Frage von LaraZA, 79

Pferd will nicht in Anlehnung laufen?

Hey:) Ich habe da mal wieder so ein kleines Problem, was mich und meine Stute (7 Jahre alt) schon länger beschäftigt:( Es geht um die Anlehnung. Immer wenn ich versuchen will sie durch Paraden und Vorwärtstreiben in Anlehnung zu bekommen ist sie total steif bzw. fest im Maul:( und dann läuft sie halt auch nur wie eine Giraffe durch die Gegend, aber auch wenn ich Wendungen reite ist sie total fest im Maul. Im Dressurunterricht reite ich deswegen immer mit Ausbindern, aber ich will endlich davon wegkommen! Aber auch mit Ausbindern legt sie sich total aufs Gebiss und ist nicht locker:( Bin ich vllt. zu hart mit der Hand ?

Kleine Info: Equipment (Sattel, usw.) passt alles und gesundheitliche Probleme hat sie auch nicht;)

Vielen Dank schonmal im voraus:) Hoffe ihr könnt mir irgendwie behilflich sein?

Antwort
von LyciaKarma, 17
 durch Paraden und Vorwärtstreiben in Anlehnung zu bekommen 

Das ist nicht der richtige Weg. Du versuchst, Druck aufzubauen, sodass sie den Kopf runter nehmen muss.

Anlehnung entsteht mMn aber über den Sitz - ein Pferd, dass sich am Sitz des Reiters anlehnt und gelernt hat, ordentlich zu laufen, kommt automatisch in die anatomisch korrekte Haltung. 

 Aber auch mit Ausbindern legt sie sich total aufs Gebiss und ist nicht locker

Kann sie ja auch gar nicht sein, wenn sie Ausbinder drin hat. 

Die ziehen mit Gewalt den Kopf des Pferdes runter, das hat auch nichts mit Rücken aufwölben oder dehnen zu tun, Letzteres geht nämlich gar nicht.  

http://www.abload.de/img/ausbinder687h.jpg

Folglich wird ein Pferd sich entweder auf das Gebiss legen oder hinter dem Gebiss verkriechen, denn sonst wird es ständig einen Ruck ins Maul bekommen.  

Versuch mal, den Kopf auf die Brust zu legen und gleichzeitig ein Hohlkreuz zu machen - das geht, tut aber weh. Viele Pferde drücken aber den Rücken mit Ausbindern durch, was zu einer extrem schmerzhaften Übersäuerung der Muskeln und einer Überdehnung der Oberlinie führt.  

Außerdem geben Ausbinder nicht nach, wie es eine gute Reiterhand kann. Das Pferd wird fixiert. Versuch du mal, ohne den Kopf zu bewegen, ein paar Runden zu laufen. Nicht sehr angenehm.

Von daher würde ich dir empfehlen, einen guten Bereiter auf das Pferd zu lassen, der das wieder hinbiegt und der dir auch Unterricht gibt.

Kommentar von Baroque ,

Die Ausbinder schulen aufgrund ihrer Eigenschaft, dass sie ausbinden - und da ist es kein Unterschied, welche Form der Ausbindezügel benutzt wird, sondern nur ob oder ob nicht - die völlig falsche Muskulatur. Dass das Pferd nicht locker über den Rücken laufen kann, wenn man die raus nimmt und auch, wenn sie drin sind, ist normal.

Eine gute Rückentätigkeit und eine weiche Anlehnung, im Sinne von Anlehnung, sprich, das Pferd sucht sie und lehnt sich an und nicht der Reiter zwingt es, sich anzulehnen, findet man nur, wenn man jegliche Ausbinder fern hält vom Pferd. So ein Stück Lederriemen kann durchaus mal von Nutzen sein, entsprechend würde ich sie nicht wegwerfen, aber der Reiterei helfen sie nicht.

Das lässt sich wirklich nur mit gutem Unterricht ab Basis lösen.

Antwort
von sukueh, 24

Das Problem lässt sich mit Sicherheit nicht durch Ferndiagnosen oder Fernreitunterricht lösen. Niemand online weiß, wie du wirklich im Sattel sitzt, was deine Hände genau machen.

Beschreibungen sind in der Regel unvollständig oder gar "falsch", weil man Kleinigkeiten (kleiner Ruckler der Hand oder etwas ähnliches) selber oft gar nicht mitkriegt.

Vernünftige theoretische Hilfe wäre allenfalls von deinem RL oder jemand der dich Reiten gesehen hat, zu erwarten. Alles andere mögen zwar durchaus hilfreiche Methoden sein, ein Pferd wie auch immer gerade das Problem ist, zum Laufen zu kriegen - beim Reiten kommt es aber eben auch immer individuell auf das jeweilige Pferd-Reiter-Paar an.

Insofern - lass dir von deinem RL helfen. Bitte. Dem Pferd zu liebe.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 28

Was für" Ausbinder" hast Du? Einfache Ausbinder sind nicht hilfreich. Wiener können schon eher eine Unterstützung geben.

Wie hart Du mit der Hand bist, können wir von weitem nicht beurteilen. Abgesehen von körperlichen Defiziten, die das Pferd haben könnte ( sei es anatomisch bedingt,  oder Verspannungen, Zahnschmerzen....) sitzt der Fehler natürlich meist oben drauf - und gutes Reiten beginnt beim Sitz.

Wenn man an seinem Sitz arbeitet, verändert sich das Pferd meist von allein. Wobei man jetzt aufpassen muss, dass man nicht versicht, sich in eine äusserliche Form zu pressen. Grade sitzen, Hacken  tief u.s.w. darf nicht der Ausgangspunkt bei  den Bemühungen für einen guten Sitz sein, sondern sollten Teil des Ergebnisses sein. Wenn man diesbezüglich " das Pferd von hinten aufzäumt" wird man steif und unangenehm für das Pferd, so dass es verständlicherweise den Rücken fest macht um sich zu schützen.

Die weiche Hand ist nie isoliert zu erreichen, sondern das Endprodukt eines schmeichelnden Sitzes.

Ich würde Dir raten, Dich mit entsprechender Literatur zu befassen. Z.B. die Bücher von Sally swifft, "Balance in der Bewegung" von Dietze oder "perfekt sitzen" von Wanless finde ich empfehlenswert.

Antwort
von Koala94, 31

Kenn ich auch von meinem eigenen Pferd. Das ist wirklich nur Geduld -und Übungssache und lass dich nicht entmutigen sowas kann echt lange dauern (bei mir 2 Jahre) Viele Wendungen ist tatsächlich schon mal gut, auch wenn sie den Kopf nicht gleich runter nimmt. Reite doch mal viele 8ten (also halbe Volte links, halbe Volte rechts) viele Tempiwechsel. Versuche doch mal gleich am Anfang nach 10 Minuten Aufwärmen zu galoppieren, viele Pferde werden dadurch erst locker. Und nimm die Zügel kürzer, gerade der äußere Zügel springt oft beim traben und dadurch entsteht keine konstante Anlehnung. Am einfachsten ist es meistens im Schritt.....wenn sie wirklich total steif ist, versuch sie doch mal 2 Schritte nach außen zu stellen und die nächsten 2 nach innen (Werden jetzt viele sagen das ist Riegeln -- mag sein aber du sollst es nicht die ganze Zeit machen sondern ab und zu immer mal wieder ein paar Tritte, damit das Genick locker wird) Und nimm Reitunterricht.......seine eigenen Fehler sieht man meistens nicht von oben :)

Aufjedenfall nicht die Geduld verlieren!!

Kommentar von Urlewas ,

Ergänzend:

Die Volten sollten allerdings recht groß gehalten sein, und das Pférd braucht auch immer wieder Pausen ins Gradeaus.

Den Galopp " zu Beginn" natürlich erst, nachdem die Gelenke im Schritt vorgewärmt worden sind.

Beim wechselseitigen Stellen ( lieber auch mehr als je 2 Schritte) immer darauf achten, dass das Pferd wirklich sanft im Genick gestellt wird, und dazwischen immer einen Schritt grade. Und: dass keinesfalls der Hals rumgezogen oder das Gebiss im Maul hin und ger gezogen wird!

Dass der äussere Zügel nicht springt, davon gehe ich mal aus - sonst braucht man sich gat nicht weiter unterhalten...

Kommentar von Koala94 ,

Danke für die Gute Ergänzung! Glaub das mit dem Aufwärmen hab ich aber geschrieben :) und oft fällt einem das wirklich nicht auf das sich der äußere Zügel mit bewegt...... oder nicht genug Anlehnung hat :)

Antwort
von WesternCalimero, 14

Erst einmal stellt sich mir die Frage, was genau Du unter Anlehnung verstehst. In Deiner Frage beschreibst Du, daß Du sie durch Paraden und treiben in Anlehnung bekommen willst...  Anlehnung bedeutet aber, daß das Pferd von sich aus an das Gebiss herantritt. Wie soll das gehen, wenn Du bereits am Gebiss dran bist und Paraden gibst?

Ein Pferd, das den Kopf hochnimmt, versucht sich der Reiterhand zu entziehen. Das passiert auch, wenn die Reiterhand zu hart ist.

Ein Pferd, das sich auf den Ausbinder legt, benutzt das Gebiss als fünftes Bein. Das heißt aber auch, daß es nicht gelernt hat sich selbst zu tragen.

Vorschlag: Versuche das Pferd mit losem Zügel (wirklich leicht durchhängend) warm zu reiten. Gib den Zügel weiter hin, wenn das Pferd den Kopf nach unten nimmt (entziehen des "fünften Beins" und zeigen "Gebiss muss nicht weh tun" ). Dann, ohne an der Zügellänge etwas zu verändern vermehrt treiben. Damit sollte sich das Pferd etwas länger machen und von sich aus die Verbindung des Gebisses zu deiner Hand herstellen.

Das alles bedingt natürlich, daß Du bereits mit Gewichts- und Schenkelhilfe das Pferd reiten kannst.

LG Calimero

Antwort
von FelixFoxx, 32

Frag das am besten Deinen Trainer, möglicherweise treibst Du zu wenig und machst zu viel mit der Hand. Genauso kann es aber sein, dass z.B. die Anlehnung durch einen springenden Zügel nicht stetig ist. Um das zu beurteilen, muss man Dich reiten sehen.

Antwort
von SVGTimer, 33

Hey mir geht es genauso mit meiner Reitbeteiligung :) nur das ich ohne Ausbinder reite. Ich nehme regelmäßig Reitunterricht, welcher mir auch viel bringt. Ich habe mir selber immer kleine Ziele gesetzt. Das erste was ich erreicht hatte, war das Sie sich zumindest mit dem Kopf und dem Hals entspannt und runter geht und nicht wie eine Giraffe herum stolziert. Das lag hauptsächlich an mir, weil ich immer so angespannt drauf saß. Versuch dich zu entspannend und einfach mal tief ein- und ausatmen und ja nicht mit den Beinen klammern und in der Hüfte fest werden. Wichtig ist auch, dass du immer eine Verbindung zum Pferdemaul hast und die Zügel nicht zu locker sind. Unser nächstes Ziel ist es, entspannt in Stellung zu gehen :). Vllt bringt dir das auch was :)

Antwort
von somi1407, 17

Wie läuft dein Pferd denn bei anderen Reitern? Meine RB ist regelmäßig in Beritt bei meiner Reitlehrerin. Dadurch wird sie zum einen korrigiert und zum anderen kann meine RL dann genauer auf die Probleme eingehen, weil sie weiß wie das Pferd zu reiten ist.

Antwort
von horzrider, 9

Lerne deinem Pferd v/a zu gehen. Sich ans Gebiss heran zu Strecken. Das erreichst du, indem du durch ganz leichten Druck im Maul, dem Pferd erklärst, sich zu dehnen. Am besten besprichst du das mal mit deiner Rl

Antwort
von Lenaleolaila, 2

Longier sie mit Ausbildern ich habe auch das Problem gehabt. Wenn diebisch beim longieren auf das Gebiss legt versuche die Aufmerksamkeit auf dich zu bekommen wenn das nicht klappt Treib sich mehr mit der Peitsche ( nicht schlafen oder Siestas in der Art). Oder du lässt die Reitlehrerin einmal auf das Pferd also so eine Art Korrektur reiten 

Antwort
von NadjaNadja85, 32

hallo 😊 vielleicht passt die Trense/Gebiss nicht. Evtl zu dick/dünn oder zu eng. Würde mich dazu in einem Fachgeschäft beraten lassen 😊

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