Frage von ThyArtIsMurder, 73

Kann ich eine Polizeikarriere trotz "Vergehen" anstreben?

Hallo Leute,

ich bin 19 Jahre alt und würde liebend gerne Karriere bei der Polizei (mittlerer Dienst) machen. Ich bin mir leider jedoch sehr unsicher, ob das so klappt, wie ich mir das vorstelle. Im Februar 2015 (Karneval) habe ich 2 Anzeigen wegen Körperverletzung bekommen. Da die Situation sehr unklar war, alle beteiligten alkoholisiert und die Zeugen alle was anderes gesagt haben, wurde es als "Notwehr" eingestuft. Ich habe eine mündliche Verwarnung und 300 Euro "Strafgeld" erteilt bekommen. Laut Richter wird dies nicht im Führungszeugnis auftauchen. Ich bin aber trotzdem mehr als unsicher, aufgrund der Voraussetzungen der Polizei:

An aller erster Stelle:

"Eine weiße West, d.h noch kein Konflikt mit dem Gesetz gehabt."

was meint ihr dazu? :/

Expertenantwort
von TheGrow, Community-Experte für Polizei, 20

Hallo ThyArtIsMurder,

die Polizei hat im Bezug auf Deine Frage zwei Kriterien, die eine Einstellung bei der Polizei verhindern:

  1. Sie dürfen gerichtlich nicht verurteilt worden sein und
  2. es darf kein Strafverfahren gegen Sie anhängig sein.

Bei Punkt 1 spielt es keine Rolle, ob die Verurteilung im Führungszeugnis steht. In den Bewerbungsunterlagen musst Du wahrheitsgemäß angeben, ob Du bereits verurteilt worden bist. Hier musst Du jede Verurteilung angeben, auch die die nicht im Führungszeugnis stehen.

Die Frage ist nun, ob Du wirklich verurteilt worden bist oder ob nicht das Verfahren gegen Dich gegen eine Auflage 300,00 Euro an eine bestimmte Einrichtung wie den weißen Ring eingestellt wurde.

Ist das Verfahren (wie ich vermute) gegen die Auflage 300,00 Euro zu zahlen eingestellt worden, steht Dir zumindest in strafrechtlicher Hinsicht nichts im Wege, Dich bei der Polizei zu bewerben.

Wurde das Verfahren aber nicht eingestellt und Du wurdest zu einer Geldstrafe von einer bestimmten Anzahl von Tagessätzen, die eine Geldstrafe von 300,00 Euro ergeben haben, verurteilt, sind Deine Chancen angenommen zu werden verschwindend gering.

Schau halt noch einmal nach, wie das Gericht damals entschieden hat, sprich:

  1.  Geldstrafe von so und so vielen Tagessätzen oder
  2. Einstellung des Verfahrens mit der Auflage 300,00 Euro an eine gemeinnützige zu zahlen.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort
von Baltarsar, 23

Du hast eine weiße Weste.

Alles was nicht im Führungszeugnis vermerkt ist, gilt in dem Sinne nicht als Konflikt mit dem Gesetz.

Da es als Notwehr abgetan wurde, du nur mündlich verwarnt wurdest und auch nur ein Strafgeld von 300 Euro bekommen hast, musst du das nicht mal erwähnen.

Es reicht wenn du als Beweis dein Führungszeugnis einreichst. Im Zweifel prüfen sie nochmal näher, aber ich denke nicht, dass du dir Sorgen machen musst. Versuch macht klug. Wenn du es nicht probierst, weißt du es nicht.

Viel Glück und es wird schon. Die können im Moment eh jeden Mann und jede Frau gebrauchen.

Antwort
von KleinesWolfi, 51

Einen Versuch ist es wert. ;) Frag doch einfach nächstes Mal, wenn du einen Polizisten auf der Straße triffst und er nicht gerade in Eile ist.

Antwort
von ThisIsGu, 44

Mhh.. Probiers doch einfach? Ich denke, wenn es nicht geführt wird könnte es klappen. Die werden dir schon schreiben wenns da Probleme gibt.

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