Frage von Boss234, 36

Physiotherapeut. Was sind deren Aufgaben?

Physiotherapeutische Aufgaben

Antwort
von dante2016, 11

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Worum geht es?

Physiotherapeuten und -therapeutinnen behandeln vor allem Menschen, deren körperliche Bewegungsmöglichkeiten altersbedingt oder aufgrund einer Krankheit, Verletzung oder Behinderung eingeschränkt sind. Auch vorbeugende Therapiemaßnahmen führen sie durch.

Heilung durch gezielte Bewegung

Patienten, deren Beweglichkeit z.B. durch Rheumatismus, Empfindungsstörungen der Nervenbahnen oder Verspannungen der Muskulatur eingeschränkt ist, benötigen die helfende Hand von Physiotherapeuten und -therapeutinnen. Diese analysieren die Beschwerden und wenden äußerliche manuelle und andere Techniken der physikalischen Therapie an, um das Bewegungssystem der Patienten wieder herzustellen. Sollte eine Funktionsstörung unumkehrbar sein, suchen sie nach Ausgleichsmöglichkeiten. Physiotherapeuten und -therapeutinnen sind häufig in einem Team mit Ärzten und Ärztinnen sowie therapeutischen und pflegerischen Fachkräften tätig und stimmen ihre Behandlungsmaßnahmen im Rahmen des gesamten Therapieplans mit den Team-Mitgliedern ab. Mit den Patienten selbst besprechen sie sowohl die ärztlichen Verordnungen als auch die Behandlung. Sie beraten die Patienten oder deren Angehörige auch bei der Auswahl von Hilfsmitteln und Alltagshilfen, etwa von Gehhilfen, und schulen sie in deren Gebrauch. Dabei ist es wichtig, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen und die Patienten zur Mitarbeit zu motivieren. Bei Störungen des Bewegungssystems kann ein dauerhafter Behandlungserfolg nur erzielt werden, wenn die Patienten ihr Bewegungsverhalten in Beruf und Freizeit selbst aktiv verändern. Dabei benötigen Physiotherapeuten und -therapeutinnen neben einer guten Beobachtungsgabe viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft.

Aktive und passive Therapie

Bei der aktiven Therapie führen sie mit den Patienten vor allem Bewegungs- und Atemübungen durch, um Körperfunktionen zu erhalten oder wiederherzustellen. Sie leisten Hilfestellung bei der Bewegungsführung und leiten die Patienten langsam dazu an, die Bewegungen und Übungen (wieder) eigenständig auszuführen. Bei der passiven Therapie, die meist vorbereitend und unterstützend zur aktiven Therapie eingesetzt wird, greifen sie auf Maßnahmen der Wärme-, Kälte-, Licht-, Hydro- und Elektrotherapie, der klassischen Massage und der Bindegewebsmassage zurück. Die Patienten sollen sich dabei entspannen, ihre Muskulatur wird gelockert und die Durchblutung angeregt. Oftmals stellen sich sichtbare Erfolge erst nach langem Üben ein; Physiotherapeuten und -therapeutinnen behandeln ihre Patienten in solchen Fällen möglicherweise über Monate und Jahre hinweg. Für gesunde Menschen, die Belastungsschäden vorbeugen wollen, bieten sie Einzel- oder Gruppenstunden an, die z.B. in der Praxis oder in Sporthallen stattfinden. Für die Massage, das Demonstrieren von Bewegungsübungen oder das Unterstützen von Patienten bei den Übungen ist eine gute Konstitution unerlässlich. Oft arbeiten sie auch in gebückter Haltung, z.B. wenn sie sich beim Massieren über den Patienten beugen. Da Physiotherapeuten und -therapeutinnen auch Patienten mit
Migrationshintergrund behandeln, wissen sie um mögliche kulturelle Besonderheiten.

Bestens organisiert


Zur Vorbereitung der Behandlung sorgen Physiotherapeuten und -therapeutinnen dafür, dass die Behandlungsmittel zur Verfügung stehen und in einwandfreiem Zustand sind. Dazu gehören z.B. Arbeitsgeräte mit Widerständen wie Federzügen oder Gewichten, Massage-Einrichtungen, Geräte und Materialien für Wärme-, Kälte-, Elektro- und Hydrotherapie wie Bestrahlungsgeräte, Kältesprays, Wannen und Packungen (z.B. Fangopackungen). Um den Erfolg der eigenen Arbeit zu kontrollieren und den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin zu informieren, dokumentieren Physiotherapeuten und -therapeutinnen regelmäßig alle Untersuchungsergebnisse, Behandlungsziele und -maßnahmen. Je nach Tätigkeitsbereich gehört auch die Abrechnung der physiotherapeutischen
Behandlung mit den betreffenden Stellen, z.B. den Krankenkassen, zu ihren Aufgaben.
Im Therapiebereich von Kliniken und physiotherapeutischen bzw. orthopädischen Praxen nehmen Physiotherapeuten und -therapeutinnen mit entsprechender Qualifikation Leitungsfunktionen wahr. Koordinations- und Supervisionsaufgaben gehören meist ebenso dazu wie Qualitätssicherung. Wenn sie eine physiotherapeutische Praxis oder Abteilung leiten, gestalten und organisieren sie u.a. das Dienstleistungsangebot der Einrichtung, koordinieren die Arbeitsabläufe und übernehmen administrative Aufgaben
wie Patientenverwaltung, Dokumentation und Kostenrechnung.
Die Organisation und Koordination des Versorgungsgeschehens steht auch im Vordergrund, wenn Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen im Case-Management arbeiten: Sie stehen in engem Kontakt mit den Ärzten und  Ärztinnen eines Patienten, vor allem auch mit den Fachbereichen Pflege und Ergotherapie. Der Informationsaustausch soll z.B. Doppeluntersuchungen und Widersprüche in der Behandlung vermeiden. Zudem gewinnt die betriebliche Gesundheitsvorsorge bzw. -förderung für Physiotherapeuten und -therapeutinnen an Bedeutung. Beispielsweise bieten sie speziell auf die Bedürfnisse von Arbeitnehmern abgestimmte In-House-Seminare in Unternehmen an.


Sorry, aber die Zeilen verrutschen immer wieder... :-(



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