Frage von Gruenohrbaer, 118

Pferd sucht dauerhaft Sprünge. Was tun?

Hallo liebe Community.

An dem Hof wo ich reite gibt es ein Schulpferd mit dem ich eigentlich richtig gut klar komme. Das Problem ist nur dass wenn es schönes Wetter ist dann gehen wir auf den Außenplatz wo immer für meine Verhältnisse teilweise hohe Sprünge aufgebaut sind. Dieses Schulpferd, das meint auch mein Reitlehrer, ist immer auf der Suche nach Sprüngen und ich bin allerdings noch nicht wirklich gesprungen (nur mal so ganz klein). Letztes Jahr waren wir auch mal draußen und das Pferd ist durchgegangen und ist gesprungen (der sprung war inetwa 90 cm hoch meinte mein Reitlehrer) und ich bin runtergefallen. Das an sich war nicht schlimm mir ging's danach gut. In letzter Zeit gehen wir aber wieder des Öfteren auf den Platz und das Pferd sucht immer noch nach Sprüngen. Ich wollte deshalb mal fragen wie ihr meint dass ich das Pferd von den Sprüngen "ablenken" kann. Wenn er etwas will ist er sehr stur und dann nur schwer zu lenken. Ich hab auch noch nicht viel Erfahrung da ich erst seit 1 1/2 Jahren reite. Danke schonmal für eure Antworten

LG Gruenohrbaer

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 27

ich hatte auch so einen ;-))

der sprang gern und von allein und ohne dass es ihm einer beigebracht hatte. er konnte es einfach.

auf dem hab ich dann quasi "gezwungenermassen" das springen gelernt. allerdings - ich bin beim ersten mal nicht runtergesegelt, obwohl das pony mit 1,26m nicht gerade gross und der sprung auch mit etwa 80cm nicht gerade niedrig war - und gut 2m breit. die andern waren schon vorgeritten, meiner wollte hinterher und im weg lag ein haufen zuckerrüben. naja...

du hast da das ideale pferd zum springen lernen unterm hintern. sprich deinen reitlehrer drauf an. du wirst dann sicherer und sattelfester, wenn du ein paar springeinheiten hingelegt hast. dazu braucht man keine extra springstunden, sondern kann eine einheit von ein paar minuten in die normale reitstunde einbauen.

auch ein dressurreiter muss einen gehorsamssprung reiten können und ein geländereiter sollte generell wissen, wie man mit dem pferd springt. 

wenn du mit dem pferd springen kannst, liegst du auch nicht gleich unten, wenn das ross mal stolpert.

Kommentar von Urlewas ,

Ach Ponyfliege - das Mädel reitet doch erst 11/2jahre. Und womöglich nur einmal in der Woche. Das vergleich jetzt mal mit der Erfahrung, die Du wahrscheinlich hattest, als dieses Pférd dich das Springen lehrte...;-)

Kommentar von ponyfliege ,

ich hoffe, der reitlehrer hat sich bei der aktion was gedacht.

dann stellt er ein paar cavalettis in der bahnmitte auf. und ich denke, wer mit der gruppe ins gelände kann, ist weit genug, um zu lernen, wie man einen hüpfer über ein cavaletti kontrolliert reitet. das vermindert das unfallrisiko.

ich hab die fragestellerin ja noch nicht reiten sehen. aber ich finde, ein bisschen sattelfestigkeitstraining kann nicht schaden.

Kommentar von Urlewas ,

Ah, siehte - bei den kleinen Erklärungen malt sich jeder von uns eine ganz andere Situation vor Augen...

Bei " raus" denkst du an Gelände.

Ich denke da, zumal von hohen Sprüngen die Rede ist, an einen Springplatz, auf dem die Hindernisse für die M und S Reiter rum stehen. 

Um der Halle zu entgehen, wird der Dressurunterricht in vielen Reitschulen dort hin verlegt. Nur, dass man dann eben nicht die üblichen Hufschalgfiguren reitet, sondern sich jeder Wege um die Hindernisse herum sucht.

Der Reitlehrer denkt sich dabei sicher nicht, dass man da ohne Aufforderung springt, und wenn es ausgerechnet mal vorkommt, weil einer seinen Weg schlecht geplant hat ( weil jemand entgegen kommt) und ausweicht, indem er über ein kleineres Hindernis springt - kann passieren.

Also ich bin früher gesprungen, e Höhe, und auch mal (!) kontrolliert nen L- Sprung. Aber wenn mein Pferd jetzt ohne meinen Willen wie von der Tarantel gestochen auf nen Sprung von 1,50 losziehen würde, hätte ich auch ganz schön Muffen sausen und würde auf Wiederholung der Situation verzichten.

Antwort
von DistelsternXDXD, 14

Versuch es doch auch mal mit Bodenarbeit!

Wenn du das Pferd auf dem Boden gut unter Kontrolle hast, kannst du es meistens auch besser reiten!;)

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 76

Ich würde dem Reitlehrer sagen, das ich das Pferd draußen nicht mehr reiten werde. Und da auch konsequent sein. Sollte er mir nicht glauben, und ich wäre wieder auf dem Pferd eingeteilt, wenn wir raus gehen, würde ich absatteln. Spätestens dann kapiert er es.

" Safety First".

Niemals mache  etwas mit Pferden, wobei Du dich nicht sicher fühlst.

Kommentar von smarty1234 ,

Klasse Antwort, genauso habe ich es auch gehalten und hatte nie irgendwelche Unfälle mit Pferden! Man sollte sich nie zu irgendetwas drängen lassen, nur weil es alle machen. Da war mir meine Gesundheit doch wichtiger als cool zu sein;)

Kommentar von Urlewas ,

Ich denke auch, da ist das Hierarchie denken oft am falschen Platz etabliert. 

Woher soll denn der Reitlehrer auch wissen, dass ich jemand überfordert fühlt, wenn man es ihm nicht sagt? Ich denke, er ist dafür sehr dankbar, schließlich hält es den Kpof hin, wenn was passiert.

Und er muss es sehr deutlich gesagt bekommen - wenn jemand ein Pferd nicht reiten möchte, weil es ihm einfach nicht so sehr liegt, kann er da nicht immer Rücksicht drauf nehmen. Bei Unsicherheit ist da deteas völlig anderes, nachvollziehbares, wo ein vernünftiger Fachmann immer Rücksicht nimmt. Daher muss manchmal das deutlich sagen.

Kommentar von MilleW ,

Naja ich war mal auf einem Hof wo ein Mädchen immer den Merlin reiten musste obwohl sie Angst vor ihm hatte (geht manchmal durch und buckelt). Sie ist fast jedes Mal zur RL gerannt (weinend wohl gemerkt) aber sie musste ihn immer reiten.

Kommentar von Urlewas ,

Traurig so was - wenn man keine andere Möglcikeiten hat zum reiten, sollte man echt überlegen, es ganz sein zu lassen oder sich auf Ferienkure fern ab zu verlegen. 

Freude am Hobby sieht für mich anders aus als Angst, Tränen und am Ende gebrochene Knochen.

Habe ähnliches durchaus auch schon wo beobachtet. Manche Reitlehrer scheinen noch vom letzten Weltkrieg übrig geblieben zu sein und die Kinder für Soldaten zu halten. Da würde ich sagen : " nix wie weg"!

Kommentar von Urlewas ,

Allerdings - wenn da sMädchen dann doch immer wieder aufsteigt, wird der Reitlehrer es wohl auch nicht mehr ernst nehmen und das Geheul für Rumgezicke abtun.

Antwort
von netflixanddyl, 56

Da muss ich Urlewas recht geben. Ich würde mich nicht mehr drauf setzen, wenn ich mich nicht so gut fühle und nur daran denken kann, wie ich das Pferd vom Springen abhalten kann.

Im Endeffekt konzentrierst du dich dann kein Stück mehr auf deinen Sitz usw., weil du ständig nur "Angst" davor hast, dass das Pferd durchgehen könnte.

Und wenn du ja, was du selbst sagst, noch nicht so lange reitest, ist das total verständlich und die RL sollte, gerade wenn ihr auf dem Außenplatz seid, so viel Nachsicht haben und dir ein anderes Pferd zuteilen.

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