Frage von Sturmreiter22, 85

Pferd ist anders wenn Weidepartner gleichzeitig geritten wird?

Das Pferd von meiner Freundin, ist in der Halle und auf dem Platz brav. Sobald der Weidepartner (ist ihrem Pferd untergeordnete) aber dabei ist läuft er nicht mehr richtig auf dem Zirkel (er vergrößert den oder wendet erst kurz vor der bande ab) und er lässt sich nicht mehr rückwärts richten und möchte steigen (hebt nur leicht die Vorderbein). Wenn der Weidepartner an trabt wird ihr Pferd im schritt zügiger und hält nicht mehr so gut an(sie muss die Zügel dazu nehmen) und wenn der Weidepartner an galoppiert, galoppiert er auch an wo sie ihn aber wieder abfangen kann. Jetzt ist ihre Frage, woran das liegen kann und was sie da gegen tun kann?

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 62

Auch Pferde hängen bisweilen sehr an ihren Pferdekumpels, sind zum Teil sogar sehr auf diese fixiert und kleben mitunter regelrecht an ihnen.

Aus eigenem Erfahren weiß ich, dass dagegen konzentrierte Arbeit hilft. 

Mein alter Wallach hat in jungen Tagen unheimlich an meiner Stute geklebt, wurde sie gleichzeitig geritten, war er anfangs sehr abgelenkt. Er hat sich zwar nicht so grob widersetzt, wie von Dir beschrieben, aber er hat schon auf sie reagiert.

Da er zu diesem Zeitpunkt generell noch sehr roh war, habe ich das so gelöst, dass ich in den ersten 20 Minuten konträr zu Stute geritten bin - war sie bei C, war ich ehr Richtung A anzutreffen- und ihn konsequent und konzentriert im Rahmen seiner damaligen Möglichkeiten gearbeitet, hab ihn viele Übergänge gehen lassen und ihn mit dieser Arbeit abgelenkt. Nach 15, 20 Minuten war er dann so auf mich fokussiert, dass die Stute ihn nicht mehr ablenkte. Und nach wenigen Monaten waren auch keine Ablenkungsmanöver mehr nötig und er ließ sich reiten, ob die Stute da war oder nicht. 

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 23

Das ist Herdenverhalten. DAs Einfachste ist, zu anderen Zeiten zu reiten als der Kumpel. Mein Pferd stand einmal mit einem Pferd zusammen, das in der Ausbildung und nicht ganz einfach war. Wenn mit dem Bodenarbeit gemacht  oder er geritten wurde, bin ich mit meiner Stute nicht mal in die Nähe des Reitplatzes/der Halle gegangen.

Wenn du sehr gut reiten kannst, dann musst du halt das Pferd durch vermehrte Arbeit auf dich konzentrieren.

Antwort
von sukueh, 28

Konsequent und aktiv reiten. Das Pferd lässt sich von dem Weidekumpel ablenken - wie Sallyvita bereits geschrieben hat, würde ich so mit dem Pferd arbeiten, dass es sich auf mich konzentrieren muss. Das Pferd hat die restliche "reitfreie" Zeit ausreichend Gelegenheit, sich auf den Pferdekumpel zu konzentrieren, da kann es sich auch einmal eine Stunde während des Reitens auf den Menschen konzentrieren.

Diese "Konzentration" muss halt "eingefordert" werden.

Damit erfolgt meiner Erfahrung nach auch automatisch eine Erhöhung des Vertrauens des Pferdes in den Reiter/Menschen, da dieser die "Marschrichtung" vorgibt, d.h., das Pferd nicht die Führungsposition einnehmen muss. Was vielen Pferden deutlich angenehmer ist. Das heißt, die nötige konsequente Reiterei ist eine Art der "Vertrauensbildung".

Ein rittiges Pferd lässt sich schnell auf den Reiter ein und arbeitet konzentriert mit. Ohne dass ich - wie der Begriff "einfordern" möglicherweise suggeriert - zu "gewalt"tätigen" oder "zu größeren Druckmittel" greifen muss.

Konsequenz wäre hier das entsprechende "Gegenmittel".

Aus eigener Erfahrung und der Beobachtung vieler anderer Reitschüler glaube ich, dass man sich doch noch zu häufig beim Reiten auf eine "Selbstläufer"Eigenschaft des Pferdes verlässt, statt aktiv dem Pferd zu sagen, dass beispielsweise der Zirkel genauso groß zu sein hat, wie der Reiter das möchte. Oder dass die Gangart vom Reiter gewählt wird und nicht vom Pferd....

Antwort
von FelixFoxx, 76

Herdentrieb, der Weidepartner ist dem Pferd wichtiger als der Mensch, der obendrauf sitzt. Da muss wohl Vertrauensarbeit her.

Kommentar von Dahika ,

Wieso Vertrauensarbeit? Eher doch Gehorsamsarbeit. Das Pferd kann doch seinem Menschen vertrauen  und trotzdem ungehorsam sein.

Kommentar von schneeblumeA ,

Schwachsinn. Bei Pferden ist Vertrauen dasselbe wie Gehorsam, weil sie Flucht- und Herdentiere sind.  Das Leittier entscheidet, wann und wohin bei Gefahr geflüchtet wird und dann rennen alle hinterher. Das ist anders als menschliche Beziehungen, Pferde können nunmal nicht ohne Hierarchie. (Quelle: Michael Geitner, Be strict.)

Kommentar von Sturmreiter22 ,

Ok, was kann sie denn noch an vertrauen machen? Wenn sie mit ihm an ungewohnten Situation vorbei gehen kann und er ihr auch wenn er gegen über der Sache skeptisch ist sofort folgt. Und er ihr auch so über all hin folgt, so dass sie eigentlich keinen Strick brauch. 

Kommentar von sukueh ,

Konsequent und aktiv reiten. "Vertrauen" ergibt sich auch daraus, dass das Pferd die "Führung" an den Menschen abgeben kann. Und das "erarbeite" ich mir beim Reiten dadurch, dass ich dem Pferd vorgebe, was wir machen.

Antwort
von schneeblumeA, 5

Deine Freundin muss mit dem Weidepartner arbeiten, während ihr eigenes Pferd dabei zusieht. Warum? Der Grund für das Verhalten ihres Pferdes ist offensichtlich, nämlich dass es die Herdenhierarchie folgendermaßen wahrnimmt: "Meiner Besitzerin vertraue ich, also steht sie über mir, aber mein Weidepartner steht über ihr". Wenn das Pferd jetzt sieht, dass sie sich gegenüber dem Weidepartner durchsetzt und auch der Weidepartner sich ihr anvertraut, dann wird sich das Verhalten schlagartig ändern und nicht mehr davon abhängen, ob der Weidepartner da ist, oder nicht.

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