Frage von Follow21, 139

Pferde in der Großstadt um 1900?

Hey zusammen...als ich gerade ein Foto von New York City um 1900 gesehen habe (auf dem logischerweise eine Unzahl an Pferdekutschen drauf wahren) kam in mir die Frage auf was damalige Stadtbewohner mit ihrem Pferd gemacht haben wenn sie es gerade nicht gebraucht haben?? Ich kenn mich zwar nicht mit Pferden aus, aber die steckt man sicher nicht in den Keller...

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 42

In den Metropolen wie New York, London und Co, war das sicherlich noch etwas anderes. Dort gab es damals ja richtige Verkehrsprobleme mit Pferden und Kutschen, Stau und schwere Unfälle, Pferde brachen vor Kutschen tot zusammen und Menschen wurden überfahren. Der Pferdemist war allgegenwärtig und der Lärm durch die vielen lauten Hufe auch. Man streute die Straßen deshalb mit Stroh aus - um den lärm einzudämmen. Die Pferde in New York waren zum teil in riesigen Stallungen - vergleichbar mit den Parkhäusern heute untergebracht. Und die Wohlhabenden hatten eigene Stallungen an ihren Anwesen.

Hier war es um 1900 schon deutlich anders - Mein Urgroßvater hatte ab 1912 eine Schreinerei und da wo heute unsere Garagen sind, war damals der Stall für die Kutschpferde. In unserer Straße war er aber der einzige, der zum damaligen Zeitpunkt noch Pferde hielt. Denn da begann bereits die Zeit, in der die Pferde in den Städten weniger wurden. Gerade in den ärmeren Vierteln hatten nur noch die Handwerker, oder der Milchmann und der Bäcker Pferde und Kutschen. 

Der normale Arbeiter ging zu Fuß oder bei weiteren Strecken nutzte die schon damals existierenden öffentlichen Verkehrsmittel - Straßenbahnen, die Pferden gezogen wurden - den Zug und später dann die elektrische Straßenbahn.

Du musst Dir vorstellen, dass damals noch nicht alles so lückenlos bebaut war wie heute. Demnach gab es auch in den Großstädten Platz für die Stallungen. Nur das mit der Weide und der Pferde-freundlichen Haltung, das war damals nicht wirklich gegeben. Ständerhaltung war komplett normal.


Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 27

In ganz New York waren Pferdeställe - die waren so häufig wie Tankstellen und Autoreparaturen heutzutage.

Die Stadtbewohner hatten keine Pferde - die Pferdekutschen waren wie Taxis bestellbar. Müll abholen, Lebensmittel herankarren, Leute zu transportieren war alles nur über Pferdekutschen, Velos und zu Fuß möglich.

Heute haben ein paar Leute ihre eigenen Pferde im Central Park Riding Stable stehen - da kann man dann jeden Tag reiten, aber eben nur im Central Park.

http://www.centralpark.com/guide/sports/horseback-riding.html

Antwort
von andre123, 25

In der Stadt war  Pferdehaltung im Gegensatz zum Land, bei Privatpersonen eher selten. Allenfalls die Oberschicht mit Villa in der Vorstadt unterhielt Pferd und Kutsche für den persönlichen Transport.

Die Vielzahl der Kutschen und Fuhrwerke in der Stadt des ausgehenden       19 Jhd. ist gewerblich. Insbesondere (Miet)-Droschken oder "Speditionsfuhrwerke" bzw. Fuhrwerke von Unternehmen, Handwerkern,Lieferanten etc.

Diese hatten dann natürlich ihre Standorte eher in den Außenbezirken der Stadt, wo dann insbesondere nachts auch die Pferde standen.

Zudem gab es Mietställe (mit oder ohne Verpflegung) zum stunden-oder tageweise abstellen der Pferde gegen Gebühr ( quasi ein Parkhaus)

Antwort
von Michel2015, 19

New York war wie Berlin, zumal der verkehrsreichste Platz der Welt in
dieser Zeit in Berlin war. Ich würde sagen, bei uns gibt es noch ca. 500 alte und erhaltene Pferdeställe mitten in der Stadt, die sind jetzt Lager, Garage oder sonst was. Da standen dann die Pferde wenn sie nicht gebraucht wurden. Grüne Wiese gab es nicht. Pferde waren die LKW und Busantriebe. Dazu kamen noch Kühe und on Top gab es die Tuberkulose kostenlos, das kam aus der Unreinheit der Tierhaltung und wurde über die Frischmilch verbreitet. Wir haben unser Krankenkassensystem diesem Umstand zu verdanken.

Relikte aus dieser Zeit findet man auch noch in unserem alten Güterbahnhof, da ist noch die alte Pferdetreppe, so konnte man mit dem Pferd bis in den 5. Stock.

Sehr viele Bahnhöfe haben noch an der Seite einen alten Pferdestall, wenn man genau hinsieht entdeckt man diese. Denn nach Ankuft mit der Bahn, ging es oft mit dem Pferdewagen weiter und die gehörten auch der Bahn.

Um Die Frage zu beantworten, JA, die wurden mehr oder weniger im Keller gehalten, ob New York, London oder Berlin, da gab es keine Unterschiede.

Antwort
von EinSalatkopf, 76

Viele der großen bürgerlichen Stadthäuser hatten ein rückwärtig, hinter dem Garten gelegenes Hinterhaus, in dem sich nicht nur Räume für das Personal und die Hauswirtschaft befunden haben, sondern ebenfalls ein Pferdestall. Du musst nur einmal nach Grundrissen dieser Art, Häuser zu bauen, suchen.

Kommentar von EinSalatkopf ,

Hier einmal ein Plan, ein Londoner Townhouse.

https://austenonly.files.wordpress.com/2010/09/town-house-3a224-correction.jpg

Nicht zu übersehen der Stable links oben, der sogar Platz für deutlich mehr als ein Pferd geboten hat.

Antwort
von FelixFoxx, 47

Wer eigene Pferde hatte, der hatte einen Stall hinter dem Haus. Wie damals üblich mit Ständerhaltung und in der Stadt sicherlich ohne Weidegang.

Antwort
von archibaldesel, 15

Es gab Ställe und Mietställe, so wie man heute in Großstädten Parkplätze mieten kann. Der Unterschied ist also gar nicht so groß. Auch heute stellt niemand sein Auto in den Keller....

Kommentar von ponyfliege ,

doch - gibt genug leute mit garage unterm haus.

auch in grossen neugebauten mietshäusern gibt es oft eine tiefgarage.

Kommentar von archibaldesel ,

Von Tiefgarage und Keller habe ich irgendwie noch unterschiedliche Vorstellungen. Aber bei großzügiger Auslegung hast du wohl recht.

Antwort
von Unwissend123321, 67

Jo...damals gabs keine Garagen oder Parkhäuser, sondern Ställe. Ganz logisch ;)

Antwort
von JBEZorg, 17

Es gab Ställe. Auch in der Stadt. Ausserdemm sahen so manche Gegenden in der Stadt für's heutige Verständnis recht dörflich aus.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 51

man stellte das pferd hinterm haus in den stall und die kutsche in den hof.

ein pferd hatte damals in etwa 4 quadrtatmeter zur verfügung. meist liefen da noch ein paar hühner rum oder es stand noch ein schwein im koben.

Antwort
von derhandkuss, 58

in den Stall gestellt? oder draußen "auf dem Parkplatz" angebunden?

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