Pränatale Diagnostik - eure Meinung?

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7 Antworten

Ich werde in einigen Wochen Vater.

Meine Freundin wollte unbedingt die Nackenfaltentransparents Messung machen lassen.

Das Ergebnis dieses Tests ist eine Wahrscheinlichkeitsangabe. Daher z.B 1:1000 dass das Kind Trisomie hat.


In den Meisten Kliniken wird eine weiterführende Diagnostik (Fruchtwasserpunktion,...) empfohlen wenn der Wert kleiner als 1:100 (manchmal auch 1:200) ist.

Das heißt aber dass bei 99 von 100 Kindern die Fruchtwasserpunktion nicht nötig gewesen wäre. Diese hat ein Komplikationsrisiko von ebenfalls ca. 1:100.

Das bedeutet das Statistisch 0,99...(periodisch) / 99 Kindern Komplikationen durch diese Untersuchung haben, ohne sie aber Wahrscheinlich völlig gesund gewesen wären.



Ich bin ehrlich gesagt kein Fan dieser "Diagnosen", vor allem weil sie dir nie eine Diagnose geben werden, sondern nur Wahrscheinlichkeiten. Bei der Fruchtwasserpunktion und ähnlichem gibt es zwar eine sehr genaue Diagnose, aber dafür die Gefahr von Komplikationen. Es gibt zwar eine Komplikationsarme Methode. Diese Kostet aber etwa 10 mal soviel wie die "Standardmethoden": http://www.netdoktor.at/familie/schwangerschaft/praenatest-5427



Wie auch oben erwähnt, hat es nur Konsequenzen, wenn die Eltern kein Behindertes Kind haben wollen. Und ich will nicht wissen wie viele gesunde Kinder deswegen abgetrieben werden.



lg




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Kommentar von altgenug60
02.02.2016, 20:29

Und ich will nicht wissen wie viele gesunde Kinder deswegen abgetrieben werden.

Das willst du zwar ganz zu Recht nicht wissen: Aber wenn du da die durch die Fruchtwasserpunktionen verursachten Fehlgeburten mit einrechnest, Ist das Verhältnis bei mindestens 1 :1

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Ich habe sehr lange mit behinderten Kindern gearbeit. In unserem Bereich hat nur eine Frau die pränatale Diagnostik durchführen lassen, sie hat ihr Kind verloren, das nicht behindert gewesen wäre. Viele, viele haben die Untersuchung nicht gemacht und alle gesunde Kinder bekommen. Eine hat ein Down-Syndrom-Kind bekommen, mit dem sie glücklich ist. Wir waren uns alle einig, wenn man die pränatale Untersuchung machen läßt und dann abtreibt, dann kann man nicht mehr mit behinderten Kindern arbeiten, dann muß man den Beruf wechseln, das hält man psychisch nicht aus. Es gibt sehr viel schlimmeres im Leben als ein behindertes Kind und wer sagt denn, dass das nichtbehinderte Kind einem keine Sorgen machen wird. Es kann drogensüchtig werden, später krank werden, und was noch alles. Kinderkriegen ist immer ein Risiko, was die Zukunft bringt, weiß keiner und das System der Unterstützung ist hier in Deutschland gut ausgebaut, Frühförderung, Integrative Kindergärten, Schulen, familienentlastende Dienste, Beratungsstellen, Berufs- und Arbeitsmöglichkeiten, Pflegegeld, Kindergeld für immer, Grundsicherung und einen Behindertenausweis.


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Selbstverständlich muss jede Familie für sich selbst entscheiden, wie sie mit den heutigen Möglichkeiten umgeht. Äußerst problematisch finde ich aber, dass diese ganzen Methoden eine Eigendynamik haben, über die man sich vorher gar nicht recht im Klaren ist. Das wird ein "ganz harmloser" Triple-Test gemacht, oder die Nachenfaltenmessung, nur um "um sicher zu gehen" Und dann gibt es da eine klitzekleine Auffälligkeit, die noch gar nichts bedeuten muss. Und dann macht man die nächste Untersuchung, und dann noch eine und dann noch eine. Und plötzlich steht man vor einer Entscheidung, die man eigentlich niemals treffen wollte. Und zumindest hat man in den Wochen dazwischen keine ruhige Minute mehr.

Ich habe vor 30 Jahren meinen Sohn mit Down-Syndrom bekommen. Ich bin dem Schicksal unendlich dankbar, dass mich die "Gnade des Nichtwissens" möglicherweise vor der entsetzlichsten Fehlentscheidung meines Lebens bewahrt hat.

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Wir haben darauf verzichtet. Ich finde es nur dann sinnvoll, wenn das Ergebnis Konsequenzen hätte (sprich: man eine Abtreibung in Erwägung zieht). Für uns war klar dass wir das Kind wollen, egal ob krank oder gesund - daher waren Tests nicht von Bedeutung.

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Hm, ein schwieriges Thema.

1997 während meiner 2. SW war der Triple-Test auffällig. Keine Ahnung warum mein damaliger Arzt den machte, aber das Ergebnis machte uns sehr nervös. Heute ist dieser Test umstritten.

auffällig.https://de.wikipedia.org/wiki/Triple-Test

Danach folgte eine Fruchtwasser-Punktion mit langem warten auf das Ergebnis.

Das waren die schlimmsten Wochen unseres Leben. Der psychische Druck ist gigantisch. 

Was machen wir wenn?.....

Heute würde ich mich GEGEN beide Tests entscheiden, weil das Gefühl evt. entscheiden zu müssen das Kind nicht zu bekommen ist grausam, für Mutter und Vater. 



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Eine Bekannte von mir hat die Nackenfaltenmessung machen lassen auf dringendes Anraten der Gynäkologin. Das Ergebnis in ihrem Fall was ein schwammiges Herumgeeiere: Könnte sein, muss aber nicht, vielleicht, man kann nix genaues sagen wegen Trisomie 21.

Für meine Bekannte hatte das zur Folge, dass sie die restlichen Wochen der Schwangerschaft hin- und hergerissen und fast krank vor Sorge war.

Das Kind kam zur Welt und ist ein kerngesunder Wonneproppen.

Fazit meiner Bekannten: Lasse ich nie wieder machen, wenn ich schwanger bin.

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Bei meiner 2. Tochter wurde bei mir diese Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt. Sie dauert nicht lange, tut nicht weh und gibt schnell Aufschluss über den Gesundheitszustand des Ungeborenen.

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