Physikstudium zusätzlich zu Medizinstudium, was gäbe es da für Möglichkeiten?

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2 Antworten

Grundsätzlich finde ich das eine tolle Idee! Die Welt wäre reicher und die Menschheit um ein paar nutzlose Therapien ärmer, wenn sich die Ärzte intensiver mit Physik beschäftigen würden!

Ich selber bin Physiker. Mein Studium hat mir viel Spaß gemacht, ich fand es nicht stressig, hatte mehr als ausreichend Zeit nebenher und habe es mit überdurchschnittlichem, wenn auch nicht spitzenmäßigem Erfolg abgeschlossen.

Ein zweites, wirklich ernsthaftes Studium nebenher hätte ich sicher nicht geschafft. Und bei Medizin muss man schon viel lernen (aber das muss ich Dir nicht  erklären)

Im weiteren Bekanntenkreis hat es ein Augenarzt bis zum Physikvordiplom geschafft. Der war äußerst erfolgreich und bekam schon in jungen Jahren eine C3-Professur und eine Stelle als leitender Oberarzt in einer Uniklinik. Scheint also zumindest teilweise zu funktionieren.

Probiers halt einfach und nimm Dir vor, im Zweifelsfall die Physik an den Nagel zu hängen. Viel Erfolg!


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Das wäre eine hochinteressante und vielversprechende Kombination.

Viellicht solltest du folgende Möglichkeit als Alternative zur Astrophysik prüfen. Dazu hole ich etwas aus.

Die klassische Physik (Newton, Einstein, Planck) konnte schon vieles beschreiben, aber keine lebenden Systeme. Die Physik des Lebendigen hat Ilya Prigogine hergeleitet und Theorie Dissipativer Strukturen genannt, wofür er 1977 den Nobelpreis, eigenartigerweise in Chemie, erhielt. Diese Physik des Lebendigen hat eine wissenschaftliche Revolution ausgelöst, wie es sie seit Newton nicht mehr gab. Seit etwa 10 bis 15 Jahren wird die Theorie Dissipativer Strukturen in den Bio- und Humanwissenschaften adaptiert. Besonders der Hirnforschung hat sie ganz neue Impulse gegeben. Es gibt sogar erste klinische Anwendungen, mit denen man bei einer Anästhesie den Bewusstseinszustand des Patienten durch Messung und Auswertung der Entropieproduktion, die man aus dem EEG gewinnt, exakt messen kann. Man hat sogar eine Vorwarnzeit von einigen Minuten, bevor der Patient bewusst wird. Dissipative Strukturen findet man aber auch sonst überall im Körper, auch bei der Genetik und Evolution spielen sie eine entscheidende Rolle.

Könnte mir gut vorstellen, dass man mit dieser Kombination auch eine steile akademische Karriere machen kann. Dafür gibts zur Zeit einige Forschungsmittel.

Unter folgendem Link kannst du dir einen Einblick verschaffen, wobei das Studium nicht unbedingt so tief in die Herleitung einsteigt, wie da zu lesen ist:

http://www.schlaefendorf.de/literatur/prigogine/

Bei der Recherche könnten Stichworte wie nichtlineare Dynamik, dissipative Strukturen, nichtlineare Thermodynamik helfen.

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