Frage von kilniper, 31

Politik Vortrag (Ideen)?

Hallo, wir müssen in Politik in der Schule immer mal wieder einen Kurzvortrag über einen Wochenrückblick halten, demnächst bin ich dran. Habt ihr Ideen, wie ich den Vortrag Interessant gestalten kann, denn niemand aus meiner Klasse interessiert sich wirklich dafür. Wir sollen in dem Vortrag auf Nachrichten der vergangenen Woche oder des Monats eingehen.

Danke für die Hilfe Lg kilniper

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 31

Politik ist für mich halt leider nichts mehr, wo man mitgestalten kann, wenn man sowieso nur korrupte Politiker wählen kann, die zu 99% zu Gunsten der Industrie handeln. Die Meisten Leute schweigen das aber tot.

Ich mache Schülern keinen Vorwurf, dass sie pauschale, nicht selten von Staatsfeinden geäußerte Vorurteile ("korrupte Politiker") nachbeten und die politischen Möglichkeiten, die jeder Bürger hat, nicht kennen.

1. Jeder mündige Bürger hat das Recht, zu wählen und gewählt zu werden.

2. Jeder Bürger darf eine politische Partei gründen und für seine Ansichten um Mehrheiten zu werben.

3. Jeder Bürger darf einer politischen Partei beitreten und hat, je nach Fähigkeit und Interesse, die Möglichkeit, (hohe) politische Ämter wahrzunehmen.

4. Jeder Bürger hat das Recht, an der politischen Willensbildung in Wort und Schrift aktiv teilzunehmen.

5. Jeder Bürger hat das Recht, in Kommunen und Bundesländern über direktdemokratische Maßnahmen Politik zu gestalten.

6. Jeder Bürger hat das Recht, sich gegen Folgen einer verfassungswidrigen Politik an die Gerichte bis hin zum Verfassungsgericht und die europäische Gerichtsbarkeit zu wenden.

7. Jeder Bürger hat das Recht, gegen eine verfassungswidrige, die freiheitlich-demokratische Grundordnung gefährdende Politik des Staates aktiven Widerstand zu leisten, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Fazit: Jeder Bürger in Deutschland hat, wie man unschwer erkennen kann, viel mehr Möglichkeiten, sich demokratisch einzubringen, als "nur" zu wählen. Inwiefern ein Bürger das aber tut, hängt von seiner grundsätzlichen Bereitschaft ab, sich für unseren Staat und unsere Gesellschaft zu engagieren. Es sind meist diejenigen, denen aus Unfähigkeit oder Dummheit die Bereitschaft zu einem solchen Engagement fehlt und nur soweit reicht, sich auf dem Sofa herumzulümmeln und ohne Nachdenken Stammtischparolen über die pauschale Schlechtigkeit und Unfähigkeit der Politiker nachzuplappern.

Allgemein glauben die Menschen ja alles, was ihnen vorgesetzt wird.

Nein, nur die Dummen und Ungebildeten! Leider scheint diese menschliche Spezies auf dem zahlenmäßigen Vormarsch zu sein. Die Grundlagen dafür sind schon vorhanden, wenn sich z. B. ganze Schulklassen Heranwachsender nicht für Politik interessieren und nur die Parolen nachplappern, die sie vermutlich insbesondere in ihren Elternhäusern hören. Dies zur Warnung und Mahnung an alle Schüler, die hier mitlesen!

MfG

Arnold

Kommentar von kilniper ,

Klingt eigentlich durchaus interessant, was du da sagst.

Ich denke aber, dass (viele) Menschen sich grade was Meinungen angeht, die ihnen von diversen Medien vorgesetzt werden sich einfach in eine Denkweise schlagen lassen die völlig einseitig und der Masse entsprechend ist. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, aber leider gibt es einfach so viele Theoretiker, die meinen alles besser wissen zu müssen, aber keine praktische Erfahrungen an den Themen haben über die sie urteilen.

Und genau das ist der Grund, weshalb ich persönlich mich aus manchen Fragen raushalte und keine unüberlegten Statements rausballere, über die ich letzten Endes keine Meinung habe:

Ich finde, das beste Beispiel zur Zeit dafür ist ja die Pegida bzw. AntiPegida Aktion: Klaro ich habe gar nichts gegen Ausländer in unserem Land, und ich bin auch nicht einer von den Leuten die Sagen: "Ich bin ja kein Nazi, ABER.." wegen mir können sie alle herkommen :D. Dennoch müssen wir leider dank der derartigen Terrorumstände ohnehin aufpassen, wer herkommt und wer nicht. Das hat nichts mit Rassismus zu tun und auch nichts mit Flüchtlingen. Dieses Problem gäbs auch ohne Flüchtlinge. Ich finds aber schade, dass die einen meinen, über den anderen stehen zu müssen. Klar, es gibt auf jeder Seite Extremfälle (Gewalttätige,...), aber generell hat ja jede Seite Punkte, mit denen man sich ja mindestens auseinandersetzen könnte.

Um auf die Politiker zurückzukommen: 

Es mag zwar ausgelutscht sein, wenn ich jetzt mit diesem Argument komme, aber ist es nicht paradox, dass Menschen, die sich pro Jahr ein Vermögen verdienen, darüber Urteilen, dass die Menschen mit 8,50 Stundenlohn auskommen müssen. (und das sag ich nicht weil ich keine Ahnung habe, leider konnte ich es selbst miterleben wie man mit 8,50 pro Stunde so gar nicht auskommt, vor allem, wenn man mehrere Leute ernähren und versorgen muss.

Ich will hier keine neue Schubladen öffnen, wenn du verstehst was ich meine, aber ich denke, dass sich die Jugend zur Politik mehr Gedanken macht, als manche denken, sie aber dann zum Schluss kommen, dass das ganze irgendwie nicht so läuft, wies laufen sollte ;)

Lg

kilniper

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Ich denke aber, dass (viele) Menschen sich grade was Meinungen angeht, die ihnen von diversen Medien vorgesetzt werden sich einfach in eine Denkweise schlagen lassen die völlig einseitig und der Masse entsprechend ist. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, aber leider gibt es einfach so viele Theoretiker, die meinen alles besser wissen zu müssen, aber keine praktische Erfahrungen an den Themen haben über die sie urteilen.

Und genau das ist der Grund, weshalb ich persönlich mich aus manchen Fragen raushalte und keine unüberlegten Statements rausballere, über die ich letzten Endes keine Meinung habe:

Hier hast du den Punkt angesprochen, der es ratsam erscheinen lässt, wesentliche, die Zukunft des Landes und der Gesellschaft bestimmende Entscheidungen nicht durch das Volk selbst, dessen politische Urteilsfähigkeit sehr zweifelhaft ist, sondern durch Berufspolitiker treffen zu lassen.

Ich will hier keine neue Schubladen öffnen, wenn du verstehst was ich meine, aber ich denke, dass sich die Jugend zur Politik mehr Gedanken macht, als manche denken, sie aber dann zum Schluss kommen, dass das ganze irgendwie nicht so läuft, wies laufen sollte ;)

Ich begrüße es, wenn die Jugend sich für Politik interessiert und kritisch sowohl ihren Umgang mit Medien gestaltet als auch politische Ereignisse und Entwicklungen reflektiert. Gewiss ist es richtig, sich darüber Gedanken zu machen - um bei deinem Beispiel zu bleiben -, ob der gesetzliche Mindestlohn ein Leben in Würde ermöglicht. Politiker müssen, wenn sie so eine Entscheidung treffen, immer eine Gratwanderung bedenken zwischen dem Notwendigen und Machbaren. Weil es wegen der vielfachen Dumpinglöhne dringend geboten schien, gesetzgeberisch ins Wirtschaftsgeschehen einzugreifen, haben die Politiker einen Mindestlohn beschlossen, der einer Einzelperson wenigstens ein Leben deutlich über dem Lebensminimum ermöglicht. Bei einer Familie stockt der Staat durch entsprechende, gesetzlich abgesicherte Hilfen das Familieneinkommen auf. Ein solches Gesetz war notwendig, um allzu dreiste Ausbeutung von Arbeitskräften zu verhindern. Es verhindert nicht, dass Arbeitgeber deutlich bessere Löhne zahlen können! Das zu erreichen, ist aber in einer freien Marktwirtschaft die Aufgabe von Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern, nicht des Staates. 

MfG

Arnold

Antwort
von TUrabbIT, 29

Der Krieg in Syrien und seine Auswirkungen ist zur Zeit DAS Thema in allen Medien. Du könntest über die Hintergründe des Krieges berichten und über die Entwicklungen seit den Pariser Anschlägen.

Wenn du provozieren möchtest: Bring das Thema Völkerrecht auf. Die Frage wieso USA, Frankreich und Co.  (und bald evtl auch Deutschland)  mit Ausnahme von Russland entgegen dem Völkerrecht* in Syrien Krieg führen (dürfen) und was das für die Berufung aufs Völkerrecht in anderen Fällen bedeutet.

*Kein UN-Mandat und keine Einwilligung durch die Syrische Staatsregierung.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 19

Wenn du erst "demnächst" dran bist, solltest du die Frage stellen, wenn es soweit ist. Erst dann kann man wissen, was Interessantes in der Woche oder auch im Monat zuvor geschehen ist.

Und wenn sich in eurer Klasse niemand - du eingeschlossen? - für das politische Geschehen interessiert, ist das mehr als traurig! Wie wollt ihr selbständige, kritisch denkende Bürger in einem demokratischen Land werden und sein? Wollt ihr allenfalls Stimmvieh sein und ansonsten nur euren Trieben leben?  :-((

Mit bedenklichen Grüßen

Arnold

Kommentar von kilniper ,

Ich persönlich stehe da eher offen zu. Politik ist für mich halt leider nichts mehr, wo man mitgestalten kann, wenn man sowieso nur korrupte Politiker wählen kann, die zu 99% zu Gunsten der Industrie handeln. Die Meisten Leute schweigen das aber tot.

Deswegen möchte ich mich da eigentlich eher raushalten. Ich habe zwar Meinungen, die sind aber ein bisschen komplexer als ein striktes "ja" oder "nein". Allgemein glauben die Menschen ja alles, was ihnen vorgesetzt wird.

Antwort
von hoermirzu, 28

Zur Zeit sind wohl nur zwei Themen da. Flüchtlinge und Möchtegern IS, die arabische Mörderbande.

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