Frage von Zuckertuete2402, 113

Pferd im Sommer scheren?

Hallo liebe Leute :)

ich habe mal wieder eine Frage zu meinem Pferd. Meine Norwegerstute ist schon etwas älter und wird ihr Winterfell nicht mehr ideal los. Es ist jetzt nicht kritisch, aber wenn ich mit ihr arbeite, fängt sie doch recht schnell an zu schwitzen und es dauert dann auch zum Teil über ne halbe Stunde bis es trocken ist.

Deshalb hatte ich überlegt sie zumindest unten am Bauch, sowie an der Brust und am unteren Hals zu scheren. Ich habe nur Angst, dass sie frieren könnte. Andererseits trägt sie aufgrund ihres Ekzems sowieso dauerhaft eine Decke.

Halten ihr das für sinnvoll und denkt ihr die Ekzmerdecke reicht aus, auch wenn es mal regnet?

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 46

Erst mal würde ich einen TA kommen lassen - bei älteren Pferden, die ihr Fell nicht mehr her geben wollen oder die extrem viele Hungerhaare entwickeln liegt das an einer Krankheit wie EMS oder Cushing.

Sollte dabei nichts heraus kommen, würde ich die Stute mal intensiv mit einem guten Zinkpulver füttern - und wenn das nix hilft, dann einen Rallyschnitt.

Frieren sollte sie nicht, wenn man das richtig macht.

Normalerweise halte ich gar nichts vom scheren, aber bei solchen Pferden wird es nötig - in der Natur wären die nie so alt geworden, um solche Probleme zu haben. Alte und kranke Pferde sind immer anders zu behandeln als gesunde.

Das Ekzem deutet ja schon auf einen Mineralstoffmangel hin. Also bitte auch eine Ekzemerfütterung machen, damit es dem Mädl mal wieder besser geht.

Ekzemerfütterung: Keine zuckerhaltigen Futtermittel, keine Äpfel, Karotten oder Müslis.

Heu, Stroh, Gras, ein sehr gutes Mineralfutter zusätzlich Zink. BT Bierhefe, Lebertran und Algen. Dauert ein halbes Jahr bis eine Besserung eintritt, weil das System zu reparieren ist sehr langwierig.

Kommentar von Zuckertuete2402 ,

Hey :)

Danke für den Tipp auch mit der Ekzemfütterung. Ich habe mich auch da mal intensiv informiert und habe mir ein Müsli  gekauft, speziell für Ekzmer. Das enthält viele Mineralien, die fehlen könnten.

Ich vermute aber, dass ich viel zu spät angefangen habe. Ich habe sie jetzt das erste Jahr und muss jetzt meine Erfahrung damit machen. Fürs nächste Jahr weiß ich aber bescheid :)

Kommentar von friesennarr ,

Das Ekzemermüsli kannst du gleich weg schmeißen ist vermutlich das von Hippolyt, oder?

Du mußt aber jetzt mit der Fütterung anfangen, nicht erst nächstes Jahr - der Stoffwechsel braucht lange bis er sich erholt.

Und bitte füttere das Müsli nicht mehr, es sei den du willst dafür sorgen, das dein Pferd aus der Stoffwechselstörung nicht heraus kommt.

Wusstest du das du über 6 Kg von dem Müsli füttern müsstest um rein rechnerisch die richtige Mineralstoffmenge zusammenzubekommen?

Fütter lieber Derby Algenmineral oder Iwest Magnostable, das weis man was man hat.

Kommentar von Zuckertuete2402 ,

Das Müsli ist von Marstall und ich denke bevor ich anfange irgendwelche Mineralien zu füttern, lass ich lieber von einem Tierarzt kontrollieren, welche überhaupt fehlen :).

Aber danke für den Tipp, ich werde das Müsli jetzt nicht wegschmeißen, sondern verfüttere es trotzdem zu Ende und gucke dann wie ich weiter mache.

Antwort
von FelixFoxx, 68

Lass sie mal auf ECS (Equines Cushing Syndrom) testen, viele ältere Pferde haben das und es äußert sich u.a. durch Probleme im Fellwechsel und Hirsutismus, aber auch oft durch Anfälligkeit für Hufrehe. Wenn es ECS ist, ist es sogar sehr ratsam, das Pferd zu scheren im Sommer und eventuell auch im Frühherbst. Mein Felix ist jetzt auch frisch geschoren und trägt keine Decke.

Kommentar von Zuckertuete2402 ,

Was ist Cushing denn genau?

Also ihr Fellwechsel hält sich noch. Sie sieht nicht mehr aus wie ein Plüschbär, sie haart aber immer noch und es sind halt immer noch Winterfellhaare.

Hufrehe hatte sie soweit noch nicht gehabt. (Zum Glück)

Kommentar von FelixFoxx ,

Hier findest Du viele Infos: http://www.cushing-hat-viele-gesichter.de/

Mein Felix (20) ist ECS Patient, es wurde im Frühjahr 2015 anhand einer Blutprobe diagnostiziert. Er hatte im September 2014 und im September 2012 jeweils einen Reheschub. Daher der Verdacht auf Cushing, der sich dann auch bestätigte. Auslöser ist ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse, der dafür sorgt, dass bestimmte Hormone im Überfluss produziert werden und so die Symptomatik entsteht. Seit der Diagnose bekommt Felix das Medikament Prascent und spezielles Futter ohne Getreide, dazu nur selten und stundenweise Weidegang.

Kommentar von Urlewas ,

Auch ich denke da zuerst an Cushing.

Da möchte ich dir jetzt einerseits keine Angst machen, denke aber, vielleicht doch mal vorwarnen...

Mit dem entsprechenden Medikament kann man das einigermaßen in den Griff bekommen - aber es ist ziemlich teuer und hat Nebenwirkungen; es belastet die Leber dauerhaft, weil man es für immer täglich geben muss.

Der Haarwuchs und Anfälligkeit  für Hufrehe und organisches Versagen werden zwar durch das Medikament reduziert, aber oft nicht ganz zurück gedrängt.

Ein älteres, betroffenes Pferd, welches ich länger betreut und geritten habe, mußte 3-4 mal im Jahr geschoren werden, trotz des Medikaments. ( es hieß, das sei ok;  wenn man jeden Monat schweren müsse, sollten die Dosis erhöhen...) Und man muss immer mit einem plötzlichen Organversagen rechnen ( obwohl diese Pférd schon viele Jahre damit lebt), so dass man keinesfalls ohne Kappe reiten sollte - denn ein Herzversagen kann auch unangekündigt während des Galoppierens auftreten.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 17

Mach das ruhig. Aber vor allem würde ich mal einen Cushing Test machen lassen. Das ist wichtiger.

Kommentar von Zuckertuete2402 ,

Ich habe mir mal angeguckt wie ein Cushing Pferd aussieht und was die Symptome sind und ich vermutete nicht, dass sie Cushing hat.

Ihr Fell sieht noch normal aus. Es ist nicht übertrieben dick, dass sie selbst im Stehen schwitzen würde. Außerdem hat sie keine Hufrehe, ist nicht schlapp, ist in keinster Weise abgemagert und ist auch für ihre Bewegung gut trainiert :)

Aber trotzdem danke auch an alle für den gut gemeinten Rat. Ich werde abwarten und gucken, falls sich doch was stark verändern sollte.

Expertenantwort
von VanyVeggie, Community-Experte für Tiere, 62

Hallo, 

wie schon geschrieben wurde solltest du Cushing abklären lassen und ggf die Ernährung umstellen. 

Ansonsten empfehle ich dir Weißdorn zu zufüttern.Bekommst du in der Apotheke auch in Tropfenform. Ist gut für Senioren und Pferde mit Stoffwechselproblemen. Dabei wird die Durchblutung gefördert und somit der Kreislauf unterstützt. Meinem Pferdeopi hats sehr geholfen. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 17

1) cushingtest

2) SCHEREN; ABER AM BESTEN DEN englischen Schnitt: also Brust und Schultern sowie ggf im Bauchbereich auf jeder Seite 2 schmale oder 1 breiten Streifen von vorne nach hinten - mache ich seid über 25 Jahren bei denen, die das brauchen (meist Senioren, aber auch mal Rekonvaleszente die nach OP plötzlich unnütz Haar schieben)

Antwort
von Looney199, 27

Hi. Mein Norweger ist 27 und hat gar kein Problem mit dem Fellwechsel und ist auch schon seit längerem damit durch. Nur noch ein bisschen mehr schlapp wie normalerweise.

Deswegen wie die anderen schon sagten, mal einen Tierarzt rufen

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