Frage von evian1,

Positive und negative Seiten eines Internatlebens

Antwort
von ULange,

Hallo evian1, Du scheinst Dich ja gerade intensiv mit der Internatsthematik auseinanderzusetzen!? Vor- und Nachteile des Internatslebens würde ich folgendermaßen abwägen:

  1. Grundsätzlich: Internate sind kein Luxus-Artikel, den man sich gönnt, wenn man es sich leisten kann. Zwar werden gewisse Institute inzwischen so vermarktet, doch versucht man auf diese Weise nur das ramponierte Image der Internate aufzuwerten.

  2. Bis etwa in die 1960er Jahre hinein waren Internate in Deutschland ein notwendiges Übel, da es vor allem in ländlichen Regionen zu wenige weiterführende Schulen gab. Viele gut begabte Kinder und Jugendliche konnten nur dann ein Gymnasium oder eine Realschule besuchen, wenn sie in ein Internat eintraten. Mit dem flächendeckenden Ausbau des Angebots an höheren Schulen büßten die Internate die Funktion der Heranbildung einer geistigen Elite weitgehend ein und wurden zu „Lazaretten für Schulversager“.

  3. Die ganz teuren Internate wie etwa die Deutschen Landerziehungsheime (z.B. Salem, die Odenwaldschule, die Hermann-Lietz-Schulen usw.) hatten von Anfang an die Funktion, Problemkinder aus besseren Kreisen aufzufangen. Sie konnten die elitären Ziele ihrer Gründer deshalb nie einlösen. Auch die Gründerpersönlichkeiten waren übrigens oft gesellschaftliche Außenseiter oder sogar psychisch krank. So heißt es von Kurt Hahn, dem Mitbegründer Salems, er sei manisch-depressiv gewesen. Andere waren nachweislich Päderasten.

  4. Wer in einer intakten Familie lebt und in der Schule etwas leistet, wechselt nach meiner Erfahrung normalerweise nicht in ein Internat. Die angeblichen Vorteile des Internatslebens werden zumeist von denjenigen gepriesen, die familiäre, psychische oder schulische Probleme haben, dieses aber nicht offen zugeben wollen oder können. Als Tarnmotive für den Wechsel ins Internat werden in solchen Fällen dann gern die angeblich schlechte Qualität der staatlichen Schulen oder eine fehlende individuelle Förderung von Begabungen vorgeschoben, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden sind.

  5. Mittlerweile ist eine neue Problemgruppe von geltungssüchtigen Nichtskönnern entstanden, die ihre Vita gern mit dem Besuch einer angeblichen „Eliteschule“ schmücken wollen bzw. darauf hoffen, von den Ehemaligen-Netzwerken der Nobelinternate beruflich profitieren zu können. Hier wird der Leistungswettbewerb einer offenen Leistungsgesellschaft unterlaufen und die Erneuerung der Eliten verhindert, indem mittelmäßige Absolventen von Luxus-Internaten den Vorzug erhalten vor besseren Bewerbern ohne entsprechende Beziehungen.

  6. Eine Ausnahme stellen vielleicht extrem Hochbegabte bzw. auf bestimmten Gebieten besonders Talentierte dar, die an ihrem Heimatort nicht angemessen gefördert werden können, aber großen Ehrgeiz besitzen, ihr Begabungspotenzial voll zu entwickeln. Vor allem Leistungssportler gelangen mit Hilfe einer Eliteschule des Sports samt angeschlossenem Internat wesentlich leichter an die Spitze. Ähnliches kann man von musikalisch außergewöhnlich Begabten sagen.

  7. Hochleistende bzw. intellektuell allgemein Hochbegabte profitieren dagegen in relativ geringem Maße von einer Erziehung in Eliteinternaten. Wie Längsschnittstudien aus den USA beweisen, erzeugt die Förderung von hochintelligenten Schülern unter besten Bedingungen keinen höheren Output an Nobelpreisträgern oder anderweitig Erfolgreichen als das normale Bildungswesen. Besonders gediegene Rahmenbedingungen nach dem Motto „Schöner lernen in der Schule Schloss XY“ wirken sich sogar leistungsmindernd aus, weil hier junge Menschen mit Privilegien ausgestattet werden, die sie sich noch nicht durch eigene Leistungen verdient haben (Problem der Verwöhnung).

  8. Wie man inzwischen gelernt hat, sind selbst sehr gut begabte SchülerInnen der sich verschärfenden Konkurrenz in einem Eliteinternat oft nicht gewachsen. In ihrer alten Umgebung waren sie i.d.R. die „Stars“. Es fiel ihnen relativ leicht, ihren Rang als „Klassenprimus“ zu behaupten. In einem Internat für hochleistende Hochbegabte treffen sie dagegen auf Kameraden, die mindestens ebenso leistungsfähig oder ihnen sogar weit überlegen sind. Man muss einfach wissen, dass sich in jeder Lerngruppe eine Art Rangordnung ausbildet. Übertriebener Leistungswettbewerb und ungezügelter Ehrgeiz können zu psychischen Erkrankungen oder charakterlichen Fehlentwicklungen führen.

  9. Ein grundsätzlicher Nachteil des Internats ist sein Charakter als „totale Institution“. Gemeinschaftsleben, Gruppenzwang, vollständige Verplanung des Tagesablaufs und die Entstehung von Subkulturen mit vom „offiziellen Internatsleben“ abweichenden Normen führen vielfach zu einer Art Doppelmoral oder Gehirnwäsche, die der Charakterbildung keineswegs förderlich sind. Oft wird behauptet, das Internatsleben mache „selbständig“. Diese Behauptung steht in merkwürdigem Kontrast zu dem Internatsleben selbst, das den einzelnen eher hospitalisiert, nämlich von morgens bis abends reglementiert und durch Personal „betreut“. Andererseits zwingt das Gemeinschaftsleben natürlich zur Rücksichtnahme und sozialen Anpassung, vermittelt also bestimmte „soziale Tugenden“. Das ist allerdings in Gangsterbanden nicht anders.

  10. Ob man von einem Internatsaufenthalt profitiert, hängt sehr wesentlich von den individuellen Voraussetzungen und Persönlichkeitsmerkmalen ab. Sensible und introvertierte Charaktere, die sog. „Individualisten“ oder auch „Opfertypen“, sind in Internaten oft sehr unglücklich. Extravertierte Charaktere, die den allgemeinen Normen ihrer „Peergroup“ entsprechen, genießen dagegen das Internatsleben meistens sehr.

Ich könnte noch auf viele Punkte eingehen, will es aber erstmal bei dieser allgemeinen Darstellung belassen.

Viele Grüße U. Lange

Antwort
von deadoralive,

Nur mal so durch erfahrung

Internate sind nichts für Kinder

die Kinder können sich dort nicht konzentrierensie fühlen sich verlassen und allein

so ist es bei den meisten man merkt es als eltern nicht den als eltern glaubt man leider oft den anderen und nicht seinen Kindern

genauso fühlte ich mich in den Jahren in einem Internat durfte nur jedes zweite wochenende nachhause und über die Schulferien.

Und auch jetzt fühle ich mich nicht so gut ich bin jetzt 19 jahre alt ich kam mit 7 in ein internat nur das letzte schuljahr durfte ich zuhause machen in einer richtigen schule.

im internat hat ich immer schlechte noten war nur knap genügend und oft ungenügend ich konnte mich nicht konzentrierenin der richtigen schule war ich einer der besten hate sehr gute noten

ich leide noch heute an der Vergangenheit es sind viele wichtige jahre meiner kindheit die ich nicht zuhause war. meine geschwister sind ohne ich aufgewachsen

darunter leide ich sehr aber ich kann es nicht zeigen ich will nicht das sich meine Eltern schuldig fühlen sie sind nur auf andere reingefallen.

ich kann die gefühle sehr gut unterdrücken aber ich bekomme die gefühle nicht weg

ich fühle einsameit trauer und hass gegen die gemeinde und gegen das internat.

ich träume nachts oft vom internat und das macht mich so fertig das ich kaum schlaffe ich habe nach solch einem traum tagelang angst zu schlaffen und schlafe deshalb wenig.

ich weis es ganz bestimmt ich werde wohl noch lange nicht glüklich sein vieleicht werde ich auch niehmer glücklich

im internat drehen manche durch sie werden dan richtig agresiv und unkontrolierbar und später dan auch Kriminel

eine freundin die ich im internat hatte hat sich im internat versucht mit Tapletten selbst umzubringen.

und ich denke sie ist dabei kein einzelfalle.

darüber wird nur wenig bekannt weil sowas leider totgeschwiegen wird.

forscht mal ewas nach dan werdet ihr erkennen wie viele aus internaten Kriminel werden weil sie eben nicht glücklich sind.

ich bin nicht durchgedreht das liegt daran das ich Fussball liebe ich liebe auch meine Schwester und meine Eltern und ich hatte auch die gewissheit an einer zukunft.

eines kan ich euch versichern innerlich herscht oft ein gefühlskrieg oft wird mir davon schwindelig. amanchmal wird mir auch ganz kalt davon.

überlegt euch gut ob ihr euren Kindern sowas antuhn wollt

ich bitte eich lasst eure Kinder nicht in Internate bringen es ist kein ort für sie Kinder gehören von ihren Eltern erzogen und nicht von fremden personen.

ich mache euch mal klar was man in INternaten mit kindern macht

Kinder werden dort geschlagen wegen irgendwelchen gründen die keine sind

kleine kinder werden manchmal nachts in den keller gespert obwohl sie angst davor haben sie werden auch ihren anderen ängsten ausgesetzt.

ich wurde oft nachts im keller eingespert die trü wurde zwar nicht verschlossen aber ich durfte nicht aus dem keller raus sont wurde ich noch weitere nächte in den Keller gesperrt.

natürlich gibt es auch nette erzieher aber es gibt eben auch böse erzieher denen die Gefühle der kinder egal sind. die denken nur an bestrafen für die kleinste angelegenheit

denen ist es egal wie es den kindern geht hauptsache sie machen keinen ärger.

meine meinung zu internaten ist das sie verboten gehören KIndern gehören zu ihren Eltern und nicht in ein Internat.

ich möchte euch bitten eure kinder nicht in ein Internat zu schicken und wen ihr es schon getan habt nehmt sie dort bitte wieder raus es ist kein ort für sie.

Antwort
von nieke14,

Positiv: Du bist nie alleine, hast viele Freunde, kleinere Klassen (in der Schule ist ja meistens ne Privatschule), dadurch lernst du besser und schneller

Negativ: wenig bis keine Freizeit, viel lernen Schule und co., man hat kein ePrivatsphäre, bist selten zu hause, sehr teuer,

Wenn du noch mehr über Internate wissen willst melde dich bei mir ich kenne mich mit dem Thema sehr gut aus. Ich kenne 2 Personen die auf Internaten sind.

Also wenn du noch fragen oder sonstiges zu dem Thema hast kannst du dich bei mir melden..

Lg nieke14

Kommentar von ULange ,

Liebe nieke14, Du bist wahrscheinlich bestimmten populären Irrtümern über Internate aufgesessen.

Deutlich kleinere Klassen gibt es in den wenigsten Internaten. Privatschule ist nicht gleichbedeutend mit günstigeren Klassenfrequenzen. Vergleichsstudien haben gezeigt, dass öffentliche Schulen und Privatschulen sich von der Klassengröße her kaum unterscheiden.

Dass kleinere Klassen zu besseren Schülerleistungen führen, scheint ein unausrottbarer Irrglaube zu sein. So zitiert etwa „DIE ZEIT“die jüngste Studie der Universität Koblenz/Landau folgendermaßen: >>Der Befund ist - mal wieder - eindeutig: "Die in einer Klasse erzielte Leistung hängt nicht davon ab, ob es sich um eine kleine oder eine große Klasse handelt." Dieses Ergebnis sei "keineswegs überraschend, sondern entspricht genau dem, was praktisch alle großen Bildungsforschungsprojekte der letzten Jahrzehnte ebenfalls gefunden haben".<<

Kleine Klassen können sogar äußerst nachteilig sein. Dann nämlich, wenn – wie in vielen der teuren Internate üblich – die SchülerInnen mit Lerndefiziten und Motivationsproblemen überwiegen. Kleine Klassen werden vor allem dann nachgefragt, wenn die Kinder Lern-, Konzentrations- und Disziplinprobleme aufweisen. Zum Thema „wenig Freizeit, viel Lernen usw.“ nur ein Zitat aus dem Erfahrungsbericht einer Internatsschülerin aus Bayern:

>>Ich kam im Alter von 14 Jahren nach Ising aufgrund zwei fünfer in meinem Zeugnis. Nach einem halben Jahr in Ising hatte ich daraufhin insgesamt acht fünfen, die ich zwar alle wieder wegbrachte, aber die Hoffnung vieler Eltern, ihre Kinder würden in Ising „zur Besinnung“ kommen und dazu gute Noten, möchte ich hiermit allgemein erst einmal zerschlagen!"

Viele Grüße U. Lange

Antwort
von highvoltage7,

positiv ist das du hier du selber sein kannst weil du anonym bist

negativ ist das hier viele "gefahren" lauern

Kommentar von evian1 ,

Hast Du vielleicht "Internetlebens" gelesen?

Kommentar von ULange ,

Nein, nein, evian1! highvoltage7 hat völlig Recht! Über die im Internat lauernden Gefahren kann ich Dir umfassend Auskunft geben. Diese rühren zum einen daher, dass sich in den Internatsschulen und Schülerheimen vor allem die Problemfälle versammeln, egal ob man das nun zugeben will oder nicht (siehe oben unter „Tarnmotive“). Ich zitiere aus einer Untersuchung von Michael Ley und Herbert Fitzek („Alltag im Wunschformat“, kannst Du im InterNET nachlesen!):

>>Es ist eine ausgesprochene Notsituation, in der sich die Familien an die Internate wenden. Sie kommen nicht freiwillig oder weil sie ihren Kindern etwas Gutes tun wollen, sondern weil sie in einer erheblichen Klemme stecken, aus der sie durch eigene Kraft nicht mehr heraus können.<<

Zu diesen pädagogischen Notfällen gesellen sich gerade bei den preislich exklusiven Nobel-Wohnschulen die Geltungssüchtigen. Schau Dir doch hierzu mal die Frage an, die CrazyLina am 05.09.2010 in diesem Portal eingereicht hat (Eine Schule oder ein Internat für Reiche Kids.. wo?). Das sind genau die „Event-Schüler“, die im Internat Party machen wollen und nur wegen Sex, Drugs und Rock’n Roll kommen. Im Übrigen dürfte auch das ein Tarnmotiv sein, denn diese Einstellung führt zwangsläufig zu Schulproblemen und familiären Konflikten.

Die hauptsächlichen Gefahren im Internat heißen Saufen, Drogen, aggressive Langeweile, Mobbing/Bullying, Realitätsverlust und Dichtestress. Selbst bei bester Schülerauswahl entstehen im Internat zusätzliche Probleme, die man ohne sie nicht hätte, weil es einfach unnatürlich ist, pubertierende Jugendliche in Massen zu halten wie auf der Hühnerfarm.

LG U. Lange

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