Kann oder soll ich ein Praktikum annehmen, obwohl mir die Agentur gaaar nichts bezahlen möchte? Lediglich die Fahrkarte zahlen sie. Reihe ich mich dann nicht reibunglslos in den Agentursklavenmarkt ein? Ich würde aber schon gerne genau bei dieser Agentur sein....

Unsere Praktikanten/tinnen arbeiten immer "ganz ohne" Bezahlung; zumindest wird ausser der Fahrgelderstattung (was im übrigen nicht selbstverständlich ist) keine Vergütung vereinbart.
Dass dann bei sehr guten oder sehr willigen Praktikanten hinterher ein Gutschein übergeben wird, steht hier auf einem anderen Blatt und erhöht die Freude über das gelungene Praktikum.
Erwarten kannst Du - finde ich - nichts. Sei froh, überhaupt einen Praktikumsplatz zu bekommen. Nicht jede/r findet heutzutage noch einen....

Ich bezahle Praktikanten nicht. Warum auch? Wenn ich mich weiterbilde, kostet mich das schnell ein paar Hunderter pro Woche - meine Praktikanten müssen mir für ihre Weiterbildung bei mir nichts bezahlen. Ein Praktikum macht man, um etwas zu lernen. Das Erlernte ist wahrscheinlich mehr wert, als Geld und zusätzlich eine Investition in die berufliche Zukunft. Um Geld zu verdienen, sucht man sich besser einen Job.

Das hängt ja auch etwas von der Dauer des Praktikums und Deiner für diesen Job spezifischen Vorbildung ab.
Bei uns bekommen Schülerpraktikanten "nur" Essenmarken für die Kantine.
Studienpraktikanten im Grundpraktikum (13 Wochen, haben noch keine Ahnung) bekommen 200.- €, im Hauptpraktikum (25 Wochen, haben ihr Vordiplom bestanden) 600.- €.
Alle anderen Varianten richten sich etwas nach diesen Massstäben.
Es kommt natürlich drauf an, in wie fern du auf die Bezahlung verzichten möchtest um vielleichte eine wertvolle Erfahrung zu machen. Grundsätzlich bin ich aber deiner Meinung, dass man uach Praktikanten bezahlen sollte, denn es ist nicht nur unfair gegenüber den Praktikanten selbst sondern auch dem gesamten Arbeitsmarkt, denn oft werden nur Praktikanten für Jobs eingestellt die eigentlich von einer Vollzeit besetzt werden sollten. Ich würde dir raten offen mit deinem Vorgesetzten zu sprechen und ihn fragen ob es nicht eine finanzielle Unterstützung geben könnte.
Ich habe bereits einige Praktika absolviert und in den meisten Fällen habe ich einen geringen Lohn erhalten. Dann habe ich ein Studium begonnen und im Rahmen dessen weitere Praktika absolviert, die nicht bezahlt wurden.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr schwer ist, eine gute Praktikumsstelle zu finden. Und das "gut" zeichnet sich nicht durch die Bezahlung aus, sondern durch das, was man dort lernt. Wenn man einen Praktikumsbegleiter hat, der sich wirklich kümmert und dafür sorgt, dass man sich fachlich was draufschafft in der Prakitkumszeit, dann sollte das Lohn genug sein. Schließlich bezalht ja auch niemanden den Praktikumsbegleiter, der sich für einen Zeit nimmt.
Gerade in der heutigen Zeit gilt nach wie vor "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" und man sollte sich in der Lehrzeit so viel Wissen draufschaffen, dass man nach Beednigung der Lehre oder des Studiums so fit ist, dass man einen guten Lohn verlangen kann.
Wenn man gut ist, in dem was man tut, zahlt es sich früher oder später aus!

Ein Praktikum ist eine Stelle um Praxis zu erlernen und ist laut Definition auch keine Arbeitsstelle. Ergo keine Bezahlung. Ist doch logisch -oder?
Solang man etwas lernt und erfahrungen sammelt kann ein praktikum mehr wert sein als die bezahlung. wenn man aber eher als "Kaffe-Sklave" arbeitet und die Drecksarbeit übernimmt, dann ist es eigentlich nur fair bezahöt zu werden

es kommt immer auf die Branche / den Ruf des Unternehmens an. In manchen Branchen rennen einem die Praktikanten die Türe ein, da ein Praktikum bei XY einem dann gute Chancen auf dem weiteren Arbeitsmarkt einbringt.
Wenn die Branche weniger gefragt ist, wird auch mehr bezahlt. Die Nachfrage regelt auch hier das Angebot (also die Vergütung).
Hallo,
derzeit bin ich in der Lage, dass ich mein Studium erfolgreich abgeschlossen habe. Ich bewerbe mich ständig, aber es folgen eine Absage nach der anderen. Die meisten begründen ihre Absage damit, dass ich zu wenig Berufserfahrungen habe. Aber wo soll ich sie hernehmen, wenn ich keine Chance erhalte. Also bin ich gezwungen ein Praktikum zu absolvieren, um Berufserfahrungen zu sammeln, allerdings unentgeltlich. Es frustriert mich, als Hochschulabsolvent unentgeltlich zu arbeiten. Nun bin ich gezwungen einen Nebenjob aufzunehmen, um meine laufenden Kosten von 500 Euro zu decken. D.h. neben ein Praktikum über drei Monate zu 40h die Woche zusätzlich mindestens 10h die Woche nebenbei zu arbeiten, um zu überleben. Ist das der Sinn???

Gibt es eigentlich niemanden, der sich gegen diese schamlose Ausbeutung wehrt?
Ehrlich, wenn ich diese freiwillige Ausbeutung mitbekomme, schwillt mir der Kamm!
Ich finde, meine "Ware" ist meine Arbeitskraft und die verschenke ich nicht, so schwierig es auch sein mag, Arbeit zu finden.
Prinzipiell ist es natürlich gut und richtig, zu arbeiten statt darauf zu warten, bis dieser Staat einem dann etwas - wenig genug - gibt.
Allerdings sind diese Zustände mit Praktikumsarbeiten purer Kapitalismus der Unternehmen, deren Vorsände und Management immer reicher werden, ein Blick in die Nachrichten genügt doch wohl.
Was muss eigentlich noch passieren, bevor sich hier etwas ändert? Wovon lebst Du denn, wenn Du ohne Bezahlung arbeitest?
Wie heißt es doch so schön: "Was nichts kostet, ist auch nichts wert!"
Gut gebrüllt, Löwe
(oder sollte ich besser sagen: Gut gemuffelt, Häsin???ggg genau so ist es. DH
:-)) Danke Euch zweien
So kenne ich das auch!
Gruß fourseasons!
Yepp!