Frage von Abc9923, 53

Plötzliches Machtgefühl gegenüber dem Therapeuten während der Therapiesitzung, wie und woher?

Antwort
von Suboptimierer, 53

Hast du das Gefühl, dass du etwas weißt, was er nicht weiß? Hast du das Gefühl, die Sitzungen beliebig steuern zu können? Lässt du deinen Therapeuten mit Absicht in die Irre laufen? Glaubst du, dass der dir sowieso nichts vorschreiben kann?

Kommentar von Abc9923 ,

Nein,  habe ich nicht.  

Wie gesagt,  es kam plötzlich.  

Kommentar von couldntholdyou ,

@ Suboptimierer: Mich würde interessieren, was deine Antwort wäre, wenn man alle deine Fragen mit "ja" beantwortet. 

War nämlich in einer ähnlichen Situation.

Kommentar von Suboptimierer ,

Man sucht den Therapeuten auf, damit einem geholfen werden kann. Sonst könnte man sich den Weg gleich sparen, denn es kann nur jemandem geholfen werden, der sich helfen lassen will.

Setze ich mich bei einem Therapeuten auf die Couch, dann will ich etwas von ihm. Ich verpflichte mich selbst zur Kooperation. Ich muss dem Therapeuten die Leitung der Sitzung überlassen, versuchen, mich zu öffnen. Mit einer Boykottierung will ich mich schützen. Ich muss mich selbst ermahnen, mich zurück zu halten und mich so gut es geht dem Therapeuten öffnen. Wenn ich mich so überlegen fühle, warum sitze ich auf der Patientenseite und der Therapeut dort, wo er sitzt? Diese Frage sollte ich mir immer wieder in Erinnerung rufen.
Der Therapeut benötigt eine faire Chance. 

Wenn ich zu einem physischen Arzt gehe und nicht kooperiere, d. h. Medikamente nicht einnehme, Verband abwickel oder heilende Wunden aufkratze, dann hätte ich mir auch diesen Weg sparen können.

Ich habe das Gefühl, dass viele sich oft selbst blockieren und dann behaupten, der Therapeut würde nichts taugen.
So wandern sie von Therapeut zu Therapeut und sind am verzweifeln, weil sie niemanden finden, der ihren seelischen Schmerz lindern oder heilen kann.

Kommentar von couldntholdyou ,

Das Problem an der ganzen Sache ist aber ja, dass die psychischen Erkrankungen, wegen welchen man einen Therapeuten aufsucht, dieses Blockieren mit sich bringen, bzw. Teil dieser Krankheit sind. 

Klar kann man als gesunder Mensch sagen "Ich muss mich einfach zusammen reissen und darauf eingehen.", aber sag das mal jemandem, der unter Depressionen oder Schizophrenie leidet. 

Für die meisten ist es schon einige riesige Überwindung sich überhaupt einzugestehen, dass sie Hilfe benötigen und diese dann zu suchen. Da ist das Annehmen dieser nochmal ein ganzes Stück schwieriger. 

Und ich finde darauf sollten Psychologen auch eingehen können und eine Vertrauensbasis erarbeiten. Deshalb werden sie ja nunmal Psychologen, um anderen Menschen zu helfen.

Und es ist ja nicht so, dass diese Menschen keine Hilfe wollen, sie können sie eben einfach nicht annehmen. Und das ist kein Fehler ihrerseits, ganz und gar nicht.

Kommentar von Suboptimierer ,

Ja, das ist in der Tat ein Problem.

Leider gibt es Fälle, bei denen selbst ein sehr guter Therapeut nicht viel helfen kann. Natürlich. Es gibt auch physische Krankheiten, bei denen ein Arzt nicht helfen kann.
Ich finde, es gibt viele Parallelen zwischen Körper und Geist. 

Was soll ich darauf antworten, dass du mir sagst, dass mancher Leute Krankheiten eine Therapie unmöglich macht? Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Ein Teufelskreis.

Einziger Vorschlag wäre noch, eine Therapie mit Psychopharmaka zu kombinieren. Fehlen soziale Kontakte, sind dann aber auch dann irgendwann die letzten Karten gezückt.

Ich glaube allerdings, solange man den Mut hat, sich Hilfe zu holen, besteht immer noch ein Funken Hoffnung.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten