Frage von Holsteinaar, 148

Pferdekauf ohne Eigentumsurkunde?

Guten Abend, ich möchte mir ein Pferd zulegen und habe nun auch etwas passendes gefunden. Allerdings gibt es keine Eigentumurkunde, da diese wohl verschlampt wurde. Jedoch stellt sich mir die Frage, ob ich jetzt wirklich 300 Euro ausgeben muss, um diese neu zu beantragen, oder ob es nicht vielleicht angebracht wäre, das die jetztigen Besitzer dies übernehmen. Besitzer ist, der im Besitz des Pferdes ist und natürlich dient der Kaufvertrag als Beleg. Trotzdem habe ich Angst, dass Probleme auftreten könnten, wenn keine Eigentumsurkunde vorhanden ist. Hat jemand Erfahrungen damit, ich bin mir leider ein wenig unsicher, da ich noch nie ein Pferd ohne Eigentumsurkunde gekauft habe.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Annielue, 148

Besitzer bist du natürlich, wenn du die tatsächliche Verfügungsmacht über das Pferd hast. Eigentum daran kannst du aber nur über die Eigentumsurkunde nachweisen. Im Zweifel hilft da auch kein Kaufvertrag.

Angenommen z.B. die Verkäufer waren gar nicht rechtmäßige Eigentümer des Pferdes, weil es noch nicht abbezahlt war und unter Eigentumsvorbehalt stand oder sie haben es nur zur Verfügung gestellt bekommen und deshalb nur den Pass und keine Eigentumsurkunde... nunja, dann können sie dir auch nicht das Eigentum an etwas verschaffen, dessen Eigentümer sie selber gar nicht waren, sondern nur Besitzer. Kaufvertrag hin oder her, das Pferd gehört dir dann trotzdem nicht.

Ist ungefähr wie beim Auto: Besitzer ist der mit den Schlüsseln und Fahrzeugschein, Eigentümer der mit dem Fahrzeugbrief. Ohne Fahrzeugbrief kein Eigentum.

Daher: wenn du die Möglichkeit hast, dann lass sie die Urkunde neu besorgen. Sonst läufst du schlimmstenfalls Gefahr, dass hinterher ein anderer kommt, mit der Eigentümerurkunde wedelt und die Herausgabe seines Pferdes verlangt. Wie groß das Risiko ist, sei mal dahingestellt, aber rechtlich ist es, wie geschrieben...

Kommentar von Holsteinaar ,

Da hast du recht,  davor habe ich auch Angst. Nachher gehört ihnenddas pferd nicht.  

Trotzdem ist es rechtlich so, dass nicht gleich der der Besitzer ist, der die Eigentumurkunde hat. Sondern im Besitz des Pferdes ist. Der Kaufvertrag ist wichtiger.

Natürlich kann es aber anders aussehen, wenn das Pferd denen nicht gehört:/

Kommentar von Annielue ,

Du bringst Besitz und Eigentum durcheinander. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Besitz heißt "tatsächliche Verfügungsgewalt", Eigentum heißt "rechtliche Verfügungsgewalt". Besitz und Eigentum können getrennt werden, z.B. in den genannten Fällen (Eigentumsvorbehalt, Pferd zur Verfügung). Besitzer wirst du also auf jeden Fall, wenn du mit Pferd, Kaufvertrag (der auch mündlich sein könnte) und Equidenpass da rausspazierst, Eigentümer bist du davon aber noch nicht zwingend.

Mit dem Kaufvertrag verpflichten sich die Verkäufer, dir das Eigentum an dem Pferd zu verschaffen. Wenn sie aber nicht tatsächlich Eigentümer sind, also gar nicht die rechtliche Verfügungsgewalt über das Pferd haben, ist der Vertrag gegenstandslos und hilft dir nicht weiter, verstehst du das? Ohne Urkunde, kein (nachgewiesenes) Eigentum.

Kommentar von friesennarr ,

Rein rechtlich ist es so, das der Eigentümer der Sache derjehnige ist, der die EIgentumsurkunde hält, sonst bräuchte man ein solches Papier nicht. Der Kaufvertrag alleine bringt gar nichts, wenn eine Sache verkauft wird, von der man nicht der Eigentümer ist.

Bsp. Ich verkaufe dir das Auto meines Sohnes - du hast einen Kaufvertrag mit mir - dieser Kaufvertrag gilt absolut gar nichts, da das Auto meinem Sohn gehört und dieser auch den Brief hat.

Also überlege nochmal ob ein Kaufvertrag wirklich etwas wert ist?

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 108

Besitzer ist derjehnige, der die Eigentumsurkunde in Händen hält - immer.

Ein KFz ohne Brief gehört dir auch nicht - genauso ist es beim Pferd.

Bei einem Pferd das eine Eigentumsurkunde besitzt, will ich die als Käufer auch haben.

Die Verkäuferin soll diese vor verkauf besorgen, ansonsten nimmst du das Pferd nicht und Punkt.

Kommentar von friesennarr ,

Eigentümer ist - nicht Besitzer ist derjehninge ....

mein Fehler.

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde, 100

Du hast noch nie ein Pferd ohne Eigentumsurkunde gekauft und solltest es auch dabei belassen.

Kaufe niemals ein Pferd ohne dass dir der Eigentumsnachweis übergeben wird. Eigentum an der Sache hat derjenige der die Eigentumsurkunde hat und nicht derjenige der das Pferd in seiner Obhut hat.

Ich hab sone Geschichte schon mal live mit bekommen. Eine Bekannte hat sich kurz entschlossen ein Pferd bei einem Händler gekauft, Handschlagskauf, ohne schrifltichen Vertrag. Sie hat das Tier sofort mitgenommen und sich gefreut, ein tolles Pferd zum Schnäppchenpreis bekommen zu haben. Nur eines hat sie nicht bedacht - die Eigentumsurkunde...... die hat der Händler schön behalten. Das Ende vom Ganzen, der Händler hat später behauptet sie hätte das Pferd gestohlen. Es ging ein wahnsinns Rechtsstreit los. Sie musste das Pferd zwischenzeitlich zurück geben.....was draus geworden ist weiss ich leider nicht, aber sie hatte ne Menge Ärger am Hals.

Du solltest wenn du das Tier kaufst auf die übergabe der Eigentumsurkunde bestehen.

Antwort
von MilleW, 107

Also ich kenne mich nicht aus aber ich hoffe ich kann dir trotzdem helfen: Ich finde die jetzigen Besitzer sind dafür zuständig so eine Eigentumsurkunde zu besorgen! Schaden kann es ja nicht sie zu habe und es klingt auch nicht gerade unwichtig.

Kommentar von friesennarr ,

Schaden kann es ja nicht sie zu habe und es klingt auch nicht gerade unwichtig.

Unwichtig ??- ist es ganz bestimmt nicht - Die Eigentumsurkunde erklärt das Eigentum an der Sache und ist das einzige absolut unbestreitbare Stück Papier das es gibt.

Alles andere: Ein Kaufvertrag  - eine Übergabe - ein mündlicher Vertrag kann angefochten. Eine ETU nicht.

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