Frage von JuliaDomiLuna, 101

Pferdekauf Bitte helfen!?

Hallo ihr lieben,

Ich hab einige Fragen zum Pferdekauf. Woher nehmt ihr den Tierarzt zur Ankaufsuntersuchung? Habt ihr einen Reitlehrer/o.ä. mitgenommen? Wie oft reitet ihr das Pferd probe vor dem Kauf? Hat den Transport der Verkäufer organisiert und gezahlt? Hattet ihr erst einen Stall oder erst das Pferd? Lg Julia

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ykathiyy, 41

Hi :-)

1. Da ich mein Pferd 800 km von zuhause entfernt bei einem befreundeten Züchter gekauft habe, habe ich dort zum einen diesen Züchter nach einem geeigneten Tierarzt gefragt. Dieser nannte mir einen, der dann auch die AKU gemacht hat.

Hätte ich mir in meinem näheren Umkreis ein Pferd gekauft, hätte ich die Ankaufsuntersuchung von einem Pferdespezialisten (in meinem Fall einem Tierarzt nahe München) machen lassen, allerdings nicht von unserem 2. Tierarzt, der sich nur allgemein mit Pferden auskennt.

Dir würde ich raten, dich nach  einem guten Tierarzt umzuhören und dann denjenigen mit der AKU beauftragen, den du für am geeignetsten hältst.

2. Als wir meinen gekauft haben, waren sowohl mein Trainer, als auch mein Papa (er ist auch Reiter) dabei.

An deiner Stelle würde ich auf alle Fälle einen "Profi" mitnehmen, denn der erkennt vielleicht kritische Stellen die du nicht auf den ersten Blick siehst. Zudem kann dir dein Reitlehrer gleich ein paar Tipps geben: Das gibt Sicherheit, gerade dann, wenn du unsicher bist.       Außerdem ist es gut eine Person deines Vertrauens dabei zu haben (BFF, Freund, Eltern, ect) 

3. Da mein Pferd ja 800 km von meinem Wohnort entfernt stand und ich nur zwei Tage frei hatte bin ich ihn nur an einem Tag Probe geritten. An diesem Tag allerdings 2x. Es empfiehlt sich aber sicherlich 3-5 mal zum Probereiten zu kommen, um zu sehen wie das Pferd wirklich ist. Gerade ein bis zwei unangekündigte Besuche sind bei einigen Verkäufern ratsam. 

Ich selbst bereue es aber nicht, nur so kurz Zeit gehabt zu haben, da ich (durch die Freundschaft zu dem Verkäufer) absolut keine Zweifel mehr hatte.

4. Den Transport hat mein Reitlehrer übernommen, da mein Vater keine Routine im Hängerfahren hat und 800 km eine sehr lange Strecke sind. Ich slebst habe noch keinen Führerschein. Sprint und Arbeitsstunden haben wir meinem Trainer selebstverständlich gezahlt.

5. Ich hatte den Stall schon vor dem Pferdekauf, da mein Papa schon vor meiner Geburt in diesem Stall stand und ich somit seit ich denken kann an diesem Stall bin. Im Endeffekt war es auch mein Trainer, der meine Eltern davon überzeugte, dass sie mir ein eigenes Pferd kaufen sollten. 

Generell ist es empfehelenswert, vorher einen Stall im Auge zu haben, falls es schnell gehen  muss. Auch sonst ist es von Vorteil.

Sooo! Ich hoffe, dass ich dir deine Fragen ausreichend beantworten konnte. Wenn nicht, dann frag doch bitte noch einmal nach :-)

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Pferdekauf ! <3

 MFG ykathiyy

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 45
  1. wenn der Stall in eurer nähe ist, dann kannst du einen Tierarzt beauftragen, den du schon kennst. Wenn du keinen kennst, lass dir einen anraten.

  2. wenn der Stall weit entfernt ist, dann sucht man dort einen TA aus, der aber bitte diesen Stall und dieses Pferd nicht kennt.
  3. Man sollte einen Kaufberater dabei haben - jemand der sich sehr gut mit Pferden und dem reiten auskennt. Auch jemand der sich mit Vertragsrecht auskennt wäre hilfreich. Ich empfehle immer mit 3 Personen zum Pferdekauf zu fahren. Interessent, Fachmann Pferd und Fachmann Vertrag.
  4. Ich selbst habe bisher nur ein Fohlen gekauft, die kann man nicht probe reiten - aber ich habe sie drei mal angeguckt, bevor ich sie gekauft habe. Einem Kaufinteressent empfehle ich immer ein paar mal vorbei zu kommen. Auch mal sich mit dem Pferd alleine zu beschäftigen (ich verkaufe Nachzuchtpferde ab und zu).
  5. Es gibt Verkäufer, die dir das Pferd bringen (mach ich auch) aber die kosten dafür mußt du übernehmen. Wenn du einen Hänger mieten mußt, ein Zugfahrzeug, die Zeit mit einrechnest und das verfahrene Benzin dann kannst du dir leicht ausrechnen, das das keiner für umme macht.
  6. Ich hatte damals erst den Stall fest und dann konnte die Suche nach dem Pferd los gehen. Also erst Stall dann Pferd. Manchmal kommt es sehr schnell beim angucken vom Pferd, das man sagt "das ist es". Und dann hat man keine Zeit mehr noch lange erst nach Stall zu suchen.
  7. Sind deine zukünftigen finanziellen Verbindlichkeiten gesichert?
Kommentar von JuliaDomiLuna ,

Vielen herzlichen Dank!

Ja das finanzielle steht auf jedenfall. Auch einen Stall hätte ich im Blick und bereits erste Anfragen dort getätigt!

Antwort
von CarosPferd, 11
  • Tierarzt nehmen wir immer unseren eigenen. Wenn das Pferd zu weit weg steht haben wir einen Tierarzt genommen den uns bekannte empfohlen haben. (Da meine gesamte Familie reitet und Kontakte hat findet man immer eine Empfehlung,) aber eher nicht vom Verkäufer empfehlen lassen, da wird viel getrickst
  • Mein Vater trainiert mich, deshalb fährt er auch mit. Sonst kommt auch meine Oma noch mit, (durch und durch pferdemensch, viel wissen, Erfahrung, Blick für Pferde, den gesamten Stall dort, etc. ihr Leben lang mit Pferden gearbeitet.) Du solltest auf jeden Fall jemanden mitnehmen der nicht nur dich, dein können und deine Ziele kennt, sondern sich auch mit Pferden allgemein und pferdekäufen auskennt.
  • Normalerweise reite ich zweimal Probe, einmal halt zum kennenlernen, und wenn man dann ehrliches Interesse hat noch einmal. Wenn du dich wohlfühlst beim reiten, macht am besten direkt einen weiteren Termin fürs nächste reiten.
  • Der Verkäufer hat grundsätzlich mit dem Transport nichts zu tun. Wenn du gar keine Möglichkeit hast das Pferd selbst zu transportieren könntest du ihn darauf mal ansprechen. Gegen Bezahlung ist das aber bestimmt machbar, und wenn du eh dafür zahlen musst kannst du sonst auch jemand anderen damit beauftragen der pferdetransporte anbietet.
  • Da wir einen eigenen Stall haben war der Platz eh zuerst da ;) würde dir aber auch empfehlen mit Ställen zu reden und dich auf jeden Fall schonmal umzuschauen, evtl kannst du einen Platz reservieren oder ähnliches, erkundige dich einfach mal

Noch Tipps zum Kauf: gehe neutral dran, verliebe dich nicht in ein Pferd weil es so hübsch aussieht oder ähnliches. 

Traue dich wirklich Sachen auszuprobieren, je nachdem wofür du das Pferd suchst natürlich. Ich bin Springreiter und habe beim ausprobieren Parcoure durchgesprungen, distanzen, Kombination, Wassergraben, alles um zu schauen ob es wirklich passt zwischen mir und dem Pferd und nicht da schon Probleme auftauchen.

Erkundige dich ob das Pferd heute schon gelaufen ist oder nicht, morgens kommen ist oft von Vorteil.

Stelle fragen, Vergangenheit, bisherige Erfolge, von was für einem Reiter wurde es vorher geritten? Alles was dir so einfällt

Antwort
von horsegirl1112, 20

Hallo :-)

Also ich war lange auf der Suche und habe sehr viele Pferde ausprobiert. Die meisten haben mir aber nicht zugesagt und deswegen bin ich sie auch nur einmal geritten. Jedoch hatte ich (wenn das Pferd in die engere Auswahl gekommen ist) immer meine Trainerin dabei die mich so toll unterstützt hat wie es nur ging! :-)

Jedenfalls haben wir echt lange gesucht bis wir auf eine Anzeige gestoßen sind die uns auf den ersten Blick eher weniger angesprochen hat, haben aber dann doch draufgeklickt und siehe da mein Pferdchen :-)

Bevor ich sie gekauft habe (ich hatte das Glück dass sie nur zwei Ortschaften von mir entfernt stand) habe ich sie einen Monat als Vollmiete gehabt und somit konnte ich sie auf Herz und Nieren testen. Natürlich zusammen mit meiner Trainerin.

Da es so nah von meinem eigentlichen Stall war, hätte ich theoretisch auf hinreiten können, aber das wollte ich dann doch nicht. 

Jedenfalls hatte ich vorher einen Stall bevor ich ein Pferd hatte :-) Und würde es auch jedem Raten, weil Pferde ohne Stall wäre ziemlich blöd ;-)

Ich hoffe ich konnte dir helfen und viel Glück!

Lg

Antwort
von Michel2015, 9

Als TA sucht man sich einen der das darf, denn das darf nicht jeder. Sicher hat der Verkäufer einen TA im Schlepp. Da der TA in Haftung geht, kann er nicht mit dem Verkäufer küngeln.

Von der "Reitlehrer des Vertrauens-Nummer" halte ich wenig. In dem Geschäft ist es üblich, dass der RL vom Kaufpreis was abbekommt, er verdient zweimal, erst bei Dir, dann vom Verkäufer. Such Dir jemanden mit Pferdeverstand der nicht wie ein RL aussieht (die riecht man gegen den Wind). Natürlich gibt es auch wirklich gute Leute denen man vertrauen kann. ich vertraue in der Pferdescene jedoch gar keinem, da kann ich mich ja gleich erschießen.

Transport ist Dein Problem, es sei denn der Verkäufer macht das, das hängt von der Höhe des Kaufpreises ab. Die Lust dazu ist = Proportional zur Höhe des Kaufbetrags.

Man sollte schon wissen wohin mit dem Zossen, also erst Stallsicherheit schaffen, denn den Inhalt dazu kaufen.

Dieses mehrfache Vorreiten zeigt eher Unsicherheit und ist lästig für den Verkäufer. Man reitet vor und sollte wissen was man da tut. Habe Verständnis, wenn ein Stallbesitzer Geld fürs Vorreiten nimmt, denn es gibt viele Leute die nur einen Kauf "vorspielen" um teure Pferde reiten zu können. Man sollte dabei fair und ernst sein. Wenn man sich nicht sicher ist oder den Vergleich für sich sucht, dann kann man sicher noch ein zweites Mal kommen.

Die die "Pferdekäufer, die bei uns permanent aufkreuzen, weisen wir ab. Wir sind keine Reitschule sondern ein Gestüt, das sollte man aus dieser Sicht sehen.

Antwort
von Hjalti, 43

Fang doch erst mal mit dem Stall an. Du solltest doch wissen, wohin mit dem Tier, bevor du es kaufst?! Da gibt es einiges, was man sich vorher überlegen sollte: Boxenhaltung? Offenstall - falls ja, getrennte/gemischte Herde? Selbstversoger? Fütterungsmanagement? Halle? Platz? Anfahrt, etc. um nur ein paar Dinge zu nennen. Einen TA findest du zur Not über die gelben Seiten, im Netz, vllt kennst du aber auch jemanden, den du fragen kannst. Wenn das Pferd weiter weg von dir/deinem TA ist, kann auch der jetzige Besi die AKU organisieren. Transport bezahlt i.d.R. der Käufer, wer ihn organisiert wird zwischen VK u. K abgesprochen. Probereiten möglichst öfter als 1x!!! Wenn mögl auch im Gelände, etc. Schaden tut es auf keinen Fall, wenn man einen Fachmann dabei hat (z.B.Reitlehrer) vor allem, wenn man sich selber noch nicht gut auskennt oder einem die Erfahrung fehlt.

Kommentar von JuliaDomiLuna ,

Ja die Sache mit Stall/Pferd ist eben die: was ist das pferd gewohnt, ist es soweot herdenverträglich,... Also muss ich ja erst mein Pferd haben. Am Ende hat man einen (oder mehrere Ställe rausgesucht) und es passt doch überhaupt nicht, bzw der Bodenplatz den man sich gewünscht hat ist letzendlich doch weg.

Oder ist diese problematik gar nicht so verbreitet? 

Kommentar von Hjalti ,

Ok, klar, man kann die Sache auch andersrum angehen, bei mir war es eben so, dass ich mir zuerst überlegt habe, was ich für mein Pferd/mich möchte. Dann in Frage kommende Ställe angeschaut, dann Platz reserviert u. dann Pferdi gekauft. Ist 11 Jahre her, bin immer noch im gleichen Stall u. liebe ihn :)

Kommentar von friesennarr ,

Nein - du mußt deine Einstellung zur Pferdehaltung entwickeln, dein zukünftiges Pferd muß sich da reinleben.

Wenn du für artgerechte Haltung bist, dann kommst du um einen Offenstall oder Aktivstall nicht herum.

Wenn du (leider) für Boxenhaltung bist, dann mußt du das heraussuchen, was deiner Einstellung entspricht. Wenn du aber unbedingt Boxenhaltung aussuchen willst, dann wenigstens nur nachts aufgestallt und ansonsen Freilauf.

Kommentar von JuliaDomiLuna ,

Das mit der Box war nur ein Beispiel, aber sollte man ein Pferd nicht langsam umstellen?

Kommentar von friesennarr ,

Nein. Das Pferd lernt i.d.R. sehr schnell. Und die meisten Pferde atmen richtig gehend auf, wenn sie zu uns in den Offenstall (aus Boxenhaltung) kommen.

"Zurück zur Natur und das Pferd wird wieder Gesund bzw. Normal."

Hat sich immer bewahrheitet.

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