Frage von mariem001, 198

Pferde "fetzen" im Ausritt ohne Grund zum Stall zurück - was kann man machen?

Hey Leute,

meine Freundin und ich haben jetzt seit ungefähr 1 Monat zwei Haflinger als Reitbeteiligung. Vorher hatten wir auch schon eine die deutlich leichter zu reiten war und insgesamt haben wir so um die 8 Jahre Reiterfahrung. Die beiden Pferde sind auf dem Platz total lieb, doch wenn es im Gelände zurück nach Hause geht dann kann man die beiden nicht mehr halten. Manchmal ist es auch schon so gewesen das sie dann nach einer galoppstrecke so durchgedreht waren, dass sie einfach in andere Wege abbiegen und dann im rasenden Galopp reiten und es wirklich fast unmöglich ist sie wieder zu stoppen ohne das man runterspringt. Die Besitzer meinen das es immer so ist man dann halt ein paar Volten reiten soll etc., aber das funktioniert alles nicht und es kann ja auch nicht sein das es für immer so ist. Deswegen meine Frage an euch was kann man machen, dass die beiden nicht mehr ihren Dickkopf durchsetzen und sich das abgewöhnen und uns nicht noch Krankenhaus bringen;D?

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 76

Sorry aber ihr beiden gehört mit diesen Pferden nicht ins Gelände. Erst mal lernen wie man die beiden unter Kontrolle hat, vorher ist da nix mit Geländereiten.

Wenn die Pferde zum nach Hause rennen tendieren, dann dreht man in dem Moment wo sie schneller werden um und reitet wieder vom Stall weg, so lange bis sie nicht mehr schneller werden. Das kann unter umständen mehrere Stunden pro Arbeitseinheit kosten und mehrere Tage.

Die sollte aber jemand machen, der davon Ahnung hat, weil die beiden dürfen in der Trainigszeit nicht ein mal gewinnen dürfen. Was sie bei Euch scheinbar problemlos tun.

Kommentar von mariem001 ,

Ja also genauso machen wir das immer mit dem umdrehen aber sie dann zu halten ist extrem schwierig und wenn das öfter im Ausritt passiert, hast du auch irgendwann keine Kraft mehr. Wie ich schon sagte die Besitzer kennen die Pferde sehr gut, aber selbst denen passiert es das ein oder andere Mal.

Kommentar von friesennarr ,

Dann gilt mein erster Satz wieder - ihr gehört nicht ins Gelände mit den Pferden.

Das jemand auf solchen Pferden RB s vergibt gehört verboten, vor allem wenn man selber nicht mit denen fertig wird.

Solltet ihr trotzdem Ausreiten gehen mit diesen Pferden (und euer Leben und eure Gesundheit weiter reskieren) dann solltet ihr in dem Moment absteigen, wo sich abzeichnet, das die Pferde spinnen werden und führen - alles andere ist Körpergefährlich - frag mal eine Freundin von mir, die seit 32 Jahren im Rollstuhl ist.

Kommentar von Urlewas ,

Dann reitet halt nur so kurz, wie eurer Kraft garantiert reicht!

Selbst wenn der Ausritt dann eben nur 10 Minuten dauert. Oder geht's nach dem Motto, was der Schwabe zahlt hat, dass ißt er auch - selbst wenn er dran erstickt... ;-)

Man stelle sich  vor, da käme euch mal eine Frau mit Zwillingskinderwagen  in die Quere. Und jetzt kommt nicht mit so löchrigen Argumenten wie " da läuft keiner  spazieren..."

Pferde, die unkontrolliert durch die Gegend  rennen, sind nun mal gefährlich. Für sich selbst, für die Reiter und auch für Ihre Umgebung.

Kommentar von friesennarr ,

Ich hoffe sehr, das du Schwabe bist, für die Aussage. Häh Häh bist du?

An die Spaziergänger hab ich noch nicht mal gedacht, aber richtig.

Kommentar von Urlewas ,

Wie jetzt - räusper....

War die Bemerkung irgendwie unschicklich :-S ?

Aber Jain, bin gewissermaßen staatenlos ;-)

Kommentar von beglo1705 ,

Staatenlos? Brauchst dich nicht genieren, hier wird (fast) keiner verbal verhauen ;-))

Kommentar von Urlewas ,

Danke, belgo. Erleichterung macht sich breit, puuuh.

Denn vielleicht mag ich Pferde, weil sie mir ähneln. Eifrig ( vielleicht manchmal zu sehr..) 😉, und andererseits ängstlich...

Kommentar von Urlewas ,

Spaziergänger waren das erste, was mir dazu einfiel. Ich war nämlich schon mal in ähnlich fragwürdiger Begleitung unterwegs.

Die sind unangekündig losgerast, als mein Pony noch nicht mal von der Teerstraße auf den Schotterweg abgebogen war, und da kam ein paar hundert Meter weiter tatsächlich ein Kinderwagen entgegen. Wenigstens konnten sie ihre Pferde lenken und es war an dieser Stelle ein Stück Wiese neben dem Weg ( über die man im Normalfall auch nicht geritten wäre...)

Nicht auszudenken, wenn ein weiteres Kind auf der Wiese Blumen gepflückt hätte, oder ein Zaun das Ausweichen verhindern würde.

Seit diesem Erlebnis propagiere ich die Verpflichtung zum Reiterpass. 

Jenen Stall betrete ich jedenfalls nicht mehr.

Antwort
von Koala94, 83

Wir hatten auch so einen Hafi bei uns im Stall .......

was Ihr versuchen könntet ist dass ihr erstmal zusammen mit den Pferden die Strecken spazieren geht -- mit Trense!!! und das ganze schön langsam vom Boden aus übt. Wenn sie das rennen anfangen stehen bleiben bis sie ruhig sind und im Kreis führen, dann weitergehen. Solange bis das klappt!! Dann setzt sich eine von euch oder ein Freundin drauf und die andere führt! Gleiches spiel wieder....und irgendwann dann ohne Führen versuchen. :)

Kommentar von mariem001 ,

werden wir ausprobieren, danke😊

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 61

Das ist jetzt kein Rat an euch, aber die Pferde müssen von Dummköpfen ausgebildet worden sein. Vermutlich ist mit denen viel zu viel rumgefetzt worden. *Augenroll*.

Ich bin mit meiner eigenen Stute sofort ausgeritten, obwohl sie mal gerade den Reiter duldete. Aber ich habe sie niemals fetzen lassen. Das mache ich bis heute nicht. Ich habe es im ersten halben Jahr gar nicht galoppieren lassen. Da es ein Offenstallpferd war/ist, konnte es das, wenn ihm danach war, auf der Weide machen.Und im ersten Jahr habe ich das Pferd die letzten 1000 m immer geführt.
MIt dem Erfolg, dass meine Araberin auf dem Weg nach Hause sogar eher ruhiger wird als flott. Da sie weiß; Arbeit beendet.
Und ein Araber ist etwas flotter als ein Haflinger....

Euch kann ich nur raten, im Gelände prinzipiell nicht zu galoppieren. Das wäre mir zu gefährlich und Galopp macht nun mal Pferde schnell heiß. Ich würde den Galopp mindestens ein Jahr im Gelände komplett streichen.
Und ich würde die Pferde lange Zeit vor Erreichung des Stalles führen.

Vor allem aber würde ich  nicht zu zweit ausreiten mit diesen unrittigen Pferden, die sich vermutlich gegenseitig aufstacheln. Jede von euch sollte sich einen anderen Ausreitpartner suchen, der dieses Verhalten im Gelände nicht zeigt.

Was ich einfach nicht verstehe, ist, warum Leute - gerade Jugendliche - im Gelände mit unrittigen Pferden galoppieren. Diese Gangart sollte man wirklich nur machen, wenn man das gut ausgebildete Pferd sicher an den Hilfen hat. Sonst ist es gefährlich.

Kommentar von friesennarr ,

Absolut DH:-))

Jede von euch sollte sich einen anderen Ausreitpartner suchen, der dieses Verhalten im Gelände nicht zeigt.

Super Idee.

Antwort
von beglo1705, 47

Zum einen solltet ihr mit den Pferden nicht in´s Gelände, da sie anscheinend nie beigebracht bekommen haben, wer hier das Tempo angibt und zum anderen solltet ihr Unterricht nehmen in dem man lernt, ein Pferd zurück zu halten bzw. wie man auch Dickköpfe durchpariert, in der jetzigen Kombi ist das lebensgefährlich!

Zudem ist zu beachten, mit Pferden nicht immer die selbe Strecke zu galoppieren und schon gar nicht auf dem Heimweg, mit der Begründung, dass sich Pferde sehr schnell an so was gewöhnen und dann gibt es kein Halten mehr.

Ich persönlich find´s unverantwortlich von dem Besitzer, der ja weiß, was seine Tiere anstellen und das ganze mit "ist halt so" abstempelt. Anscheinend muss erst was passieren, bevor hier jemand eingreift.

Antwort
von Sonja66, 86

Deswegen meine Frage an euch was kann man machen, dass die beiden nicht mehr ihren Dickkopf durchsetzen und sich das abgewöhnen und uns nicht noch Krankenhaus bringen;D?

Kenne ich auch so bzw. hatte ich auch mal.

Euch bleibt meiner Ansicht nach wirklich nur, den größeren Dickkopf zu haben und zu beweisen, natürlich nicht mit Gewalt!!!!, sondern mit innerer Autorität und Willensstärke und guten Reitkenntnissen.

Einbremsen, durch parieren, n' Stück zurück reiten, dann Klappe die Zweite, bis es passt und ruhig abläuft.
Volten finde ich auch ganz gut, aber wenn du zurück reitest, ärgern sich die Pferde mehr darüber ;-)

Die machen das, weil sie es können  ;-)))) Also nicht böse sein, sondern nur besser ;-))))

Kommentar von friesennarr ,

Einbremsen, durch parieren, n' Stück zurück reiten, dann Klappe die Zweite, bis es passt und ruhig abläuft.
Volten finde ich auch ganz gut, aber wenn du zurück reitest, ärgern sich die Pferde mehr darüber ;-)

Das ist ein guter und richtiger Rat. Allerdings ärgern sich die Pferde nicht drüber.

Kommentar von Sonja66 ,

Fand ich schon immer, weil sie doch eigentlich schnell heim wollten ;-)
Geduldige liebevolle Wiederholungsübungen zum Durchsetzen nerven Pferde, so dass sie dann doch machen, wie der Reiter meint. Aber das alles braucht auch wie gesagt gewisse Eigenschaften und Reitkenntnisse, auch ein Verständnis für Pferde.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 99

Wenn sie nach der Galoppstrecke aufdrehen - habt Ihr denn schon mal probiert, diese Galoppstrecke im Schritt zu reiten?

Es ist nie gut, wenn die Pferde schon automatisch an bestimmten Stellen immer galoppieren dürfen. Das muss man ab und zu üben, auch, wenn man selber genaus so ungern auf den Galopp verzichtet wie das Pferd.

Die Pferde am Galopp zu hindern dürfte ja zumindest einfacher sein, als es zu bremsen, wenn es schon rennt.

Was ich allerdings noch bedenklicher finde ist, dass ihr nicht mal die Richtung bestimmen könnt! 

Kommentar von mariem001 ,

Ja klar das haben wir schon probiert, manchmal klappt es und manchmal nicht... Und mit der Richtung ist das ist nicht immer so. Danke für deine Antwort:)

Antwort
von forrestkid, 99

Getrennt ausreiten. So haben wir es gemacht. Ein Pferd im Stall lassen. Das hat zwei Effekte. Einmal sieht das eine Pferd, wie das andere 'wartet' und das wartende Pferd sieht, wie das andere Pferd weggeht und möchte das auch.

Ihr arbeitet praktisch mit Sehnsüchten. Klappt gut. Also bei uns. Es sind auch zwei Haflinger.

Kommentar von friesennarr ,

Wenn du dann einen Kleber hast - und unerfahrene Reiter - dann kommst du mit den einen nicht mal vom Stall weg.

Und sehnsüchtig warten gibt es bei Pferden nicht. Entweder der tobt durch den ganzen Stall oder in interessiert es gar nicht das der andere weg ist.

Schön das es bei euch scheinbar klappt, vorstellen kann ich es mir nicht.

Kommentar von forrestkid ,

Nun, meine Familie hat seit vielen Jahren Pferde. Das ein Pferd gebunden sein kann an ein Anderes ist uns mehr als einmal passiert. Und beim Trainieren bedingen sich beide gegenseitig z.B.

Als uns vor Jahren ein Hengst starb, lag die Stute bewegungslos im Stall und wollte nichts fressen aus Verlustschmerz.

Lies mal den Pferdeflüsterer. Oder schaue, dass auch Du viele Jahre mit Pferden zusammenlebst. Dann siehst Du's anders.

Kommentar von friesennarr ,

Ich bin jetzt seit 41 Jahren bei den Pferden - habe selber welche (bis zu 3 Pferden je Jahr) seit über 25 Jahren - züchte Friesenpferde und bilde Jungpferde aus und Pferdehalter zur Bodenarbeit.

Ich glaube mein Wissen reicht doch ganz gut aus.

Pferdflüsterer bin ich selber, allerdings meine ich eher ich kann Pferdesprache - flüstern lässt das nicht.

Wenn ein Tier stirbt, dann ist das trauern. Wenn man ein Pferd alleine im Auslauf zurück lässt, dann hat es keinen Verslustschmerz, dann hat es Panik weil es alleine ist und somit dem bösen Wolf schutzlos ausgeliefert ist - ein Pferd das im Auslauf nix macht, wenn es alleine ist, dem geht es am A...ch vorbei, das der andere gerade nicht da ist.

Kommentar von Urlewas ,

Das kann nur klappen, wenn es eben keine Kleber sind. Manche Pferde gehen alleine ruhiger, weil niemand da ist, mit dem man sich ein Rennen liefern kann.

Meist hat es einPferd, das ohne Artgenossen unterwegs ist, noch viel eiliger haben, nach Hause zu kommen, wo Futter und Freund auf ihn warten!

Wegen dem bekannten Herdentrieb ist auch die Rechtslage bei einem Unfall sehr schwierig, wenn man allein unterwegs war.

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