Frage von Apfelbluemchen, 126

Potentieller Partner - mit schlimmer Vergangenheit - kann das gutgehen?

Hi ihr lieben,

normalweise sollte ich eine erwachsene Frau sein, die selbst Entscheidungen treffen kann. Ich (28J.) habe über meine Freundin einen Mann (36 J.) kennengelernt. Er ist offen und ehrlich und berichtet mir in vielen Gesprächen über sein Leben, welches leider nicht rosig aussah. Die Kindheit hat ihn wohl sehr geprägt. Er hat wohl eine 4-jährige Drogenvergangenheit und saß schon fast ein Jahr im Knast wegen Alkohol am Steuer mit Fahrerflucht. Er hat einen Sohn, den er leider nicht sehen "darf". Einige Monate hat er schon auf der Straße verbracht. Er hat sich bisher nie wirklich in den richtigen Kreisen aufgehalten. Er trinkt wohl auch desöfteren mal einige Bierchen. Wieviel und wieviel Suchtpotentail dahiner stecken könnte habe ich noch nicht rausfinden können. Derzeit wohnt er bei seinem neuen Arbeitgeber im Lager, um sich Geld für eine eigene Wohnung zur Seite zu legen. Scheint alles bergauf zu gehen. Ich bin jemand, der sehr viel Sicherheit im Leben braucht. Er scheint ein lieber und gebrochener Mensch zu sein. Und wohl auch in mich verliebt. Ich weiss, dass jeder Mensch gleich viel Wert ist und dieselben Chancen bekommen muss. Was würdet ihr tun? Ich hätte irgendwie Angst mich darauf einzulassen, wer weiß was da noch kommt, wenn das ganze Leben schon so einen Verlauf genommen hat. Ich freue mich auf eure Hilfe!!!! LG Euer Apfelblümchen

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nashota, 49

Mit dem Hintergrund würde ich mein Kind auch zurückhalten.

Jeder Mensch hat Probleme. Wenn er sein Leben nicht auf die Reihe bekommt, muss er sich Hilfe holen. Du kannst nicht seine Therapeutin sein. Und das ist auch nicht deine Aufgabe.

Er kann erkennen, dass du ihm die Hand reichen möchtest. Und es liegt an ihm, etwas daraus zu machen.

An deiner Stelle würde ich den Kontakt erst mal halten, aber auf sehr lockerer Basis. Hänge dich nicht zu sehr rein. Er ist in einem Alter, wo er selbst erkennen muss, was gut für ihn ist und was nicht. Und dafür muss er alleine etwas tun.

Kommentar von Apfelbluemchen ,

Vielen dank! Ich denke ein "lockerer" Kontakt ist die richtige Richtung.

Antwort
von Dxmklvw, 41

Eine schlimme Vergangenheit bedeutet keineswegs auch eine schlimme Zukunft.

Eine schlimme Zukunft kann aber durch Selbsttäuschung entstehen und dadurch, daß zwei Menschen im Zusammenleben inkompatibel sind und es nicht bemerken, weil sie es sich im Rausch der Gefühle schön reden.

Um eine noch im Aufbau befindliche Sache zu einem guten Ende zu bringen, benötigt es oft sehr viel Kraft und noch mehr Ausdauer. Viele Menschen schaffen das, aber noch mehr schaffen es nicht.

Die richtige Entscheidung könnte deshalb auch sein, erst einmal gründlich darüber nachzudenken, ob ein gemeinsames Leben trotz vielleicht sehr unterschiedlicher Charaktereigenschaften gelingen kann oder ob es besser wäre, aus einiger Entfernung Freundschaft zu erhalten anstatt dauerhaft immer in eine neue Schlacht zu ziehen.

Niemand kann einen anderen Menschen ändern sondern immer nur sich selbst. Allenfalls kann man manches bereit stellen, damit eine Änderung leichter möglich ist.

Daß sich ein Mensch "komplett" ändert, kommt nur extrem selten vor. Meistens sind es nur teilweise Änderungen, wenn überhaupt, und ansonsten nur andere Methoden, mit denen Vorheriges auf etwas andere Weise weiterhin verwirklicht wird.

Will man miteinander kompatibel werden, wo es gegenwärtig noch nicht der Fall ist, dann bedeutet das fast immer, daß sich beide ein wenig ändern müssen. Doch wer sich ändert, ist danach nicht mehr derselbe, der er vorher war.

Was mag man also am Wesen eines Menschen so sehr, daß man an ein Zusammenleben denkt? Ist es das, was vorher war, oder das, was (vielleicht) demnächst sein wird?

Oder besteht nur Unklarheit darüber, daß derjenige, der die Rose will, auch die Dornen nehmen muß?

Eine brauchbare so-und-nicht-anders-Antwort kann ich nicht geben, aber vielleicht genügen ja schon ein paar noch nicht in den Sinn gekommene Denkanstöße.

Antwort
von Charlybrown2802, 57

ja, du hast recht, das jeder ein 2. Chance verdient hat.

du schreibst selbst, das du sehr viel Sicherheit brauchst.

denke immer daran, du kannst den menschen nur vor den kopf schauen. er wohnt bei seinem Arbeitgeber? warum hat er noch keine eigene Wohnung. die Ämter vermitteln immer Wohnungen. willst du ihn dann bei dir einziehen lassen (sollte es dein freund werden), weil du so eine gute seele bist und ihm vertraust.

sorry, ich an deiner stelle würde es nicht machen

Alkohol am steuer, trinkt auch gern ein, zwei, drei Bierchen, drogen

Kommentar von Apfelbluemchen ,

Ich denke schon, dass meine Frage hier eher darauf hindeutet, dass ich es einfach lassen sollte!!!

Ich weiss es leider nicht so genau. Er sagte er war vorher auf der Straße und wolle sich jetzt Geld für eine Einrichtung und eine Kaution zurücklegen. Er sagte, all dies solle noch dieses Jahr passieren.

Ich brauche nicht unbedingt materielle Sicherheit, sondern eher einen Mann, der psychisch stabiler ist, weil ich eben selbst immer mal wieder einbreche. Ich denke schon, dass es bei ihm ggf. noch Rückschläge geben wird (vorallem mit seinem Sohn den er nicht sehen darf usw usw.) und ich kann nicht sagen, ob ich die Kraft hätte das zu stemmen!!!!

Antwort
von JTKirk2000, 47

Eine Chance kannst Du ihm geben, aber er sollte diese Chance nicht missbrauchen. Du solltest ihn aber nicht bei Dir einziehen lassen, bevor vollkommen sicher ist, dass er seine negative Vergangenheit vollkommen hinter sich gelassen hat. Es gibt zudem Dinge, bei denen man auf keinen Fall Toleranz zeigen sollte, und das ist häusliche Gewalt. Manche Opfer von häuslicher Gewalt geben sich selbst die Schuld daran. Dem ist aber niemals so. Ich schreibe das nur, dass gerade Leute mit schlechter Vergangenheit, besonders wenn auch Alkohol und andere Drogen im Spiel waren, tendenziell eher zu häuslicher Gewalt neigen. Das muss nicht bei allen so sein, ist in einem solchen Metier aber eher der Fall. Es ist also definitiv zur Vorsicht zu raten und Du solltest Dein Vertrauen nicht leichtfertig in ihn investieren. Lerne ihn erst einmal wirklich kennen, bevor Du da mehr aus einer Beziehung werden lässt.

Allein schon Alkohol am Steuer wäre für mich ein No Go. Das war bei mir immer so und das wird auch immer so für mich bleiben. Das gilt insbesondere für meine eigene Lebensweise, aber wenn ich merke, dass meine Partnerin sich anders verhält, dann beginnt sie eine Grenze zu überschreiten, die mir zumindest unpassend erscheint.

Auf jeden Fall solltest Du darauf bedacht sein, wenn er für Dich interessant ist, dass er nicht in alte Handlungsweisen zurückkehrt. Ein oder zwei "Bierchen" mögen für die eine oder andere Person von keinerlei Bedeutung sein, aber das zu verharmlosen indem man die Verniedlichungsform verwendet, kann schon ein Anzeichen darstellen - wofür zeigt dann die spätere Entwicklung.

Kommentar von Apfelbluemchen ,

Ich danke dir für deine ausführliche Antwort. Oft hat man da einfach ein Brett vor dem Kopf und ich will nicht vorschnell urteilen. Es sind auch viele Kleinigkeiten wie Schwarzfahren, unbezahlte Rechnungen... Tja das lässt leider eben alles nicht auf eine schöne Entwicklung hindeuten. Danke für den Hinweis zur häuslichen Gewalt. Ich habe bereits ähnliches Erfahren, allerdings auf emotionaler Ebene. Also meine Alarmglocken und Antennen sind da immer in höchster Bereitschaft.

Einziehen kommt auf keinen Fall in Frage. Ich würde sogar soweit gehen, dass ich mich auf nichts einlasse, solang er keine Wohnung hat. Möglicherweise bin ich einfach auch nur so ausgehungert und auf der Suche nach Nähe, dass ich total vernebelt bin.

Zum Alkohol. Er sagte zu mir "Ich trinke nie mehr als 6 Flaschen Bier unter der Woche pro Tag."... "Es gibt Wochen da trinke ich kein einziges Bier".... puh ich weiss nicht wie ich das auslegen soll. Er ist viel im Fussballstadion unterwegs usw. Ich weiss nicht ob ich in diese Welt passe. Ich will mich nicht auf eine höhere Stufe stellen. Aber ich komme aus einem behüteten Elternhaus, hatte immer Glück im Job und alles erreicht was ich wollte. Ich wüsste nicht wie es mir in seiner Situation gehen würde. Ich bin ein "perfekt" laufendes Leben gewöhnt .... :(

Kommentar von Nashota ,

Es gibt bei Alkoholikern Stufen: Problemtrinker, Gelegenheitstrinker, Gewohnheitstrinker, Quartalstrinker und körperlich und seelisch abhängige Suchttrinker.

Würde sich dein Bekannter selbst einschätzen müssen, was meinst du, was er von sich denkt?

6 Biere am Tag mal 7 Tage sind viel. Er ist demnach zumindest Gewohnheitstrinker. Sicher auch Problemtrinker. Inwiefern er ehrlicherweise die Abhängigkeit zugeben kann, kann nur er dir beantworten.

Fakt ist: Solange ein Mensch jeden Tag Alkohol braucht, besteht Suchtgefahr. Wer es kleinredet, von wegen "ist doch nur Bier", rennt vor den Realitäten davon.

Sollte er das schon mal so ähnlich formuliert haben, solltest du sehr distanziert bleiben.

Kommentar von Apfelbluemchen ,

Ich habe ihn nochmals darauf angesprochen und er sagte es gäbe Wochen, an denen er nichts trinkt. Und schon gar nicht täglich. Aber als "Bauarbeiter" schwitzt man das ja sowieso wieder raus.... diese Aussage gefällt mir nicht. Aber ich kann es halt nicht 100% sagen, da ich ihn im Alltag nicht erlebe und auch noch nie betrunken erlebt habe. Ich weiss, dass seine beiden Brüder durchaus mal "Gefühlsausbrüche" haben, wenn Sie betrunken sind. Hab ich auf der ein oder anderen "Party" mitbekommen. Es waren keine Eskalationen... aber eben "rumschreien" und beleigt das weite Suchen.... oder auch mal eine Bierflasche an die Wand hauen. Möglicherweise würde er auch dazu neigen! Wobei er auf mich einen so ruhigen Eindruck macht. Als wir am Wochenende zusammen "feiern" waren (ich gehe wirklich nicht oft weg), da war er eigentlich äußerst normal und sehr nett und zuvorkommend....

Kommentar von TailorDurden ,

Das hört sich für mich wirklich nicht besonders gut an. Also bei mir schrillen da die Alarmglocken. Das einzig Positive an dem ganzen ist, dass er zumindest ehrlich ist. Und wieviel trinkt er dann am Wochenende? Hast Du ihn überhaupt schon mal erlebt, wie er dann betrunken/angetrunken so ist? Denn bei 6 Bier kann das ja fast zum Dauerzustand werden.

Möglicherweise bin ich einfach auch nur so ausgehungert und auf der Suche nach Nähe, dass ich total vernebelt bin.

Du willst ja sowieso vernünftigerweise mindestens warten, bis er eine Wohnung hat. Dann geh doch bitte davor einfach mal mehr aus und lern andere Männer kennen. Sei es über Partnervermittlung oder einfach Abends mal auf einem Konzert oder sonstwo, es gibt ganz viele Möglichkeiten. Du kannst Dich danach immer noch für ihn entscheiden, wenn es er denn sein soll.

Ich finde es nur sehr fahrlässig, sich mit so viel Zweifeln auf jemanden einzulassen, wo man schon (hier sehr begründet) ein schlechtes Gefühl hat, nur, damit man mal wieder "irgendjemanden" hat. So ist es nämlich nicht.. da draußen gibt es Unmengen von netten Menschen, die Dich bestimmt gerne kennenlernen würden. 

Wenn man sich das mal wieder klar macht, kann man definitiv viele vernünftigere Entscheidungen bei der Partnerwahl treffen.

Kommentar von Apfelbluemchen ,

Du hast recht. Ich denke es wäre nur "Hauptsache ich habe einen Partner" - und das wäre ihm gegenüber auch unfair. Ich will halt nix falsch machen. Er ist der Bruder vom Partner meiner Freundin. Diese Familie ist in Ordnung aber oft auch nahe am Existenzminimum. Sei das dahingestellt. Jedenfalls sagte er mir, dass es auch Wochen gäbe an denen er kein Bier trinkt und auch sicherlich nicht täglich. Ich könne mir sicher sein, dass er kein "Alki" ist und auch keine Drogen nimmt. Na gut versichern kann man ja viel. Ich glaube ich hätte viel zu viele Zweifel und permanent Angst vor Rückschlägen oder sonstigem.... ich wäre dazu nicht stabil genug. Mir gefällt einfach das Umfeld nicht... Vielleicht alles liebe Menschen, aber trotzdem permanent am Bier saufen und im Fussballstadion grölen .... irgendwie nicht meine Welt. Ich glaube ich müsste mich extremst verbiegen!

Antwort
von DjangoFrauchen, 62

Natürlich kannst du ihm eine Chance geben, ich würde ihn bloß nicht bei mir einziehen lassen...

Antwort
von ErsterSchnee, 45

Ich würde das sein lassen.

Antwort
von TailorDurden, 53

Ich würde mich darauf nicht einlassen. Sowas gab es in meinem Bekanntenkreis bisher nur 2 mal und da ging es beide Male komplett schief (auch in eurem Alter). Diese alten Gewohnheitsmuster saßen da jeweils so tief, dass sie in schlechteren Zeiten immer wieder Oberhand gewannen. Beide meiner Freundinnen haben sich dann mit Erleichterung nach über einem Jahr getrennt, davor stetig nur gehofft, dass er sich "zusammenreißt"..

Natürlich kann Dich niemand aufhalten, aber das ist eben meine Erfahrung und ich rate Dir davon ab.

Kommentar von Apfelbluemchen ,

Danke für deine Warnung! Du hast schon Recht. Wenn es seit seiner Geburt 36 jahre lang schief gelaufen ist wird es sehr, sehr schwer für ihn wieder in ein gesittetes Leben zu finden. Ich komme aus sehr guten Verhältnisen und noch nie mit solchen "Abgründen" zu tun gehabt. Trotzdem ist es auch ein Mensch mit dem selben Recht auf Stabilität und Glück wie ich.

Kommentar von TailorDurden ,

Warum erwähnst Du die ganze Zeit, dass "er das auch verdient hat". DU hast das auch verdient, für DICH muss es passen. Es gibt ja ein paar Situationen oder Umstände, wo man jemandem anderen etwas Gutes tun kann.. aber doch nicht bei der Partnerwahl. Wenn er Dir "leid" tut oder Du glaubst, "ihm helfen zu können" ist das doch noch lange kein Grund für eine Partnerschaft. 

Trotzdem ist es auch ein Mensch mit dem selben Recht auf Stabilität und Glück wie ich.

Das kann man über jeden Menschen sagen.

Kommentar von Apfelbluemchen ,

Du hast absolut recht. Wohl liegt das Problem eher darin, dass ich selbst auch nicht weiß, was ich will und immer gleich entzückt bin, wenn mal jemand mehr von mir will. Ich sollte wählerischer sein und lernen zu wissen, was ich genau möchte!

Kommentar von Apfelbluemchen ,

Aber man muss doch irgendwie zu 7 Monaten Knast kommen oder? Er sagte vorher wären so Kleinigkeiten gewesen wie Schwarzfahren..... Kann das denn stimmen? So richtig lässt er das nicht raus. Seine Exfreundin hat ihm einmal vorgeworfen er habe Sie im Rausch vergewaltigen wollen. Aber er meinte das wäre alles eine "asoziale" Familie und er würde sowas nie tun. Aber könnte da nicht ein Stück wahrheit dran sein????

Antwort
von nowka20, 15

es ist zwar ein opfer für dich, es ist zwar ungewiß, ob du ihn wieder aufrichten kannt, aber jeder mensch hat eine 2. chance verdient.

wenn du innerlich stark bist, gehe das risiko ein

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