Frage von Hallvard91, 105

Plötzliche Forderungen von Nebenkostenabrechnungen aus den Jahren 2014/2015. Wie reagieren?

Liebe Community,

ich hoffe ihr könnt mir zu folgendem Problem weiterhelfen:

Ich bin im vergangenen Mai 2015 umgezogen, vor dem Umzug suchte ich einen Nachmieter für die Wohnung. Dieser Nachmieter meldete sich Gestern bei mir, weil die Hausverwaltung noch Nebenkostenabrechnungen von 2014 und 2015 (!) von mir Einfordern möchte. Ich bin aus allen Wolken gefallen, und Frage mich wie diese darauf kommen, da ich auch bereits meine Kaution ausgezahlt bekommen habe. Der Vermieter des Hauses ist im Dezember 2015 verstorben und nun wurde eine Firma zwecks Verwaltung eingesetzt. Ich habe bereits meine Unterlagen durchgesehen und festgestellt das ich nie eine Nebenkostenabrechnung für 2014 und 2015 erhalten habe. D.h wurde mir nie eine Frist zur Anfechtung oder zur Zahlung der Summe eingeräumt. Ist dies Rechtens? Ich habe mich schon in diversen Foren umgesehen, fand dort immer eine Klausel das sämtliche Ansprüche für Nebenkostenabrechnungen von 2014 spätestens am 15.01.2015 verjähren. Und die Forderungen von 2015 dementsprechend Januar 2017. Könnt ihr mir ein paar Tipps geben wie ich nun Vorgehen soll?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 42

Wenn das Abrechnungsjahr dem Kalenderjahr entspricht, ist eine Abrechnung für 2014, die Dich jetzt oder in naher Zukunft erreicht, verfristet. Nachzahlungen müßtest Du nicht mehr leisten. Allerdings hast Du Anspruch auf evtl. Guthaben.

Die Abrechnung 2015 (Januar bis Mai) wäre demnach noch in der Zeit und hierfür müsstest Du auch noch evt. Nachzahlungen löhnen.

Es ist aber Sache der Firma, Dir die Abrechnung korrekt zu zu stellen. Du musst ihnen nicht nachlaufen.

Kommentar von bwhoch2 ,

Danke für die Auszeichnung

Antwort
von schleudermaxe, 14

Also, mit verjähren ist es immer so eine Sache, aufgrund der gesetzlichen Vorgaben machen die das nach 3 Jahren, also für 2014, fällig in 2015, am 31.12.2018. Es ist sicherlich die Verfristung gemeint.

Und die hat der Vermieter verzockt, wenn er denn die Verspätung zu vertreten hat. Wir rechnen aktuell gerade ab die Jahre 2013 und 2014, denn erst jetzt trudeln die Rechnungen der Versorger ein und deren Verjährung beginnt ja nicht mit der Lieferung, sondern mit der Rechnungslegung. Ausdrücklich so gewollt von denen in Berlin.

Hier wurde ja auch die Mietsicherheit vorbehaltlos sicherlich abgerechnet und somit gibt es auch keine Fordrungen der Vermieter mehr durchzusetzen. Viel Glück.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 23

Ohne Abrechnung der Vorauszahlungen kann keine Nachforderung erhoben werden. Selbst wenn abgerechnet worden wäre und die Abrechnung auch inhaltlich und formell korrekt war, ist bei Zustellung nach Ablauf der Abrechnungsfrist eine Nachzahlung nicht mehr zu leisten, das wegen Verfristung. Wenn Grundlage das Kalenderjahr lt. Mietvertrag vereinbart wurde, ist die Abrechnung für 14 ab 1.1. 16 verfristet. Für die 15er Abrechnung hat der Vermieter noch Zeit bis 31.12.16 für die fristgerechte Zustellung.

Fordere den neuen V. bzw. die HV auf (schriftlich per Einwurfeinschreiben) dir bis zum 15. März 2016 die Abrechnung für das Abrechnungsjahr 2014 zuzustellen. Kündige dabei gleich mit an, dass du bei Verfristung sämtliche Vorauszahlungen des Jahres 2014 zurückforderst. Das ist dein Recht. Kündige an, dass du erforderlichenfalls den Rechtsweg beschreiten wirst.

Was die ganze Sache deinen Nachmieter angeht, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 49

Wenn die HV bzw. der Vermieter was von Dir will sollen die sich an Dich wenden.

Ich bin im vergangenen Mai 2015 umgezogen, vor dem Umzug suchte ich einen Nachmieter für die Wohnung.

Hast Du die Wohnung denn gekündigt und der "Nachmieter" einen Vertrag mit dem Vermieter abgeschlossen?

Umziehen heißt ja nicht das der Vertrag beendet ist.

Kommentar von Hallvard91 ,

Hallo, ich habe der HV nicht meine neue Adresse mitgeteilt, und diese hätten mich nur telefonisch über den Informationen des alten Mietvertrags (HandyNr) kontaktieren können.

Ja, die Wohnung wurde Fristgerecht und ordentlich gekündigt. Und der neue Mieter hat einen eigenständigen Vertrag mit der HV geschlossen. Gerade aus dem Grund da dieser seine Bezüge vom Amt bezieht.

Kommentar von anitari ,

Nun ja, dann wurden die Abrechnungen an die alte Anschrift geschickt.

Der Vermieter ist nicht verpflichtet die neue Anschrift zu ermitteln oder den Mieter anzurufen um zu fragen wohin er denn nun die Abrechnung(en) schicken soll.

Für ihn gelten sie, da ja offensichtlich nicht zurück geschickt, als zugestellt.

Wie vorgehen?

Gar nicht. Denn Du hast ja keine Abrechnungen erhalten. Das was der Nachmieter erzählt ist völlig irrelevant.


Kommentar von Hallvard91 ,

Danke für deine Antwort,

aber wenn die HV verzweifelt versucht diese mir unbekannten Abrechnung an meine alte adresse zu senden, sollten diese doch realtiv schnell Feststellen das diese Anschrift bereits wieder vermietet wurde.

D.h ich sollte nun überhaupt nicht auf die Forderungen der HV reagieren?

Kommentar von albatros ,

Der Vermieter hätte deine neue Anschrift ohne Probleme beim Meldeamt in Erfahrung bringen können, er kann sich also nicht herausreden. Außerdem müsste er Beweis antreten, dass die Abrechnung tatsächlich in deinen Machtbereich gelangt ist.

Kommentar von Fielkeinnameein ,

@Anitari

Sry aber das klingt weit her geholt. Der Vermieter will was von dir und wenn man ihm die korrekte Adresse mitgeteilt hat und er es nicht hin bekommt es an die richtige zu senden, ist das einzig und allein Problem des Vermieters.


Antwort
von Genesis82, 30

Wenn die Hausverwaltung Geld von dir haben möchte, dann muss sie sich auch bei dir melden und nicht beim Nachmieter.

Die Nachforderung für 2014 ist verfristet, du müsstest sie nicht mehr zahlen, hättest aber noch Anspruch auf ein Guthaben.

Für das Jahr 2015 hat der Vermieter Zeit bis zum 31.12.2016, wenn das Abrechnungsjahr 1.1.-31.12. ist. Wann du ausgezogen bist spielt dabei keine Rolle, du bekommst dann von der Jahresabrechnung entsprechend deinen Anteil. Der Vermieter muss keine unterjährige Abrechnung machen, nur weil der Mieter ausgezogen ist. Das kann er im Normalfall auch gar nicht, weil auch Dinge wie Heizung, Müll, Versicherungen etc. nur einmal jährlich abgerechnet werden.

Kommentar von Hallvard91 ,

Hallo, vorab erstmal vielen Dank für die Anwort.

Ich habe Gestern die Nebenkostenabrechnung bei meinem Nachmieter abgeholt, diese wurde ihm in seinen Briefkasten geschmissen... Die Rechnung wurde am 07.02.2016 erstellt. Hat dies Einfluss auf die von Ihnen beschriebenen Fristen? Aus der Betriebskostenabrechnung entnommen wurden die Abrechnung von 2014 und 2015 zusammen aufgelistet. Sprich, der Abrechnungszeitraum vom 01.05.2014 bis zum 30.04.2015. Das bedeutet ich bin in der Verpflichtung zu zahlen?

Kommentar von BS3BM ,

Dein Nachmieter hätte z. B. die Abrechnung an die Hausverwaltung zurückschicken können mit dem Hinweis "unbekannt verzogen", dann hätte die Hausverwaltung eben eine Einwohnermeldeamtsanfrage machen müssen. Aber jetzt ist die Abrechnung nunmal bei Dir gelandet.

Verfristet ist die Abrechnung nicht, da das Abrechnungsjahr vom 01.05.14 bis 30.04.15 geht (= normale Abrechnungsperiode?). Zudem kann es wegen dem Tod vom Vermieter im Dez. 15 zu Verzögerungen gekommen sein, die einer Verfristung entgegenstehen (würde nur relevant sein, wenn die Abrechnungsperiode immer das Kalenderjahr war).

Die Rückzahlung der Kaution hat nichts damit zu tun, dass noch Forderungen aus NK-Abrechnungen offen sind. Allerdings behalten die meisten Vermieter einen Teil der Kaution bei noch ausstehenden NK-Abrechnung als Sicherheit zurück.

Antwort
von Fielkeinnameein, 36

Was juckt dich wenn der Nachmieter sich bei dir meldet? Wenn die Geld von dir wollen sollen sie dir die Nebenkostenabrechnung schicken. Ansonsten würde ich nicht mal reagieren.

Kommentar von Hallvard91 ,

Das Problem dabei ist, dass der Nachmieter mich hysterisch anrief und mir mitteilte, das die HV mich sucht! Die haben Ihm sogar die Betriebskostenabrechnungen in den Briefkasten geschmissen (!). Ich empfinde die ganze Situation mehr als Unangenehm, vorallem da der gute Mann nichts damit am Hut hat. Und gerade aus diesem Grund möchte ich die Situation klären, bevor der arme Nachmieter weiterhin damit belästigt wird.

Kommentar von Fielkeinnameein ,

Wenn du ausziehst teilst du deine neue Adresse doch dem aktuellen Vermieter mit. Ebenso meist die Telefonnummer und die Mailadresse. Wenn dich der Vermieter sucht, kann er zum Bürgerservice gehen und deine Adresse einfach erfragen .. Wie ich sagte, ich würde mich nicht rühren .. Aber wenn es dir so wichtig ist solltest du den aktuellen Vermieter vllt einfach mal anrufen??

Antwort
von beangato, 45

Wende Dich mal an den Verbraucherschutz oder den Mieterschutzverein.

Kommentar von bwhoch2 ,

Mach das nicht, denn die Leute haben besseres zu tun.

Kommentar von beangato ,

Nicht wirklich - sie sind da, um zu helfen.

Der FG kannsja auch sein lassen und dann möglicherweise Mahnungen usw. bekommen.

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