Eltern, Jugendamt.

Und :Einer Situation die Spitze nehmen, reicht sehr häufig n icht aus, weil dahinter der bekannte "Eisberg" (für Ungeübte unsichtbar ) lauert.

Schließlich: Gerade die Beobachtungen von "Laien", von Leuten ohne  möglicher Betriebsblindheit , bestehen die Chancen,dass Kindern frühzeitig in ihrem Umfeld geholfen wird. Also NICHT ERST NACH EINER AUSBILFDUNG , wie du forderst, haben wir uns um "unseren Nachbarn" zu kümmern...

Antwort
von diehoffnung1, 83

Danke sehr, ich werde auf jedenfall diesen Fall an das Jugendamt schildern. Danke für den Tipp! :)

Antwort
von blackforestlady, 26

Dann sollten die Erzieher in die Kammer und nicht der Junge. Als Mutter würde man keine spitzen Messer herumliegen lassen. Anscheinend ist der Kindergarten auch nicht ohne und da sollte man die zuständigen Träger informieren. Die Erzieher haben nicht aufgepasst und wahrscheinlich liegt das Verhalten des Kindes nur an dem Kindergarten und hat mit zu Hause nichts zu tun. 

Antwort
von Sunnycat, 120

Wende dich an die Kindergartenleitung, oder den Träger der Einrichtung, notfalls ans Jugendamt und schildere deine Beobachtungen.

Antwort
von norbert9014, 36

".... von den Erzieherinnen erhoffe ich teilweise auch nichts..."

Ich gehe mal davon aus, dass diese sensibel genug sind, die Situation zu angemessen händeln und entsprechend weiter zu melden.

Und, dass das Problem bzw. die Situation entsprechend ernst begleitet wird.

Ich gehe weiter davon aus, dass das "im Kammer´l sitzen" ebenfalls entsprechend begleitet wird..... und es kann sinnvoll sein, ein Kind auch alleine zu lassen... wenn es ihm hilft. Wobei... "Alleine" heißt nicht wirklich "allein".... da gibt es i.d. Regel Vorabsprachen und Begleitungen... und entsprechende Erfahrungen

Ich weiß ja nicht, was Du für ein Praktikum machst... Schulpraktikum 1 Woche oder 2.... oder 4-6 Wochen im Rahmen einer Schule mit entsprechender Fachrichtung... oder gar ein Praktikumsjahr.

Je nachdem dürfte man manche Sachen gar nicht so ausführlich mit Dir besprechen... weil es nicht in diesen Rahmen gehört.

Aber unabhängig: Du kannst nur die Erzieher/-innen informieren.

Und vertrauen, dass die das schon richtig händeln.

Und Du darfst auch nachfragen. Wenn auch nicht in epischer Breite wird man Dir doch in Grundzügen erklären wie die Dinge zusammenhängen.

Und: Betroffenheit ist nicht Pädagogik: Das unterscheidet "den Profi" von Eltern und anderen besorgten Mitbürgern. Und dahinter stecken trotz allem klare Linien

Sincerely, Norbert

Antwort
von Filou2110, 129

Notfalls würde ich mal beim Jugendamt anrufen, wenn auch Gespräche mit den ausgebildeten Erziehern nichts bringen. Die werden mit Sicherheit wissen, was da zu tun ist.

Antwort
von KatzenEngel, 142

Gibt es keine Erzieherin, mit der Du das besprechen könntest? Wäre sicher gut, wenn Du eine Erzieherung, die den Kleinen auch kennt, mitnehmen könntest zu dem Gespräch beim Jugendamt, dann hättest Du auch Unterstützung. Wenn da aber niemand dabei ist, gehe alleine! Es ist gut, dass Du Dich kümmern möchtest, denn normal ist das Verhalten nicht :(

Viel Erfolg :)

Kommentar von TinaSchneckal ,

Ich finde es sehr toll,wie du die Kinder beobachtest und dass dir die Kinder so wichtig sind! Sehr gut dass du die Pädagoginnen darüber informiert hast!

Kinder in irgendeinen separten Raum zu setzen geht gar nicht,womöglich noch mit einem Puzzle -furchtbar.

Und dieses Kind braucht sehr wohl spezielle Aufmerksamkeit denn das Verhalten wird durch irgendetwas ausgelöst. Gibt es da eine sonderpädagogische Fachkraft die man darauf aufmerksam machen kann? Wie ist die Leitung der Einrichtung? Hätte diese vielleicht ein offenes Ohr? Ich wäre dankbar und würde auch auf den Hinweis durch eine Praktikantin genauer hinschauen und je nach Bedarf reagieren.

Bitte geh dieser Familie nicht nach,das könnte dich in Schwierigkeiten bringen. Nicht böse gemeint aber das übersteigt deine Kompetenz (ohne abgeschlossener PÄD.  Ausbildung )

Die Kinder- und Jugendhilfe (Jugendamt in österreich) reagiert auf eine gefährdungsmeldung. Man muss da aber sehr sensibel sein und wirklich genau die Situation beobachten. Das kann für die Situation  der Familie vieles verschlimmern. Im Prinzip weißt du ja nicht warum sich das Kind so verhält. Im Bezug auf die Einrichtung Kindergarten übersteigt das auch deine Kompetenz. Als Privatperson ist das wieder anders,aber über Einrichtungen hast du im Normalfall Schweigepflicht. Im Kindergarten müssen Kolleginnen sich erst mit mir absprechen,ich informiere sonderkindergärtnerin und indpektorin und erst dann die kinder-und Jugendhilfe.  Als Praktikantin wird es schwierig.

Hast du vielleicht eine PraxisBetreuerin an die dich wenden kannst?

Ganz ehrlich,ich würde mir mehr Kolleginnen wünschen,die so nah am Kind sind wie du. Bewahre dir das unbedingt!!!! Bei großen Schritten überdenke aber genau,welche Konsequenzen sie für alle Beteiligten (vor allem für das Kind hat)

Ich wünsche dir alles Gute für deinen weiteren Werdegang! 

Alles Liebe

Antwort
von XY123XY123, 66

Ich würde mich ans Jugendamt wenden. Und eventuell den Vorfall mit der Bestrafung melden (weiß leider nicht, an welche Stelle man sich da wendet), denn dass die Erzieherinnen ein kleines Kind bestrafen, ist schon arg.

Kommentar von izzyjapra ,

Du bist also der Meinung, dass man kleine kinder nicht bestrafen darf?

Kommentar von XY123XY123 ,

Es ist hier nicht so, dass der Kleine zwei Zuckerln aus der Dose genommen hat, obwohl er ganz genau wusste, dass er nur eines nehmen darf. Sondern was er gemacht hat (und wie sein Verhalten geschildert wird), ist ein Ausdruck tiefer seelischer Verletzungen. Die Bestrafung wird ein weiterer (wenn auch kleiner) Mosaikstein einer verletzten Kinderseele sein. Er braucht Hilfe, keine Bestrafung.

Kommentar von izzyjapra ,

Woher willst du das wissen? Kennst du das Kind? Es soll auch Kinder geben, die in eine phase kommen, in der sie einfach ausprobieren was passiert, wenn sie etwas verbotenes tun... Nicht immer gleich den teufel an die wand malen..

Antwort
von FrauJessica, 131

Das ist wirklich ein sehr abnormales Verhalten, ich denke ein Gespräch mit den Eltern ist nicht ratsam, da die wahrscheinlich die Ursache seines Verhaltens sind. 

Gehe zum Jugendamt, schildere deine Erfahrungen, dann kannst du gucken wie die die Situation beurteilen.

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