Frage von Riveyx, 49

Phase beim Wechselstrom?

Kann mir jemand erklären (oder einen Link schicken) warum nur auf der Phase Strom ist und wie diese funktioniert, bzw aufgebaut ist, sodass nur auf der Phase Strom ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Shalidor, 20

Das liegt daran, dass ja nur eine der beiden Leiter eine Spannung führen muss. Dies ü ernimmt der Außenleiter. Da es aber Wechselspannung ist, ändert sich diese 50 mal in der Sekunde von negativen 230V zu positiven. Das führt eben dazu, dass die Elektronen nur hin und her fließen. Der Neutralleiter ist nur dazu da, dass ein geschlossener Stromkreis zustande kommt. Dieser ist direkt geerdet. Daher hast du auch zwischen Außenleiter (umgamgssprachlich auch Phase) und einem geerdeten Teil 230V~ und bekommst einen Stromschlag, wenn du ihn berührst.

Und bitte: ES HEIßT NEUTRALLEITER, NICHT NULLLEITER!!! Der Nullleiter ist was ganz anderes und seit 1973 verboten! Und da es den eben nicht mehr gibt solltest du dieses Wort auch nicht mehr aussprechen.

Warum heißt jetzt der Nullleiter nicht mehr so sondern Neutralleiter? Und warum kann man zum Außenleiter auch Phase sagen? Bei der Phase ist nichts verändert worden. Phase und Außenleiter sind immernoch ein und das selbe. Aber etwas ganz wichtiges ist dazu gekommen: der Schutzleiter PE. Und weil das den Nullleiter verändert hat, hat man ihn umbenannt, damit man die beiden unterscheiden kann. Der Neutralleiter ist der genutzte Rückleiter im Haus. Der Schutzleiter ist für die Sicherheit da. Fehlerstrom und so. Und im Hausanschluss wird dann Neutralleiter und Schutzleiter zu einem "PEN" vereinigt.

Expertenantwort
von TomRichter, Community-Experte für Physik, 25

Die Phase heißt schon seit längerem offiziell Außenleiter - trotzdem verwende ich noch immer einen Phasenprüfer ;-)

"Strom" ist nicht auf irgendeinem Draht, sondern fließt durch diesen hindurch. Beim Anschluss an eine normale Haushaltssteckdose fließt der Strom gleichermaßen durch den Außenleiter wie durch den Neutralleiter, falls kein Defekt vorliegt.

"Spannung" wird immer zwischen zwei Punkten gemessen. Beispielsweise zwischen Außenleiter und Neutralleiter (aka zwischen Phase und Nullleiter), ergibt hierzulande 230 V~

Beim Haushaltsnetz ist der Neutralleiter mit Erde verbunden. Misst man jetzt die Spannung der Leiter gegen Erdpotential (z.B. Wasserleitung, Heizung, Schutzleiter), dann misst man beim

a) Neutralleiter: ungefähr 0 V gegen Erde. Kann auch nicht anders sein, da er leitend mit Erde verbunden ist.

b) Außenleiter: ungefähr 230 V~ gegen Erde. Deshalb funktioniert auch der Phasenprüfer - falls der Benutzer nicht gut isolierende Schuhe trägt.

Zusammengefasst: "Strom" fließt duch beide Leiter. "Spannung gegen Erde" hat nur der Außenleiter.

Kommentar von Shalidor ,

Hättest du das Wort Nullleiter nicht geschrieben hätte ich deinen Beitrag positiv bewertet.

Kommentar von Shalidor ,

Und der Phasenprüfer aka. Lügenstift funktioniert auch mit isolierten Schuhen auf einer Holzleiter. Einfaches Kondensatorprinzip.

Kommentar von TomRichter ,

> mit isolierten Schuhen auf einer Holzleiter.

Ja. Mit Luchsaugen im abgedunkelten Raum.

Antwort
von dompfeifer, 18

Dass 

"nur auf der Phase Strom ist", 


ist so ein seltsames Gerücht. Der Strom fließt immer über beide Leiter, auch bei unserem öffentlichen Versorgungsnetz (Im unverzweigten Stromkreis ist die Stromstärke an jeder Stelle gleich!). Damit da ein Strom fließen kann, muss zwischen diesen Leitern eine elektrische Spannung anliegen (üblicherweise 230 V Wechselstrom in Europa). Einen dieser beiden Leiter hat man mit der Erde verbunden, d.h. geerdet. Dieser sog. "Neutrallleiter" oder "Nullleiter" hat also damit das gleiche elektrische Potential wie die Erde. Damit führt der entgegengesetzte Leiter, der "Außenleiter" oder die sog. "Phase", nicht nur eine Spannung gegen den Nullleiter, sondern auch gegen die Erde. Deshalb schließt man mehr oder weniger schmerzhaft einen Stromkreis über den eigenen Körper, wenn man auf der Erde steht und gleichzeitig die Phase berührt. Nur die Phase führt eine Spannung gegen Erde, der Nullleiter nicht. Da es praktisch also immer nur auf die Berührung mit der nicht geerdeten Phase ankommt, sagt man verkürzt "Die Phase führt eine Spannung", oder kurz: "Auf der Phase ist eine Spannung". Eine Spannung ist aber immer nur zwischen zwei Leitern messbar. Man müsste da streng genommen sagen: "Zwischen Erde und Phase liegt eine elektrische Spannung an".

Kommentar von Shalidor ,

Nullleiter?! Ernsthaft? Der ist seit 1973 illegal. Du kennst dich aber echt toll aus. Der Nullleiter war damals der Rückleiter bei der Einfachen Nullung. Der Heutige Rückleiter ist der PEN, bestehend aus Neutralleiter mit Schutzleiterfunktion.

Kommentar von dompfeifer ,

Ein PEN-Leiter ist ein Leiter, der zugleich die Funktionen des Schutzleiters (PE) und des Neutralleiters (N) erfüllt. Der ist in Haushalten wegen der Gefahrenquelle seit Jahrzehnten verboten (mit Bestandsschutz für Altanlagen). Der hat auch den Namen „Nullleiter“. Das Wort "Nullleiter" steht aber umgangssprachlich auch noch für den „Neutralleiter“ oder „Mittelpunktleiter“, deshalb habe ich die klassischen verbreiteten Bezeichnungen „Nullleiter“ und „Null“ hier mit eingefügt. Schließlich ging es dem Fragesteller um eine physikalisch-technische Aufklärung und weder um VDE-Normen noch um die Geschichte deutscher Fachsprachen. Danach war hier nicht gefragt.

Antwort
von DerKorus, 24

Der Strom fliest von der Phase zum Neutralleiter (mehr oder weniger da es ja Wechselstrom ist ändert die Richtung immer) aber die Phase führt die Spannung.

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