Pferd ist im Beritt, Hackamore lassen?

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8 Antworten

Ich glaube, daß das Problem nicht nur beim reiten liegt, sondern bereits vorher beginnt. Die Besi hat schlichtweg Angst vor dem Pferd - und das bereits am Boden. Wenn sie nicht in der Lage ist, dem Pferd ein verlässlicher Führer zu sein, hat sie bereits am Boden den Eindruck, daß er nur schwer unter Kontrolle zu bekommen ist.

Das überträgt sich dann auf das reiten. Damit ist sie aber immer bestrebt die Kontrolle zu behalten und hat nie gelernt, daß loslassen die Lösung des Problems bedeutet. Sie wird immer der Meinung sein, daß man ein Pferd "festhalten" muss - sowohl am Boden, wie auch im Sattel. Damit ist das Drama vorprogrammiert.

Hier könnte die Lösung in der Bodenarbeit liegen. Wenn die Besi darin geschult wird, mit ihrer Körpersprache die richtigen Signale zu geben, wird der Umgang mit dem Pferd völlig neu definiert. Das hilft der Besi ihre Angst ab zu bauen. Anschließend muss mit dem Training auf dem Pferd weiter gemacht werden.

Der Verdacht liegt nahe, daß sie das meiste über die Zügel regelt. Hier gilt es die Besi neu an die gesamte Palette der Hilfengebung heran zu führen.

Über eine Einführung in die Bodenarbeit (und das ist nicht nur Longieren, sondern auch durch Hindernisse vorwärts und rückwärts gehen), kann man sie -die richtige Anleitung vorausgesetzt- überzeugen, daß jeder Krafteinsatz am Pferd unnötig ist.

LG Calimero

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Kommentar von beglo1705
28.01.2016, 17:25

Da stimme ich dir durchaus zu, da das auch mein Gedanke war mit dem Kontrollverlust und die Wurzel wohl tiefer gehen.

Wie formulier ich ihr das am Besten morgen? Möchte sie weder beleidigen noch demotivieren, denn sie hat ein gutes Pferd, welches durchaus leistungsfähig sowie nervenstark ist, aber das Steuer muss sie selbst rumreißen, ich/wir können sie nur begleiten.

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Sag es ihr nicht, zeig es ihr. Sie soll kommen und dich reiten sehen.

Wenn jemand Angst vor seinem Tier hat, dann will er unbedingt bei dem Teil am Kopf bleiben mit der er sich sicher fühlt.

Das ganze hat bestimmt gar nichts mit dem Pferd selbst zu tun.

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Kommentar von beglo1705
28.01.2016, 20:21

Nein, das glaube ich auch nicht, dass das Pferd dran "schuld" ist.

Wie gesagt, ich lade sie am Wochenende ein und bis dahin muss der Schlachtplan stehen mit Vorreiten, mit Wassertrense und Hacka (oder bis dahin vielleicht was ganz anderes).

Vielleicht muss man ihr nur zeigen, wie man seine Ängste überwindet und im Pferd lesen kann. Ich hoffe, dass das ein gutes Ende nimmt, es wäre jammer schade drum.

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hi,

mag sich ganz doof anhören - es ist die angst der besitzerin, die das pferd unrittig macht.

du weisst, ich weiss und fast alle andern hier wissen, dass man das pferd nicht über den zügel reguliert.

die besitzerin scheint das aber zu meinen.

sie ist meines erachtens nicht mal mit dem pferd überfordert. vor dem hat sie lediglich angst. überfordert ist sie mit sich selbst. und sie gesteht sich das nicht ein.

du sollst ihr das pferd reparieren.

sie meint, wenn das pferd repariert ist, kann sie es wieder reiten.

die möglichkeit, es könne an ihr liegen, zieht sie nicht mal in betracht.

ich hätte eine idee, wie du ihr die illusion lassen könntest, sie würde das pferd über ein scharfes gebiss regulieren.

gucke mal: da hats fein hebelchen und knebelchen dran. wenn man als gebiss für die fahrkandare eine relativ dünne stange mit kleiner oder ohne zungenfreiheit verwendet, ist das, auch mit unten eingeschnalltem zügel kaum "schärfer" als eine lumpige wassertrense. unbedingt natürlich zum schutz an die kinnkette denken.

http://i25.tinypic.com/2gxqjut.jpg

auf dem bild kannst du dir wirkweise erkennen. der knebel verhindert das "durchziehen". wirkung liegt auf der nase und entlastet den unterkiefer (der lange fahrzügel wiegt ja auch schon ohne von der hand aufgebauten druck genug, um schäden im maul und unterkiefer anzurichten, wenn du ein gebiss verwendest, dass in der hauptsache auf die lade wirkt).

wenn du die möglichkeit hättest, sowas zum testen auszuleihen... und wenns klappt, der besitzerin ein video mailen, auf der die zäumung gut zu erkennen ist...2

manche leute brauchen einfach die illusion von "macht". und - wenn sie nicht lernen möchte, ihre beine zum reiten vermehrt einzusetzen und nicht lernen möchte, das verhalten ihres pferdes besser zu interpretieren, um auf diesem weg zu erreichen, dass es sie aktzeptiert, dann wirst du sie leider dazu nicht zwingen können.

vielleicht nützt diese illusion der starken einwirkung über die hand ja. ansonsten bleibt dir wenig übrig, als sie davon zu überzeugen, das pferd irgendwann zu verkaufen. ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass das pferd bei ihr wirklich eine "lebensstellung" hat.

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Kommentar von beglo1705
28.01.2016, 17:40

Danke dir, Ponyfliege. Aber das ist ja eigentlich eine Fahrkandarre auf dem Bild, also sprich eigentl. eine WT mit Kinnkette? Nun ja, ausleihen kann ich mir so was wie du beschreibst bei meinem Sattler, der kümmert sich auch um unsere Zaumzeuge und hat ein Händchen für "Spezialanfertigungen". Vielleicht klappt es ja, ihr derartiges vorzuführen, nur, ist das dann fair ihr gegenüber?

Ich versteh schon deinen Trick mit der Illusion, der kann auch funktionieren und ihr die "Macht" vermitteln, aber da hab ich immer etwas Bauchweh bei solchen Mittelchen. Ich lass mir das aber nochmal auf der Zunge zergehen und  befrage unseren Sattler, ob er sowas aus dem Ärmel zaubern kann ;-))

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Man sollte immer die Zäumung oder das Gebiss wählen, mit dem das Pferd sich am wohlsten fühlt.

Ich denke mal die Besitzerin des Tieres hat dieses bei sich, in einer für das Tier völlig falscher Haltung untergebracht. Des weiteren gehe ich davon aus, dass sie wahnsinnige Ansgt vor dem Tier hat (Kontrollverlust) - Wer Angst un dkeine Ahnung hat, der sollte sich keinen Hengst anschaffen.

Wirklich viel unternehmen als ihr nahe zu legen wie sie ihr Pferd zukünftig am sichersten und entspanntesten reiten kann (ohne Problemverhalten zu provozieren) kannst du nicht.
Du solltest die Ausbildung und die Unterschiede die das Tier bei verschiedenen Zäumungen zeigt unbedingt festhalten (aufzeichnen) und dokumentieren - Vielleicht zeigt die Besi dadurch Einsicht. Lege ihr nochmals nahe einige Reitstunden bei dir zu nehmen um das was du erarbeitest auch nachreiten zu können.

Das Problem an der ganzen Sache, ist die Besi uneinsichtig - egal was du jetzt tust, oder nicht tust - wird die Besi dich in einem negativen Licht da stehen lassen.

- Brichst du den Beritt ab....stellt sie das sicher negativ hin.

- Führst du den Beritt fort (die Besi kann das 100% nicht nachreiten und wird ihre Reitmethoden fortführen, - das Pferd wird in kürzester Zeit wieder in sein altes Verhalten an den Tag legen.) und die Besi kommt danach immer noch nicht mit ihrem Pferd klar, wirst du als unfähig hingestellt.

- Rätst du ihr zum Verkauf des Tieres, wird sie das negativ weiterverbreiten.

Egal was du jetzt tust, so lange die Besi nicht von sich aus einsichtig wird..... kannst du nur verlieren.

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Kommentar von beglo1705
28.01.2016, 16:27

Ja das als Video (Beweismittel) aufzunehmen ist eine sehr gute Idee, danke schon mal dafür. Ich habe auch so den vagen Verdacht, dass sie Angst hat, der (so finde ich) ungerechtfertigt ist, denn das Pferd macht engagiert mit, reagiert wirklich fein auf Gewicht und Schenkelhilfen und hatte bei mir und bei meiner Bereiterin keine Sperenzchen gemacht mit der WT.

Na hoffentlich zieht dein Tipp, das mach ich morgen früh, sobald ich am Stall bin.

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Meine erste Frage wäre auch gewesen, ob du die Besitzerin des Pferdes schon mal hast reiten sehen.

Der Vermutung von MissDeathMetal hätte ich mich nämlich jetzt auch angeschlossen. 

Wie steht die Dame denn grundsätzlich dazu, noch mal Reitunterricht zu nehmen ? Beritt und begleitender Reitunterricht sind ja immer eine gute Kombination und vielleicht kann man über einen intensiveren Kontakt und Austausch während der Reitstunden langsam die Meinung der Dame etwas revidieren. Die weitere Ausbildung oder Korrektur ihres Pferdes bringt ihr ja relativ wenig, wenn sie es selber nicht umsetzen kann und sich dann wieder - möglicherweise - am Zügel festklammert. 

Video von eurer Reiterei aufnehmen, sie mal reiten lassen, das aufnehmen und die Unterschiede aufzeigen. Wenn die Dame keine Einsicht zeigt, wirds aber dann echt schwierig, irgendwas an der Situation zu ändern. 

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Kommentar von beglo1705
28.01.2016, 17:11

Du hast sicher recht sukueh, jeder, der solche Probleme hat, muss auch selbst was dafür tun. Das Pferd ist meistens nicht daran schuld, siehst ja hier in diesem Fall.

Ob sie nochmal Unterricht nimmt, möchte ich gar nicht mal unbedingt ausschließen, jedoch wenn nicht, was dann? Dann geht ein rittiges, braves und eigentlich liebenswertes Pferd den Bach hinunter...

Ich hab den Verdacht, dass sie Angst hat die Kontrolle zu verlieren, deshalb auch die scharfen Zäumungen.

Denkst du, man sollte sie darauf ansprechen oder eher schlechte Idee?

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Kennst du die Reiterin und hast sie schonmal reiten sehen? Ich hätte den Verdacht dass sie eine sehr harte Hand hat und mit der Hacka nicht entsprechend vorsichtig umgeht. Das Pferd hat Schmerzen, wenn man zu fest annimmt. Schmerzen am Kinn, auf der Nase und im Genick. Es verkriecht sich und versucht irgendwie dem Schmerz zu entkommen. Auch mit lockerer Hand hat es weiterhin Angst vor der Hacka und verkriecht sich - mein Verdacht.

Wäre dies der Fall ist es egal was man draufschnallt, Kandare oder Wassertrense. Wenn die harte Hand kommt wird das Pferd versuchen dem Schmerz zu entkommen.

Ich würde gucken wie die Dame ihre Zügel so führt und ihr mal erklären, dass die Hackamore, sei es mechanisch oder nicht, verdammt scharf ist. Und evtl würde ich sie auf dem Pferd aufnehmen und ihr dann zeigen, wie sie reitet. Statt Macht über das Pferd haben zu wollen sollte sie mal nach Vertrauen suchen. Ich würde erstmal eine ordentliche Sitzschulung anordnen. Zuvor würde ich versuchen die Frau davon abzuhalten mit irgendeinem Gebiss - egal welches - wieder aufs Pferd zu steigen. 

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Kommentar von beglo1705
28.01.2016, 17:04

Ja ich weiß wie sie reitet, sie kam über einen unserer mobilen Reitlehrer zu uns. Ich vermute, dass das Hauptproblem Angst ist und die damit einher getragene innere Unruhe, die das Pferd spürt und zappelig werden lässt, was dazu führt dass die Hände "härter" werden. Auch würde Angst den "Kontrollzwang" durch scharfe Gebisse/Zäumungen unterstreichen, wobei das völlig unbegründet wäre, denn der Hengst macht wirklich keine Anstalten, weder im Offenstall mit den anderen, auch nicht wenn man an den Stuten vorbei geht oder unterm Sattel.

Auch eine Möglichkeit, sie reiten zu lassen und das Ganze hernach zu "analysieren", das lasse ich mir noch mal durch den Kopf gehen.

Danke dir für den Tipp.

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antworten brauche ich nicht mehr, denn meine Vorhgängerinnen haben sich supergut , extrem fachkundig und sinnvoll geäußert, ich hoffe, Du findest für Pferd & Besitzerin UND für Dich einen guten Weg

(mir hat der fundierte Austausch der Tipps sehr gefallen und mich inspiriert, mit meiner extrem sturen Problemstute und meinem Trainer noch mal von gaaanz unten anzufangen und die Beziehung auf eine solidere Basis zu stellen - man lernt eben täglich noch dazu...;-) auch nach Jahrzehnten)

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Hallo,

das scheint bei ihr ja ein Kopfproblem zu sein. Sie wird wahrscheinlich einschlägige schlechte Erfahrungen mit dem Pferd gemacht haben und demzufolge eine "Dauerbremse" benötigen. Wäre vierzüglig reiten eine Option? Also ein Zügelpaar in der Wassertrense und also "Notstop" das Hackemore?

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Kommentar von beglo1705
28.01.2016, 19:42

Das wäre denkbar, aber löst das effizient das Grundproblem? Wie gesagt, bei der Wassertrense ist das Pferd durchlässig und rittig, bei der Hacka verzieht er sich instinktiv nach innen und rollt sich ein, obwohl ich wirklich sanft aufgenommen habe und die Zügel durchhingen. Und ja, das ist ein Kopfproblem bei der Reiterin (und wenn´s so weiter geht auch beim Pferd), das hast du absolut richtig erkannt.

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