Frage von Pferdchen222, 133

Pferd will nicht springen was kann ich tun?

Mein 8 jähriger Pony Wallach will nicht springen beim anreiten vom sprung läuft er immer vorbei oder bleibt sogar stehen und ich bekomme ihn nicht mehr vorwärts Ps: Ausrüstung passt

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 34

was sagt dein trainer?

hattest du vorher schon springstunden auf einem lehrpferd?

wie sind die hufe bearbeitet - und - wie sieht der untergrund aus? es ist möglich, dass die hufe so bearbeitet sind, dass das pony "falsch" läuft, also nicht sicher landen würde. und manche pferde haben auf einem untergrund, der auch nur ANSATZWEISE rutschige ist (bewässerte halle, rasen) angst vor dem springen haben.

dann wäre die frage: wie wird das pony dressurmässig gearbeitet? ein pferd, dass gleichgewichtsprobleme hat, wird niemals freiwillig springen.

als vorbereitung in der dressur vermehrt durchlässigkeit erarbeiten, dazu mit stellung und biegung vom boden aus beginnen, später unter dem reiter dazu fortlaufende übungen.

anschliessend beginnst du, das pony frei springen zu lassen. zunächst erarbeitest dazu trab und dann galopp über liegende stangen, danach benutzt du mal ein cavaletti - oder noch besser, gerade für den anfang zum taxieren - strohballen. bei den allerersten sprungversuchen führst du das pony und springst mit ihm zusammen.

es ist nicht mal lächerlich, wenn du dem pony erst mal überhaupt ein paarmal vormachst, was es soll.

in dieser phase erarbeitest du in der dressur die wendungen im galopp. erst wenn dein pferd in der lage ist,  drei volten hintereinander zu galoppieren (pony = kleine volte von 6m) und daraus in eine acht zu wechseln und entweder auf hilfe exakt umspringt oder im aussengalopp nicht ins rennen zu kommen, seid ihr soweit, dass ihr mit dem gemeinsamen springen beginnen könnt.

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ich würde sagen - ihr habt sowohl ein bisschen verständigungs- als auch gleichgewichtsprobleme.

daran müsst ihr arbeiten, bevor ans springen zu denken ist. wenn dein pony selbst dann nicht springen will, gibt es zwei möglichkeiten: verkaufen oder dressur reiten.

Antwort
von Artemis1976, 69

Hallo. Zuerst einmal eine Frage vorweg: habt ihr ggf eine Reithalle mit der Möglichkeit, diese im ab und zu allein zu nutzen? 

Ich hatte von meinem 5. bis 22 Lebensjahr viele Pferde, keine Ponies, sondern meist Hannoveraner, Holsteiner und als letztes Pferd eine Oldenburger Fuchsstute, von Furioso. Sie war fast noch ein Fohlen, ein Jährling, als meine Eltern sie ersteigert haben. Sie hatte gute Anlagen aber war noch nicht zugeritten. Als sie an Sattel und Trense gewohnt war, Grundzüge der Dressur kannte und alt genug war, sie ans Springen zu gewöhnen, begannen wir mit Kavaletti- und Stangentraining. Immer alles neue im Freilauf ohne Sattel in der Halle. Die Kavalettis waren außen aufgestellt  mit der einen Seite an der Bande/Hallenrand. Erst flach. Dann die flachen wieder mit Sattel geritten. Als das super klappte wurden die Kavalettis halb hoch gestellt. Wieder erst im Freilauf dann mit Sattel geübt. Das gleiche dann mit hoch aufgestellten Kavalettis. Danach das ganze mit kleinen Spüngen gemischt. 

Wenn sie Angst vor einem Sprung hatte, dtieg ich ab und führte sie hin. Ich ließ ihr alle Zeit, die sie zum Beobachten brauchte. Ein sehr pferdefreundlicher Sprung war/ist die Tripelbarre, durch ihre Schräge. Zwinge Dein Tier nicht wenn es absolute Angst hat. Gut ist auch, wenn Du und dein Pferd in einer Gruppe Reitunterricht im Springen habt, und Du und Dein Wallach gleich einem anderen Reiter folgt. Der Herdentrieb ist sehr hilfreich.  

Wenn die Grundsteine gelegt sind, und bei euch auch Reitwege im Wald mit kleinen Hindernissen sind, dann ist das für Pferd und Reiter ebenfalls ein Riesenspass. Bedenke aber: die Waldsprünge geben nicht nach wenn es hängen bleibt, darum sind die so niedrig. 

Ich habe mit viel Geduld und Liebe meine Oldenburger Fuchsstute bis Klasse S ausbilden können, Turniere ging sie bis M und M Mächtigkeitsspringen. Vermeide den Einsatz einer Gerte/ Sprungklatsche und versuche, zu belohnen. Nicht zu strafen. Und bedenke, auch wenn ein Tag etwas klappt kann es am nächsten Tag mal nicht so gut laufen.  Gib ihm Zeit und nutze den Herdentrieb. Frage die Vorbesitzer, ob er schlechte Erfahrungen gemacht hat und bau die Ängste mit ihm ab.

Entschuldigung , dass die Antwort so lang wurde- ich kann nur wiedergeben, wie ich meine Pferde ausgebildet habe. 

Ich wünsche Dir viel Erfolg. 

Kommentar von Urlewas ,

Super Antwort!

Antwort
von MilleW, 14

Hatte ich auch mit meiner RB (hatte den nur 1 Monat 😅). Ich habe ihn fertig gemacht fürs reiten und bin mit ganzer Ausrüstung dann zu unserem Platz. Wir haben mit 10cm angefangen (er war nur 1,25 groß). Ich habe ihn im Schritt drum herum und dann drüber geführt. Als er das dann die Stange 'ignoriert' hat und einfach mit hinterher drüber gegangen ist habe ich das selbe im Trab gemacht. Aber zwischen durch immer um das Hindernis herum geführt. Dann als das auch geklappt hatte bin ich aufgestiegen und nach dem warm reiten im Schritt drüber. Das hat er sofort brav gemacht. Im Trab aber ist er immer wieder ausgewichen. Dann bin ich mit ihm 10 mal herum geritten. Dann habe ich es wieder gemacht aber er ist immer noch ausgewichen. Aber dann bin ich von der anderen Seite mit ihm zum Hindernis, dann ist im Trab drüber. Als das gut klappte gingen auch beide Seiten. Dann als ich es im Galopp versucht habe ist er direkt drüber. Dann ging es super! Habe aber nur 10 cm geschafft weil ich dann dort aufgehört habe (war im Grunde keine RB, ich war nur ne billige Arbeitskraft -.-'!)

Antwort
von LyciaKarma, 26

Ich hätte noch eine Frage: Wie hast du dein Pferd eingesprungen? Mit Trainer? Oder draufsetzen, Sprung hinstellen und los gehts? 

Antwort
von Elena90, 54

Vielleicht ist es ihm zu hoch, hast du mal probiert die Stange weiter runter zu machen? Ist er denn jemals schon mal gesprungen oder macht er es erst seit kurzem nicht mehr? 

Antwort
von xttenere, 36

in der freien Natur laufen Pferde wenn irgendwie möglich um das Hindernis herum, anstatt es zu überspringen.

Wenn Dein Pony noch nie gesprungen ist, musst Du bei *Null* anfangen. Das heisst zuerst mal Stangen traben auf einer Volte...später langsam steigern auf Cavaletti . Danach würde ich dem Pony eine kleine Bahn einzäunen mit einem einzelnen kleinen Sprung, und mit dem Freispringen beginnen. Wenn dies alles gut sitzt, würde ich wieder unterm Sattel mit Stangen traben anfangen, und langsam steigern.

Ich hab auf diese Art meiner damals 15 jährigen Freibergerstute das Springen noch beigebracht.

Bedenke aber, dass es auch Pferde gibt, welch einfach NICHT springen wollen. Du kannst diese zwar irgendwann so weit bringen, dass sie es trotzdem tun, aber sie haben dann keinen runden Absprung, und diese Art zu springen ist für den Reiter mehr als nur unangenehm und auch gefährlich.

Kommentar von ponyfliege ,

eine sehr schöne antwort!

ps - in manchen ponyrassen hast du fast die hälfte "naturspringer", die aus spass an der freud sogar auf der koppel z.b. über einen liegenden baumstamm springen. ;-))

Kommentar von xttenere ,

Danke für Dein Kompliment :)

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 25

Das springen bleiben lassen und ihn in Dressur weiterbilden.

Wenn die Pferde partou nicht wollen, dann wird da auch niemals was gutes draus.

Antwort
von traumwelt1, 11

Probiers doch erst mal die Springstangen eingfach nur auf den Boden zu legen, und drüber zu traben und zu galoppieren, danach dann Cavalettis und dann mit kleinen Sprüngen anfangen :)

Antwort
von Ninni381, 66

Hi P! Vielleicht könntest du ihn langsam ans Springen heranführen, anfangs mit Stangen auf dem Boden und Cavalettis? Wenn dein Schatz früher nie gesprungen sein sollte, muss er jetzt erstmal verstehen, was genau er tun soll. Keinesfalls würde ich ihn mit der Höhe überfordern, denn ein negatives Erlebnis wäre natürlich fatal...

Falls du selbst vielleicht noch Anfänger im Springreiten bist, musst parallel auch du lernen, den richtigen Punkt zum Abspringen zu finden und deinem Pferd anzuzeigen. Das Pferd spürt möglicherweise deine eigene Unsicherheit, und reagiert darauf. Lasst euch in dem Fall bitte unbedingt von einem erfahrenen Kollegen helfen, und nehmt euch viel Zeit.

Alles Gute, und viel Erfolg!

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