Frage von Pferdi06, 113

Philosophie Abenteuer Denken gibt es einen Gott,kann mir jmd helfen?

Hallo, ich habe jz schon viel im internet gsucht aber habe nichts gefunden was mir richtig hilft! Ich halte bald ein Referat über das Thema gibt es einen Gott? anhand des buches ,,Abenteuer Denken". Es ist Gruppenarbeit und ich habe das Thema die Urknall theorie bzw. das Urknall-Argument. Im großen und ganzen habe ich es auch verstanden, aber ich habe dennoch ein paar fragen 1. Gibt es evtl. ein gedankenexperiment dazu? 2.Ist es richtig dass die theorie eig. nur besagt dass es für alles eine Ursache gibt und sich dann halt anhand der theorie mit gott und dem urknall beschäfftigt? 3. Kann ich sagen,dass religiöse menschen der meinung sind gott wäre für den Urknall verantwortlich? 4. habt ihr noch ideen wie ih mein präsentation einfallsreicher gstallten kann?

So ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps geben und schonmal Danke!!!

Antwort
von uteausmuenchen, 48

Hallo Pferdi06,

darf ich Dich fragen, an was für einer Schule Du bist?

In welchem Fach macht Ihr das denn?

Ich muss sagen, ich bin einigermaßen entsetzt über diese Unterrichtsinhalte.

Erstens: Clinton Callahan, der Autor des von Dir genannten Buches organisiert pseudopsychologische Managertrainings. Das ist weder ein auf einer ordentlichen Theologie basierendes, noch ein wissenschaftlich fundiertes Buch. Um ehrlich zu sein, ist es New Age/Esoterik/Pseudopsychologie. Das sind alles keine Themen für den Unterricht.

Hat denn der Lehrer dieses Buch vorgegeben? Und wenn ja - unter welchem Aspekt? Sollst Du vielleicht die esoterischen Anteile entlarven? Was soll dieses Buch mit der Fragestellung bzw. dem Thema der Präsentation zu tun haben?

Zweitens: Deine Fragestellungen zum Urknall erscheinen sehr kreationistisch geprägt. Warst Du da vielleicht auf einer falschen (fundamentalistisch religiösen) Webseite?

Warum sage ich das?

gibt es einen Gott? (...) Es ist Gruppenarbeit und ich habe das Thema die Urknall theorie bzw. das Urknall-Argument.

Bei der Frage "Gibt es Gott?" gibt es KEIN Urknall Argument.

Wie jede naturwissenschaftliche Aussage, sagt der Urknall nichts über Gott aus. Naturwissenschaft stellt die FRage nach Gott an keiner Stelle. Weder beim Urknall, noch bei der Evolution, noch in der Nwetonschen Mechanik.

.Ist es richtig dass die theorie eig. nur besagt dass es für alles eine Ursache gibt

Nein. Nicht das naturwissenschaftliche Urknallmodell. Das besagt lediglich, dass unser beobachtbares Universum in einem dichten, heißen Anfangszustand begonnen hat und sich seitdem ausdehnt und abkühlt. Nicht mehr, nicht weniger.

"Von nichts kommt nichts - deshalb muss Gott den Urknall ausgelöst haben", das ist eine kreationistische Sicht der Dinge. Eine, die außerdem automatisch in einen "Lückenbüßer-Gott" führt: Also ein Gottesbild, das zwingend Angst haben muss vor dem wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt.

Ein solcher Gott wird widerlegt, wenn man naturwissenschaftlich den Urknall vollständig beschreiben könnte. So lange er nicht vollständig beschrieben ist, ist dieses Argument aber ein "Fehlschluss aus Unwissenheit" - aus der Tatsache, dass wir von unserer beschränkten Beobachtungsplattform aus nicht alles verstehen können, folgt für Gott überhaupt nichts. Unser Unwissen kann kein Beweis für irgendwas sein - außer für die beschränkte Erkenntnisfähigkeit des Menschen.

Ich hoffe ernsthaft, Ihr bekommt diesen Fehlschluss nicht explizit an der Schule beigebracht.

Kann ich sagen,dass religiöse menschen der meinung sind gott wäre für den Urknall verantwortlich?

Ich würde das eher klar als kreationistischen Fehlschluss darstellen.

"Schöpfung" ist ein philosophisches Konzept, kein naturwissenschaftliches. Das zu vermengen ist ein Irrtum.

"Schöpfung" ist der Glaube, dass das Universum in seiner Existenz von etwas oder jemandem abhängt, das oder der nicht Teil des Universums ist. Der Begriff "Schöpfung" ist also noch gar nicht a priori religiös. Es ist ein metaphysischer oder philosophischer Begriff. 

Als philosophischer Begriff, ist das Konzept "Schöpfung" nicht empirisch überprüfbar: "Schöpfung" macht überhaupt keine Aussagen darüber, wann oder wie  etwas entstanden ist. Und gerade deshalb ist der Begriff kompatibel mit allen möglichen religiösen Konzepten und kommt praktisch in jeder Religion vor.

Jede Religion deutet das Dasein unter dem Aspekt "Schöpfung" als gottgewollt. In der Religion ist die Frage nach der Schöpfung also eine Deutung der erlebten Welt aus dem Blickwinkel der Religion.

Im Gegensatz dazu ist die Urknalltheorie eine naturwissenschaftliche Aussage. Naturwissenschaftliche Aussagen werden überhaupt erst zu solchen, wenn sie exakt genug formuliert sind, dass man sie im Experiment oder der Beobachtung überprüfen und ggf. als falsch erkennen kann.

Naturwissenschaftliche Aussagen sind Aussagen über innerhalb der Welt gesetzmäßig ablaufende Prozesse, die wir untersuchen können. Naturwissenschaft zieht also immer ihren Erkenntnisgewinn durch das Testen der Modelle an der realen Welt. Entsprechend ist ihr Gegenstandbereich auf die Phänomene der realken Welt beschränkt. Einen transzendenten Seinebereich schließt sie nicht aus, erklärt die Welt aber ohne Rückgriffe darauf.

Genau deswegen sagt die Urknalltheorie über Gott nichts aus. Genauso wenig, wie ein unendlich altes, statisches Universum etwas über Gott aussagen würde.

Mein Rat wäre daher, so unschön das jetzt daherkommt: NIcht nur die Präsentation optisch noch ein wenig aufpeppen, sondern inhaltlich seriös überarbeiten und von kreationistischen Fehlschlüssen bereinigen.

Grüße

Kommentar von Pferdi06 ,

bisschen spät aber ich bin auf einem Gymnasium in der 9. Klasse und wir haben das in Philosophie gemacht

Antwort
von grtgrt, 51

Zunächst solltest du berücksichtigen:

Die Frage nach der Existenz einer Sache kann frühestens dann entschieden werden, wenn man sich auf eine genaue, ganz bestimmte Definition jener Sache festgelegt hat.

Bei der Sache "Gott" aber hapert es schon daran: Es gibt keine allgemein verbindliche Definition dessen, was wir unter "Gott" verstehen wollen.

http://greiterweb.de/zfo/Gott-und-Gottesvorstellungen.htm 

Aber selbst wenn man sich auf eine der vielen denkbaren Definition festlegt, ist keineswegs sicher, dass menschliche Logik entscheiden kann, ob es einen Gott -- im Sinne jener spezifischen Definition -- gibt.

Kurt Gödel nämlich konnte beweisen, dass es, gegeben irgend eine formale Logik, immer Aussagen geben wird, die mit Hilfe dieser Logik weder als WAHR noch als FALSCH erkennbar sind. 

Kommentar von grtgrt ,

Bemerkenswert ist, dass selbst Wissenschaftler plötzlich völlig unlogisch argumentieren, wenn es darum geht, andere von ihrem Glauben an die Existenz bzw. Nichtexistenz eines Schöpfergottes zu überzeugen.

Gutes Beispiel hierfür ist der theoretische Physiker Lawrence M. Krauss. In seinem Buch "A Universe from Nothing" (2012) argumentiert er:

Newtons Gesetze schränkten die Handlungsfreiheit einer Gottheit erheblich ein ... weshalb keine Engel mehr nötig waren, die Erde auf ihrem Weg [ um die Sonne ] zu geleiten ... und der wissenschaftliche Fortschritt seit Newton hat dafür gesorgt, dass der Hand Gottes eher noch mehr Beschränkungen auferlegt wurden.

Es fällt auf, dass Krauss hier - im Namen der Wissenschaft, letztlich aber doch nur mit dem Ziel, seinen eigenen atheistischen Glauben zu rechtfertigen - völlig unlogisch argumentiert.

Würde nämlich jemand, der anstelle unseres Planetensystems eine klassische mechanische Uhr betrachtet, plötzlich einsehen, wie die aufgezogene Feder im Inneren der Uhr in Kombination mit physikalischen Gesetzen dazu führt, dass die Uhr stets die richtige Zeit anzeigt, könnte er das ja auch nicht als Argument dafür werten, dass kein Uhrmacher notwendig war, jene Uhr zu schaffen.

Wieso also glaubt ein ansonsten doch wirklich logisch denkender Mensch wie Krauss im Falle des viel komplizierteren Sonnensystems, dass man hier so argumentieren dürfe, ja sogar müsse? Wieso kommt er nicht auf den Gedanken, dass - wie indirekt auch immer - doch irgendwo ein Schöpfer am Werk sein konnte?

Warum kann so mancher Wissenschaftler denn nicht einfach anerkennen, dass Gottes Existenz rein logisch weder beweisbar noch widerlegbar ist?

Dass ich hier Krauss nenne, der Atheist ist, bedeutet nicht, dass nicht auch Gottesgläubige ähnlich unlogisch argumentieren - sie tun es nur mit anderem Vorzeichen.

Leider ist Krauss keineswegs der einzige Wissenschaftler, der im Brustton der Überzeugung derart unlogisch argumentiert. Prominente andere Beispiele sind Richard Dawkins (einer der bekanntesten Evolutionsbiologen) und A. C. Grayling (ein britischer Philosoph).

Grayling versteigt sich gar zur Aussage, was Krauss da vorbringt, sei "der Triumph der Physik über die Metaphysik". 

Sehen sich heute selbst Philosophen nicht mehr der wirklich objektiven Suche nach der Wahrheit verpflichtet?

Antwort
von Ellen9, 53

Ob es Gott gibt oder nicht, sollte jeder für sich selbst herausfinden. Man sollte also den Dingen selbst auf den Grund gehen, weil man vom Hörensagen und unzähligen Überlieferungen etc. nicht zur plausiblen Erkenntnis kommt.

Kommentar von Pferdi06 ,

ja klar ich persöhnlich glaube nicht drann, aber soll ja eine präsentation machn für die schule:)

Kommentar von Ellen9 ,

Das habe ich verstanden. Dann bringe doch deine Meinung mit einer klaren Begründung dazu ein. 

Antwort
von Technomixer, 63

Fang doch damit an: http://www.christ-und-glaube.de/Frage_Antwort/Existiert_Gott.htm

Wenn es Gott nicht gäbe, müsste man ihn erfinden“, hat der französische Philosoph Voltaire gesagt.

Kommentar von uteausmuenchen ,

Das ist aber keine gute Quelle für den Schulunterricht. Hier werden reihenweise kreationistische Autoren wie z.B. Werner Gitt zitiert.

Kommentar von Technomixer ,

Ja, das ist richtig. Aber auch krude Sachen sollten beachtet und zerlegt werden.

Kommentar von berkersheim ,

Zu dem Voltaire-Zitat: Voltaire war ein Pfiffikus. Man sollte nicht vergessen, dass man in seiner Zeit jeder wissenschaftlichen Karriere beraubt war, wenn man die Existenz Gottes leugnete, wenn man nicht sogar auf lange Zeit in einem sehr unangenehmen Loch verschwunden ist.

Aktuell: Siehe jetzt der Blogger in Saudi Arabien: 1.000 Peitschenhiebe und etliche Jahre Gefängnis, weil er Mohamed beleidigt hat! Sein Tod wird gefordert - siehe:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/mohammed-zweifler-kaschgari-facebook-hatz-...

Wenn man diesen religiösen Wahn mal an sich rankommen lässt, kann man sich realer vorstellen, in welcher Situation Voltaire seine Aussage gemacht hat. Ein Pfiffikus ist er, weil er eben gerade damit nicht sagt, dass Gott existiert! Seine Aussage ist zweischneidig. Er sagt: Dass Gott als Vorstellung existiert, kann zwei Gründe haben: Entweder es gibt ihn wirklich oder wir haben ihn erfunden. Das entspricht übrigens dem oft falsch zitierten Gottesbeweis von Kant, der alle ontologischen Gottesbeweise zurückgewiesen hat. Auch er sagt: Wir können eine Existenz Gottes nicht beweisen. Aber wir brauchen eine Gottesvorstellung für die einfachen Menschen, dass unsere Strafandrohungen über das Leben hinaus Wirkung haben. Das aber ist ein "erfundener Gott".

Antwort
von Kuhlmann26, 29

Es geht schon mit der Formulierung los, "Gibt es einen Gott?". Sie unterstellt, Gott sei männlich. Das ist natürlich sehr fragwürdig! Besser wäre "Gibt es Gott?" Diese Frage lässt offen, was Gott ist.

Du könntest die Schlagzeile an die Tafel schreiben: Urknall = Gott???

Also nicht das Gott den Urknall erzeugt hat, sondern, dass Gott der Urknall selbst war; und ebenso alles, was daraus entstand. Abgesehen davon, dass der Urknall eine Theorie ist. Selbst wenn es dazu Beweise geben sollte, gelten die nur solange, wie neue Beweise für etwas anderes gefunden werden.

Das Schöne ist doch, wir wissen es nicht. Darum kann jeder, in Bezug auf Gott, so viel glauben oder rumspinnen, wie er will.

Gruß Matti

Kommentar von uteausmuenchen ,
Abgesehen davon, dass der Urknall eine Theorie ist. Selbst wenn es dazu Beweise geben sollte, gelten die nur solange, wie neue Beweise für etwas anderes gefunden werden.

Autsch

Ich hoffe, diese vollkommen falsche Darstellung naturwissenschaftlichen Arbeitens hat der FS nicht für sein Referat übernommen...

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Weder in der Frage noch in meiner Antwort ging es um naturwissenschaftliches Arbeiten. Auch nach einer richtigen oder falschen Darstellung derselben war nicht gefragt.

Deine naturwissenschaftliche Betrachtung und Erklärung sei Dir von Herzen gegönnt und ich stelle sie keinesfalls in Frage, aber das Du (in Deiner Antwort) behauptest, andere Erklärungsversuche als die naturwissenschaftlichen hätten im Schulunterricht nichts zu suchen, ist schon eine Anmaßung. Siehe der Absatz der mit der Bemerkung abschließt:

Das sind alles keine Themen für den Unterricht.

Das ist einer meiner wesentlichen Kritkpunkte an unserem Schulsystem. Es wird den Menschen vorgeschrieben, womit sie sich zu beschäftigen haben. Abgesehen davon, dass das Unterrichten selbst eine Anmaßung ist, wird auch noch der Inhalt definiert.

Antwort
von grtgrt, 18
Antwort
von 2012infrage, 29

Ich antworte mal mit ein paar bekannten Namen: 

Einstein: „Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können.“ 

Planck: „Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller seiner Überlegungen.“

Nietzsche: „Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelicatesse gegen uns Denker –, im Grunde sogar bloss ein faustgrobes Verbot an uns: Ihr sollt nicht denken!“

"Zappe" mal bei GF hier rum, gibt jede Menge Fragen zu Gott und Urknall und dementsprechend auch viele Antworten.

LG

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