Jademuschel am 16.06.2009 um 16:39 Uhr
Kann mir einer mal die Steigerung der Potenzen in der Homöopathie sagen.
Also ich habe hier einiges an Globulis in D30 Potenz. Was genau ist dann z.B. C200 oder D 200. Höhere Zahlen höhere Potenz? Aber was hat es mit den Buchstaben auf sich?
Wäre schön wenn mir einer kurz dabei weiter helfen könnte oder aber eine gute Internetseite weiß wo man sowas schön nachlesen kann.
Danke Jademuschel
Wird hier gut erklärt: www.angedacht.eu/andacht30052008.html

In der Homöopathie gilt ein Mittel als umso wirkungsvoller, je stärker es verdünnt wird.
Dabei geht es nicht um eine normale Verdünnung, sondern um einen aufwendigen Verdünnungsprozess, der in Stufen vollzogen wird.
Die einzelnen Verdünnungsstufen werden in der Homöopathie "Potenzen" genannt.
Urtinktur Die Potenzierung geht aus von der "Urtinktur". Eine Urtinktur bei pflanzlichen Ausgangsstoffen wird aus der Frischpflanze hergestellt, die für mehrere Wochen in Weingeist eingelegt und regelmässig geschüttelt wird. Insoweit entspricht eine pflanzliche Urtinktur in etwa normalen Tinkturen der Pflanzenheilkunde, mit dem Unterschied, dass letztere meist mit getrockneten Pflanzenteilen hergestellt werden.
Mineralische Ausgangssubstanzen werden sehr gründlich fein pulverisiert und dann auch in Weingeist eingelegt.
Urtinkturen giftiger Ausgangssubstanzen sind giftig!
Erst nach mehr oder weniger starker Verdünnung kann man sie nicht mehr als giftig bezeichnen.
Potenzierung Beim Potenzierungsvorgang wird eine kleine Menge der Urtinktur, beispielsweise ein Tropfen, mit der zur Potenzierungsstufe passenden Menge, beispielsweise 99 Tropfen, Weingeist verdünnt und dann verschüttelt. Bei der Verschüttelung wird das verschlossene Verschüttelungsgefäss hundert Mal auf ein Buch mit Ledereinband geschlagen.
Anschliessend folgt die nächste Potenzierungsstufe.
D-Potenzen Bei den Potenzen der D-Reihe wird schrittweise immer wieder zehnfach verdünnt. Die Verdünnungsbasis ist also die 10, das "D" kommt von "dezimal".
Die Zahl hinter dem "D" bezeichnet die Stufe der Potenzierung.
Hier einige D-Potenzen:
Potenz Verdünnung Flüssigkeits-Menge pro Tropfen Urtinktur Bemerkung
D1 1:10
D2 1:100 Ein Teelöffel
D3 1:1000 Fünf Esslöffel Bei stark giftigen Urtinkturen immer noch giftig
D4 1:10.000 Zwei Trinkgläser Auch bei giftigen Urtinkturen meist unbedenklich
D6 1:1.000.000 Kleine Mülltonne Häufigste der niedrigen Potenzen
D12 1:1.000.000.000.000 25 grosse Schwimmbecken Beliebte Niedrigpotenz
D30 1:1 Quintillion (30 Nullen) 50 Erdvolumen Kaum noch Atome pro typischer Einnahmeflasche
C, M, LM und andere Potenzen Ausser der D-Reihe der Potenzen gibt es auch noch grössere Verdünnungsschritte. Verbreitet sind die C-Potenzen, bei denen in 100-fachen Verdünnungs-Schritten potenziert wird.
Bei M-Potenzen wird in 1.000-fachen und bei LM-Potenzen und Q-Potenzen wird in 50.000-fachen Verdünnungs-Schritten potenziert.
Potenz-Reihen Verdünnung C 100 M 1.000 XM 10.000 LM 50.000 Q 50.000 CM 100.000
Jademuschel am 16. Juni 2009 21:00 Hui. Dankeschön. Sehr informativ.
D-Dezimal 1 zu 9 C-Centisemal 1 zu 99
Jademuschel am 16. Juni 2009 16:43 Toll. Und was heißt das jetzt?
Das gibt den Grad der Verdünnung an eine D200 ist z.b. nicht so verdünnt, wie eine C200. Es fängt an D200: 1 T Arzneistoff + 9 T Alkohol z.b., das ist die D1, davon wird wieder 1 T D1 + 9T Alkohol genommen, das ist dann die D2, dann 1 T D2 + 9 T Alkohol.
Jademuschel am 16. Juni 2009 21:01 Ahhh. Danke Dir.

hier wirst du schlauer: http://homoeopathie-liste.de/potenzen/index.htm
Jademuschel am 16. Juni 2009 16:45 Super danke. Gut erklärt.
Hier ist ein recht guter Artikel zu Homöopathie aus neutraler Sicht, und da wird auch die Potenzierung genau erklärt... http://www.onmeda.de/behandlung/alternative-heilverfahren/homoeopathie.html

wenn es über die 30. stufe hinausgeht, D oder C, dann sollten laien die finger davon lassen, wirklich! und im übrigen ist die frage der potenzierungsstufe weit weniger wichtig als das finden des wirklich passenden mittels! wer die denkmethode homöopathie kennenlernen will, der lese das buch von vithoulkas, medizin der zukunft. und wer für selbstbehandlung bei kleinen wehwehchen homöopathie einsetzen will, der kaufe sich
Werner Stumpf: Homöopathie. - Graefe und Unzer Vlg. / 22,90 € (Anleitung zur Selbstbehandlung; Mittel-Listen für Haus-, Reise- und Sport-Apotheke)
Patron, seit jahrzehnten heilpraktiker
Jademuschel am 16. Juni 2009 22:56 Wo hast Du Deine Heilpraktiker Ausbildung gemacht?
Patron am 17. Juni 2009 13:12 hallo jademuschel, meine heilpraktikerausbildung erhielt ich an einer der ältesten heilpraktikerschulen mit ganztagsunterricht, von einem großen berufsverband betrieben.
zur information über seriöse ausbildungsmöglichkeiten schau mal auf diese seite, die sich wohltuend unterscheidet von privaten einrichtungen oder gar fernschulen:
http://www.ausbildung-zum-heilpraktiker.de/ausbildung/ausbildungsplan.php
Jademuschel am 17. Juni 2009 13:38 Danke Dir.
caramello am 17. Juni 2009 07:27 Wichtiger Hinweis, Dh! Das Schwierige an der homöopathischen Therapie ist die Zuordnung der passenden Arznei. Wenn sie stimmt, ist es völlig unerheblich, ob eine D6 - D30 oder C200 genommen wird.
Patron am 17. Juni 2009 13:15 D6 oder C200 - also: ganz unerheblich ist der unterschied nicht! aber in jedem fall ist das finden des richtigen mittels wichtiger.
habe die "andacht"-seite gelesen - mein gott, habe noch nie so etwas verschrobenes gelesen. völlig weitab der wirklichkeit, nicht zu fassen.
nein, eine gute Information.
"Gott hingegen wünscht sich für uns eine „Runderneuerung“. Nicht schnelle Effekte durch Homöopathie (oder Schüssler-Salze), sondern ein gänzlich neues Herz sind sein Wunsch an uns."
Dieses Zitat aus der empfohlenen Quelle ist zum Informationsgehalt der empfohlenen Antwort wohl ausreichend kennzeichnend. Dieser Satz richtet sich darüber hinaus im Grunde gegen jede Form therapeutischen Handelns, da dieses ja bedeute, Gott ins Handwerk zu pfuschen. Ein gefährlicher Ratgeber!