Frage von oxBellaox, 51

Polen, Rumänen, Griechen?

Hallo,

man erzählt uns ja im Zuge der momentanen Flüchtlingswelle, wir brauchen Facharbeiter, weil sonst unser sozialsystem zusammenbricht, da wir so gut wie keine Kinder mehr bekommen.

Reichen die o.g. 3 Gruppen nicht dazu aus? Griechen z.B wären doch froh Arbeit zu finden, da es Griechenland ja mehr als miserabel geht. Der andere Vorteil ist der, dass ihre Religion und Mentalität besser zu uns passt.

Deutschland ist ja relativ klein - Polen, Rumänien und Griechenland zusammengenommen reicht das nicht aus? Danke für eine verständliche Antwort!

Antwort
von legpuska, 20

Ich glaube nicht an den Fachkräftemangel, dann sind da noch die Sprachbarrieren, ich habe auch gelesen, dass z.B. viele Spanier wieder zurück gehen, weil sie mit dem Wetter nicht klarkommen. Ich denke so attraktiv ist Deutschland nun auch wieder nicht, vor allem wenn man nen eher schlecht bezahlten, unattraktiven Job hat, und gerade da mangelt es eben an Leuten (Pflege, Hotelgewerbe).

Antwort
von Schuhu, 51

Du verwechselt da etwas. Die Flüchtlinge kommen nicht, weil wir Arbeitnehmer brauchen, sondern weil ihr Land vom Krieg verheert wird, und ihr Leben dort bedroht ist. Diese Flüchtlinge aufzunehmen ist eine Pflicht der Menschlichkeit und auch im Grundgesetz (Asylrecht) gefordert. Menschen aus Polen, Rumänien und Griechenland sind ja keine Verfolgten. Trotzdem spricht nicht dagegen, wenn sie hier arbeiten möchten, sofern sie die entsprechende Ausbildung haben.

Kommentar von oxBellaox ,

nein ich glaube du verwechselst auch etwas: sie müssen ja im ersten sicheren land ihren Asyl-antrag stellen und das haben sie nicht getan. Man hat sie hereingewunken und gemeint, wir bräuchten Facharbeiter. so habe ich das verstanden und auch viele andere.

Kommentar von Apfelkind1986 ,

so habe ich das verstanden und auch viele andere.

Das macht es nicht richtiger.

Kommentar von Schuhu ,

@ oxBellaox: Die Regelung, dass die Flüchtlinge im ersten sicheren Staat ihren Antrag stellen müssen, war vorübergehend ausgesetzt, da diese Länder überfordert waren. Da ist es doch selbstverständlich, dass wir ihnen solidarisch helfen und einen Teil der Flüchtlinge ohne großen Verwaltungsaufwand aufnehmen. Hätten wir sie weiter in Budapest vor dem Bahnhof kampieren lassen sollen oder im Matsch vor Slowenien? Inzwischen gilt die Dublin-Regelung wieder und du kannst weiter auf Facharbeiter aus dem europäischen Ausland hoffen, die übrigens problemlos hier arbeiten dürfen, wenn sie ihre Qualifikation nachweisen.

Antwort
von ludpin, 32

Ich würde bezweifeln dass es in Rumänien und Griechenland viele Facharbeiter gibt. Ausserdem können sie auch kein deutsch. Und die Arbeitsmoral der Griechen kennen wir ja. Das mit den Facharbeitern ist auch übertrieben. Es gibt mehr freie Stellen in niederen Jobs die Deutsche nicht mehr machen wollen. Hier können die Flüchtlinge uns entlassen.

Es gibt ja zwei Möglichkeit, 1. die Flüchtlinge vor den Grenzen der EU verenden zu lassen, ggf. abzuknallen wenn sie die EU betreten. Oder sie aus humanitären Gründen reinzulassen, muss ja nicht sein dass sie ewig bleiben.

Es ist klar dass die kleinen Länder dies nicht verkraften können. Neben Deutschland gibt es nicht viele die das wirtschaftlich überleben würden.

Kommentar von oxBellaox ,

ich nehme deine persönliche Meinung zur Kenntnis und lasse sie mal so stehen.

Antwort
von Goldmariele, 30

was sollen denn die Politiker anderes sagen?

Antwort
von alphonso, 23

Dass wir Facharbeiter brauchen, ist richtig. Diese aus dem Osten zu rekrutieren ist sehr egoistisch. Wer soll dann die Wirtschaft / medizinische Versorgung aufrecht erhalten, wenn die dortigen Fachkräfte zu uns kommen? In einem großen Krankenhaus unserer Stadt arbeiten viele rumänische Ärzte. Einige Deutsche mussten nach Rumänien gehen, damit dort das GesUndheitssystem nicht kollabiert....

Kommentar von oxBellaox ,

das stimmt so nicht

Kommentar von Dunacsilla ,

Die Fachkräfte aus Ost-Europa kommen ohnehin, weil sie hier mehr verdienen. Ich habe achtzehn Jahren in Ungarn gelebt und bin noch oft dort. Nicht mehr anwesend sind: meine Frauenärztin (ist mittlerweile in Passau tätig), mein Zahnarzt (arbeitet in Wien), mein Maler der immer die Fenster gestrichen hat (arbeitet in Dänemark), meine Kosmetikerin (arbeitet saisonweise in einem Luxushotel in St. Moritz) und ein Bekannter der Koch war. Auch er arbeitet sechs Monate im Jahr in Österreich. 

Gerade wird hier in Berlin der Innenhof des Hauses erneuert. Dort arbeiten zwei Ukrainer (wie die zu einer Arbeitserlaubnis gekommen sind, weiss ich nicht). Der Paketdienst schickt Polen. 

Die arbeitswillige Menschen aus dem Osten der EU können hier jederzeit arbeiten und tun das auch. 

Die Flüchtlinge kommen weil sie in ihrer Heimat keine Lebensgrundlage mehr haben, weil sie alles verloren haben. Andere kommen weil sie in Deutschland ein besseres Leben erwarten. Fachkräfte sind wenige darunter. Die letzte Zahlen des IFO sprechen von 10-15 % Fachkräfte. Sie werden das Sozialsystem lange belasten, die Krankenversicherungskosten in die Höhe treiben und später von Deutschland eine Rente erwarten. 

Ich werde mich weiter dafür stark machen, dass wir Verfolgten aufnehmen. Ich bin aber auch dafür, dass sie das Land wieder verlassen, wenn im Herkunftsland die Lage sich beruhigt hat.

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