Frage von VeraLu, 117

Pferd kaufen aber wleches?

Hallöchen :)

ich schreibe gerade vom profil einer freundin aus (natürlich mit erlaubnis),daher nicht wundern wenn sich diese frage mit vorherigen fragen eventuell irgendwie schneidet. ich wollte mir schon seit langem ein pferd kaufen. allerdings waren alter und geld zwei entscheidende punkte warum ich es noch nicht getan hab. mit 18 habe ich also in planung mir eins zu holen. geldmäßig ist auch alles überdacht also bitte keine ratschläge in dieser form. ich reite schon mein leben lang. hauptsächlich aber dressur. daher habe ich auch vor mir ein pferd mit dressurvorteilhaften eigenschaften zu kaufen. später auch turniere zu gehen.

reiterfahrung und erfahrung im handling mit pferden ist vorhanden. jetzt wäre die frage was ihr an eurer stelle tun würdet. mein plan war es ein "jüngeres" pferd zu kaufen da ich bei der fortlaufenden ausbildung (keine anfangsausbildung sondern ein wenig später) gerne dabei wäre. gerade desswegen um das pferd so zu erziehen wie ich am besten mit ihm klar kommen würde.

allerdings heißt es ja "um als junger mensch erfahrungen zu sammeln braucht er ein altes pferd". mir ist natürlich auch absolut bewusst dass man gerade bei jungen pferden noch extrem schnell und viel falsch machen kann. sagen wir ich würde mich nach einem älteren umschaun wie alt würet ihr maximal in betracht ziehen? und wer hat erfahrungen damit sich ein jüngeres geholt zu haben?

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde & reiten, 43

Das geht sicherlich auch immer mal gut, wenn sich junge Menschen junge Pferde kaufen. Doch leider kenne ich aus meiner Umgebung unheimlich viele Fälle, wo es eben nicht all zu gut gelaufen ist. 

Aus diesem Grunde vertrete ich die Einstellung, dass ein erstes Pferd ruhig ein Pferd mit einer soliden Grundausbildung sein sollte, gefestigt im Charakter und sicher in der Arbeit.

Bei einem ersten Pferd ist man in vielem unsicher und macht sicherlich auch noch den einen oder anderen Fehler. Ein charakterlich gefestigtes Pferd verzeiht so etwas eher und wenn es solide Grundausgebildet ist, dann profitiert der Reiter auch noch vielfach davon.

Meiner Meinung nach sollte ein erstes Pferd nicht jünger als 8,9 Jahre sein - außer man verfügt über die notwendigen finanziellen Mittel, sich von einem guten Ausbilder auch durch Beritt, zusätzlich zum Unterricht helfen zu lassen. Generell sollte man so oder nie auf Unterricht verzichten, egal wie lange man reitet, denn Fehler schleichen sich nur all zu gerne ein, weil der Mensch dazu neigt, sich selber zu hintergehen und es sich so manches Mal leichter zu machen, anstelle sich zu knechten.

Antwort
von FelixFoxx, 44

Ich denke, dass ein real ausgebildetes, mindestens 7 Jahre altes Pferd gut geeignet wäre, wenn man schon so viel Reiterfahrung mitbringt. Allerdings ist das mit der reellen, schonenden Ausbildung heute so eine Sache, so viele Drei- und Vierjährige sieht man, die ständig hinter der Senkrechten laufen statt vorwärts-abwärts...meine beiden habe ich deshalb selbst ausgebildet, Felix war 3,5 Jahre und roh und Sven habe ich als Absetzer bekommen.

Antwort
von skjonii, 42

Ich reite zwar Gangpferde und nicht turniermäßig Dressur, aber ich stand vor ein paar Jahren vor genau demselben "Dilemma".

Vorgenommen hatte ich mir, ein Pferd mit solider Grundausbildung zu kaufen. Idealerweise so 6-7 Jahre, Isländer werden ja auch nicht vor 4-5 Jahren eingeritten. Ich hatte mir diverse Pferde von überall her angesehen und es waren auch wirklich ein paar dabei, die mir gut gefallen hatten.

Dann hab ich mein Pferd gesehen, er gehörte eigentlich gar nicht zu denen, die wir us ursprünglich ansehen wollten, aber er stand da und ich wusste, er ist es. Das klingt vielleicht sehr kitschig, aber die Chemie hat einfach gepasst und ich mochte ihn. Er war zu dem Zeitpunkt 5 und komplett roh, mehr als Halfter kannte er quasi nicht. Zwei Wochen später haben wir ihn abgeholt und ich habe es bis heute nicht einmal bereut. 

Meiner Meinung nach sollte man natürlich gucken, dass das Pferd nach objektiven Kriterien zu einem passt. Also, vom Alter her und eventuell auch Größe oder ähnliches, natürlich nicht nach Farbe oder so. Aber andererseits ist es mindestens genau so wichtig, dass man Pferd einfach sehr gerne mag. Wenn man dann auf  Probleme stößt (und das wird ja zwangsläufig passieren), ist man viel eher bereit, dem Pferd zu verzeihen, nicht sauer zu werden und einfach viel fairer im Umgang zu sein. Überspitzt gesagt: Das perfekte Pferd wird dir keine Freude bereiten, wenn du es einfach nicht magst. 

Antwort
von katjesr5, 32

Hallo

ich persönlich würde das von meinem eigenen reiterlichen Können und der Hilfe die ich zusätzlich (Reitlehrer) bekommen kann, abhängig machen.

Ich reite zB schon seit 20 Jahren, halte mich selber aber "nur" für ca. A Niveau und würde mir nicht zutrauen ein junges Pferd auszubilden. Ich hätte einfach zuviel Sorge etwas falsch zu machen. Ich bin nun etwas über 30 und werde das wahrscheinlich auch mit 40 noch denken. Mit Alter hat das also meiner Meinung nach wenig zu tun. Wenn man als junger Mensch eine gute Ausbildung genießen konnte, kann man auch mit 18 ein Pferd sinnvoll fördern. Wichtig finde ich auch immer, dass man sich bei Problemen gute! Hilfe holen kann.

Also ich würde mich bei der Suche nicht auf irgendwas verkrampfen. Schau dir ruhig mehrere Pferde an, jüngere und schon erfahrenere, reite mehrmals Probe, lass dir Zeit. Irgendwann ist der Richtige für dich dabei und mit ein bisschen Glück wirst du es im ersten Moment schon merken, dass das "dein" Pferd ist

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 9

Ich denke, da sind viele Einzelheiten zu berücksichigen. 

Wie sportlich und mutig bist Du? 

Wie sind deineMöglichkeiten, weiterhin Unterstützung zu bekommen?

Was sind Deine Ziele?

Ich würde mich einfach mal innRuhe umsehen, und wenn ein Pferd dann " das richtige" zu sein scheint, überlegst du Dir das alles in Bezig auf dieses Pferd. Was man allerdings beachten muss: ein recht junges Pferd kann zunächst beim Probereiten zu passen scheinen, und sich dann aber ganz anders entwickeln, als man dachte. Junge Pferde sind oft recht freundlich, werden,  aber  später dann doch zum Energiesparer oder entwickeln Temperament, oder verarbeiten irgedwann ein Erlebnis schlecht. Je älter das Pferd ist, um so weniger ist mit großen Überraschungen zu rechnen.

Wenn Du sehr sportlich bist, genügend in Weiterbildung investierst, kannst Du gut mit einem jungen Pferd zusammen wachsen. Bist Du aber eher vorsichtig und legst Deinen Ehrgeiz mehr darauf, von deinem Pferd lernen zu können, würde ich einen " Proffessor", der seine Turnierlaufbahn beendet hat nehmen. ( meist zwischen 13-17 Jahre alt)

Antwort
von Michel2015, 31

Entgegen der üblichen Auffassung mit den "Alten Pferden" und jungen Reitern, vertrete ich die Auffassung ganz nach dem Vorbild von Kurt Albrecht, "Der Reiter soll gemeinsam mit dem Pferd wachsen".

Die Herausforderung sorgt für den Erfolg. Wer eine Hausforderung annehmen möchte wird immer das richtige für sich tun.

Das kann man nicht in Parameter fassen.

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