Frage von schnullitrulli, 167

Pferd steigt und wird gefährlich beim verladen?

Hallo liebe Leute, seit ca 5 Monaten habe ich nun eine Stute bei mir, welche nicht ganz einfach ist. Mittlerweile lässt sie sich gut reiten, wird besser im Umgang und fängt auch an mir zu vertrauen. Unser einziges Problem ist jetzt noch das Verladen. Wir wissen nicht ob sie so schlechte Erfahrungen damit gemacht hat oder einfach nur von Anfang an so unglaublich stur war. Sie will partout nicht auf den Hänger gehen und wird beim Verladen wirklich gefährlich. Sobald der kleinste Druck kommt hat sie sich angewöhnt zu steigen und seitlich am Hänger vorbei zu springen. Wir haben als wir sie abgeholt haben bereits alles mögliche versucht. Futter interessiert sie nicht, ihr 'bester Freund' stand mit auf dem Hänger, die Trennwand auf breit gestellt, mit einem Besen hinterher, rückwärtsrichten und Longen. Nichts hat geholfen, es wurde nur schlimmer, so dass wir sie dann nach etlichen Stunden sedieren mussten (es war kein allzu starkes Mittel) und sie sich irgendwann ergab und reinstieg. Nach dem haben wir schon einige Male Verladetraining gemacht, wobei sie bei einem mal sogar nach einer Stunde einstieg. Ein anderes Mal haben wir es dann gewagt als sie eingestiegen war und sind zum Training gefahren. Sie stand seelenruhig und entspannt auf dem Hänger und hat gefressen. Als wir nach dem Training nach Hause fahren wollten fing der ganze Spuk wieder von Vorne an. Bei ihr scheint es keine Angst zu sein sondern einfach Sturheit. Da ich mit ihr gerne irgendwann mal aufs Turnier fahren würde und falls doch irgendwann mal ein Notfall passiert möchte ich natürlich gerne, dass sie sicher auf den Hänger geht. Also jetzt dann mal zu meiner eigentlichen Frage: Habt ihr schon ähnliche Fälle erlebt oder einfach generell Tipps für mich? Ich muss gleich dazu sagen, es ist mir leider nicht möglich jeden Tag mit ihr zu üben, da wir keinen eigenen Hänger haben und ich mir diesen immer von einer Freundin leihen muss. Ich wünsche mir sie einfach Mal entspannt, ohne Zwang und Druck auf den Hänger zu bekommen und ohne, dass es für sie oder alle Menschen die versuchen sie zu verladen gefährlich wird. Schon einmal vielen Danke an jeden, der sich meinen gefühlt endlos langen Text gier durchgelesen hat und ich hoffe jemand hat vielleicht Tipps für mich. Liebe Grüße

Antwort
von LyciaKarma, 77

Nicht den Hänger immer mit Einsteigen/Fahren verbinden lassen. 

Aus welcher Ecke bist du denn? Ich würde dir ganz dringend zu einem guten Trainer raten, vielleicht kann ich dir wen empfehlen. 

Der Trick ist, dass das Pferd nicht immer denkt "Hänger  -einsteigen - losfahren". 

Binde den Hänger in den Alltag ein. Einfach hinstellen und irgendwas anderes machen. In der  Nähe des Hängers. 

Dann kannst du immer näher zum Hänger gehen und wenn sie dem Hänger nahe ist, gibts eine Pause. Das weitest du so aus, dass es irgendwann bei der Rampe Pause gibt und irgendwann drauf. Usw usw. 

So wird der Hänger immer angenehmer. 

Trotzdem würde ich dir zu einem professionellen Trainer raten. 

Kommentar von schnullitrulli ,

Vielen lieben Dank für deine Antwort! Ich komme aus der Nähe von Hamburg, falls du hier oben jemanden kennst könntest du mir gern einen Tipp geben! :)

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 112

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass je mehr man macht (mit Besen winken, Longen hinter dem Pferdepoppes durchziehen, vorne ziehen, seitlich begrenzen, locken, schimpfen usw) eher kontraproduktiv wirkt. Ich würde Verladetraining machen, wenn sie so schlimm ist einmal die Woche (wenn ihr einen Hänger habt oder leihen könnt - bitte Haftpflicht überprüfen!). 

Normalerweise reicht ein langer Strick alias ein Rope mit 6m Länge. Ein guter Karabiner, Bullsnap o.ä. Evtl eine Gerte mit kurzem Bändl und ein stabiles Halfter. Keine Longen, kein Lockfutter (nur eine Karotte in der Tasche wenn sie oben ist), keine Besen usw. 

Mir ist es wichtig, dass ein Pferd mit einer Sache keine bestimmte Aktion verbindet. D.h. nur weil der Hänger dasteht heißt das nicht, dass das Pferd da rein muss. Also ruhig mal den Hänger mit auf den Platz stellen und in Ruhe an der Hand arbeiten ohne den Hänger zu beachten. 

Wenn man das Pferd auf die Rampe führt sollte ein Stehenbleiben in Ordnung sein, rückwärtsgehen sollte verhindert werden (durch vorheriges gewolltes Halten) und falls das Pferd doch rückwärts gehen, gleich noch 3 Schritte weiter rückwärtsrichten. Manchmal klappt das Motto "3 Schritte vor und 2 zurück" ganz gut. 

Wichtig ist auch, dass man nicht nur an doofe Orte fährt (z.B. Tierarzt). Guck ob du irgendwo eine Weide für einen Tag haben kannst, fahr das Pferd dorthin mit einem Kumpel, lasst sie dort stehen und fressen und fahrt sie dann wieder heim. Wenn ein Pferd mit dem Hänger nur Tierarzt, Turnier und Trainining verbindet, dann wirds eng. Aus eben selben Gründen wollen Katzen nie in ihre Boxen, in 99% der Fälle gehts dann zum doofen Tierarzt... 

Ich würde da einfach dran bleiben und in Ruhe mit viel Konsequenz weiter dran arbeiten. 

Kommentar von schnullitrulli ,

Vielen Dank für deine Antwort! Dann werden wir wohl weiterhin einfach üben, üben, üben und hoffen dass es besser geht! 

Antwort
von Isabelle1910, 101

Ich hatte genau das selbe Problem und habe das nur mit Hilfe eines Verladetrainers geschafft. Das war super und so bekommt man das Pferd ohne irgendwie grossartigen Aufwand immer auf den Hänger. Bernd Scherfese war der Wahnsinn und half uns einfach super. Ich schicke dir mal Bilder der Facebookseiten mit. Auch vom Preis her war das ok. Er ist echt bekannt und fährt sogar in die Schweiz.

Kommentar von schnullitrulli ,

Auch dir vielen Dank für deine Antwort! Ich habe den Namen mal auf Facebook gesucht und finde das sieht alles sehr vielersprechend aus! Dann werden wir wohl doch mal über die Möglichkeit eines Trainers nachdenken! 

Kommentar von Isabelle1910 ,

Er ist echt genial. Mach das

Antwort
von Punkgirl512, 97

Es gibt auch gute, professionelle Trainer, die Verladetraining anbieten. So jemanden würde ich mir suchen.

Von sowas habe ich auch schon die Ergebnisse gesehen, das war echt gute Arbeit ohne Druck, ohne Stress und ohne Leckerchen.

Ohne jemand gutes an meiner Seite würde ich persönlich da nicht weitermachen, das wird brandgefährlich!

Kommentar von schnullitrulli ,

Dankeschön für deine Antwort! Dann werden wir jetzt wohl wirklich mal das Verladetraining mit einem Trainer in Betracht ziehen, bevor es zu gefährlich wird! 

Antwort
von steffenOREO, 105

Ein Pferd kennt keine Sturheit. Das ist immer die Summe aus Angst und schlechter Erfahrung. Solange dein Pferd kein Vertrauen zu dir hat und du ihm nicht die Angst vor dem Hänger nimmst, wird es das nicht lernen. Du solltest dir fachmännische Hilfe holen. Es gibt spezielles Hänger-Training, das bei jedem Pferd funktioniert. Such dir einen Trainer, der es dir zeigt.

Kommentar von schnullitrulli ,

Danke für deine Antwort, wenn du weißt, dass das Hängertraining bei jedem Pferd funktioniert, hast du dann vielleicht auch einen Namen von einem guten Trainer für mich? 

Kommentar von steffenOREO ,

Da ich niemals einen Trainer benötigt habe, kann ich dir auch keinen empfehlen.

Vielleicht hilft dir das hier weiter:

http://www.wanderreiter-magazin.de/know-how/verlade-training.html

Kommentar von schnullitrulli ,

Danke, das werde ich gleich mal durchlesen! 

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