Frage von MaxNoir, 21

Postfaktisches Zeitalter - ist das wirklich so neu?

Hallo,

ja, vor ein paar Monaten hatte Merkel ja in einer Regierungserklärung gesagt, dass wir nun in postfaktischen Zeiten leben in dem Emotionen wichtiger sind als die reale Faktenlage.

Vor der Brexit-Abstimmung haben Politiker in Großbritannien gesagt: "Ja, die Briten wollen nicht mehr auf Experten hören. Sie haben die Nase von Experten voll!"

Aber ich meine, 2011 Fukushima, Hitler oder andere Beispiele in der Geschichte zeigen doch, dass der Mensch schon immer dazu tendiert hat, sich von starken Emotionen leiten zu lassen - und nicht von Fakten.

Ist es daher nicht eine Binsenweisheit zu behaupten, wir würden jetzt im postfaktischen Zeitalter leben?

Freue mich auf Eure Antworten!

Max

Antwort
von Dxmklvw, 6

Wut, Haß, Enttäuschung oder auch egozentrisches Kalkül psychologisch geschickt in spitzfindige Argumente verpackt und als vernünftig oder alternativlos bezeichnet war schon immer ein Hauptmerkal kontroverser politischer Diskussionen.

So besehen gab es diese Erscheinungsbilder schon immer und sind keine Neuerscheinung unserer Gegenwart.

Recht variabel ist jedoch die Tünche, die jeweils gerade Passendes als ein Projekt zum Wohle der Welt vorstellt,  obwohl unter dem Stroch meistens und mit Bedacht verschwiegen damit nur die winzige (Un)Welt einiger Vollzeitabzocker oder auch Durchgeknallter gemeint ist.

Antwort
von Nunuhueper, 12

Das sollte für Menschen zutreffend sein, die sich nicht für Fakten interessieren, sie handeln nach ihrem "Bauchgefühl". 

Doch Politiker, die aus lauter Gefühlen die Faktenlage ausklammern, sind dann für ihre Aufgaben ungeeignet.

Das wäre Populismus, wenn emotionsgeladene Politik auf Wählerstimmen hofft.

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