Frage von FCBROT, 81

Pilotennachfrage immer größer?

Hallo ich bin kurz davor den Schulabschluss zu machen und überlege mir eine Pilotenausbildung zu beginnen. Wie ist denn die Situation gerade. Ist die Nachfrage von Piloten immer größer bei z.B. Lufthansa, AirBerlin, Austrian Airways...? Und wie sicher hat man einen Langzeitjob? Also einen Arbeitsvertrag über Jahre damit man nicht aufeinmal ohne Job dasteht und so viel Geld für die Ausbildung ausgab.
Danke schonmal und bitte seriöse Antworten die von diesem Gebiet Ahnung haben :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ramay1418, Community-Experte für Pilot, 34

Hallo, 

der Pilotenmarkt ist überlaufen. Bei LH warten noch rund 800 Schüler im Holding und durch die Umstrukturierung bei LH (bessere Zusammenarbeit der Konzerngesellschaften, gemeinsame Ausbildung, nur noch ein Trainingcenter, Auswahl und Verteilung von Flugschülern auf die einzelnen Gesellschaften) bedingt, wird sich dort in den nächsten Jahren einiges ändern, ist im Augenblick aber keine Option.

Laut Condor gibt es bei ihnen rund 100 Bewerber für einen rechten Sitz. Die EU hat dazu auch noch das Höchstalter auf 65 Jahre hochgesetzt. Dadurch bleiben die Kapitäne länger "am Ruder" und blockieren die Plätze für Nachrücker. 

Standardmäßig fliegst Du gut 40 Jahre - wenn es denn die Airline so lange gibt. Mit 25 fertig mit der Ausbildung, mit 65 in Rente. Das war bisher immer eine Perspektive, muss aber in Zukunft nicht mehr so sein. 

Air Berlin will rund 200 Piloten - wahrscheinlich handelt es sich um charmante, blauäugige, grauhaarige Kapitäne - loswerden; wohl aus Kostengründen. Ryanair wiederum kauft mehr Flugzeuge und braucht zur Bereederung mehr Personal. Allerdings nehmen sie nur "Ready Entries", also fertig ausgebildete Piloten mit einigen Hundert (oder Tausend als PIC) Flugstunden Erfahrung. 

Hast Du Deine Ausbildung abgeschlossen und schaffst den Einstellungstest nicht, brauchst Du einen wirklich guten "Plan B". 

Da aber durch die EU die Ausbildung standardisiert wurde, bist Du ja nicht auf Deutschland beschränkt. Es hindert Dich niemand daran, bei einer Luftfahrerschule (so nennt sie das LBA) irgendeines EASA-Mitgliedstaates eine Ausbildung zu machen (z. B. bei British Airways oder KLM, NIKI in Österreich oder TUIfly in Belgien) und bei einer ausländischen Airline anzuheuern. Eine EASA-Lizenz wird in allen Mitgliedstaaten anerkannt. 

An einer freien Flugschule eine Lizenz zu machen und dann auf einen Job zu hoffen: dafür muss man schon sehr positiv denken und Vertrauen in den wachsenden Markt haben. 

Bei einer mit einer Airline verbundenen Schule (Airlines selbst dürfen als Flugbetrieb keine eigene fliegerische Grundausbildung machen, nur das Typerating) ist das Risiko etwas geringer, auch, weil Du ja den Auswahltest schon bestanden hast. Und wenn die Ausbildung nach MPL stattfindet, ist die Chance groß, einen Job zu bekommen, da MPL nach Airline-Procedures stattfindet. Bei der "alten" modularen Ausbildung (die es ja auch noch gibt) muss Dir die Airline überhaupt keine Jobgarantie geben. 

Nun ist meine Glaskugel aber auch nach vielen Jahrzehnten in der Luftfahrt (wenn auch nicht im Cockpit, so doch nahe dran) immer noch trüb bezüglich belastbarer Vorhersagen für die Zukunft. 

Wie immer hilft nur, sich bei den einzelnen Airlines kundig zu machen und irgendwann zu einem Zeitpunkt T zu sagen: "Mach ich" oder eben "Mach ich nicht". Die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen. 

Kommentar von ramay1418 ,

Danke für den Stern! 

Antwort
von ValliOkkel, 55

Bedenke,dass die Ausbildungskosten bei 100t€ liegen,die du selbst aufbringen musst.

Kommentar von FCBROT ,

Bei Lufthansa sind sie in etwa 80000 die in Raten später vom Gehalt abgezogen werden. Ich bin darüber schon informiert. Danke trotzdem

Kommentar von ValliOkkel ,

Oh schon informiert :) kannst da ja mal anrufen und dich erkundigen. Aber viel glück

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