Frage von PuschelToGo, 104

Pferd motivieren: was ist das grundlegende Problem?

Hallo! Ich reite nun schon 3 Jahre und kümmer mich nun um das Pferd unserer Nachbarin. Sie kümmert sich zwar um das Pferd, geritten wurde es so richtig seit Jahren nicht (bock aber nicht beim reiten!). Nun möchte ich das Pferd motivieren etwas zu machen, ich weiß aber nicht an welcher Stelle es nicht Klapp, also wodurch es keine Lust hat und/oder ich behandle das Problem falsch. Meine Probleme sind:

-Pferd ist unmotiviert (wirklich doll!!!)
-es ist nicht besonders gut erzogen/wenig Respekt
-es hat kaum bis keine Muskeln

Was kann ich da machen? Wo sollte ich da anfangen und wie?

Danke schonmal für antworten :D P.s. Bei Fragen einfach fragen, ich beantworte sie, da ich jede helfende Antwort versuchen werde umzusetzen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 21

urlewas hat kurz und knapp einen prima Einstieg erklärt;

 ich habe 2 ausfühliche Tipps für Dich

Pferde-Respekt für AnfängerMenschen:

ich lerne ein neues Pferd kennen und nehme sanft Kontakt auf

dabei sehe ich, ob es dominat sein will oder nicht - ist es zudringlich, schicke ich es etwas weg(1-2 Schritte)

nach dem Halftern: ich ziehe mit dem Fuß einen dicken Strich in den Sand - DAS ist meine Grenze - PUNKT, keine Diskussion!!!

ich bleibe auf meiner Seite stehen, das Pferd auf seiner. es soll ruhig stehen, nicht herumtrampeln, seitwärts treten, schnappen, fressen und schon gar nicht zu mir über die Linie drängeln - dann wird es SOFORT korrigiert bzw zurückgeschickt (je nach Veranlagung des Tieres mehr oder weniger unsanft). Steht es brav ruhig und entspannt sogar: SOFORT LOOOOBEN mit der Stimme. Pause, tiiief atmen, RUHE !

(Ruhe beim/ mit dem Boß
bedeutet eine Belohnung für's Pferd !)

nach 5 Atemzügen gehe ich mit Kommando (komm Schritt) los, Pferdekopf maximal auf Schulterhöhe und zwar im planlos erscheinenden Zickzack über den Platz, wechsele dabei auch die Führhand und halt ab und an mal so an, daß ich ERST das Kommando zum laaangsam-werden gebe und
dann mit UND HAAALT anhalte. sollte mich das Pferd trotzdem überholen, wird es SOFORT zurück geschickt - PAUSE, 3-5mal tiiief atmen

wenn das klappt, geht's weiter:(Kann sein, daß Du dafür eine Woche tägliches Training brauchst oder nur einmalig 3 Wiederholungen)

ich gestatte nun dem Pferd auf mich zu zukommen während ich 1-2-3 Schritte zurück gehen(Face to face), halte es an und schicke es nach 3 Atemzügen Ruhe wieder zurück. DAS mache ich 3mal wobei die Hilfen am Ende bis auf einen kleinen Fingerzeig und das gesprochene/geflüsterte Kommando reduziert werden.

JETZT

können wir mit der eigentlichen Arbeit beginnen...

und zum Muskelaufbau mach einfach das "Zirkeltraining" nach, geführt, lonmgiert oder geritten, das ich bauf meiner Homepage gaaanz ausführlich beschreibe:
http://Pferde-im-Alter.jimdo.com
und dann: Training für Reconvaleszente Pferde; ich hab's schon xmal an meine Tierärzte und Bekannten weiter gegeben, den ndamit haben wir alte, dämpfige, arthritische und einfach untrainierte Pferde fit gemacht - jeweils angepaßt an ds jeweilige Tier: die alten/kranken langsamer, die jungen Hüpper kommen manchnmal flotter voran

Viel Erfolg beim Nachmachen!

Kommentar von PuschelToGo ,

Danke! Das hört sich echt super an und ich werde es denke ich mal ausprobieren da das Pferd nicht beim gehen auch immer überholt und nicht wirklich stehen bleibt, aber wenn es das macht dreht es sich einmal...

Antwort
von Tinker2000, 26

Zu der Idee mit den Stangen/Pylonen von Urlewas. Falls keine vorhanden sind kann man gutSchwimmnudeln benutzen. Die sind billig aber gut zum Museklaufbau. Als Steigerung kann man dann auch Töpchen noch dazu nehmen um die "Stangen" ein bisschen zu erhöhen. Hoffe ich konnte helfen.
LG Tinker2000

Kommentar von PuschelToGo ,

Danke für die Idee! Bin ich noch gar nicht drauf gekommen aber :)

Antwort
von Leeennniii, 55

Hey :)
Ich würde vorschlagen, dass du dem Pferd möglichst viel Abwechslung bietest z.B. Dressur, Springen, Bodenarbeit, Longieren, Ausreiten, spazieren gehen usw. Hilfreich wäre es wenn du einen Wochenplan erstellst um so den überblick nicht zu verlieren und nicht wieder jeden Tag das gleiche zu machen. Nach paar Monaten mit diesem Programm bilden sich auch mehr Muskeln aber das kommt alles nach und nach. Wichtig ist das Reiter und Pferd Spaß haben! Das Pferd motiviert sich dann auch wie von alleine wenn es Abwechslung kriegt.
LG

Kommentar von PuschelToGo ,

Danke schonmal für die Antwort :D

Ich denke die Idee mit dem wochenplan ist echt gut und ich denke ich werde mich mal mit guten Ideen ran setzen!

Antwort
von MrssX, 44

Ich würde ganz von vorne anfangen, mit Führtraining, Wendungen, dehnen u sowas. Dann würde ich es mal laufen lassen, am besten geeignet ist hierbei ein roundpen weil du dort am nähsten beim Pferd bist u so am besten auf es einwirken kannst. Mit der Stimme kann man auch viel motivieren u durch viele Richtungswechsel, durch ändern deiner Position, auch aus dem Trab u Galopp weckst du das Pferd wieder auf- es darf also nie langweilig werden. Durch Trabstangen u kleine Sprünge kann dein Pferd Muskeln aufbauen und es wird nie langweilig, weil es sich konzentrieren muss. Übe dann, das das Pferd zu dir hereinkommt, wenn du das Signal dazu gibst, u das es hinter dir her läuft, rückwärts geht wenn du es tust, stehen bleibt wenn du stehen bleibst und dir in alle Richtungen folgt. Das ist nämlich auch eine Sache, die mit gegenseitigem Respekt zu tun hat. Also ich an deiner Stelle würde mit Bodenarbeit beginnen, es darf aber eben nicht immer das selbe sein und nicht langweilig werden. Denn wenn es vom Boden gut klappt, klappt es beim reiten meist auch viel besser :)

Kommentar von PuschelToGo ,

Danke schonmal! :D

Ich denke es ist eine gute Idee von vorne anzufangen, einfach für das Vertrauen auch und damit er alles nochmal ordentlich lernen kann! Dankeschön!

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 31

Einfach führen ist ein guter Anfang.

Um erst mal Respekt und Aufmerksamkeit zu erlangen,  Auf dem Platz mit Pylonen, Stangen, was auch immer, um das Pferd zu beschäftigen.

Wenn nichts dergleichen da ist, denk dir was... Man kann auch mit hellem Sand oder Wasser ( nasser Sand ist dunkeler) Punkte markieren...

Dann zur Abwechslung und zum Muskelaufbau spazieren im Gelände. Einfach bergauf und bergab marschieren baur schon recht gut Muskeln auf.

Antwort
von Spiky2008, 53

Wenn du ein Pferd hast,was keine Muskeln hat,reite es nicht! Baue durch korrektes Longieren (mit Kappzaun+Longenkurs von Babette Teschen) Muskeln auf,und fange dann mit einem Trainer an,langsam aus Reiten zu gehen.

Kommentar von PuschelToGo ,

Danke :D

Ich würde es eh noch nicht reiten, da ich weiß ohne Muskeln ist das nicht so besonders! Hast du schonmal etwas von Equikinetik gehört? Wenn ja, was hälst du davon? 

Kommentar von Spiky2008 ,

Ne habe ich noch nicht gehört. Ich informiere mich mal kurz:)

Kommentar von Spiky2008 ,

Ach so doch, ja also das habe ich selbst auch mal mit nem Pferd gemacht:) ich habe damit tolle Erfahrungen gemacht :) suche dir dazu am besten einen Trainer:)

Kommentar von WinniePou23 ,

Equikinetic ist definitiv ein gutes Aufbauprogramm, das kann man kaum von der Hand weisen. Wichtig ist nur hier, dass man es auch richtig macht. Wenn man sich mit biomechanisch korrektem Longieren (Longen Kurs von Teschen z.B.) auseinander gesetzt hat und versteht worauf es warum ankommt, ist es aber fast genial simpel. Ich selbst arbeite meine Kleine seit Sommer 2014 danach, also schon seit vor dem aktuellen "Boom" darum, weil ich die Arbeit am Kappzaum mach dem LK schon kannte und Geitners Prinzip dieses gesunde Laufen in einem so simplen System unterzubringen mich direkt überzeugt hat. Für das Pferd hat es Regelmäßig sowohl in der Einheit selbst als auch in der angestrebten Kontinuität. Für den Menschen gibt es einen Rahmen, eine Sicherheit und es erleichtert vor allem zu Beginn der Arbeit an der Longe das Arbeiten extrem. Ich selbst habe im Herbst 2014 als Zuschauer sowie Teilnehmer am "ausgeliehenen" Pferd einer Teilnehmerin einem Kurs besucht und konnte dabei einige Paare bei ihren ersten Versuchen beobachten. Gerade wenn man noch gar keine Erfahrung und Anleitung am Kappzaum bekommen hatte, wurden doch recht viele Fehlerquellen bemerkbar, die einfach einer minimalen Korrektur eines geschulten Auges bedurften. Deshalb halte ich es für wichtig, als Anfänger auf dem Gebiet am Anfang wenigstens ein zweimal ein geschultes Auge drauf werfen zu lassen. Sei es nun ein lizenzierter Trainer oder ein anderer Pferdemensch, der mit dem Programm, seinen Zielen und seiner Ausführung vertraut ist und eventuell sogar für die ersten Einheiten Material leihen kann.

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