Frage von Bolfprime, 115

Photovoltaikanlage des Nachbars mit benutzen?

Hallo, ich möchte mir nächstes Jahr ein Elektroauto kaufen. Ich möchte aber den Strom aus Sonnenenergie beziehen. Mein Nachbar hat das gesamte Dach mit den Modulen zugebaut und jetzt wollte ich ihn fragen, ob er mir etwas abgeben könnte. Aber jetzt meine Frage: wie könnte ich das denn mit ihm zusammen genau anstellen? Soll alles über nen Zähler laufen und eben auch viel kWh liefern können. Ich meine keine Aufladung durch die übliche Steckdose, sondern die schnellladefunktion. Wenn es nicht anders geht, dann auch normale Steckdose. Primär möchte ich allerdings eine wallbox in der Garage verbauen und den Strom dafür eben vom Nachbarn beziehen und ihm dann den dafür das Geld geben.

-Wie muss ich dann vorgehen? -Muss ich dafür trotzdem irgendwas beantragen? -Was kostet das legen der Leitung ca. Bei einer Länge von 30- 40m Kabellänge? - Brauche ich noch andere Geräte?

Bitte um zahlreiche und sinnvolle Antworten! :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von tryanswer, 79

Wende dich an einen Elektriker, der wird dir einen Plan machen können, sowie einen Kostenvoranschlag.

Was du aber bedenken solltest:

In der Regel verkaufen die Betreiber von Solaranlagen ihren Strom an einen Netzbetreiber und beziehen von diesem ganz normal Strom. D.h. um dein Auto laden zu können, würdest du noch eine entsprechende Speichermöglichkeit benötigen, da Solarstrom immer nur zeitweise verfügbar ist.

Auch ist fraglich ob sich dein Nachbar dieses Risiko einzugehen bereit ist, da er ggf. Nachteile gegenüber seinem Stromabnehmer befürchten muß.

Kommentar von Bolfprime ,

Welches Risiko sollte er denn tragen? Hast du konkrete im kopf?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

EEG-Umlage ....

Verkauf an Dritte löst die Umlage aus ....

Kommentar von tryanswer ,

Der Netzbetreiber kalkuliert mit den Strommengen, die ihn die Anlagenbetreiber zur Verfügung stellen. Je nachdem wieviel Strom du nun vor den Verkauf "abzweigst", könnte es sein, daß dein Nachbar in der Priorität runtergestuft wird - u.U. also weniger Strom absetzen kann.

Das hängt aber stark von der vertraglichen Ausgestaltung ab.

Kommentar von dompfeifer ,

.... und die EEG-Einnahmenverluste Deines Nachbarn wirst Du nicht ausgleichen wollen, die ganze Umformer- Lade- und Steuerelektronik wirst Du auch nicht bezahlen wollen. Das macht keinen wirtschaftlichen Sinn. Da lädst Du Deine Batterien weitaus billiger an der heimischen Steckdose auf.

Kommentar von Bolfprime ,

hmm und was haltet ihr von den Laudeley solarmodulen? Diese sind sofort als Modul einsatzbereit und haben jegliche Elektronik im Modul integriert sowie einen Speicher. Das könnte sich doch dann für mich eher lohnen, oder?

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik, 46

das einfachste wäre, wenn dein Nachbar einen geeichten zwischenzähler bei sich installiert und dann eine drehstromsteckdose nach außen legt, wo du dich einstöpseln kannst. ggf. kann er über sein grundstück ja ein erdkabel zu dir herüber verllegen. dann kannst du mit seinem solarstrom dein auto aufladen.

du müsstest halt eben nur sicher stellen, dass das laden auch dann geschieht, wenn genügend leistung seitens deines nachbarn zur verfügung steht. dafür gibt es aber auch möglichkeiten. von der guten alten verstand-methode, also nicht im winter um 17 Uhr mit dem aufladen beginnen, bis hin zu teschnischen lösungen wie einer strommessung, die je nach zustand der solaranlage die steckdose freigibt oder sperrt.

die hier einfachste lösung wäre ein stromwächterrelais wie das Finder 71.51.8.230.1021 und das einfach hinter den wechselrichter geschaltet. sind mehrere WR im betrieb kann man ja einfach schätzen und hochrechnen...

das Problem dabei ist, dass auf die weise unr UNGEFÄHR ermittelt werden kann, wie viel strom die solaranlage liefert...

genauer wäre hier eine einfache speicherprogrammierbare steuerung (SPS) in verbindung mit zwei stromzählern, die jeweils über eine so genannte S0 Schnittstelle verfügen.

also sprich impulse ausgibt z.b. 1000 Impulse je kWh. die S7-200 z.B. kann über die sogenannten schnellen zähler daraus einen leistungswert je für den Stromzähler, der den verbrauch im haus misst, und für das was die Anlage hergibt bestimmen. ist die differenz groß genug, kann dann die freischaltung erfolgen. die entsprechende sperrung dann eben, wenn nicht mehr genügend strom zur verfügung steht...

ich würde allerdings bei einem plötzlichen lastanstieg nicht sofort sperren lassen. z.b. über einen verzögerungstimer etc.. außerdem, das ist aber was für fortgeschrittene, könnte man über eine astrouhrfunktion, das hat aber nur die große S7, festlegen, dass z.b. eine stunde vor Sonnenuntergang keine freischaltung mehr erfolgt, wenn einmal gesperrt wurde

ich würde übrigens für die "zapfsäule" eine entsprechende Mennekes E Mobility Dose samt verriegelung wählen, so dass der ladevorgang nicht durch ziehen des steckers vorzeitig unterbrochen werden kann...

lg, Anna

Antwort
von dompfeifer, 39

Der technische Aufwand wird sich hinten und vorne nicht rechnen. Zunächst müsste der Solarstrom sehr aufwändig zwischengespeichert und umgeformt werden. Was der Nachbar privat über einen privaten Zwischenzähler verkauft, das fehlt ihm dann bei der Einspeisung in das öffentliche Netz. Und den subventionierten Tarif für die Netz-Einspeisung wirst Du nicht bezahlen wollen.

Antwort
von annaaugustus, 48

Das wird nicht funktionieren, denn der Strom, der aus der Anlage produziert wird, wird in das öffentliche Netz eingespeist und über den Stromversorger abgerechnet. Dieser Strom wird auch bezuschusst. Der Besitzer einer Photovoltaik-Anlage kann seinen eigenen Strom gar nicht nutzen.

Kommentar von Bolfprime ,

echt nicht? oh hmm. Ich dachte, der Nutzt das für sich selbst und der Rest wird eingespeist. Zumindest hab ich das mal auch von dem so erklärt bekommen. Kann man denn nicht vor der Einspeisung den Strom anzapfen?

Kommentar von annaaugustus ,

Das funktioniert nicht. Strom ist ja kein Stückgut, das man "aufteilen" kann. Bei einer Photovoltaik-Anlage wird ja nur dann Strom produziert, wenn die Sonne scheint. Dann wird aber gleich so viel Strom produziert, dass man die Menge gar nicht verbrauchen kann. Davon kann man auch nichts "abzweigen". Da hast du völlig falsche Vorstellungen.

Kommentar von dompfeifer ,

Die Stromverzweigung stellt überhaupt kein Problem dar. Die praktischen Probleme liegen andernorts.

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Photovoltaikanlagen können, aber müssen nicht zwangsläufig ins Netz über einen Netzkoppelpunkt einspeisen.

Maßgeblich ist die Leistungs der Anlage und ob der Netzkoppelpunkt mit einen Zweirichtungszähler (also mit Überschußeinspeisung) ausgestattet wurde oder nicht.

Das Finanzamt könnte sich für die Angelegenheit beim Nachbarn interessieren, da dieser dann die Mehrwertsteuer an das FA abführen müßte.

Das wiederum bedingt, dass ein geeichter Zähler vorhanden ist. Das muss natürlich - und jetzt wird es kompliziert - ein Zähler sein, der nur dann Energie durchläßt, wenn die Sonne scheint und der Nachbar, einen Überschuss für Dich frei hat, da Du ja ausschließlich Solarstrom nutzen willst.

Ich weiß jetzt zwar nicht, wie das bei Dunkelheit und Eigenbedarf des Nachbarn funktionieren soll, jedoch wirst Du Dir da schon Gedanken gemacht haben - oder doch nicht?

Durch ein zugelassenes Elektroinstallationsunternehmen, wäre eine solche Lösung uner elektrotechnischen Gesichtspunkten zu prüfen.

Auf § 37 EnWG sei verwiesen, zu prüfen wären die AGB und dgl. des Netzbetreibers.

Günter

Kommentar von Bolfprime ,

ohjee, scheint so, als könnte ich mir die Idee abschminken :(. Dann gehe ich mal zum Elektriker die nächsten Tage und den mal nach einer Lösung.

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