Frage von micha95,

Pflegestufe bei Rollstuhlfahrern

Mich würde einmal interessieren, ab wann man als Rollstuhlfahrer eine Pflegestufe zugestanden bekommt. Ich meine, wenn man dauerhaft auch innerhalb des Wohnraumes auf einen Rollstuhl angewiesen ist, braucht man doch automatisch deutlich mehr Zeit für die "Verrichtungen der Grundpflege". Natürlich will man immer soviel Selbstständigkeit wie möglich, aber ab wann (bzw. ab welcher Läsionshöhe bei einer Querschnittslähmung) stehen einem auch Leistungen aus der Pflegekasse zu?

Antwort von Charmix,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich sitze selbst im Rollstuhl, zwar noch nicht so lange, aber soweit ich auch von Rehakids mitbekommen habe, bekommt man erst eine Pflegestufe, wenn man auf die Hilfe Anderer angewiesen bist. Ich z.B. habe sogar noch Restgehvermögen und meine Arme funktionieren noch wie bei einem Fußgänger, daher ist es klar, dass ich keine Pflegestufe bekomme.

Außerdem braucht man nicht "automatisch deutlich mehr Zeit" für die Grundpflege. Laien denken oft, dass das so ist - stimmt aber nicht, zumindest nicht, wenn man schon ein wenig geübter ist und eine gute Motorik hat.

Kommentar von Rollitrekking,

Außerdem braucht man nicht "automatisch deutlich mehr Zeit" für die Grundpflege. Laien denken oft, dass das so ist - stimmt aber nicht, zumindest nicht, wenn man schon ein wenig geübter ist und eine gute Motorik hat.

Auf solche Dinge sollte man in der Öffentlichkeit häufiger hinweisen. "Daumen hoch!"

Antwort von Bloodsuckerin,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo,

erst mal braucht man auch mit Rollstuhl nicht immer viel mehr Zeit. Zumindest dann nicht, wenn die Arme noch richtig funktionieren. Wieso auch? Und eine Pflegestufe bekommt man, soviel ich weiß, erst, wenn man auf die Pflege anderer angewiesen ist. Das ist man erst wirklich, wenn man essentielle Dinge, z.B. das Anziehen, nicht mehr alleine kann (Hilflosigkeit). Da zählt aber nur, wenn man sich wirklich gar nicht mehr alleine anziehen kann und nicht, wenn man z.B. nur Hilfe beim Anziehen eines bestimmten Kleidungsstücks braucht.

Kommentar von Rollitrekking,

...erst mal braucht man auch mit Rollstuhl nicht immer viel mehr Zeit. Zumindest dann nicht, wenn die Arme noch richtig funktionieren.

Das ist eine sehr wichtige Tatsache, die vielen Nichtrollifahrern gar nicht bewußt ist.* "Daumen hoch!"*

Antwort von Viel25wissender,

Hallo. In der Tat, bei einer Pflegestufe zählt nur: Wenn dich eine andere Person Pflegen muss, und du das nicht mehr alleine kannst. ZB: Waschen - Duschen -Baden - Rasieren, Nägel Schneiden -Kämmen Dich Abtrocknen - Anziehen. Wenn man dich permanent im Rollstuhl Setzen muss und auch Rausholen muss, dich ins Bett und aus dem Bett holen muss. Nahrungszubereitung - Angefangen von Schmieren einer Scheibe Brot und Kaffee Kochen bis hin zum Kochen und alles was dazu Gehört. Toilettengänge. Soalange du das alles alleine kannst, Steht dir auch keine Stufe zu.

Dich zu Beschäftigen Gehört nicht zur Pflege. Wohl Fahrten zum Arzt, KH. und Medikamenteneinteilung. Aber die Minuten sind so knapp Berechnet.

Aber Freifahren , Einkaufen oder Besuch ins Kino und anderes Gehört nicht zur Pflege. Das wäre Betreuung.Und das Zählt nicht mit.

Ich denke aber, dass du dich allleine Versorgen kannst, egal wie Lange du Benötigst dich an zu Ziehen. Auch wenn du Arbeiten Solltest, dann musst du eben Früher Aufstehen.

Um heute eine Stufe zu Bekommen, muss man schon fast den Kopf unter den Arm Tragen.

Ich habe noch eine Tochter von 9 Jahren die im Rollstuhl Sitzt und geistig schwer Behindert ist. Logisch, dass wir alles Erledigen müssen, da sie nichts alleine kann. Se kann nicht einmal etwas richtig Festhalten oder ihren Rolli selbst bewegen und? Stufe 1 obwohl sie den ganzen Tag über Hilfe Benötigt. Sie muss auch im bett Umgedreht werden. Wenn man die Minuten Ausrechnet, Stünde ihr die Stufe 3 zu.

Mein 12 Jähriger Sohn leidet an einer Schweren Epilepsie, geht aber zum Gymnasium.

Er ist nur hilflos wenn er einen Anfall Bekommt.Was heißt nur, aber so sieht es der MDK. Es kommt aber leider oft vor. Aber da er sich alleine Waschen und auch alles andere kann, Bekommt er auch keine Stufe.

Der MDK Sagt: Ja, nur im Anfall müssen Sie den Jungen bei Einnässen Umziehen und ins Bett Legen. Und das ist ja nicht jeden Tag so. Er Krampft auch in der Nacht, und wir müssen Aufstehen. Aber all das Zählt da nicht.

Zudem musst du Jemanden Benennen der dich quasi Pflegt oder sonst einen Gesetzlichen Betreuer Angeben. Und Derjenige bekommt auch das Pflegegeld, und darf ach Vieles Bestimmen.

Nimmt man einen Pflegdienst als Umformung, bekommt man über 1000 € im Monat, aber nicht du, sondern der Pflegedienst. Wird es nicht ganz Gebraucht fällt das Geld auch weg. Du selbst Bekommst also ohnehin kein Geld. Wenn du Partnerin hast die dich Pflegt, dann Bekommt sie das Geld.

Solange von den Punkten nichts auf dich Zutrifft, Bekommst du keine Stufe. Und so wird es wohl sein. VW

Antwort von Rollitrekking,

Hallo micha95,

ob man eine Pflegestufe bekommt oder nicht, hängt nicht von der Zeit ab die man für sich selber braucht, sondern wieviel Minuten am Tag man Hilfe beim Waschen, beim Baden und Duschen, beim Anziehen, beim Toilettengang und bei der Nahrungsaufnahme benötigt wird. Das nennt man übrigens Grundpflege.

Ich habe vor einiger Zeit eine Tabelle zur Pflegedokumentation entworfen, in die Du alle Pflegeleistungen eintragen kannst, die rund um die Uhr anfallen. Ist der Zeitaufwand bei Dir höher als 90 Minuten täglich (egal ob daheim, auf der Arbeit oder in der Schule), kannst Du einen Antag auf Pflegestufe 1 stellen. Diese Tabelle gilt beim Besuch des Pflegegutachters (durch den MDK) als Pflegetagebuch. Beim Besuch des MDK geht es nicht darum was Du kannst, sondern was Du nicht kannst Solltest Du bei einigen Tätigkeiten lieber Hilfe haben und machst sie nur selber weil Du alleine bist, gehört diese Zeit in die Tabelle. Hast Du Tage mit guter und schlechter Tagesform, dann solltest Du dem MDK immer die schlechteren Tage präsentieren. Hilfe im Haushalt und Begleitung bei Aktivitäten außerhalb der Wohnung wird zwar auch angerechnet, aber nur zu einem sehr kleinen Prozentsatz.

http://www.myhandicap.de/fileadmin/myhandicap_de/web-inhalte/Recht_Soziales/Sozi...

Der Rollitrekker

Antwort von Sissi2009,

Das solltest du bei der Krankenkasse/Pflegeversicherung fragen.

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