Frage von xxxJockerxxx, 119

Pferd lässt sich durch parieren, hat jemand gute Tipps?

Hallo ihr Lieben,

Ich hab mir jetzt vor kurzem ein Pferd gekauft hab ihn auch schon in der Halle und aufen Platz geritten hat auch alles super geklappt ABER heute war ich mit ihm das erstemal im Gelände unterwegs hat auch alles super geklappt aber ich bekomm ihn nicht mehr ausem Galopp in Schritt bzw Trab er macht sich total steif und reißt sein Kopf hoch. Selbst wenn ich ihn dann "rum reiße" das er aufen Zirkel galoppiert hält er nicht an erst nach langem Diskutieren lässt er sich durch parieren... Kann mir bitte jemand helfen? Also wie gesagt in der Halle und aufen Platz funktioniert es super ohne das ich mit ihm Diskutieren muss....

Danke schonmal im Vorraus mfg

Antwort
von VanyVeggie, 41

Hallo, 

nichts für ungut, aber ein Pferd was man erst seit kurzem hat reitet man nicht einfach mal so im Galopp im Gelände. Man gibt dem Pferd erstmal Zeit sich einzugewöhnen, macht dann Bodenarbeit um gegenseitigen Respekt und Vertrauen aufzubauen, dann reitet man erstmal in der Halle/Platz und dann macht man die ersten Ausritte im Schritt. Das dauert insgesamt Wochen bis Monate bis man romantisch über Wiesen fetzen kann. 

Du solltest dich mit deinem Pferd auseinandersetzen und vor allem Reitunterricht nehmen. Wer am Zügel reisst, auch wenn´s noch nett in Anführungsstrichen gepackt ist, kann nicht richtig reiten. Natürlich hält das Pferd so nicht an - durch Zug entsteht Gegenzug. Das ist wie wenn jemand an dir rum zerrt. Du gehst dann auch nicht brav mit, sondern lehnst dich dagegen und hast wahrscheinlich auch Angst und Schmerzen. Deinem Pferd geht es nicht anders. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 60

...hat auch alles super geklappt..

eben nicht.

ausreiten nur im schritt - oder in der gruppe mit ruhigen, rittigen pferden.

und eine sitzschulung kann auch nicht schaden. reiten ist, das pferd über den sitz und das bein kontrollieren, nicht über den zügel.

das "rum reissen" solltest du per se bleiben lassen, sonst geht in der halle auch bald nichts mehr.

Antwort
von beglo1705, 39

Mir tut sich der Verdacht auf, dass das Pferd nicht auf Hilfen wie Schenkel und Gewicht hört. Am "Zügel rum reißen" löst das Problem nicht.

Würde das Pferd erst mal daheim also Halle oder Platz reiten, einen vernünftigen RL kommen lassen, der dir vor Ort dein Problem lösen kann. Dann erst, wenn das Tier sich auch eingewohnt hat, würde ich mit einem oder mehreren gelassenen Pferden und Reitern erst mal in Ruhe (also ohne Galopp) raus gehen in´s Gelände.

Vergiss bitte nicht, ein Pferd ist ein Fluchttier. Wenn es die Umgebung nicht kennt und auch der Reiter komplett unvertraut ist, bleibt dem Pferd nichts übrig, ausser die Flucht nach vorne. Darum: erst Vertrauen aufbauen, Sicherheit für das Pferd vermitteln und Grenzen setzen und wenn diese Basis gesichert ist, geht man raus in´s Gelände.

Kommentar von xxxJockerxxx ,

Dankeschön wollte ihm halt was gutes tun. In ihm steckt Trakehner und ich wollte ihn mal richtig laufen lassen da er so Hummeln im Arsch hat, das er immer total aufgedreht aufen Platz ist. 

Kommentar von beglo1705 ,

Wenn du ihn nicht nur Körperlich sondern auch geistig auspowern möchtest, longiere in richtig und mach hochwertige Bodenarbeit. Pferde sind durchaus in der Lage, Aufgaben zu erfassen und umzusetzen, da darf Pferd auch ruhig mal das Hirn einschalten, das kostet nämlich viel mehr Energie als bloßes Rennen. 

Das stärkt die Basis zwischen euch, das Pferd lernt ganz nebenbei, dass es sich auf dich verlassen kann was dir wiederum im Sattel und im Gelände zugute kommt. 

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 53

warum muss man ein Pferd, das man noch nicht gut kennt, und das erste Mal im Gelände reitet, sofort galoppieren? Ich kapier es nicht. So was bereitet man langsam vor!!! Zuerst reitet man einfach mal im Schritt aus, später dann im Trab und ganz zum Schluss, unter Umständen erst nach Wochen, nimmt man auf ausgewählten Wegen den Galopp dazu.

Tja, viel Spaß  beim Korrigieren. *Kopfschüttel*.

Kommentar von xxxJockerxxx ,

Ich wollte ihm nur was gutes tun ich wollte das er sich mal richtig auspowern kann da er viel Energie hat und nichts geholfen hat Platz und Halle nicht und es war nur der erste Versuch um erstmal zu wissen wie mein Pferd Reagiert, und ja ich weiß das man ein Pferd nicht ins Gelände reitet wenn es noch neu ist, ich reite seit 10 Jahren. Wie gesagt ich wollte ihm nur was gutes Tun und ich wollte nur mal ein paar Tipps haben wie ich das in Zukunft vermeiden kann. Mfg 

Antwort
von Charlybaer, 38

Runter vom Pferd, und das Tier an die longe. Bodenarbeit und Vertrauen aufbauen ist hier das a und O.

Ihr seid euch noch fremd,da ist es kein Wunder, daß er so hoch dreht. Nimm dein Pferdchen erstmal an die longe, trainiere ihn auf deine stimme, und baue eine Verbindung auf. Wenn du jetzt so weiter machst wie bisher, hast du dann eventuell nen unkontrollierbaren Spinner im Gelände.. 

Antwort
von MelissaChan3, 64

Wenn er lange nicht im Gelände war, können das auch einfach die Frühlingsgefühle sein, einige Pferde drehen da im Gelände so durch, dass sie kaum mehr aus dem Galopp zu bekommen sind, war bei meiner Stute auch so. Solange sie nicht durchgehen und noch kontrollierbar sind ist das nicht so schlimm. Das wichtigste ist, dass er sonst viel Bewegung bekommt und ausgeglichen ist, wenn er nicht in einer Offenstall Haltung oder mehrere Stunden täglich auf der Weide steht, lass ihn am besten mal in der Halle freilaufen oder sich ordentlich an der Longe austoben, direkt bevor du ins Gelände gehst, das hilft sehr. Ansonsten ist es immer gut, regelmäßig auszureiten, um ihn daran zu gewöhnen, damit er sich nicht so aufregt und freut. Geh vielleicht auch einfach öfter nach der Arbeit in der Halle eine Runde raus, damit er sich daran gewöhnt und es etwas Normales wird. Reite vorallem die Galopp Strecken auch öfter im Schritt oder Trab und wechsle sie ab, sonst wird er, sobald er an die entsprechende Stelle kommt komplett auf "Galopp! Jippieh!" programmiert sein und dir kaum mehr zuhören. Allgemein sollte er natürlich gut in der Halle gearbeitet, gymnastiziert und durchlässig gemacht werden, das Band zwischen euch baut sich ja gerade erst auf.

Kommentar von xxxJockerxxx ,

Danke für die schnelle Antwort und für den Tipp ich probier es mal aus. :)

Kommentar von MelissaChan3 ,

Gern geschehen!

Antwort
von Wundersamxx, 28

Oft liegt das daran, dass die Pferde auf das Gebiss beißen und dann hast du über die Zügel keine Kontrolle mehr über das Pferd. Geh das Thema am besten langsam an. Erst nur Schritt, dann langsam auch Trab. Du kannst auch versuchen im Gelände dressurlich zu arbeiten. Reite Übergänge, Volten, Anhalten aus dem Trab, etc. Alles was in der Halle klappt sollte auch im Gelände möglich sein. Wenn das alles soweit problemlos ist, dann nimm dir jemanden aus deinem Stall mit einem Verlasspferd mit. Wenn jemand vor dir galoppiert ist das besser du kannst im Notfall dein Pferd einfach auf das andere Pferd "drauflenken". Fange mit kurzen Galoppphasen (1-2 Galoppsprünge) an und steigere dich langsam. Wenn du weiter das Problem mit dem "Aufs-Gebiss-beißen" hast, kannst du auch mit Hackamore reiten. Hier musst du aber aufpassen, dass du nicht ins ständige Ziehen gerätst, denn mit Hackamore sind die Pferde viel feinfühliger. Aber bei manchen Pferden funktioniert es dann ohne Probleme. Aber: auch hier musst du das Pferd erst in der Halle, wo es normalerweise gut funktioniert an die neue Trense (Hackamore) gewöhnen. Ich wünsche euch beiden viel Glück!

Kommentar von beglo1705 ,

Sorry aber was soll eine hacka daran ändern? Entweder man korrigiert über den Sitz oder das Gewicht und wenn das nicht klappt, ändert eine derart scharfe Zäumung gar nichts, schon zweimal nicht wenn am Zügel gerissen wird. 

Das Pferd gehört ggf in guten Beritt um das (neu) zu lernen und der Reiter zu einem anständigen Lehrer. 

Wer am Zügel zieht und glaubt dass man mit einem scharfen Gebiss oä die Kontrolle behält, irrt gewaltig und hat wahrscheinlich noch nie ein durchlässiges und rittiges Pferd unterm Hintern gehabt. 

Kommentar von Wundersamxx ,

Man kann mit einem Hackamore auch gebisslos reiten, so machen das einige bei mir auf dem Hof. Mit einem scharfen Gebiss würde ich mich persönlich niemals auf ein Pferd setzen. Ich meinte eigentlich ein Gebissloses Hackamore, das ist ziemlich effektiv. Bei uns auf dem Hof haben wir ein Pony, dass auch immer auf das Gebiss draufbeißt und dann eben nicht mehr zu halten ist. Mit einem Hackamore (gebisslos) kann man dann richtig "entspannt" mit dem Pony ausreiten gehen. So war das eigentlich gemeint. Sorry wenn das zu Verwirrung geführt hat. Am Zügel reisen bringt gar nichts, das weiß ich auch. Mit dem gebisslosen Reiten kann man halt auch dem Pferd guttun. Ich hoffe du weißt jetzt wie das eigentlich gemeint war.

Kommentar von beglo1705 ,

Nein, leider erschließt sich mir diese Logik nicht, da die Hacka ein unsagbar scharfer Zaum ist, den ich einem Reiter, der eh schon am Zügel reißt, niemals in die Hand geben würde. Eine Hacka wirkt voll auf´s Genick, die Laden und die Nase, Brüche sind keine Seltenheit.

Ich hatte vor ein paar Monaten einen Holsteiner in Beritt, der eben auch total verstört war, weil die Besi eine viel zu harte Hand hatte.

Wie gesagt, wenn das Pferd die Hilfen mit Gewicht und Schenkel nicht annimmt, weiß das Pferd entweder nicht worum es geht oder der Reiter setzt es schlecht um. Da ändert auch eine Hackamore nichts.

Kommentar von ponyfliege ,

ein mechanisches hackamore ist die schärfste zäumung, die es überhaupt gibt.

bei einem pferd, das sich auf der trense festbeisst, passt das ganze zaumzeug nicht. abhilfe schafft zaumzeug anpassen und zähne des pferdes kontrollieren. sowie eine weichere hand und reiten über sitz und schenkel.

die "empfehlung" ein hackamore zu benutzen ist völlig verantwortungslos. wenn ich diese "arbeit" als stallbesitzer oder reitlehrer entdecken würde, würde derjenige hochkant vom platz fliegen.

Kommentar von Wundersamxx ,

Ich denke hier ist meine Aussage falsch angekommen. Ich habe ja extra geschrieben: beim Hackamore darf man nicht ins ziehen geraten, da die Pferde eben feinfühliger sind. Ich spreche hier nur aus Erfahrung von Pferden auf meinem Hof ich möchte das nicht verallgemeinern. Ich kenne die Reiterin die die Frage gestellt hat ja nicht und weiß nicht wo genau das Problem bei ihrem Pferd liegt, ich weiß nur wie es jemand anders gelöst hat ohne das Pferd zu verletzen oder ähnliches. Ich selbst habe keine Erfahrung mit Hackamore, da ich nicht mit einem reite. Tut mir leid falls ich falsche Tipps gegeben habe, mir ist natürlich klar wie scharf ein Hackamore ist, daher habe ich ja in meiner Antwort eben auch darauf hingewiesen, ich wollte hier eigentlich keinen Kravall Stiften. Also einfach die letzten Zeilen meiner Antwort nicht beachten (also das mit dem Hackamore)... 

Kommentar von beglo1705 ,

Also gut, es sei dir verziehen 😉

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