Edgar Niklaus am 03.09.2007 um 0:07 Uhr
Entschuldigt diese provokative Frage. Wenn man die letzten Schlagzeilen liest, hat man das Gefühle das es so ist. Warum ist das so? Wo sind die Angehörigen, warum werden nicht mehr Personen eingestellt, warum werden nicht mehr Arbeitslose beruflich zum Altenpfleger oder zur Hilfskraft ausgebildet?

Ich weiß nicht, ob man das miteinander vergleichen kann. Bei Frauchen mit Hund sieht man es auf der Straße, wie sie ihn hätschelt und liebt. Aber den kranken Opa sieht man eben nicht, und es gibt abertausende von Familien, die ihr pflegebedürftige Familienmitglied aufopfernd bis zur Erschöpfung und noch darüber hinaus umsorgen. Mit Sicherheit wird auch in vielen Heimen alles Menschenmögliche für die Pflegebedürftigen getan.
Mit Sicherheit gibt es in Familien auch Missstände - genau wie in den Heimen. Das kriegen wir so gut wie gar nicht mit. Aber Haustiere werden nach Weihnachten und vor den Sommerferien ausgesetzt; Nutztiere gammeln, wie nur allzugut bekannt, in ihren Ställen dahin, werden kreuz und quer durch Europa tagelang gekarrt, um dann in Südfrankreich schwer verletzt an ihren gebrochenen Beinen per Kran ins Schiff gehievt zu werden für ein arabisches Land.
Beide Behandlungen - an Menschen und Tieren - sind verwerflich. Aber zum Glück gibt es zumindest bei der Behandlung von Menschen auch sehr viel Gutes. Nur da, wo tatsächlich Missstände herrschen, sollte auf härteste Art und Weise durchgegriffen und die Heime sofort geschlossen werden.
Mit Sicherheit gäbe es genügend Pflegepersonal, aber durch die Sparmaßnahmen werden die Krankenschwestern und Pfleger einfach nicht eingestellt. Und bitte keine zwangsverpflichteten Arbeitslosen auf die Pflegebedürftigen loslassen. Nicht jeder ist für diesen Beruf, auch wenn er es kräftemäßig schaffen würde, geeignet. Ein Pflegeberuf ist nicht nur ein Geldberuf, es muss ein hoher Anteil an Berufung vorhanden sein. Arbeitslose als Pfleger in die Heime und Krankenhäuser abzuschieben, finde ich unmöglich für die Arbeitslosen und für die Kranken.

Die alten Menschen werden in Pflegestufen eingeteilt. Danach richtet sich die Abrechnung des Arbeitsaufwands des Heimes nach vorgegebenen Zeitlisten (minutengenau!). Der tatsächliche Aufwand für das Personal wird nicht berücksichtigt und ist gegenüber den Krankenkassen nicht abrechenbar. Die Einstufung nimmt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) vor. Es ist bekannt, dass dieser die Betroffenen in tiefere Stufen einteilt (1 statt 2 und 2 statt 3 usw.). Das ist bei einer Beurteilung vor Ort in oft nur 15 Minuten nachvollziehbar und vielleicht auch gewollt. Hintergrund ist Kostenersparnis für die Krankenkassen. Wenn jetzt der MDK Kritik über die Zustände übt, ist das schon makaber.

Das Tiere besser behandelt werden als Menschen - ist eine prima Schlagzeile. Aber es sieht doch anders aus. Tatsache ist, dass es den Leuten in den Pflegeheimen schlechter geht als Leuten im Knast. Ich habe jetzt keinen Nerv, mich über meine Erfahrungen mit einem Altenheim auszulassen. Schlimm ist die Privatisierung der Heime - einerseits - vor allem für Leute, die nicht genug Rente haben. In Zukunft sieht das vielleicht ganz anders aus, wenn sich immer mehr Leute das Altenheim aussuchen können, das den besten Service bietet und mehr alte Leute heranwachsen, die sich nicht alles gefallen lassen.
Meine Freundinnen arbeiten im Pflegedienst. Und wie natürlich üblich, sprechen wir über unsere Berufe, Erfahrungen etc.
Im Pflegedienst gibt es irgendwelche Schreibtisch-Hengste, die bestimmen, wieviel Zeit für jeden Handgriff benötigt wird. Dementsprechend wird jeder Pflegebedürftige zeitlich irgendwie beziffert. Zeit für Eventualitäten, Wege von einem zum nächsten Patienten etc. sind nicht eingerechnet.
Wenn ich das dann so höre, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass bei den Arbeiten geschlampt wird. Und so kommt dann Eines zum Anderen.
Und bei Deinem krassen Vergleich: ein Tier sperrst Du in einen Käfig, gibst ihm was zu Fressen und zu Trinken, machst regelmäßig den Käfig sauber und wenn das Tier dann alt und krank ist kommt es nicht in ein Pflegeheim - sondern ...

Wer soll den das alles bezahlen?`Das ganze Pflegesystem ist doch jetzt schon nicht mehr finanzierbar?
Wie wäre es wenn sich mal die Angehörigen um die Menschen kümmern?
Das Problem ist Du sollst für deine Eltern aufkommen für deine Kinder ebenfalls und für deine eigene Rente musst Du auch noch sparen. Weiter deine Kinder musst du großziehen, deine Eltern sollst du pflegen ja und arbeiten gehen solltest Du ja auch fast,weil du für deine eigene Rente sparen und einzahlen musst. Und heute muss Männlein wie Weiblein gleichermaßen arbeiten gehen um sich ihre Rente zu finanzieren. Da man sich nicht auf den Partner verlassen kann bzw. es gibt Menschen die nicht verheiratet und somit nicht finanziell abgesichert sind.Es gibt diese Großfamilien von früher wo sich jeder um jeden kümmert einfach nicht mehr.Und auch nicht in allen Pflegeeinrichtungen herrscht Pflegenotstand bzw. die Organisation machts.Vielmehr wird in der heutigen Zeit immer mehr gefordert. Keiner möchte mehr warten. Ich habe selbst in einem Pflegeheim gearbeitet in dem die Bewohner sehr gut versorgt waren. Die alten Menschen haben keine Geduld zum Teil sie sind wie Kinder" Ich möchte jetzt sofort und auf der Stelle und wenn nicht dann schlage ich zu". Dies habe ich am eigenen Leib zu spüren bekommen. Man darf diese Leute nicht zurückschlagen, zurechtweisen wie ein Kind geht auch nicht sie haben mehr Lebenserfahrung wie Du sind älter wie Du. Du mußt Respekt haben. Aber nicht alle haben vor Dir Respekt.Ich verstehe sehr gut wenn Angehörige sagen, daß sie ihre Eltern nicht pflegen können. Das sind keine Kinder sondern deine Eltern die du nicht mehr erziehen kannst.

Weil heutzutage leider niemand die "Alten" mehr haben will....sie sind uns nur im Weg....man vergisst sehr schnell das sie uns einmal gebohren uns großgezogen haben......!!!Eine Mutter kann viele Kinder ernähren und großziehen aber viele Kinder können keine Mutter versorgen!!!
die schlechte Pflege bedingt sich wohl auch aus dem, daß vielleicht nicht jeder dazu geeignet ist und trotzdem den Beruf ausübt. Ich denke die Lage wird sich eher verschlechtern wenn man nicht motivierte Arbeitslose dazu bringen will sich als Pflegekraft zu angagieren. Es liegt nicht nur immer an den zuwenigen Pflegekräften sondern oft auch an den einzelnen Personen die diesen Beruf ausüben. Manchen davon scheint es an Menschlichkeit zu fehlen und betrachten ihre Arbeit ähnlich wie in einer Metzgerei
Natürlich nur Arbeitslose, die auch geeignet und gewillt sind und natürlich noch nach einer Ausbildung.
Wenn jemand gewillt ist, ist selbstverständlich nichts dagegen zu sagen.
Ich finde die Frage ist berechtigt aber der Vergleich mit Tierhaltung, ist nicht sehr glücklich gewählt!
Nicht nur "nicht sehr glücklich", sondern arg konstruiert! :o(