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Post aus der Todeszelle - wie soll ich mich verhalten?

gefragt von LiberatorLiberator am 25.06.2009 um 23:06 Uhr

Ich habe nach langem langem Überlegen vor einiger Zeit eine "Brieffreundschaft" mit einem Häftling angefangen, welcher in den USA im Gefängnis im Todestrakt sitzt und auf Begnadigung hofft.

Diese ganze Sache habe ich mir natürlich einfacher vorgestellt als sie ist. Ich habe noch nie Worte so oft lesen müssen um zu begreifen, was sie bedeuten.

Ich habe leider im Vorfeld etwas gegoogelt, mit dem Namen der Person, und habe nun rausgefunden was die Person getan hat. Das hätte ich nicht tun sollen, das war auch nicht sehr einfach zu begreifen. Jetzt weiß ich nicht mehr, ob ich den Häftling fragen kann, was er getan hat. Ich möchte wissen, wie er es schildert, erzählt bzw. zu Blatt bringt.

Glaubt ihr, ich kann "meinen Brieffreund" einfach so fragen, was ihn in seine jetzige Lage gebracht hat?????? Mein Füller liegt hier und ich weiß nicht ob ich diese Frage aufs Blatt bringen kann!

Hat von euch jemand Erfahrungen??


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mia68
beantwortet von mia68 am 25. Juni 2009 23:11
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Ich kann mir vorstellen, dass es diesem Mann einfach gut tut, mit dir zu kommunizieren - sonst würde es den Kontakt so nicht geben.

Und insofern kann es vielleicht sogar nur hilfreich sein, Dinge aus- und anzusprechen. Für dich und auch für ihn, insbesondere. Über das Schreiben habt ihr eine besondere Form der "Nähe" (d.h. besser: der Intensität), dennoch auch die Distanz, die ein so diffiziles Thema ebenfalls erfordert.

Grundsätzlich denke ich, dass es immer besser ist, das anzusprechen, was einen wirklich bewegt. Es "liegt" ansonsten ohnehin über allem; und würde als Unausgesprochenes nur noch mehr belasten.

Kommentar von 27e2430137aafcdababea4c2adbb79ebsmallMaximus40 am 25. Juni 2009 23:14

Schöne Antwort!

Kommentar von C92440f5e563d502fce5684ac86d5a85smallPanikgirl am 25. Juni 2009 23:36

Oh ja - das finde ich auch DH


Kermit65
beantwortet von Kermit65 am 25. Juni 2009 23:09
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Sicherlich kannst du ihn danach fragen. Überlege aber aus welchem Grunde du es tun möchtest? Was ist Dein Motiv? Wenn du wissen möchtest, wie er heute zu seiner Tat steht und ob er bereut, so kannst du es tun. Möchtest du allerdings Details zur Tat hören, weil es eben so "extrem und außergewöhnlich krass" ist, dann laße es sein. Denn das tut weder dir noch ihm gut. Fragen kannst du ihn, also nach seiner Reue oder eben nicht Reue, ob er dir antwortet, dass laße ihm frei. Denn das muß er selbst entscheiden. Alles Gute


Nicoli
beantwortet von Nicoli am 25. Juni 2009 23:08
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Natürlich kannst du ihn fragen... ich meine, er wird sich doch denken können, wenn du weißt, dass er in der todeszelle sitzt, dass du wissen willst, warum. ich glaube nicht, dass er damit ein problem haben wird. und wie du schon sagst, er wird es aus seiner sicht schreiben. was sicher nicht uninteressant ist ! nur mut !


EmilytheStrange
beantwortet von EmilytheStrange am 25. Juni 2009 23:08
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Du solltest fragen, weshalb er verurteilt wurde, aber nicht was er getan hat. Das ist etwas dezenter, und er würde das auch verstehen denke ich


anonym
beantwortet von Mausi40 am 25. Juni 2009 23:09
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warum nicht, wenn ihr eine "Freundschaft" hat kann man das fragen. Du bist wahrscheinlich sein letzter Halm.


Kommentar von 0bacda12b34fde47a7dccc02d806f90asmallLiberator am 25. Juni 2009 23:14

schön ausgedrückt mit dem Halm. Es scheint wirklich so. Ich habe noch nie solche Worte gelesen wie in den Briefen die ich bekommen habe. Es geht einem extrem nahe...


Jule1973
beantwortet von Jule1973 am 25. Juni 2009 23:08
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hab keine Erfahrungen, würde aber fragen...auch wenn es ne Brieffreundschaft ist, tauscht man sich doch aus...vielleicht will er ja auch darüber reden und je nachdem WIE er darüber redet (z.B. auch, ob er es ernsthaft bereut), würde ich überhaupt erst einmal überlegen, ob ich diese Freundschaft weiterführen möchte...


Nanmann
beantwortet von Nanmann am 25. Juni 2009 23:09
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Also Erfahrungen habe ich keine, aber wenn du zu ihm schon ein gutes Verhältnis aufgebaut hast wüsste ich nicht was dagegen spricht ihn zu fragen... ich meine mehr als "Nein" das will ich nicht sagen kann er ja nicht... Ich hoffe das hat dir ein wenig weiter geholfen und lass den Kopf nicht hängen ;-)


vitessa
beantwortet von vitessa am 25. Juni 2009 23:09
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Nee, ich hab keine Erfahrung mit so einer Situation. Es ist aber naheliegend, behutsam nachzufragen, was ihn in diese Lage gebracht hat. Dass Du schon mehr weisst (du bmusst es ihm ja nicht mitteilen), ist vllt sogar ganz gut, dann bist du nicht mehr ganz so geschockt, wenn er sich äußern will. Wäre für ihn eine Gelegenheit, sich nochmal damit auseinanderzusetzen. Hut ab, wenn du dich weiter darauf einlässt, ist sicher nicht einfach.


bueten
beantwortet von bueten am 25. Juni 2009 23:07
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schreib es ruhig er wird dir einiges erzählen


esmeray68
beantwortet von esmeray68 am 25. Juni 2009 23:07
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wenn ihr eure freundschaft verdient dann klar

Kommentar von Simple_avatar6smallvivalamusic1 am 25. Juni 2009 23:11

FREUNDSCHAFT ?!?!?!

Kommentar von 5823018e1f8ae5b831cd65d9a1bf8832smallesmeray68 am 25. Juni 2009 23:22

vertieft wollte ich schreiben


Tatzenrufer
beantwortet von Tatzenrufer am 25. Juni 2009 23:08
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Frag ihn, sonst ist es eventuell irgendwann zu spät.


Butterkeks12
beantwortet von Butterkeks12 am 25. Juni 2009 23:08
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Ich würde den Kontakt abbrechen. Nachher passiert noch etwas mit dir!

Kommentar von kampione91 am 25. Juni 2009 23:09

xD was soll denn passieren? Freak

Kommentar von C191de01083bd853375fd63271305666smallNicoli am 25. Juni 2009 23:09

so ein quatsch. der kommt aus der todeszelle nicht mehr raus.


Sexysweety08
beantwortet von Sexysweety08 am 25. Juni 2009 23:08
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hmmmm..... also ich denke ich würde erstmal gucken wie "nah" ihr euch seit aber du kannst es ja versuchen


simba67
beantwortet von simba67 am 25. Juni 2009 23:08
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erfahrung hab ich nicht, aber ich würd ihn fragen. was hast du/er zu verlieren? nichts


Helli01
beantwortet von Helli01 am 25. Juni 2009 23:08
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warum nimmst du kontakt zu einem schwerkriminellen auf, denkst du auch an die opfer ?


Kommentar von kampione91 am 25. Juni 2009 23:10

inwiefern schadet er den opfern bitte?

Kommentar von 0bacda12b34fde47a7dccc02d806f90asmallLiberator am 25. Juni 2009 23:12

Natürlich denke ich auch an die Opfer. Ich habe lange überlegt ob ich mich an eine Organisation wende die Adressen vermittelt. Es ist nur so, man sitzt Jahrzehnte lang in einer kalten Zelle und hat einfach niemanden. Nichts. Garnichts. Die Worte die ich bisher lesen "musste", sowas kann kein Buch wiedergeben. Es scheint ihm soviel zu bedeuten, jemanden zum schreiben zu haben. Auch er ist ein Mensch, auch wenn er eine übrigens wirklich grauenvolle Tat begangen hat! Er hat weiterhin das Recht ein Mensch zu sein.

Kommentar von verzweiflung am 3. Juli 2009 23:45

Für diesen Kommentar würde ich gerne ein "DH" geben...


anonym
beantwortet von rebew am 25. Juni 2009 23:09
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Wie oft habt ihr denn schon geschrieben?

Kommentar von 0bacda12b34fde47a7dccc02d806f90asmallLiberator am 25. Juni 2009 23:15

ich habe bereit einige Briefe geschrieben und erhalten. Aber halt noch nie diese eine Frage ausgesprochen!

Kommentar von rebew am 25. Juni 2009 23:32

ich würde es machen,wenn er nicht darauf antworten will,wird er es nicht tun.Du kannst ja anmmerken das er es nicht muss!


Rudi2009
beantwortet von Rudi2009 am 25. Juni 2009 23:12
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Würde direkt fragen. Er wird nicht vorbeikommen, um dir desweben eine runterzuhauen.


cyberoma
beantwortet von cyberoma am 25. Juni 2009 23:14
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Natürlich kannst du ihn einfach fragen, was du wissen willst, er muss ja nicht antworten, wenn es ihm zu weit geht.
Ich frage mich aber: Warum tust du das? Für mich klingt es ein wenig nach Menschenversuchen. Wo ist dein Mitgefühl, deine Betroffenheit? Ich kann sie aus deinem Text nicht herauslesen.

Kommentar von 0bacda12b34fde47a7dccc02d806f90asmallLiberator am 25. Juni 2009 23:18

Ich kann zu diesem Thema nicht alles was ich denke zu Wort bringen. Das wäre zu lang und zu kompliziert.

Es ist nicht einfach, aber ich fand die Idee von Anfang an sehr interessant. Habe viel überlegt und gegrübelt ob ich es tun soll. Jetzt bin ich mittendrin und höre da bestimmt nicht auf!

Kommentar von 9b60c7ef4282523335108252ad82a974smallcyberoma am 25. Juni 2009 23:26

Dann wünsche ich dir eine glückliche Hand. Ich habe eben in einer anderen Frage diesen Link gefunden, und Menschen, die so einen Kontakt wagen, haben meinen vollen Respekt.
http://www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de/brieffreundschaft.htm


anonym
beantwortet von michael66869 am 20. Juli 2009 07:44
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schau doch mal bitte hier nach:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/49/333901/text/


anonym
beantwortet von sijasse am 10. Oktober 2009 23:15
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Hallo, Deine Frage ist nun schon ein wenig älter und mich würde interessieren wie Du Dich entschieden hast. Ich habe ebenfalls einen Brieffreund auf Death Row und habe ihm gesagt das ich gelesen habe warum er dort ist. Er hat meine Offenheit dankbar angenommen und erzählte seine Sicht. Offen und ehrlich! Ob man das hören möchte sollte man sich vorher gut überlegen und sich sicher sein das es an Deiner Grundeinstellung, diese Brieffreundschaft weiterzuführen, nichts ändert. Die Menschen dort klammern sich an jeden Kontakt in der Gesellschaft und das wäre eine Enttäuschung für ihn wenn Du ihn fallen lassen würdest weil Dir nicht gefällt was er erzählt. Man weiß ja vorher das sie nicht nur ne Packung Zigaretten geklaut haben. Ich wünsche Dir und Deinem Brieffreund eine schöne Zeit miteinander


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