Frage von minimuc, 205

Pferd versteht Galopphilfe nicht. Was kann ich tun?

Ich reite seit 2 Jahren in einem Schulbetrieb. Seit ein paar Wochen hab ich Probleme damit, die Stute ,die ich reite zum galoppieren zu bringen. Sie ist 9 Jahre alt und recht flott unterwegs. Das Problem ist, dass sie meine Hilfen wahrscheinlich nicht versteht. Wenn ich angaloppieren möchte, fällt sie nur in einen schnellen Trab und lässt sich kaum wieder auffangen. Ich reite vor dem Galopp einige Volten um ihre Geschwindigleit zu regulieren. Somit drehen wir uns aber immer im Kreis. Ich wunder mich jedoch, da es bei all den anderen Pferden, die ich geritten bin, geklappt hat aber jeder ist nun mal verschieden. Es ist auch nicht so, dass sie nicht wollen würde oder faul ist.
Hoffentlich kann mir einer von Euch irgendwie helfen, da es für uns beide deprimierend ist, wenn das nicht klappt.

Antwort
von hupsipu, 111

Wie gibst Du denn die Galopphilfe? Hilfen sind eigentlich nichts was Pferde "auswendig lernen" und somit verstehen können oder auch nicht - sie sind, wenn man sie richtig gibt, Impulse, auf die das Pferd ganz instinktiv reagiert.

Deshalb liegt der Fehler vermutlich in Deiner Hilfengebung, oder das Pferd ist körperlich nicht in der Lage korrekt zu reagieren (was bei einem Schulpferd auch nicht unwahrscheinlich ist).

Antwort
von uleika, 99

Es kann sein, dass eine Kleinigkeit an deinem Sitz nicht mehr stimmt. Ich hatte nach 9 Jahren Reiterfahrung auch auf einmal dieses Problem. Jeder Anfänger hat sein Pferd in den Galopp bekommen, nur ich nicht mehr.

Des Rätsels Lösung war bei mir eine blockierte Hüfte, die ich im entscheidenden Moment nach vorne kippte.

Nachdem es einige Male nicht klappte und mein Pferd nur im Stechtrab davonrannte, bin ich in eine Art Entlastungssitz gegangen, habe das Becken nach vorne gekippt und so den Popo aus dem Sattel gehoben. Ich war in der Hüfte nicht locker genug um den schnellen Trab zu sitzen. Das hat sich dermaßen zugespitzt, dass ich den Dicken nicht mal mehr im Gelände angaloppiert bekam.

Investiere vielleicht mal in ein paar Longenstunden zur Sitzschulung. Und versuch die Anspannung abzuwerfen. (Gute Übung: Pfeifen! Auf dem Pferd ein Lied pfeifen klappt nur wenn du locker bist. Unter Anspannung wirst du es nicht hinbekommen.)

Ich wünsch dir viel Erfolg. An solchen Hürden bin ich immer enorm gewachsen nachdem ich sie erfolgreich genommen hatte.

Kommentar von minimuc ,

Vielen Dank für den Tipp, das wäre eine gute Idee. Eigentlich meine ich mein Sitz hat sich schon sehr verbessert, kann aber auch anders sein oder noch nicht gut genug. Werde das sofort mal umsetzen.

Kommentar von uleika ,

Der Reitersitz ist immer etwas dynamisches. Er verändert sich mit der Zeit, mal zum guten, mal zum schlechten. Und manchmal schleichen sich unbewusst kleine Fehler ein, die riesige Auswirkungen haben können.

Auch wir nehmen uns immer mal wieder gegenseitig an die Longe, um uns ganz auf den Sitz konzentrieren zu können.

Als Buchempfehlung hätte ich da noch: Eckart Meyners "Das Bewegungsgefühl des Reiters"

Dir weiterhin viel Spaß mit diesem tollen Hobby!

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 70

lass die volte vor dem angaloppieren bleiben. galoppiere aus dem schritt an. zunächst aus der ecke, dann bei einem beliebigen bahnpunkt, der immer wieder wechseln sollte. 

das gebogene angaloppieren erst später (also nicht auf dem zirkel angaloppieren)

äussere hand stehen lassen, VIERTEL parade (wirklich nur ein zentimeter und nicht mehr). innere hand nachgeben, inneres bein ran, äusseren schenkel wegnehmen, nach hinten legen, eine handbreit hinter dem gurt kräftig (aber ohne klopfen) anlegen, gleichzeitig das innere bein verstärken, eventunell mit der gerte am ellbogen touchieren, um ein ausstellen des inneren vorderbeins zu verstärken. sofort mit der hand in die bewegung gehen, also die bewegung RAUSLASSEN. bereits jetzt mit dem äusseren schenkel den nächsten galoppsprung von hinten heranholen.

nicht runterfallen, das angaloppieren von hinten fühlt sich ungewohnt an - wie ein kleiner bocksprung, weil das pferd höher, nicht so flach galoppiert.

und darauf achten, dass bei der ganzen aktion deine fussspitzen nach vorn zeigen, da du sonst das knie verdrehst, im oberkörper zusammenfällst und keine treibende hilfe zustandebekommst.

das pferd möchte korrekte hilfen. bislang warst du nur passagier, jetzt musst du REITEN.

Antwort
von JaneDoe18, 100

Bei Schulpferden ist das immer so eine Sache.
Da kann es an eventuell unpassender Ausrüstung liegen, an Verspannungen im Pferd, oder bei dir, an inkorrekter Hilfengebung...

Bist du dir sicher, dass die richtige Hilfe im richtigen Moment kommt?
Eventuell nochmal zu Sitzschulung an der Longe übergehen.

Wie arbeitest du das Pferd vorm Galopp?
Wo galoppierst du an?
Arbeite das Pferd. Es soll sich ganz auf dich konzentrieren. Reite viele Bahnfiguren, Schlangenlinien, Volten, Zirkel, Zirkel vergößern und verkleinern.
Wenn du dir sicher bist, dass das Pferd voll bei dir ist, dann versuche anzugaloppieren. Beim Zirkel vergrößern lässt sich das ganz gut bewerkstelligen.

Kommentar von minimuc ,

Danke für den Tipp. Also nach der Aufwärmphase reite ich vor allem Trab Schritt Übergänge und Trab-Halt Übergänge mit einigen Volten, ganze Bahn oder Zirkel.
Ich galoppiere immer zur geschlossenen Zirkelseite an aus dem Trab und reite dann ganze Bahn erst einmal weiter.

Antwort
von daydreamerxo, 68

Das Problem hatte ich zwischenzeitlich auch mal. Es wollte einfach nicht klappen. Als erstes würde ich an deiner Stelle sicherstellen, dass mit mir selber alles stimmt. Sprich, dass Sitz, Haltung, etc. richtig sind.

Vielleicht würde es ja helfen, wenn du gleich zu Anfang der Stunde dem Pferd klarmachst wer der Boss ist. :D Also, dass du dich intensivst mit ihr beschäftigst. Reite viele Hufschlagfiguren, variiere dein Tempo, mache Gangartwechsel. Achte dabei genau auf ihre Körpersprache und versuche dich in sie hineinzuversetzen, so kannst du viel eher die Ursache des Problems finden.

Wenn du dann so weit bist um anzugaloppieren, dann sei dir auf jeden Fall sicher, dass du ganz entspannt und locker bist. Häufig ist es so, dass das Pferd dann deine Anspannung spürt und diese auf sich überträgt, also wird sie auch nervös und deswegen schneller. Je mehr du es angestrengt versuchst und je verkrampfter du dabei wirst, desto mehr blockiert sie und desto schneller wird sie.

Deswegen mach dir keinen Stress, gehe die Sache langsam an. Es muss ja nicht gleich beim ersten Mal klappen. Es wäre auch ein Fortschrtt, wenn sie nach der Galopphilfe nicht in einen schnallen Trab verfällt. Mach dich einfach locker, konzentriere dich auf dein Pferd und wenn du dann merkst, dass ihr beide entspannt seid, dann kannst du versuchen anzugaloppieren. ;)

Hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen..LG

Antwort
von Antoniatoto, 77

Wie wäre es vielleicht mal mit einer Gerte und der Hilfe gleichzeitig deiner Stute gefällt das ganz sicher nicht dann lässt du es nach einiger zeit und hoffentlich reagiert sie dann darauf. Viel Glück!

Kommentar von ponyfliege ,

kleine verständnisfrage: was soll deiner meinung nach mit der gerte geschehen?

weil zum draufhauen ist sie ja nicht da.

Kommentar von Antoniatoto ,

Also ich meine etwas anticken

Kommentar von ponyfliege ,

inwiefern anticken? wo und wie genau?

Kommentar von Antoniatoto ,

Also nicht zierlich aber auch nicht schlagartig doll nur ganz leicht so das sie es bemerkt sie an den Po ticken

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