Philosophie= meine Meinung ist falsch?

... komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Mag ja sein, dass dein Lehrer Philosophie unterrichtet, aber er ist kein Philosoph, er ist Ideologe. Ein Philosoph würde immer zum Hinterfragen raten, ein Ideologe verbietet das.

Ein Philosoph würde sagen: "Du kannst Recht haben, ich kann Recht haben, aber wir können auch gemeinsam irren.". Ein echter Philosoph würde nie auf einer "Wahrheit" bestehen, die zudem äußerst zweifelhaft ist.

Die Widerlegung ontologischer Gpttesbeweise ist nicht so ganz einfach, weil man da die Tricks der Logik ziemlich genau kennen muss. Es gibt aber genügend Gelehrte, die das schon getan haben. Insofern kann der Gottesbeweis von Descartes, der ziemlich ähnlich zu dem von Anselm von Canterburry ist, nicht als zweifelsfrei "wahr" bezeichnet werden.

Die Schwäche aller ontologischer Gottesbeweise liegt entweder darin, dass sie auf einem Zirkelschluss basieren, indem die Existenz- oder Nichtexistenz Gottes als Prämisse festgelegt wird, um dann genau diese Prämisse zu belegen.
Ein zweite Schwäche liegt regelmäßig darin, dass das, was denkbar ist auch als existent angesehen wird.
Um etwas ähnliches geht es zur Zeit auch innerhalb der Physik. Da gibt es auch die Auffassung, dass das, was mathematisch möglich ist, auch real existiert. Nur so kommen solche Theorien wie die Multiversentheorie zustande und an dem Problem leidet auch die Stringtheorie. Andere Physiker, zu denen gehöre ich auch, sind dagegen der Meinung, nicht alles, was denkbar oder mathematisch möglich ist, ist auch real existent. Reale Existenz kann nur mit der Messung von Wirkungen nachgewiesen werden und nicht anders. Eine irgendwie beobachtbare Wirkung eines Gottes gibt es aber nicht.

Du könntest deinem Lehrer z.B. auch entgegnen: Die reale Existenz eines jüdischen Wanderrabbis Jesus von Nazareth leugne ich nicht, es gibt aber auch keine Beweise dafür. Den Jesus Christus (gekreuzigt, gestorben, auferstanden) halte ich für eine Erfindung des Paulus ohne jeglichen Beleg für eine reale Existenz.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich finde es egal welche Meinung sie hat, wichtig ist doch eher das sie ihre eigene Meinung überhaupt hat. Ging mir damals in Ethik nicht anders, wenn ich etwas gut begründetes gesagt habe das meiner Lehrerin nicht passte, bzw nicht als korrekte Antwortlösung vorgegeben war, dann hat sie auch gesagt ist falsch. Es ist paradox das jugendliche "selbstständig" sein sollen aber das kaum einer gutheißt. 

Lange Rede kurzer Sinn: bleib bei deiner Meinung und steh dazu. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo Guz123,

der Begriff "Meinung" hat in der Philosophie nichts zu suchen. Geht es doch da gerade darum, die Meinungen und Überzeugungen zu hinterfragen und zu erschüttern. Wenn jemand eine Meinung hat und erklärt, diese könne nicht hinterfragt werden, dann hat er ja schon alle Antworten für sich festgelegt und hört damit auf zu fragen und zu denken. In der Philosophie geht es aber viel eher darum, die Fragen offen zu halten, in die Tiefen und Abgründe der Fragen einzudringen, ohne vorschnell zu Antworten zu kommen, die doch oft an der Oberfläche bleiben.

Und wenn man dann doch zu Antworten gelangt, dann ist die Argumentation das Entscheidende, und das wiederum bleibt immer offen für Gegenargumente.

Unhinterfragbare Wahrheiten kann es in der Religion, aber nicht in der Philosophie geben!

Gruß Friedemann

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Solang du sie begründen kannst ist doch alles gut. Rein Noten technisch wäre es allerdings empfehlenswert zu tun als würdest du die Meinung von ihm teilen.

Am Ende musst du überlegen was dir wichtiger ist: Gute Noten oder ,,Stress mit Lehrer.

Das heißt allerdings nicht dass du deine eigene Meinung nicht äußern darfst

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Alle Versuche, Gott zu beweisen (oder zu widerlegen) dürfen und sollten hinterfragt werden. 

Kein einziger von ihnen ist schlüssig. 

Kein Wunder auch: Es gibt heute ja noch nicht mal eine allgemein anerkannte Definition oder Vorstellung dessen, was man sich unter Gott denn eigentlich vorzustellen hat. Es gibt nur Meinungen dazu, aber im Detail sind keine zwei gleich.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von grtgrt
11.02.2016, 18:26

Der Gott der Bibel sagt sogar: Ihr sollt euch kein Bild von mir machen. Gemeint ist wohl: Wer denkt, Gott verstehen zu können, überschätzt sich und die eigenen Fähigkeiten auf ganz dramatische Weise.

0

Nein, deine Meinung ist niemals falsch, da es deine persönliche Meinung ist. Im Philosophieunterricht sollte man eigentlich gerade das lernen. Jeder hat seine eigene Meinung und die sollte man respektieren, ob man die Meinung vertritt oder nicht vertritt ist etwas anderes. Aber prinzipiell geht, deine Meinung ist deine Meinung und an deiner Meinung kann niemand die Falschheit beschuldigen, man kann sie jedoch hinterfragen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Guz123
11.02.2016, 18:03

er sagte aber das ich damit jesus christus leugne

0
Kommentar von SusiFi
11.02.2016, 18:04

Dann tust du es eben, wenn er mit persönlichen Ansichten nicht klar kommt, dann hätte dein Lehrer kein Philosophielehrer werden sollen. Im Religionsunterricht ist es etwas anderes, aber Philosophie ist die Freiheit des freien Denkens.

0

Was dein Philosophielehrer hier gemacht hat, wäre ja schon bei einem Religionslehrer grenzwertig gewesen. Aber bei einem Philosophielehrer ist es absolut unzulässig.

Ansonsten: Deine Meinung ist richtig. Descartes Gottesbeweis ist genauso wenig überzeugend wie irgendein anderer Gottesbeweis. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Da lebt dein Philosophielehrer aber im Mittelalter.
Du darfst deine Meinung sehr wohl äußern.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?