Frage von jan87654321, 123

Pilot schlimme Arbeitszeiten?

Ich möchte gerne Pilot werden, im TV(Doku) habe ich gesehen dass Pilot so müde sind dass sie sogar häufig im Cockpit einschlafen, dann wenn sie zum schlafen kommen können sie nicht einschlafen( durch Jetlag Biorhythmus...), wie schlimm sind die Arbeitszeiten wirklich? Haben Piloten dann noch Spaß an ihrem Job?

Expertenantwort
von ramay1418, Community-Experte für Pilot, 53

Was heißt "schlimme Arbeitszeiten"? Die haben Angestellte im Krankenhaus, Feuerwehrleute und Polizisten auch. 

Piloten haben sogar den Vorteil, dass die Dienstpläne entsprechend gestaltet werden können und müssen, was bei den anderen Berufsgruppen nicht der Fall ist. Ein Feuerwehrmann kann halt bei einem Brand nicht sagen: "Ich habe jetzt Feierabend, Kollege kommt gleich." 

Es ist halt unterschiedlich, ob man Kurz- oder Langstrecke fliegt. In Europa gibt es keine gravierenden Unterschiede in den Zeit- und Klimazonen, auf der Langstrecke schon. 

Deshalb schreibt die EU-OPS die tägliche Flugdienst- und Ruhezeiten genau vor. Die Regeln erstrecken sich über rund ein Dutzend Seiten, was zeigt, dass man die Problematik durchaus ernst nimmt. 

Längstens fliegen darf man 13 Stunden, danach ist eine mindestens zwölfstündige Ruhephase vorgeschrieben, die aber von vielen Airlines länger eingeplant wird. 

Bei der Kurzstrecke ist nach sechs Legs Schluss; dann muss die Crew ins Hotel. 

Da außerdem die Strahlenbelastung, die bei Nordatlantikflügen am stärksten ist, berücksichtigt werden muss, werden die Dienstpläne entsprechend gestrickt und auch die notwendigen Pausen eingeplant. 

Das alles steht aber in der OPS und bei guten Firmen werden auch Vorlieben oder Einschränkungen von Piloten ernst genommen. So gibt es Piloten, die z. B. nur an die Ostküste der USA fliegen, aber nicht nach LAX oder SFO. Andere kommen von der Langstrecke auf die Kurzstrecke zurück usw. 

Außerdem, und das wird gerne vergessen, gibt es ja nicht nur die großen Airlines. Es gibt ja Firmen, die zwei- oder dreimal am Tag eine bestimmte Strecke fliegen oder die Inseln versorgen. Es gibt die Business-Charter-Fliegerei, Hubschrauberversorgung von Bohrinseln etc. 

Da gibt es ganz andere Flug- und Ruhezeiten, die aber nicht von der OPS abgedeckt sind. Deshalb kann man überhaupt keine pauschale Antwort geben und niemand ist gezwungen, den Job zu machen. 

Antwort
von Interesierter, 53

Das ist ziemlicher Blödsinn. Grundsätzlich haben sich auch Fluggesellschaften an die Arbeitszeitgesetze zu halten. Gerade im Flugverkehr werden Überschreitungen, die praktisch nie vorkommen, drastisch bestraft.

Schwieriger wird es, mit Jetlag oder der ständigen Umstellung des Biorhythmus zurecht zu kommen. Das fällt einigen nach gewisser Zeit leicht, andere gewöhnen sich nie daran. Wie das bei dir aussieht, wird von aussen niemand beurteilen können.

Allerdings hast du schon recht, Piloten haben nach einiger Zeit auch nicht mehr so wirklichen Spass am Job. Das, was wir als grenzenlose Freiheit ansehen, ist für die Piloten das stumpfe abarbeiten von Checklisten, die tägliche Wiederholung der immer gleichen Routen und die terminliche Enge des Flugplans.

Ich will damit ausdrücken, dass Piloten auch einen Alltag kennen und hier durchaus Monotonie eintritt.

Antwort
von DanBam, 53

Ich vermute Du hast Recht. Gute Bezahlung (150-300 Tsd Euro/Jahr), miese Arbeitszeiten-Regelung das scheint nach erster Recherche offenbar die Regel zu sein (tw. über 10 Stunden u. mehr pro Schicht). 

Liebe zum Beruf und ein ungeheures Mass an Pflichtbewusstsein treibt wohl viele Piloten an und Sie ertragen viel um uns sicher von Ort zu Ort zu fliegen - meinen Respekt.

Antwort
von stefan1531, 49

Piloten und die Crew, die Langstreckenflüge durchführen, leben meist nach der Zulu-Zeit (z-Zeit). Nach dem Flug gibt es immer eine gesetzliche Pause, die relativ lang ist.

Bei den Crews und Piloten, mit denen ich bislang zu tun hatte (Frachter-Flüge), konnte ich noch keine Übermüdung feststellen. Die waren immer gut drauf und ziemlich witzig.

Klar haben die auch mal 8-Stunden-Flüge, aber einen 8-Stunden-Tag hat man in anderen Berufen auch.

Viel mehr geht auch nicht, weil dann Flugzeuge aufgetankt werden müssen und meist die Crew getauscht wird.

Kommentar von jan87654321 ,

Sind sie Pilot?

Kommentar von stefan1531 ,

nein. Ich arbeite in einer Spedition und fliege hin und wieder auf Frachtern mit.

Kommentar von jan87654321 ,

Okay Danke:)

Antwort
von jerkfun, 54

Berufsrisiko.^^ Wenn man das dreifache eines Busfahrers verdienen will,und nur weil man Luftkutscher ist,ein paar besondere Gesundheitschecks absolviert und für seine Ausbildung auch selber zahlen muß,kann der Spaß wohl nicht im Vordergrund stehen.Nicht umsonst kämpfen Lufthanseaten um die Vorruhestandsregelungen.Fliegen ist sehr anstrengend.Die Ruhezeiten und Freizeitausgleiche werden eher schlechter,die Arbeitsbedingungen auch.Wer den Jetlag tagelang in den Knochen hat ist für den Beruf schon mal nicht geeignet.Die Routen können so geplant werden,das der Jetlag nicht mehrmals hintereinander auftritt.Das kann mit Freizeiten und Routen die in einer ähnlichen Zeitzzone liegen begründet sein.Kein Pilot wird nach Südamerika fliegen,und nach der Pause gleich weiter nach Australien.Liebe Grüße

Kommentar von jan87654321 ,

Danke :)

Kommentar von Pilotflying ,

Bloß dass nicht alle das Dreifache eines Busfahrers verdienen...

Kommentar von jerkfun ,

Nein,eher das fünffache.Haha.

Kommentar von Pilotflying ,

Wie schön,  dass immer Leute Kommentare abgeben, die keine Ahnung von der Materie haben. 

Es gibt genug Piloten, die sich über dad Gehalt eines Busfahrers freuen würden.

Kommentar von jerkfun ,

Ja,mir kommen grad die Tränen.^^ Aufstocker im Cockpit.^^

Antwort
von Pilotflying, 23

Das hängt ganz vom Einsatzgebiet (Kurzstrecke, Langstrecke,  Fracht, Inselhopping etc. ) und vom Brötchengeber ab. 

Es gibt Arbeitgeber, die lutschen das Letzte - aber wirklich das Allerletzte - aus ihren Piloten heraus, lassen sich immer neue Raffinessen bezüglich der Ruhezeiten/ Reisezeiten einfallen und wundern sich, wenn ihnen reihenweise die Leute wegkippen. 

Da habe ich leider schon ganz böse Sachen kennen gelernt - insbesondere im Frachtbereich. 

Aber es stehen ja hunderte von arbeitslosen Piloten parat, die sich über einen Platz im Cockpit - zumindestens am Anfang - freuen und für ein paar Kröten im Monat ausgelutscht und verheizt werden. So kann man die Crew schnell wieder aufstocken. 

Irgendwann pfeift man auf Job und Geld und sehnt sich regelmäßige Arbeitszeiten und ein geregeltes Leben in seinen eigenen vier Wänden herbei.

Natürlich gibt es auch andere Berufe (Ärzte, Pfleger, Polizei,  Fluglotsen,  Feuerwehr etc., die im Schichtdienst arbeiten). 

Aber es ist trotzdem ein Unterschied,  ob man eine halbe Stunde oder Stunde zur Arbeit fährt und nach Dienstschluss ins eigene Bett fällt oder ob man nach Dienstschluss jedem Tag in einer anderen Stadt in irgendeinem lauten Hotelzimmer pennt und versucht jeden Tag auf s Neuen, den Jetleg in den Griff zu kriegen. 

Die goldenen Zeiten für Piloten sind jedenfalls größtenteils vorbei. Es können sich eine Handvoll Kutscher glücklich schätzen, seit 30 Jahren im Unternehmen zu sein und einen alten Arbeitsvertrag zu haben. Aber das ist eine aussterbende Rasse.

Kommentar von jan87654321 ,

Danke:)

Kommentar von Pilotflying ,

Gerne 

Antwort
von kaytie1, 44

Ich kenne einige mehr Berufsgruppen (Angestelle im - Krankenhaus, Einzelhandel, öff. Verkehrsmittel,...) die auch "schlimme" Arbeitszeiten haben. Wenn du Pilot werden willst solltest du so viel Spaß daran haben das die AZ dir nichts mehr aus machen.

Vielleicht findest du eine Fluglinie bei der du ein Praktikum machen kannst.

Antwort
von JollySwgm, 42

Piloten haben ganz genau geregelte Arbeitszeiten. An die müssen sie sich auch halten.

Wichtig ist dann nur das du es als Pilot lernst mit den Jetlag umzugehen und ausreichend Schlaf findest. Das sollte aber nach einem langen Arbeitstag nicht zu schwer werden.

Kommentar von Pilotflying ,

Nach 30 Jahren im Cockpit wird das immer schwerer! Der Körper ist nicht unbegrenzt leistungsfähig. Ausreichend Schlaf bleibt manchmal auf der Strecke  - auch wenn man es gerne möchte. 

Nach einem langen anstrengenden Flug morgens in ein Hotelzimmer zu gehen und einfach ruhig zu schlafen, während im Hotel das Tageserschäft erwacht und die Gäste kommen und gehen, ist nicht so einfach,  wie Du Dir das vorstellst.  Auch der Standard ist nicht immer umbedingt der Beste.  Das eine Bett passt, das andere nicht.

Jeder Körper hat eine innere Uhr. Es gibt genug Piloten, die Flüge Richtung Westen gut wegstecken und Richtung Osten nie. Das kannst Du trotz aller Bemühungen nicht ändern. Jeder ist so wie er ist.

Ganz so einfach, wie Du Dir das vorstellst, ist das nicht immer. Das geht vielleicht im Urlaub  - aber nicht ein ganzes Erwerbsleben über mehrere Jahrzehnte. 

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