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PKW Leasing oder Finanzierung

gefragt von Haloween am 18.09.2009 um 11:48 Uhr

Hallo liebe Gemeinde,

habe folgendes Problem. Ich möchte mir als Unternehmer einen PKW zulegen. Folgendes Angebot habe ich vorliegen:

Leasing: € 300,33 x 36 Monate = € 10.811,88 Sonderzahlung = € 5.000,-- Restzahlung = € 15.450,-- = Gesamt: € 31.261,88 brutto

Finanzierung: € 323,77 x 72 Monate = € 23.311.44 Sonderzahlung = € 5.000,-- Restzahlung = € 5.713,77 = Gesamt € 34.025,21 brutto

Natürlich ist auf dem ersten Blick die Finanzierung teurer. Aber wie macht sich das steurlich bemerkbar, und welche Variante sollte ich wählen. Für eure Tipps wäre ich sehr dankbar.

Gruß Haloween

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anonym
beantwortet von Annabelle2 am 20. September 2009 20:06
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Das meiste wurde schon gesagt. Jeanmarie hat auch recht. Aber ich unterstelle mal, daß Du das Fahrzeug zur Ausübung Deiner selbständigen Tätigkeit benötigst. Und dass Du die Wahl sachgerecht getroffen hast (ein angemessen sparsames und zuverlässiges Fahrzeug).

Für die Entscheidung Leasing oder Kredit reichen pauschale Urteile nicht aus. Steuerlich gibt es seit einiger Zeit keine großen Unterschiede. Kreditzinsen und ein Anteil der Leasingraten werden dem steuerlichen Gewerbeertrag zugrechnet und unterliegen der Gewerbesteuer (diese konnte man früher bei Leasing sparen). Absetzen kann man einerseits die Leasingraten, andererseits die Zinsen und die Abschreibung - auch das gibt keinen nennenswerten Unterschied.

Vorteilhaft für Leasing ist die Bilanzneutralität. Daraus ergibt sich in der Regel eine höhere Eigenkapitalquote. Ungünstig kann eine Darlehensfinanzierung auch sein, wenn sie über die Hausbank erfolgt und somit einen evtl. vorhandenen Kreditrahmen schmälert.

Ich unterstelle, daß die von Dir genannten Zahlen netto sind, also ohne Mehrwertsteuer. Konkret, daß die Auszahlungssumme bei Kredit ebenfalls netto (ohne MwSt) ist. Andernfalls hätte Annaberg recht.

Die entscheidende Frage ist die rechtliche Ausgestaltung der "Schlusszahlung". Wenn es sich dabei um eine Kaufoption handelt (Du hast das Recht das Fahrzeug zu diesem Preis zu erwerben - musst es aber nicht), würde ich Leasing vorziehen. Handelt es sich um ein Andienungsrecht des Leasinggebers (er hat das Recht, von Dir den Kauf zu diesem Preis zu verlangen), solltest Du andere Leasingformen (z. B. km-Vertrag bei einem Fachhändler) in Erwägung ziehen - oder Dich tatsächlich zur Darlehensfinanzierung entschließen.

Dabei stellt sich aber auch noch die Frage, ob Du tatsächlich so wenig km fährst, daß eine Finanzierung auf 6 Jahre der beabsichtigten Nutzungszeit entspricht.

Kommentar von FordPrefect am 16. Oktober 2009 17:11

Fast richtig :-)
Kleine Korrektur: Die steuerliche Auswirkung der Anrechnung von Leasingraten auf die Gewerbesteuer im Zuge der Unternehmenssteuerreform 2008 ist durch die Freigrenze von 100 TEUR für die überwiegende Zahl der Gewerbetreibenden ohne jeden Belang. Insofern ist Leasing auch weiterhin die mit Abstand günstigste und praktischste Methode der Finanzierung bei Mobilien (Immobilienleasing ist eher für Großunternehmen attraktiv).


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anonym
beantwortet von Jeanmarie am 19. September 2009 11:56
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Liebes Gemeindemitglied,

da bin ich aber beruhigt, dass Du die monatliche Rate für die Finanzierungsrate des Autos schon einkalkuliert hast. Es ist nämlich immer gut, wenn man die eigene Dummheit auch noch einkalkuliert, vor allem, wenn man das Geld, was man noch nicht hat, schon ausgegeben hat, bevor man überhaupt anfängt. Ein wirklicher Unternehmer legt sich nichts zu, das er noch nicht verdient hat. Es handelt sich also bei Deinem Betrieb eher um eine Scheinselbständigkeit. Denn eine Gewinnerzielungsabsicht ist von vorne herein nicht einkalkuliert, sonst würden ja Gewinne als Investitionsquelle herangezogen werden und nicht Fremdkapital in jeglicher Form.

Ein wirklicher Unternehmer erkennt auch immer Chancen und Risiken. Ein richtiger Unternehmer sieht auch stets aus der Entwicklung des Marktes, wo seine Chancen liegen. Er würde zum Beispiel sehen, dass seit mehr als einem halben Jahr so gut wie keine Gebrauchtwagen mehr abgesetzt werden konnten und die Preise dafür in den Keller gegangen sind. Erbeblich niedrigere Preise geben einen völlig anderen Handlungsspielraum und neue Chancen.

Dich interessiert jedoch nur, ob es teurer ist, über die eine oder über die andere Quelle zu finanzieren. Machen wir also erst mal einen unternehmerische denkenden Unternehmer aus Dir. Wenn Du eine Leasingfirma hättest und müsstest täglich ein neues Auto verleasen. Woher nähmst Du das Geld ? Was kostete es Dich ? Und wen legst Du dafür um ? stop... nein richtiger: auf wen legst Du die Kosten dafür um ? Das würde doch bedeuten, dass auch in einer Leasingrate die Finanzierungskosten der Leasinggesellschaft mit auf den Leasingnehmer abgewälzt werden, oder ? Dann fallen wohl bei jeder Finanzierungsform Kreditkosten oder Zinsanteile an, oder ? Oder glaubst Du, eine Leasinggesellschaft verschenkt die eigenen Finanzierungsbeschaffungskosten ?

Dann kannst also nur über eine Vergleichsberechnung feststellen, ob der kalkulatorische Zins, der in der Leasingrate steckt, höher oder niedriger ist als bei der Bank, weil die Leasinggesellschaft in der Regel keinen EffZins gem. PAngV. angibt.

Ob dann die eine Variante teurer oder billiger ist, hängt davon jedoch nicht ab. Bei der Leasingvariante setzt Du die Leasingrate als Betriebsausgaben an, immer vorausgesetzt, dass das Kfz auch voll betrieblich genutzt wird. Bei der Finanzierungsvariante machst Du die Abnutzung des Fahrzeugs z.B. über 6 Jahre zzgl. der angefallenen Kreditzinsen geltend. Bei der Teilfinanzierung mit Restzahlungen können aber auch diese Restzahlungen über den AfA-Zeitraum angesetzt werden. Allerdings erhöhen auch die Kreditzinsen den Gewerbeertrag für die Bemessung der Gewerbesteuern. Beim Kauf oder der Finanzierung fließt die im Kaufpreis enthaltene USt wieder zurück, bei der Leasingrate ebenso (allerdings nur die USt., die in der mtl. Leasingrate enthalten ist. Erst wenn Du das Fahrzeug nicht mehr hast, lässt sich ermitteln, ob die eine oder andere Variante teurer war, weil die Rechnung nicht ohne das Finanzamt und ohne die Bank gemacht werden darf. Ohne das Finanzamt deswegen nicht, weil auch die AfA oder der Betriebsausgabenabzug zu einer Steuerkürzung führt, falls überhaupt Steuern gezahlt werden. Einen hohen Betrag in einem Jahr geltend machen zu können, in dem der Gewinn auch recht hoch ist, ist besser, als hohe Ausgaben geltend machen zu müssen, wo bereits schon ein Verlust entstanden ist. Und mit der Bank deswegen, weil jeder Kredit den eigenen Finanzierungsrahmen und damit die unternehmerische Beweglichkeit verändern. Wenn Du der Bank mit Deinem Betrieb nur für 10000 Kredit gut bist und Du hast den Rahmen schon mit 9800 ausgeschöpft, dann kannst Dein Konto nur noch mit 200 überziehen, falls mal kein Geld in der Kasse ist und die Miete bezahlt werden muss... oder Gehälter. Und es passiert jedem Unternehmer schon mal, dass er die Einnahmen noch nicht hat, aber schon regelmäßige Ausgaben anstehen.

Pauschal zu sagen, ob Leasing oder Finanzierung besser ist, beinhaltet genausoviel Sachverstand, wie zu behaupten, dass bei einem Unfall Gips besser ist als Aspirin. Und nur deswegen Unternehmer werden, weil Du dann an ein neues Auto kommst... so wie der Unternehmer in der Nachbarschaft das immer macht...

Eine korrekte Berechnung ist nur möglich, wenn das Auto bereits wieder abgestoßen ist, weil dann alle dafür maßgeblichen Faktoren bekannt sind.

Wenn Du schon fremdfinanzierst, dann kannst auch noch fremd denken lassen: Bei der zuständigen Handwerks- oder Handelskammer gäbe es vielleicht Leute, die Dir ausrechnen können, welcher Zins in welcher Rate enthalten ist. Ein Steuerberater macht das auch gerne und für viel Geld. (Das kann man mitfinanzieren !)

Mein Rat als Unternehmer an einen Scheinselbständigen: Kein Geld ausgeben, das nicht vorhanden ist und nur dann ausgeben, wenn es sicher nicht für andere, wichtigere Dinge gebraucht wird oder günstiger oder später erworben und nicht ausgeliehen werden kann.


firstguardian
beantwortet von firstguardian am 18. September 2009 11:53
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Steuerlich kann Leaasing interessanter sein. Beides, Finanzierung oder Leasing bergen den Nachteil der nachhaltigen Belastung des Unternehmens, die auch erwirtschaftet werden muß. Wir haben es stets so gehalten, das "Chinesen" wie"Lea-sing" oder Banken nicht in der Firmenbilanz erschienen sind. Anschaffungen wurden aus erwirtschafteten Gewinnen getätätigt, für die über die AfA der Vergangenheit steuerfrei Vorsorge getroffen wurde. Das setzte allerdings Bescheidenheit bei den ersten Anschaffugnen bei Firmengründung voraus!


bulli66
beantwortet von bulli66 am 18. September 2009 11:49
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für deine steuer, ist leasing besser


anonym
beantwortet von Haloween am 18. September 2009 12:04
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Also kann mir anhand meiner Zahlen niemand so recht einen Tipp geben welchje Variante günstiger ist ?


merci27
beantwortet von merci27 am 18. September 2009 11:53
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du solltest aber auch den Zeitraum bedenken bei Leasing 3 Jahre und bei der Finanzierung 6 Jahre, wie lange du den Geschäftsverlauf kalkulieren kannst.


anonym
beantwortet von FordPrefect am 18. September 2009 11:52
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Der Unterschied ist steuerlich relevant. Die Leasingsonderzahlung muss auf die Leasingdauer verteilt verbucht werden, mindert also den Gewinn im Anschaffungsjahr nur um den anzurechnenden Teil (monatsgenau!) der noch auf das Anschaffungsjahr entfällt. Dafür sind die monatlichen Leasingkosten in voller Höhe Betriebsausgaben. Bei der Finanzierung ist nur der Finanzierungsanteil steuerlich abzugsfähig, nicht jedoch die Tilgung. Weitere Auskünfte diesbezüglich soll bitte Dein Steuerberater erteilen.


anonym
beantwortet von Annaberg am 18. September 2009 11:50
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Wenn Du beim Leasing die Restrate auch noch finanzieren müsstest, käme das gleiche raus. Bei einer Finanzierung bekommst Du die volle Vorsteuer gleich wieder. Das verschafft die Liquidität.

Kommentar von Haloween am 18. September 2009 11:54

Danke für die schnelle Antwort. Da es sich ab Januar um ein Neugewerbe handelt, werde ich mit Sicherheit nach drei Jahren die 15000,-- Euro neu finanzieren müßen. Also sollte ich die Finanzierungsvariante wählen ?

Gruß Haloween

Kommentar von A478ae03b04e492f32191c91bdb29bf4smallfirstguardian am 18. September 2009 11:56

Tut es für den Anfang nicht auch ein preiswerter Gebrauchtwagen, Bis sich die Firma etwas mehr leisten kann?

Kommentar von Haloween am 18. September 2009 12:02

Natürlich, aber den monatlichen Betrag habe ich bereits einkalkuliert.


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