Frage von kamiler, 276

Polizeibewerbung trotz Suizidankündigung in Vergangenheit?

Hey, als ich 13 war ging es mir ziemlich schlecht, da sich die ganze Welt gegen mich verschworen hatte. Ich trieb mich im Internet auf verschiedenen Forums rum, wo ich mich nach Suizidmethoden umschaute und auch preisgab, dass ich eventuell Suizid begehen wollte. Ein Polizist in zivil und eine Sozialarbeiterin klingelten bei mir und konfrontierte meine Eltern und mich damit.(Vermutlich meldete mich eine besorgte Person, die meine Einträge eines Forums sah) Ich wollte in keine Anstalt gesteckt werden und redete mich heraus, dass es sich nur um einen makaberen Scherz handelte... Jedenfalls glaubte man mir das mehr oder weniger. Tage später sollte ich mit meinen Eltern zu einem Gespräch beim Jugendamt, dort redete man mit mir über diese Sache mit mir. Der Mitarbeiter vom Jugendamt, glaubte ebenfalls, dass ich nicht Suizid gefährdet bin.

(Im nachhinein, denke ich auch, dass ich zu keinem Zeitpunkt Suizidgefährdet war oder bin. Es war viel eher ein Hilfeschrei. Ich wollte geliebt werden und endlich ein klein wenig Aufmerksamkeit erhalten.)

Der Mann vom Jugendamt, machte sich während des Gesprächs Notizen und beendete das Gespräch etwas in der Art (ich weiß es nicht mehr wortwörtlich) wie "Das wäre dann jetzt geklärt". Allerdings erinnere ich mich ganz grob, wie der Herr vom Jugendamt etwas in eine Akte gelegt hat. Diese Akte bringt mich zu meiner Frage.

Ist diese Suizidankündigung irgendwo vermerkt? Vor allem: Hätte solch ein Suizidvermerk Folgen auf eine Bewerbung bei der Polzei?

Natürlich muss ein Polizist psychisch sehr stabil sein, da er oft mit belastenden Schicksalen wie etwa dem Tod etc. konfrontiert wird. Ich halte mich mittlerweile auch für psychisch absolut stabil, schließlich hat dieser Hilfeschrei es gebracht, dass ich von meinen Eltern wieder etwas Liebe erhalten habe und sie mir aus meiner damaligen zermürbenden Situation heraus geholfen haben. Dies hat mich umso stärker gemacht, auch wenn ich es sehr bereue auf welchem Wege ich mir Hilfe holte.

Ich wäre sehr dankbar, wenn mir einer weiterhelfen könnte, der Ahnung von dieser Materie hat.

Mit freundlichen Grüßen kamiler

PS: Ich möchte noch anmerken, dass ich mich nie geritzt habe oder mich irgendwie anders verstümmelt oder verletzt habe und dementsprechend keinerlei Narben oder ähnliches besitze.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von TheGrow, Community-Experte für Polizei, 165

Hallo kamiler,

wenn Du zum Zeitpunkt des Geschehens 13 Jahre alt warst, hat das Ganze keine Auswirkungen auf eine Bewerbung bei der Polizei, denn bis dahin sind ja diverse Jahre vergangen.

Zwar kann es in der Tat sein, dass der Einsatz noch irgendwo im polizeilichen Vorgangssystem gespeichert ist, aber weder steht davon was

  • im Erziehungsregister
  • im Bundeszentralregister
  • im Führungszeugnis

Allerdings kann es sein, dass Du bei der ärztlichen / psychologischen  Untersuchung beim Einstellungstest nach Suizidgedanken oder psychologischen Problemen gefragt wirst. Bei diesen Fragen würde ich aber nicht unbedingt mit Ja antworten.

Auch solltest Du nicht in psychologischer Behandlung sein, denn bei der Bewerbung musst Du Deinen Hausarzt von der Schweigepflicht entbinden und der wird in der Regel aufgefordert alle Erkrankungen der letzten fünft Jahre anzugeben.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort
von Kleinlok, 104

Hey kamiler,

ich glaub nicht, dass diese Angelegenheit für dich heute noch zu einem Problem werden könnte.  100%tig weiß ich es nicht, aber es wäre auch nicht fair,w enn man wegen dieser sache, die schon einige Jahre zurückliegt und wo du noch sehr jung warst, dir nun zu deinem Nachteil auslegen würde.

Wichtig könnten für dich  z.B. diese 2 Dinge sein:

1. Wie du selber erkennst,  muss ein Polizist psychisch sehr stabil sein, da er oft mit belastenden Schicksalen und Situationen. konfrontiert wird. Andere User haben ja auch darauf hingewiesen, dass  bei einer Bewerbung und in der Ausbildung zum Polizisten sehr darauf geachtet wird, in welcher psychischer Verfassung der Kandidat bzw. die Kandidatin ist. Insofern wäre es sicher wichtig für dich zu klären, wie du deine eigene psychische Verfassung beurteilst. Du schreibst ja, dass du dich mittlerweile  für psychisch absolut stabil häst, das hört sich ja schon mal gut an. Und solltest du doch irgendwo gewisse Einschränkungen  bei dir entdecken- dagagen könntest du was tun.

2. Es könnte sein, dass im Laufe deiner Bewerbung das Gespräch sich mit deinem psychsichen Vorleben befasst. Da könntest du dir im Vorfeld schon einmal überlegen, wie du damit umgehen möchtest. Wenn du die Angelegenheit erklären könntest, dann würde möglicherweise der alte Vorfall nicht zu deinem Nachteil ausgelegt werden. Ich finde auch, dass sollte auch so sein. Du warst jung, hast vermutlich wenig über die ganze Sache nachgedacht, es wäre wie gesagt unfair dir nach Jahren daraus einen Nachteil andienen zu wollen. Vielleicht könnte es auch positiv für dich sprechen, wenn du die Sache offen ansprichst, erkläst was damals Sache war und was du daraus gelernt hast udn wie es dir jetzt geht. Das würde zeigen, dass du lernfähig bist und könnte für dich sprechen.

Es wäre sicher noch ganz sinnvoll, wenn du dir ein paasr erfahrungen von Leuten einholst, die sich bei der Polizei beworben haben.

Liebe Grüße, Thomas

Antwort
von Hoskar, 80

Keine angst jeder hat mal ne Krise im Leben das hat keine Auswirkung auf eine Bewerbung . Nur Erkrankungen die aktuell Einfluss auf eine Berufsausübung haben sind von Belang

Antwort
von Nomex64, 68

Das wird wohl auf eine Einzelfallbewertung hinaus laufen. Du solltest allerdings beim Einstellungsverfahren 100% ehrlich sein. Eine Bewerbung empfehle ich dir dennoch, ansonsten wirst du dich immer fragen "Was wäre Wenn?"

Antwort
von jessica268, 59

Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß sie sehr viel in den Computer eintragen, bei der Polizei. Ein Beamter hat mir mal meine Einträge vorgelesen. Sobald die Polizei ins Spiel kommt wird es eingetragen.

Antwort
von JohBa, 71

hej Kamiler,

google mal "Pubertät" und "Adoleszens" und mach´ Dir dann mal Deinen eigenen Kopf. Ich bin sicher, dass diejenigen, die Einstellungstests durchführen, mit genau diesen beiden Lebens-Phasen und deren Bewertung sehr vertraut sind. Also: cool down ;-).

LG JohBa

Antwort
von annaaugustus, 101

Wenn du generell ein psychisches Problem hast, wird man das in der Ausbildung auf der Polizeischule schnell merken. Auf der Polizeischule wird man auch mit psychisch schwierigen Situationen konfrontiert und dort gibt es eine Menge an Verhaltenstests. Wenn du also die Probleme deiner Kindheit nicht restlos verarbeitet hast, wird das an der Polizeischule definitiv auffallen. Und dann ist der Beruf für dich sowieso Geschichte.

Kommentar von kamiler ,

Ich persönlich würde sagen, dass alles verheilt ist. 

Danke für deine Antwort

Antwort
von Menuett, 68

Nein, das taucht nirgendwo auf.

Keine Sorge.

Antwort
von brido, 66

Jugendsünden werden normalerweise gelöscht. 

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