Frage von LaraZA, 80

Pferd rennt los beim longieren, was tun?

Hallo:) Ich habe eine Stute (6 Jahre alt), sie wird fast jeden Tag bewegt und kommt auch oft auf' s Paddock;) Zu meiner Frage: also, wenn ich sie longiere bzw. beim longieren angaloppieren will rennt sie immer los und kommt in eine totale Schräglage:( ich habe Angst das sie mal umkippt oder schlimmeres. Sie hat außerdem totale Angst vor Gerten, vor Peitschen auch, aber nicht so dolle wie vor Gerten:( Früher ließ sie sich einwandfrei Longieren, aber dann hab ich eine Zeit lang nicht mehr longiert und jetzt ist sie nur noch am Rennen:((( Kann mir da vielleicht jemand helfen?;) Danke schonmal im voraus!:)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dap123, 74

Versuch einmal, den Zirkel etwas zu vergrößern und sie so auszubinden, dass sie außen etwas mehr halt bekommt. Soll heißen: Feste Ausbinder drauf, Stirn-Nasen-Linie vor der Senkrechten aber so, dass sie sich ohne Probleme an den Ausbinder anlehnen kann.

Dann mit möglichst viel Ruhe und den korrekten Hilfen - insbesondere hier mit ruhiger Stimme und annehmen und nachgeben der Longe - versuchen, sie Übergänge zu longieren... Schritt - Trab - Schritt am Anfang, nachher Galopp - Trab mit dem Ziel, sie an deine Hilfen zu gewöhnen und zum Treiben zu kommen bzw. einwirken zu können.

Wenn sich dein Pferd nicht richtig ausbalanciert kann es natürlich sein, dass es nach innen umkippt. So schnell passiert das aber nicht und mit äußerer Anlehnung am Ausbinder und ausreichend großem Radius vom Zirkel ist die Gefahr nochmal kleiner.

Wichtig ist: Nicht einfach drauf los longieren sondern jemanden longieren lassen, der es gelernt hat - solche Probleme mit dem Wegrennen entstehen oft durch Longieren "nebenbei", weil man sich nicht wirklich aufs Pferd und auf die Hilfengebung beim Longieren konzentriert.

Kommentar von MissDeathMetal ,

ich meine das zwar schonmal gefragt zu haben, aber wie biegt sich ein Pferd mit starren Ausbindern?? 

Kommentar von dap123 ,

Indem ich mit den Hilfen Longe, Peitsche, Stimme mein Pferd einrahme und entsprechend einwirke. Siehe auch: Richtlinien für Reiten und Fahren Band 6.

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 50

"wird fast jeden Tag bewegt und kommt auch ift aufs Paddock" heißt was konkret? Wenn das Pferd ewig in der Box steht brauchst du dich nicht wundern wenn es dann mal Gas gibt. Dass das alles andere als gesund ist braucht man ja nicht erwähnen. 

Zuerstmal für Auslastung sorgen. Oft aufs Paddock reicht nicht, täglich aufs Paddock und zwar auf einen großen, nicht so einen 5x3m Gewissensberuhiger. Das Pferd ist ein Lauftier, akzeptier das und halte das Pferd artgerecht. 

Wie longierst du? Longieren tut man mit Kappzaum, nicht mit dem Gebiss. Und auch nicht mit Ausbindern. Mit Ausbindern kann sich ein Pferd nicht biegen, eine Verbindung zum Anlehnen kann es sich kaum herstellen und korrekte Haltung kann ein Pferd ohne Ausbinder lernen. Muss man eben dran feilen und es sieht optisch nicht gleich toll aus. Longieren oder schön aussehen, das ist die Frage. 

wenn dein Pferd zu viel Power hat, dann führe sie warm und lass sie laufen. Auf dem Kreis legts sie doch mal auf die Nase. Ich halte nicht viel davon ein energiegeschwängertes Pferd auf kleinem Kreis rennen zu lassen, dann lieber kurz freie Bewegung anbieten und dann arbeiten. Sonst bekommen die Pferde den Kopf auch nicht frei. Du sollst sie nicht ablaufen lassen vor dem longieren, aber mal kurz gehen lassen wenn sie mag. Und dann kann man arbeiten. 

Biegen und Stellen übt man erst auf kurze Distanz am Pferd dran. Dieses nach innen kippen und über Tempo gehen ist typisch für Balanceprobleme. Das Pferd ist nicht für gebogene Linien gemacht, es fällt auf die innere Schulter. Auf Dauer ist das Gift für die Gelenke. Auf gebogener Linie laufen ist nicht einfach und muss geschult und geübt werden. Bei meiner wirds auch erst langsam was. Erwarte am Anfang nicht zu viel. Meine ist die ersten 3 Wochen dauernd über Tempo gekommen, auf die innere Schulter gefallen und hatte die Nase oben. Die letzten 10min hat sie sich dann gestreckt, und das war gut so. Du fängst langsam an im Schritt und lobst das Pferd, wenn es die Nase runter nimmt. Anfangs reicht es wenn es die Nase richtung Boden nimmt. Das hat mit v/a zwar nichts zu tun, ist aber die richtige Richtung generell. Beim Trab das selbe. Ich weiß, anfangs sieht es grausam aus. Kopf oben, schräg auf der Bahn und zu schnell. Mit Ausbindern kann man das Pferd zwar optisch zusammenschnüren dass es schöner aussieht, mit longieren hat das aber nichts zu tun. Und du longierst ja für das Pferd und nicht für den Laien an der Bande. 

Lese dir am besten mal Babette Teschens Tipps durch, besser noch den Longenkurs :) http://www.wege-zum-pferd.de/inhalt/#longieren 

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 46

bis auf die Ausbinder - das kist für menche eine Glaubensfrage für andere eine unnütze Sache - ist viel Gutes gessagt worden

noch ein kleoiner Tipp dazu: wenn sie durch schritt und schritt-ttrab-lektionen durchlässiger geworden ist, dann versuche mal nur zur geschlossenen Seite der Bahn/Halle anzugaloppieren: die Wand bremst meist etwas

hab Geduld, sie braucht weniger Kraftfutter, mehr tägliche freie Bewegung mit Kumpels und Übungen für's Gleichgewicht und die LASTAUFNAHE IN DER HINTERHAND

das dauert , manchmal Wochen manchmal viiiiele Monate oder noch länger

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 80

Dann macht man den Zirkel kleiner und fängt im Schritt an und macht halt nur Schritt bis der Gaul geblickt hat, das auf dem Reitplatz oder dem Longierplatz nicht getobt wird.

Umkippen wird sie dir wohl kaum, lol. Aber hinfallen könnte sie dir. Wäre bei gutem Boden aber auch eine erholsame Lektion fürs Pferdi - dann wird man gleich mal vorsichtiger.

Wenns Hotti Angst vor Gerten hat, dann benutzt man vorläufig keine und macht Desensibilisierungstraining, ab dem Moment wos Hopa gelernt hat, das man auf dem Longierzirkel arbeitet und nicht rumtobt.

Geitner Gassen als Begrenzung - evtl. Führhelfer. - reine Schrittarbeit. Wenn in ein paar Wochen das Schritt über allem steht, dann darf auch mal getrabt werden. Jedes rumspinnen wird angehalten und im Schritt wieder weiter gemacht, so lange bis Pferd versteht.

Erst dann wenn wieder ordentlich gearbeitet wird, darf man auch den Galopp dazu nehmen.

Antwort
von Suomenleijona, 71

Eventuell ist der Kreis zu eng und sie kann das Gleichgewicht nicht gut halten und durch das Rennen will sie sich ausbalancieren.

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